Elder M. Russell Ballard, “Der Lehre Christi und seinem Evangelium folgen,” Nov 2010
CES-Fireside für junge Erwachsene • 7. November 2010 • Brigham-Young-Universität
Sie bieten einen herrlichen Anblick. Sie sind die besten jungen Männer und Frauen auf der ganzen Welt. Sie haben das wiederhergestellte Evangelium Jesu Christi, das in dieser immer schlechter werdenden Welt die Schritte lenkt, die Sie gläubig gehen. Meine Frau und ich freuen uns, hier mit Ihnen im Marriott Center und auch mit Ihnen allen, die in anderen Gebäuden überall auf der Welt zusammengekommen sind, zusammen zu sein. Ich nehme an, dass dank moderner Technik einige von Ihnen auch über einen Podcast oder andere elektronische Wunderwerke zuhören. Aber unabhängig davon, wo Sie sich heute Abend aufhalten, freue ich mich, zu Ihnen zu sprechen, und bete darum, dass der Herr uns segnen möge, damit das, was ich sage, jedem von Ihnen in der jetzigen Lebensphase hilft.
Ich danke dem Institutschor aus Logan für die schöne Musik und freue mich ungemein, dass Präsident Tom Mullen hier ist, einer der anwesenden Pfahlpräsidenten. Er war einer der wunderbaren Missionare, die vor vielen Jahren zusammen mit meiner Frau und mir in der Kanada-Mission Toronto gedient haben.
„O welch schlauer Plan des Bösen!“
Heute Abend möchte ich darauf aufbauen, was ich bei der letzten Generalkonferenz gesagt habe. Diejenigen, die zugehört haben – und ich hoffe, das trifft auf einige von Ihnen zu –, haben Ratschläge von den Generalautoritäten und führenden Beamten der Kirche bekommen. Vielleicht erinnern Sie sich, dass ich in meiner Ansprache die unechten Fliegen der Fliegenfischer mit den unechten Ködern verglichen habe, die der Satan nutzt, um uns zu fangen und in seine schreckliche Welt voller Elend zu ziehen.
Ein paar Tage nach der Generalkonferenz erhielt ich einen Brief von einem fabelhaften jungen Mann namens Chayton Snider. Er ist elf Jahre alt. Er hatte mir zugehört und schickte mir eine Zeichnung zusammen mit dieser persönlichen Notiz: „Die Fischer, die den Fisch mit einem künstlichen Köder fangen, sind ein Sinnbild dafür, wie der Satan uns mit der Sucht (dem ,künstlichen Köderʻ) ,einfängtʻ. Wenn der Angler den Fisch auf den Strand wirft und der Fisch versucht, ins Wasser zurückzugelangen, versinnbildlicht dieser Versuch meiner Meinung nach, wie wir darum kämpfen, ins sichere Wasser des Evangeliums zurückzugelangen. Aber wir brauchen Hilfe vom Vater im Himmel und von Jesus Christus, um eine Sucht loszuwerden.“ 1
Danke, Chayton, für diese prägnante Zusammenfassung meiner Konferenzansprache.
Ich zitiere aus dieser Ansprache: „So wie der Fliegenfischer weiß, dass die Forelle vom Hunger getrieben wird, kennt Luzifer unseren ‚Hunger‘ oder unsere Schwächen und führt uns mit gefälschten Ködern in Versuchung, die uns, wenn wir sie schlucken, aus dem Strom des Lebens reißen und uns seinem unbarmherzigen Einfluss unterwerfen. Doch im Gegensatz zu einem Fliegenfischer, der einen gefangenen Fisch befreit und unverletzt ins Wasser zurücklässt, wird Luzifer niemals freiwillig loslassen. Er hat das Ziel, seine Opfer so elend zu machen, wie er es ist.“ 2
Machen Sie das Evangelium Jesu Christi nicht kompliziert
Ich bete darum, dass der Herr mir helfen möge, Ihnen einen höchst wichtigen Grundsatz nahezubringen. Der Grundsatz lautet: „Machen Sie das Evangelium Jesu Christi nicht kompliziert.“ Das beschäftigte zu seiner Zeit auch den Apostel Paulus, als er sagte: „Ich fürchte aber, wie die Schlange einst durch ihre Falschheit Eva täuschte, könntet auch ihr in euren Gedanken von der aufrichtigen und reinen Hingabe an Christus abkommen.“ (2 Korinther 11:3.)
Im Buch Mormon erläutert der Prophet Nephi die Lehre und das Evangelium Christi mit einfachen Worten. Ich führe hier Aussagen aus dem zweiten Buch Nephi, Kapitel 31 an.
-
• „Denn meine Seele erfreut sich an Klarheit.“ (Vers 3).
-
• „Können wir Jesus nachfolgen, wenn wir nicht willens sind, die Gebote des Vaters zu halten?“ (Vers 10.)
-
• „Und der Vater hat gesagt: Kehrt um, kehrt um, und lasst euch im Namen meines geliebten Sohnes taufen.“ (Vers 11.)
-
• „Wer sich in meinem Namen taufen lässt, dem wird der Vater den Heiligen Geist geben.“ (Vers 12.)
-
• „Und ich hörte eine Stimme vom Vater, nämlich: Ja, die Worte meines Geliebten sind wahr und treu. Wer bis ans Ende ausharrt, der wird errettet werden.“ (Vers 15.)
-
• „Denn ihr seid nur durch das Wort von Christus mit unerschütterlichem Glauben an ihn so weit gekommen.“ (Vers 19.)
-
• „Meine geliebten Brüder, … es ist kein anderer Weg noch Name unter dem Himmel gegeben, wodurch der Mensch im Reich Gottes errettet werden kann.“ (Vers 21.)
-
• „Und nun siehe, dies ist die Lehre von Christus.“ (Vers 21.)
Der Prophet Joseph Smith hat die ersten Grundsätze und Verordnungen des Evangeliums im vierten Glaubensartikel definiert: „Erstens der Glaube an den Herrn Jesus Christus; zweitens die Umkehr; drittens die Taufe durch Untertauchen zur Sündenvergebung; viertens das Händeauflegen zur Gabe des Heiligen Geistes.“
Ich möchte heute die Lehre Christi und sein Evangelium in den Mittelpunkt stellen. Meine lieben jungen Leute, in der heutigen Welt geschieht vieles, was im direkten Widerspruch zu den Grundsätzen des Evangeliums steht. Sie müssen die Lehre Christi kennen, Ihr ganzes Leben danach ausrichten und sie immer verteidigen.
Räumen Sie dem Herrn genügend Zeit ein
Vor einigen Jahren wollte mich einer der Missionare, für die ich verantwortlich war, sprechen. Er sagte: „Präsident, ich verliere mein Zeugnis. Ich habe einige Fragen, die mir niemand beantwortet. Mein Bischof und mein Pfahlpräsident meinten, ich solle sie vergessen, und hatten keine Antwort für mich.“
Ich bat ihn, seine Fragen aufzuschreiben, und schlug vor, er solle in zehn Tagen wieder zu mir kommen und ich würde ihm jede einzelne beantworten.
Als er sich anschickte, mein Büro zu verlassen, fühlte ich mich gedrängt, ihn zu fragen: „Elder, wie lange ist es her, dass Sie zuletzt in den heiligen Schriften gelesen haben?“
Er gab zu, dass es schon sehr lange her war.
Ich sagte: „Sie haben mir einen Auftrag gegeben; da ist es doch nur fair, wenn ich Ihnen auch einen gebe. Sie lesen jeden Tag mindestens eine Stunde lang in den heiligen Schriften, bis Sie wiederkommen, um sich Ihre Antworten abzuholen.“
Er war einverstanden.
Als er wiederkam, war ich vorbereitet, aber er erklärte mir: „Präsident, ich brauche die Antworten nicht. Ich weiß, dass das Buch Mormon wahr ist. Ich weiß, dass Joseph Smith ein Prophet ist. Jetzt ist alles in Ordnung.“
Ich erwiderte: „Ich gebe Ihnen dennoch die Antworten auf Ihre Fragen; ich habe mir große Mühe damit gegeben!“ Wir befassten uns mit all den mormonenfeindlichen Behauptungen und Aussagen.
Nach unserem Gespräch fragte ich ihn: „Elder, was haben Sie aus alledem gelernt?“
Die Antwort, die er mir gab, ist vielsagend. „Ich habe gelernt, dass man dem Herrn genügend Zeit einräumen muss!“
Gehen wir nun gemeinsam die grundlegenden Lehren Christi und sein Evangelium durch.
Der erste Grundsatz der Lehre: Glaube an den Herrn Jesus Christus
Der erste Grundsatz der Lehre ist der Glaube an den Herrn Jesus Christus. „An Christus zu glauben bedeutet, dass man fest daran glaubt, dass er der einziggezeugte Sohn Gottes und der Erretter und Erlöser der Welt ist. [Unsere Lehre besagt,] dass wir auf die Gnade und die Barmherzigkeit des Sohnes angewiesen sind. Ohne sie können wir nicht zum himmlischen Vater zurückkehren. Glaube an Christus bedeutet, dass wir das Sühnopfer annehmen und seine Lehren in die Tat umsetzen. Wir vertrauen ihm und glauben an das, was er sagt. Wir wissen: Er hat die Macht, seine Verheißungen zu erfüllen. Der himmlische Vater segnet alle, die aufgrund ihres Glaubens dem Sohn gehorchen. …
Wir glauben an Christus und wir glauben daran, dass er möchte, dass wir alle seine Gebote halten. Wir möchten unseren Glauben beweisen, indem wir ihm gehorchen. …
Durch unseren Glauben an Jesus Christus kann er uns sowohl körperlich als auch geistig heilen.“ 3
Meine lieben jungen Freunde, nehmen Sie sich jetzt eine Minute Zeit und konzentrieren Sie sich auf Ihren eigenen Glauben an den Herrn Jesus Christus, während ich Ihnen ein paar Fragen stelle:
-
1. Sind Sie zufrieden mit der Richtung, die Ihr Leben nimmt, und mit der Stärke Ihres Glaubens an den Herrn Jesus Christus?
-
2. Lieben Sie Gott mit ganzem Herzen, ganzer Seele und aller Kraft, wie der Herr dem Gesetzeslehrer im zehnten Kapitel des Lukasevangeliums auftrug? (Siehe Vers 27.)
-
3. Sind die einfachen Grundsätze Bestandteil Ihres täglichen Lebens?
-
4. Nehmen Sie sich der Bedürfnisse Ihrer Mitmenschen freundlich und aufmerksam an?
-
5. Halten Sie sich an das, was die führenden Brüder bei der letzten Generalkonferenz betont haben, nämlich dass jede Form von Pornografie ganz und gar zu meiden ist?
Es gibt in unserem Leben keinen Raum für Pornografie, wenn wir wahren Glauben an den Herrn Jesus Christus haben. Ich sage das mit allem Nachdruck, dessen ich fähig bin: Wenn Sie damit ein Problem haben, wenden Sie sich davon ab!
-
6. Leben Sie so, dass Sie eines Tempelscheins würdig sind?
-
7. Nehmen Sie aktiv an den Versammlungen am Sonntag teil, besonders an der Abendmahlsversammlung? Nehmen Sie würdig vom Abendmahl und erneuern Sie Ihre Bündnisse mit dem Herrn?
-
8. Wenn Sie ein zurückgekehrter Missionar sind: Wahren Sie, so wie Sie sich kleiden und wie Sie sich geben, die Würde eines Dieners des Herrn Jesus Christus?
-
9. Bereiten Sie sich darauf vor, Ihren Partner für die Ewigkeit zu finden, und halten Sie bewusst nach ihm Ausschau?
Über diese Frage könnte ich den ganzen Abend sprechen, aber ich bin sicher, Sie wissen mittlerweise, dass wir vom „Abhängen“ nichts halten. Falls Sie das doch noch nicht begriffen haben, merken Sie es sich noch heute. Um es in Ihrem Jargon zu sagen: Schnallen Sie es endlich! Wir sind für ordentliche Verabredungen – Sie wissen schon, ein junger Mann verabredet sich mit einer jungen Frau und die beiden unternehmen etwas Schönes zusammen. Suchen Sie wirklich nach einem Partner, der den Herrn liebt und seinen heiligen Namen ehrt?
-
10. Verbringen Sie, die Sie verheiratet sind, regelmäßig Abende zu zweit miteinander, um Ihre Beziehung weiterhin zu vertiefen und zu festigen?
Natürlich könnte ich dieser Liste noch weitere Punkte hinzufügen. Aber wenn Sie sich wirklich bemühen, Ihr Bestes zu geben, um Christus nachzufolgen, können Sie solche Fragen mit einem klaren JA beantworten.
Ist Ihnen, als Sie heute Abend über Ihren Glauben an den Herrn Jesus Christus nachgedacht haben, etwas eingefallen, was in Ihrem Leben, soweit Sie wissen, nicht so ist, wie Sie es sich wünschen? Wenn es etwas gibt, von dem Sie im Herzen wissen, dass es nicht zu jemandem passt, der wahren Glauben an den Herrn Jesus Christus hat, möchte ich Ihnen sagen, wie Sie Abhilfe schaffen können.
Der zweite Grundsatz der Lehre: Umkehr
Umkehr ist der zweite Grundsatz in der Lehre des Evangeliums. „Unser Glaube an Christus und unsere Liebe zu ihm veranlassen uns dazu, umzukehren. Das bedeutet, dass wir unsere Gedanken, unsere Ansichten und unser Verhalten ändern, falls sie nicht in Einklang mit seinem Willen stehen. … Wenn wir umkehren, empfinden wir gottgewollte Traurigkeit. Wir hören auf, das Falsche zu tun, und [strengen uns noch mehr an, das zu tun,] was richtig ist. …
Wahre Umkehr hat mehrere Folgen. Wir fühlen, dass Gott uns vergibt. Wir verspüren Frieden. Schuld und Trauer werden hinweggefegt.“ 4
Brüder und Schwestern, seien Sie dankbar dafür, dass das Evangelium Jesu Christi einen Weg zurück von den Fehlern bietet, die wir begehen mögen, nämlich aufrichtige Umkehr. Wenn man sich nicht die Fähigkeit aneignet, umzukehren, wachsen sich kleinere Gewohnheiten oftmals zur Sucht aus. Es gibt einen ganz einfachen Weg, wie jeder von uns verhindern kann, einer Sucht in die Falle zu gehen: schlicht alle süchtig machenden Stoffe und Verhaltensweisen meiden. Vertun Sie sich nicht, meine lieben jungen Freunde: Jeder von uns ist Angriffsziel für den Satan und seine Anhänger. Er wird jeden betrügerischen Köder und jede Taktik benutzen, die er hat, um uns ins Straucheln zu bringen und unsere Entschlossenheit und Treue gegenüber dem Herrn zu schwächen.
Der dritte Grundsatz der Lehre: Taufe
Der dritte Grundsatz in der Lehre des Evangeliums ist die Taufe. Diesen Grundsatz haben die meisten, die mir heute zuhören, bereits in die Tat umgesetzt. Die Taufe durch Untertauchen zur Sündenvergebung ist das erste Bündnis, das jeder von uns persönlich mit dem Herrn Jesus Christus und dem Vater im Himmel eingeht. Die Taufe ist eine heilige Handlung, „eine Zeremonie, durch die wir zeigen, dass wir einen Bund mit Gott eingehen“, und „Gott hat von seinen Kindern schon von jeher verlangt, dass sie Bündnisse schließen. Ein Bündnis ist eine verbindliche und feierliche Übereinkunft zwischen Gott und den Menschen. Gott verheißt, dass er uns segnen wird. Wir versprechen, dass wir ihm gehorchen wollen. … Wenn wir unsere Bündnisse halten, empfangen wir Segnungen in diesem Leben und erlangen Erhöhung im künftigen Leben.“ 5
Denken Sie daran, Christus hat uns Beispiel gegeben, indem auch er sich taufen ließ. Wir dürfen jede Woche vom Abendmahl nehmen. „Das hilft uns, dafür würdig zu bleiben, dass der Geist Gottes immer mit uns sein kann. Das Abendmahl erinnert uns allwöchentlich an unser Bündnis“6 und hilft uns, unseren Glauben an den Herrn Jesus Christus und unser Vertrauen in ihn zu festigen.
Der vierte Grundsatz der Lehre: Die Gabe des Heiligen Geistes
Der vierte Grundsatz der Lehre ist die Gabe des Heiligen Geistes. „Jesus hat gelehrt, dass wir durch Wasser und den Geist getauft werden müssen. Auf die Taufe durch Wasser muss die Taufe durch den Geist folgen, sonst ist sie unvollständig. Nur wenn wir die Taufe und die Gabe des Heiligen Geistes empfangen, können wir Vergebung unserer Sünden erlangen und geistig ganz von neuem geboren werden. …
[Der Heilige Geist] gibt Zeugnis von Christus und hilft uns, die Wahrheit zu erkennen. Er verleiht uns geistige Stärke und hilft uns, das Rechte zu tun. Er [schenkt uns Frieden und] tröstet uns in Prüfungen und Kummer. Er warnt vor geistigen oder körperlichen Gefahren. … Durch die Macht des Heiligen Geistes können wir Gottes Liebe und seine Weisungen spüren. Diese Gabe ist ein Vorgeschmack ewiger Freude und eine Verheißung ewigen Lebens.“ 7
Der fünfte Grundsatz der Lehre: Bis ans Ende ausharren
Und zum Schluss der fünfte Grundsatz der Lehre: Wir müssen bis ans Ende ausharren. „Wenn wir durch Glauben an Jesus Christus, Umkehr und die heiligen Handlungen Taufe und [Gabe des Heiligen Geistes] auf den engen und schmalen Pfad gelangt sind, müssen wir uns nach besten Kräften bemühen, auf diesem Weg zu bleiben.“ 8
Vor vielen Jahren stand unser treuer Pfahlpatriarch, er war über 90 Jahre alt, in einer Fast- und Zeugnisversammlung auf und sagte etwas, was ich nie vergessen werde: „Ich bete jeden Abend darum, dass mein Zeugnis auch dann noch hell leuchten möge, wenn Gott mich zu sich ruft.“
Nach der Versammlung sagte ich zu ihm: „Patriarch, von allen Menschen, die ich kenne, sind Sie bestimmt derjenige, der sich darum am wenigsten Sorgen machen muss.“
Da packte er mich am Revers, zog mich ruckartig an sich heran, sodass unsere Köpfe ganz nah beieinander waren, blickte mir in die Augen und sagte: „Mein Junge“, – da war ich schon verheiratet und hatte zwei Kinder! – „mein Junge, niemand ist sicher, bis das Ende erreicht ist.“
Möge es bei uns allen so sein, dass wir bis ganz ans Ende treu sind.
Auf diese Weise werden die Lehre vom Glauben an Christus, die Umkehr und dass man Bündnisse eingeht, erneuert und hält und sich vom Geist leiten lässt, ein Verhaltensmuster fürs Leben. Diese Grundsätze der Lehre prägen und bestimmen, wie wir uns im Alltag verhalten.
Das Evangelium Jesu Christi ist die Brücke zwischen dem vorirdischen Leben und dem ewigen Leben
Ich weiß, dass einige der zurückgekehrten Missionare sich jetzt denken, Elder Ballard zitiert gerade einige Punkte der Lehre aus der inspirierten Anleitung Verkündet mein Evangelium! Ich hoffe, dass Sie einige der Worte wiedererkennen und dass Sie ihre Bedeutung verinnerlicht haben. Den jungen Männern und jungen Frauen, die nicht auf Mission gewesen sind, möchte ich vorschlagen, sich eine Anleitung Verkündet mein Evangelium! zu besorgen. Befassen Sie sich mit dem dritten Kapitel, der Lektion mit der Überschrift: „Das Evangelium Jesu Christi“. Dort wird sehr klar und noch ausführlicher erläutert, was auf jeden Fall erforderlich ist, damit man nicht auf die Köder des Satans hereinfällt und vom Pfad, der zum ewigen Leben führt, weggezerrt wird.
Das Evangelium Jesu Christi ist doch sehr unkompliziert! Wir müssen auf dem einzigen Pfad bleiben, den Gott als den Weg zurück nach Hause in seine ewige Gegenwart bestimmt hat. Das Evangelium ist der Plan des Glücklichseins, es ist einfach und schön.
Ich möchte versuchen, Ihnen zu veranschaulichen, wie die ersten Grundsätze des Evangeliums einer Brücke zwischen dem vorirdischen Leben – dafür steht meine erhobene linke Hand – und dem ewigen Leben – meine erhobene rechte Hand – ähneln. Die Brücke zwischen beidem ist das Evangelium Jesu Christi. Wir sind aus der vorirdischen Welt ins Erdenleben getreten, um uns darum zu bemühen, die Grundsätze des Evangeliums zu erkennen und zu leben. Wir befinden uns nun hier auf der Erde und gehen unseren Weg, der uns hoffentlich in die Gegenwart Gottes zurückführt. Dazu erforderlich sind Erkenntnis und Gehorsam. Das Ziel unseres Bemühens, nach dem Evangelium zu leben, besteht darin, Anwärter auf alle Segnungen zu werden, die unser Vater für seine treuen und würdigen Kinder bereithält.
Jesus hat gesagt:
„Dies nun ist das Gebot: Kehrt um, all ihr Enden der Erde, und kommt zu mir, und lasst euch in meinem Namen taufen, damit ihr durch den Empfang des Heiligen Geistes geheiligt werdet, damit ihr am letzten Tag makellos vor mir stehen könnt.
Wahrlich, wahrlich, ich sage euch: Dies ist mein Evangelium; und ihr wisst, was ihr in meiner Kirche tun müsst.“ (3 Nephi 27:20,21.)
Sie haben eine großartige Zukunft, auf die Sie sich freuen können
Ich möchte Sie nochmals bitten, Ihr Leben zu überdenken. Wo stehen Sie? Gibt es etwas in Ihrem Leben, was Sie von den Lehren des Evangeliums weg und in den Einflussbereich des Satans führt? Räumen Sie dem Herrn genügend Zeit ein? Sie leben in einer hochtechnisierten Welt, in der der Zugang zu Informationen, Unterhaltung und sozialen Netzwerken durch Ihren Computer, Ihr iPad oder Ihr iPhone auf elektronischem Wege ungemein einfach ist. Keine Generation vor Ihnen hatte so viele technische Hilfsmittel zur Hand. Über Facebook und andere Netzwerke können Sie mit Freunden überall auf der Welt in Kontakt bleiben. Das sind zwar hervorragende Werkzeuge, aber ich warne Sie davor, sich zeitlich so sehr von der Technik in Beschlag nehmen zu lassen, dass Sie süchtig danach werden und kaum noch etwas anderes machen. Sie müssen ihre Nutzung irgendwie so weit einschränken, dass sie Sie nicht um das bringt, was wesentlich, kostbar und ewig ist.
Wir müssen uns nur die Abendnachrichten ansehen und Zeitung lesen, um zu erkennen, dass die Welt ungeheuer bedrängt ist. Vielerorts wüten Erdbeben, Hurrikane und Tornados. Es gibt Kriege und Kriegsgerüchte. Es gibt Hungersnot und Leid und Völkermord, ganz abgesehen von Mord an Einzelnen und anderen Gewalttaten.
Manche von Ihnen meinen vielleicht, dass in der heutigen Welt die Zukunft nicht mehr viel zu bieten hat, worauf man hinarbeiten kann. Ich erinnere mich daran, dass ich als Dreizehnjähriger am Sonntag, dem 7. Dezember 1941, von der Priestertumsversammlung nach Hause kam und von meinen Eltern erfuhr, dass Japan gerade Pearl Harbor bombardiert hatte. Dadurch wurden die Vereinigten Staaten in einen Weltkrieg getrieben, der in Europa bereits seit zwei Jahren wütete. Damals sah es so aus, als wäre das Leben, wie wir es kannten, vorbei. Es herrschte große Unsicherheit, denn viele junge Männer wurden rasch zum Kriegsdienst eingezogen. Dennoch gibt es, heute wie damals, inmitten all der Konflikte, der Kämpfe und der bösen Einflüsse auf der Welt noch immer viel Gutes.
Als ich zur Welt kam – das war vor langer Zeit, als Sie alle noch in der Geisterwelt waren –, gab es auf der ganzen Welt gerade mal 20 Länder, die man mit Fug und Recht als Demokratie bezeichnen könnte, und in denen die Bürger auch nur einen Bruchteil der Rechte hatten, die für uns selbstverständlich sind. Heute gibt es über 90. Also können jetzt mehr Menschen auf der Welt in Freiheit und nach ihrer Überzeugung leben.
Weltweit betrachtet nimmt die Armut heutzutage ab und die Gesundheit außerordentlich zu, was besonders auf die Verbesserung der hygienischen Bedingungen und der Trinkwasserqualität in den Entwicklungsländern zurückzuführen ist. Da geschieht Bemerkenswertes. Auch erhalten mehr Menschen Zugang zu Bildungsmöglichkeiten.
Sie haben allen Grund, hoffnungsfroh und optimistisch zu sein. Lassen Sie nicht zu, dass der Satan Sie beeinflusst und dazu bringt, nicht mehr an die großartige Zukunft zu glauben, auf die Sie sich freuen können.
Sie sind die künftigen Führer der Kirche
Wir alle legen mit den Entscheidungen, die wir jeden Tag treffen, den Grundstein dafür, das Leben genießen zu können. Wenn Sie treu und gewissenhaft nach der Lehre und dem Evangelium Christi leben, werden sich Ihnen viele gute Gelegenheiten bieten. In der Kirche werden die Führungsbeamten Ihrer Gemeinde, Ihres Pfahles und auf höherer Ebene inspiriert werden, Ihnen die Berufungen zu übertragen, auf die Sie sich vorbereitet haben, indem Sie die kluge Entscheidung getroffen haben, die Gebote Gottes zu halten.
In 30 Jahren wird die Führung der Kirche zum großen Teil davon abhängen, wie gut jeder von Ihnen darauf vorbereitet ist, die Berufungen zu erfüllen, die ihm in der Kirche übertragen werden.
Überlegen Sie sich einmal: Die Kirche brauchte 98 Jahre, von 1830 bis 1928, mein Geburtsjahr, um die ersten 100 Pfähle zu gründen. Die zweiten 100 Pfähle wurden während der darauffolgenden 24 Jahre gegründet. Wir sehen nun, wie ein sehr interessantes Bild entsteht: Ende des Jahres 1960, nur acht Jahre später, wurde der 300. Pfahl im kanadischen Toronto gegründet, als Präsident Thomas S. Monson dort gerade Missionspräsident war. Vor zwei Wochen nahmen meine Frau und ich an der Konferenz des Pfahles Toronto teil, der den 50. Jahrestag seiner Gründung feierte.
1964, nur vier Jahre nach der Gründung des 300. Pfahles, wurde der 400. Pfahl gegründet. Während der daran anschließenden neun Jahre wurden 200 weitere Pfähle gegründet, und der 900. Pfahl kam im März 1978 dazu. Schon bald wird der 3000. Pfahl gegründet werden.
Wie betrifft das alles Sie, die jungen Männern und Frauen? Nehmen Sie einmal an, dass die Kirche jedes Jahr 100 Pfähle einrichtet. Das bedeutet, dass sich die Zahl der Pfähle bis zum Jahr 2040, in nur dreißig Jahren, auf etwa 6000 verdoppeln würde. Sie werden zu diesem Zeitpunkt Ende 40 oder Anfang 50 sein. Fragen Sie sich nun selbst: Woher kommen die 6000 Pfahlpräsidenten? Wo sind ihre Ersten Ratgeber, Zweiten Ratgeber, Führungssekretäre und Sekretäre? Wo sind die 6000 mal 12, also insgesamt 72.000 Hohen Räte? Angenommen, jeder Pfahl bestünde aus durchschnittlich zehn Einheiten (das ist der heutige Durchschnitt bei den Pfählen): Wo sind die 60.000 Bischöfe, Ersten Ratgeber, Zweiten Ratgeber, Führungssekretäre, Sekretäre, Ältestenkollegiumspräsidenten und deren Ratgeber, Hohepriestergruppenleiter und deren Assistenten, die FHV-, JD- und PV-Leiterinnen und deren Ratgeberinnen und so weiter? Wo sind sie? Ich spreche gerade zu ihnen. Das sind Sie! Werden Sie darauf vorbereitet sein, die Berufungen anzunehmen, die der Herr Ihnen übertragen wird?
Es gibt einen ewigen Plan für Sie
Der Vater im Himmel hat einen ewigen Plan für jeden von Ihnen. Ihr Erstgeburtsrecht – der Vorzug, ein Mitglied der Kirche Jesu Christi der Heiligen der Letzten Tage zu sein – kommt in einer Welt, in der über sechs Milliarden Menschen leben, einem Wunder gleich. Als Sie mit dem himmlischen Vater in der vorirdischen Welt lebten, haben Sie ihm einige wichtige Versprechen gegeben und sich ihm gegenüber verpflichtet.
Sie fragen sich vielleicht, wie diejenigen, deren Aufgabe es ist, Berufungen auszusprechen, auf die Namen der Führungsbeamten der Hilfsorganisationen, Bischöfe, Pfahlpräsidenten und Generalautoritäten kommen. Woher weiß ein Pfahlpräsident, wer Bischof werden soll? Woher weiß eine Generalautorität, wer Pfahlpräsident werden soll? (Heute erst habe ich einem frisch gebackenen Pfahlpräsidenten die Hände aufgelegt, um ihn einzusetzen. Wir haben dieses Wochenende einen Pfahl umgebildet. Das ist ein großer Vorzug, gleichermaßen eine große Verantwortung!) Woher weiß der Präsident der Kirche, welcher Bruder eine Generalautorität sein soll? Durch Offenbarung werden die Namen derer kundgetan, die sich als treu und vertrauenswürdig erwiesen haben und die nach den grundlegenden Lehren des Evangeliums Christi leben.
Lassen Sie keinen Tag verstreichen, ohne dass Sie sich bemühen, zum Dienst bereit zu sein. Denken Sie daran, das irdische Leben ist für jeden von uns eine Zeit, uns darauf vorzubereiten, Gott zu begegnen. Amulek hat dazu gesagt:
„Denn siehe, dieses Leben ist die Zeit, da der Mensch sich vorbereiten soll, Gott zu begegnen; ja, siehe, der Tag dieses Lebens ist der Tag, da der Mensch seine Arbeiten verrichten soll.
Und nun, wie ich euch schon zuvor gesagt habe, da ihr so viele Zeugnisse habt, deshalb flehe ich euch an, den Tag eurer Umkehr nicht bis zum Ende aufzuschieben; denn nach diesem Tag des Lebens, der uns gegeben ist, damit wir uns auf die Ewigkeit vorbereiten, siehe – wenn wir unsere Zeit während dieses Lebens nicht nutzbringend anwenden, dann kommt die Nacht der Finsternis, in der keine Arbeit verrichtet werden kann.“ (Alma 34:32,33.)
Der Herr wird Ihnen jeden Tag Ihres Lebens helfen, wenn Sie auf ihn vertrauen und seine Gebote halten. Der Herr tut dem verantwortlichen Führungsbeamten kund, dass Sie für eine Aufgabe bereit sind, weil Sie auf dem Pfad des Evangeliums geblieben sind, weil Sie die Verpflichtungen eingehalten haben, die Sie schon vor Ihrer Geburt eingegangen sind, und weil das Evangelium Jesu Christi Sie alle Tage Ihres Lebens leitet.
Ich schlage vor, dass Sie jetzt einen Anfang damit machen, indem Sie Berufungen annehmen. Diese werden Sie auf künftige Berufungen in der Kirche vorbereiten.
Tun Sie, was nötig ist, um eine echte Beziehung zum Vater im Himmel aufzubauen. Sie sind seine Geistsöhne und -töchter. Ihre himmlischen Eltern lieben Sie von ganzem Herzen, wie auch der Herr Jesus Christus. Sie möchten, dass Sie dem großen Plan des Glücklichseins folgen, der Sie auf sicherem Wege zurück nach Hause in ihre Gegenwart führen wird.
Bleiben Sie im Evangelium Jesu Christi verankert
Am Ende dieser Zusammenkunft bete ich darum, dass sich jeder von Ihnen stets bemühen wird, in den Grundsätzen der Lehre und den Verordnungen des Evangeliums verankert zu bleiben. Räumen Sie dem Herrn immer genügend Zeit ein, damit Ihr Zeugnis sich nicht in den falschen Lehren der Welt verliert. Hören Sie auf die führenden Brüder. Wir bemühen uns nach bestem Wissen, Sie die Wahrheit zu lehren und Sie dazu anzuhalten, sich dem zu verschreiben, was Ihnen Ihre Sicherheit und Freiheit bewahrt. Tun Sie jeden Tag das Richtige aus den richtigen Beweggründen, und es wird Ihnen gut gehen.
Bereiten Sie sich in jeder erdenklichen Weise vor, damit Sie bereit sind, wenn der Herr Ihren Dienst in der Kirche braucht. Wenn Sie hinaus in die Welt gehen, werden Sie weiterhin geprüft werden. Das ist einer der Gründe, weshalb Sie leben. Wir sind hierhergesandt worden, um daraufhin geprüft zu werden, wie pflichtbewusst und ernsthaft wir wirklich sind. Es ist ein spannender Gedanke, dass wir uns, wenn wir dem Beispiel des Herrn Jesus Christus folgen, emporschwingen und groß gemacht werden können.
Ich mag ein Gedicht, das für jeden von uns passt. Es heißt „Die Eiche“ und stammt von Johnny J. Ryder Jr.
Bei Tag und Nacht zerrten die Winde
an einer Eiche Blätterdach.
Auch schonten sie nicht Stamm noch Rinde,
bis kahl sie dastand, matt und schwach.
Die Eiche aber sperrte sich,
während die andern Bäume fielen.
Der Wind ließ ab, auf sie zu zielen,
und fragte: „Was hält, Eiche, dich?“
„Ich weiß“, begann sie da zu sprechen,
„du kannst mir jeden Zweig zerbrechen,
das letzte Blatt vom Leib mir wehn,
mich schütteln, dass ich mag vergehn.
Doch hab ich Wurzeln in der Erde,
die mir von klein auf Kraft gegeben.
Dass niemand meiner habhaft werde,
verleihn sie aus dem Grund mir Leben.
Bis heute konnt mir niemand sagen,
wie viel ich möchte wohl ertragen.
Doch du hast mir bewusst gemacht:
Ich bin viel stärker als gedacht.
Meine lieben jungen Brüder und Schwestern, seien Sie fest wie die Eiche. Erkennen Sie, wie stark Sie sind. Verwurzeln Sie Ihren Glauben und Ihr Vertrauen auf Gott und Christus tief im Boden des Evangeliums. Seien Sie stets der unechten Fliegen gewahr, die uns Luzifer, der falsche Menschenfischer, anbietet. Mögen wir weise und geistig wach sein, damit wir seine vielen gefährlichen Angebote erkennen und ausschlagen. Leben Sie jeden Tag die Lehre Christi, die einfachen Grundsätze des Evangeliums: Glauben Sie an den Herrn Jesus Christus, kehren Sie um, ehren Sie Ihren Taufbund, leben Sie würdig, dass der Heilige Geist bei Ihnen sein kann, und harren Sie aus bis ans Ende. Tun Sie dies Tag für Tag, und der Geist des Herrn wird bei Ihnen sein und Sie sicher auf dem Pfad halten, der zum ewigen Leben führt.
Zeugnis
Ich lege vor Ihnen Zeugnis ab. Ich möchte Ihnen sagen, dass Sie uns sehr am Herzen liegen. Sie tragen die Zukunft dieser Kirche auf den Schultern. Sie haben eine große Bestimmung. Ich bete von ganzem Herzen darum, dass Sie heute alles tun, was nötig ist, falls Sie in Ihrer Lebensweise die eine oder andere Kurskorrektur vornehmen müssen. Ich bezeuge Ihnen ausdrücklich, dass Jesus der Messias ist. Er lebt! Dies ist seine Kirche. Wir stehen in seinem Auftrag. Wir sind sein Bundesvolk. Das weiß ich. Ich gebe dieses Zeugnis und bitte nun den Herrn, Sie zu segnen. Ich rufe diesen Segen in seinem heiligen Namen auf Sie herab: Mögen Sie Frieden, Freude und die tröstliche Gewissheit im Herzen finden, dass Sie Ihr Allerbestes geben, um seines heiligen Namens würdig zu sein. Mögen Sie jetzt und alle Tage Ihres Lebens derart gesegnet sein – darum bete ich demütig, ich gebe Ihnen Zeugnis und ich segne Sie im Namen Jesu Christi. Amen.
© 2010 Intellectual Reserve, Inc. Alle Rechte vorbehalten. Genehmigung: Englisch 10/09, Übersetzung 10/09. Das Original trägt den Titel: Follow the Doctrine and Gospel of Christ. German. PD50021042 150
^ Zurück zum Seitenanfang