Elder Richard G. Scott, “Frieden und Glück finden”
CES-Fireside für junge Erwachsene • 12. September 2010 • Brigham-Young-Universität
Ich habe gebeterfüllt eine Botschaft vorbereitet, die Ihnen in einer unruhigen Welt Frieden und Glück bringen soll. Ich weiß, dass die Wahrheiten, die ich vermitteln möchte, Lösungen bieten, denn meine liebe Frau Jeanene und ich haben selbst erfahren, wie wertvoll sie sind.
Damit Sie aus unserer gemeinsamen Zeit den größtmöglichen Nutzen ziehen, schlage ich vor, dass Sie sorgsam alle Eindrücke aufschreiben, die Sie erhalten. Das sind Botschaften vom Herrn, die er durch den Heiligen Geist an Sie persönlich sendet, um Sie zu führen.
Die heiligen Handlungen des Tempels stärken die Familie und das Zuhause
Zwei unverzichtbare Säulen, auf denen Gottes Plan des Glücklichseins ruht, sind die Familie und das Zuhause. Ihr hoher Stellenwert wird daran deutlich, dass der Satan sich unerbittlich bemüht, die Familie zu zerstören und die Bedeutung der heiligen Handlungen des Tempels zu untergraben, die eine Familie für die Ewigkeit aneinander binden. Er versucht ständig, Menschen dazu zu bringen, sich auf außereheliche Geschlechtsbeziehungen einzulassen und so die heilige intime Liebe zwischen Ehemann und Ehefrau, durch die Kinder auf die Welt kommen, zu besudeln.
Vor 57 Jahren – am 16. Juli 1953 – knieten meine liebe Jeanene und ich als junges Paar an einem Altar im Manti-Utah-Tempel. Präsident Lewis R. Anderson übte die Siegelungsvollmacht aus und erklärte uns zu Mann und Frau – getraut für Zeit und alle Ewigkeit. Ich kann den Frieden und die innere Ruhe nicht beschreiben, die ich empfinde, weil ich weiß, dass ich, wenn ich weiterhin würdig lebe, mit meiner lieben Jeanene und unseren gehorsamen Kindern für immer zusammen sein kann, weil diese heilige Handlung mit der rechten Priestertumsvollmacht im Haus des Herrn vollzogen wurde.
Unsere sieben Kinder sind dank der heiligen Handlungen des Tempels an uns gebunden. Meine liebe Frau Jeanene und zwei unserer Kinder sind bereits jenseits des Schleiers. Dies ist ein starker Antrieb für jedes verbliebene Mitglied unserer Familie, so zu leben, dass wir gemeinsam all die ewigen Segnungen empfangen können, die im Tempel verheißen werden.
Die Siegelung im Tempel gewinnt an Bedeutung, wenn Sie im Laufe des Lebens feststellen, wie schön es ist, dass Sie, Ihr Ehepartner und Ihre Kinder unterschiedliche Eigenschaften besitzen. Sie können einander Ihre Liebe erweisen und Dankbarkeit dafür zeigen, dass Sie das Glück haben, zusammen zu sein. Sie können einander immer näherkommen und größere Erfüllung im Erdenleben finden.
Als meine Frau unser drittes Kind erwartete, war unser zweites Kind sehr krank. Jeanene hatte es bei den fluoroskopischen Untersuchungen immer auf dem Schoß. Sie war hoher Strahlenbelastung ausgesetzt und konnte daher keine Kinder mehr bekommen. Das Kind, mit dem sie schwanger war, starb vorzeitig. Doch diese Kinder gehören zu uns. Sie wurden im Bund geboren. Das sind die Segnungen der heiligen Handlungen des Tempels. Auch wenn die irdische Prüfungszeit unterschiedlich lang ausfällt, gehören diejenigen, die durch das heilige Priestertum und die heiligen Handlungen des Tempels an uns gesiegelt wurden, für immer zu uns.
Ich weiß, dass ich aufgrund der ewig gültigen heiligen Handlungen, die im Manti-Tempel vollzogen wurden, einmal mit meiner schönen Frau, die ich von ganzem Herzen liebe, zusammen sein kann, ebenso mit den Kindern, die mit ihr auf der anderen Seite des Schleiers sind. Was für ein Segen ist es doch, die Siegelungsvollmacht wieder auf Erden zu haben, die nicht nur für dieses Leben gilt, sondern in die Ewigkeit reicht. Ich bin dankbar, dass der Herr das Evangelium in seiner Fülle wiederhergestellt hat – mit den heiligen Handlungen, die wir benötigen, um in dieser Welt glücklich zu sein und dereinst im Jenseits für immer ein glückliches Leben zu führen.
Was mir sehr dabei hilft, mir die Segnungen, die wir dank des Tempels erlangen, vor Augen zu halten, ist, dass ich meine Frau mit jedem Tag mehr liebe. Mir ist bewusst, dass die Siegelung an meine Frau gewissermaßen für die Ewigkeit noch nicht gültig ist. Wir haben nach den Geboten gelebt. Wir haben die Segnungen der heiligen Handlungen des Tempels empfangen. Wir haben diese Gebote in Ehren gehalten, doch müssen wir beide jenseits des Schleiers für würdig befunden werden, damit die heiligen Handlungen durch den Heiligen Geist der Verheißung gesiegelt werden.
Mit dieser Bedingung, nämlich dass sie durch den Heiligen Geist der Verheißung gesiegelt werden müssen, gewährleisten der Vater im Himmel und der Heiland, dass niemand diese Segnungen unwürdig erlangt. Man kann vielleicht anderen Menschen etwas vormachen, indem man vorgibt, rechtschaffen zu sein, den Heiligen Geist jedoch kann man auf diese Weise nicht täuschen.
Gespräch mit einem jungverheirateten Ehepaar
Ich habe ein jungverheiratetes Ehepaar, Rebecca und Ben Marlowe, gebeten, mir zu assistieren, wenn ich nun versuche, Ihnen bei der Vorbereitung auf die ewige Ehe zu helfen.
Elder Scott: Ben Marlowe, du bist wirklich ein Glückpilz! Wie hast du das Herz eines Engels erobert?
Ben Marlowe: Ich weiß. Sie ist wunderschön.
Rebecca Marlowe: Eigentlich ist es genau umgekehrt.
Elder Scott: Sie ist nicht nur schön, sondern auch sehr intelligent.
Ben: Ja, das stimmt.
Elder Scott: Ich weiß, dass sich das für euch als großer Segen erweisen wird, wenn ihr weiterhin eure Pläne für die Zukunft schmiedet. Ich würde euch gern ein paar Fragen stellen, wenn ich darf. Rebecca, hast du durch die Siegelung an Ben all das Glück gefunden, das du dir erträumt hast?
Rebecca: Ja, all das Glück und noch mehr. Das liegt daran, dass wir jetzt, wo wir gesiegelt sind, alles gemeinsam tun können. Das hatte ich vor der Siegelung noch gar nicht so ganz begriffen. Dass wir jetzt alles gemeinsam machen und bewältigen können, ist etwas Wunderbares. Allein das Wissen, dass wir für immer zusammen sind, was auch kommen mag, ist ein wunderbarer Segen.
Elder Scott: Wie zeigt Ben dir, dass du ihm viel wert bist?
Rebecca: Ben achtet sehr auf Kleinigkeiten und das zeigt mir, wie viel ich ihm wert bin. Er macht nicht nur ab und zu irgendwas Großartiges, sondern zeigt mir immer wieder durch kleine Gesten, dass er dankbar ist für mich.
Elder Scott: Wie macht Rebecca dich glücklich?
Ben: Alles, was sie tut, macht mich glücklich.
Elder Scott: Männer, prägt euch diese Aussage ein, wenn ihr heiratet. Wirklich hervorragend. Trefft ihr alle wichtigen Entscheidungen gemeinsam? Wie geht ihr dabei vor?
Ben: Ja, das tun wir. Seit unserer Siegelung hatten wir schon oft Gelegenheit, zu besprechen, was für uns beide in absehbarer Zukunft ansteht. Manchmal sind wir nicht einer Meinung, aber das ist letztlich auch gut so, denn wir beide wissen, dass wir uns auf den Vater im Himmel verlassen können – und was das betrifft, sind wir immer einer Meinung.
Elder Scott: Wenn ihr also nicht einer Meinung seid, findet ihr gemeinsam eine Lösung, indem ihr zum Vater im Himmel betet.
Rebecca: Ganz genau.
Elder Scott: Das ist wirklich eine hervorragende Lebensregel. Wie entscheidet ihr, was in eurer Ehe am wichtigsten ist?
Rebecca: Wir profitieren davon – schon seit wir uns kennengelernt haben –, dass wir dieselben Prioritäten im Leben haben. Das hat uns in unserer Ehe sehr geholfen, weil wir an denselben Zielen arbeiten. Für uns beide kommen der Herr und das Evangelium an erster Stelle – das hat uns in der Ehe wirklich geholfen –, dann kommen der Ehepartner, unsere Familie und die Familie, die wir gegründet haben. Bei dieser Reihenfolge ergibt sich alles andere quasi wie von selbst.
Elder Scott: Man kann gar nichts falsch machen, wenn man durchs Gebet den Willen des Herrn in Erfahrung bringt und den Herrn dann um Hilfe bittet, dies umzusetzen. Das führt zu einem glücklichen, erfolgreichen, frohen Leben. Vielen Dank. Wart ihr in eurer Ehe schon einmal zu einem Punkt uneinig?
Ben: Ja, wie bereits gesagt, hatten wir schon die eine oder andere Gelegenheit, gemeinsam zu lernen und uns weiterzuentwickeln.
Rebecca: Natürlich ist man aufgrund der eigenen Herkunft und des eigenen Blickwinkels auch mal unterschiedlicher Meinung, aber letztlich kommt es darauf an, wie man dann vorgeht. Wie Ben schon gesagt hat, waren wir uns bei einer Meinungsverschiedenheit immer darin einig, dass wir den Herrn befragen wollten. So lösen wir alle Konflikte, die entstehen können.
Ben: Allerdings weiß ich nicht, wie man mit Rebecca einen Streit haben könnte.
Elder Scott: Aus ihm wird mal ein echter Diplomat. Lest ihr gemeinsam in den heiligen Schriften?
Ben: Ja. Es ist etwas ganz Besonderes, wenn wir jeden Morgen oder jeden Abend zu diesem Zweck zusammenkommen. Wir haben uns vor allem darum bemüht, uns nach dem eigenen Schriftstudium Fragen zu überlegen – vielleicht haben wir irgendetwas nicht verstanden. Diese Fragen besprechen wir dann gemeinsam. Sie lässt mich dann an ihrer Erkenntnis teilhaben. Sie ist ja in einer wunderbaren Familie aufgewachsen, die ihr viel Evangeliumskenntnis vermittelt hat. Meine Mission und meine Familie wiederum haben mir ebenfalls viel Evangeliumskenntnis vermittelt, aber auch Alltagswissen, das für jeden wichtig ist.
Elder Scott: Ihr beide profitiert davon, dass euch Eltern unterstützen, die euch lieben und eurer Lebensweise zustimmen. Das ist ein sehr großer Segen.
Wenn meine Frau und ich die Schriften gelesen haben, hat jeder für sich gelesen und dann haben wir darüber gesprochen. Wir haben die Abschnitte nicht unbedingt gemeinsam gelesen. Geht ihr auch so vor und findet das nützlich oder wie macht ihr das?
Rebecca: Wir pflegen beide unser eigenes Schriftstudium. Manchmal kommen wir dann zusammen und besprechen Fragen, die aufgekommen sind, wie Ben berichtet hat. Ich habe immer mehr Fragen als er, aber ab und zu denken wir auch darüber nach, was uns gerade so beschäftigt und welche Entscheidungen anstehen oder Herausforderungen wir bewältigen, und dann beziehen wir unser Schriftstudium darauf, damit wir in den Schriften Antworten auf unsere Fragen finden.
Elder Scott: Habt ihr einen Rat für die jungen Leute, die heute zuhören – ob alleinstehend oder verheiratet –, wie ihr gemeinsam in der Ehe Glück gefunden habt?
Ben: Am besten gefällt mir, dass ich so viel Zeit mit Rebecca verbringen kann. Wir schieben auch die Arbeit und Uni manchmal beiseite, damit wir Zeit für uns haben und reden können, uns austauschen können. So verlieben wir uns immer wieder ineinander.
Elder Scott: Gibt es einen bestimmten Abend in der Woche, an dem ihr ausgeht und etwas unternehmt?
Rebecca: Ja, Freitagabend. Er arbeitet samstagabends in der Missionarsschule – wahrscheinlich lassen sie die Verheirateten am Wochenende arbeiten, damit die Alleinstehenden Zeit für Verabredungen haben. Freitagabend gehen wir also immer aus.
Elder Scott: Da habt ihr sicher viel Spaß. Was macht ihr denn so, wenn ihr miteinander ausgeht?
Ben: Wir gehen oft ins Kino, das machen wir besonders gern. Wir sitzen da, schauen den Film und blenden einfach alles aus, was uns derzeit plagt oder stresst, und wir genießen einfach diese Zeit, wo wir zusammen sind.
Elder Scott: Für ein Ehepaar klingt das nach einer guten Sache, aber ich halte es für töricht, wenn das zwei machen, die einander kennenlernen wollen. Wenn einer von euch Jungen eine Frau besser kennenlernen möchte, dann geht mit ihr bitte um Himmels willen nicht ins Kino! Wenn ihr mit einem Engel verheiratet seid, kann ich natürlich verstehen, warum ihr das macht.
Rebecca: Das sehe ich genauso.
Elder Scott: Unternehmt etwas Interessantes. Überlegt euch etwas, was den Abend spannend macht. Aber folgt nicht meinem Beispiel. Bei einer Verabredung mit meiner Frau habe ich ein Polizeiauto auf der falschen Seite überholt. Sie haben uns aufs Revier mitgenommen. Könnt ihr euch vorstellen, dass ihr eine junge Frau beeindruckt, wenn ihr euch auf dem Polizeirevier wiederfindet?
Rebecca: Immerhin aufregender als ein Kinofilm!
Elder Scott: Ja, so ist Rebecca: Sie sieht in allem etwas Positives und schafft es, dass man sich über das Leben freut. Habt ihr vor, eigene Kinder zu bekommen?
Rebecca: Ja, natürlich. Wir machen uns da auch ständig Gedanken darüber, denn wir wissen ja, dass es ein Gebot des himmlischen Vaters ist. Wir selbst sind in einer wunderbaren Familie großgeworden und wissen, warum das im Evangelium so wichtig ist. Darum wünschen wir uns das auch.
Elder Scott: Entscheidet ihr selbst, wie viele Kinder ihr bekommen werdet, oder überlasst ihr die Entscheidung dem Herrn?
Ben: Sie hat eine Zahl im Kopf. Ich überlasse die Entscheidung dem Herrn.
Rebecca: Wir lassen den Herrn entscheiden.
Elder Scott: Ich möchte euch beiden danken, dass ihr so nett wart und mir heute geholfen habt. Das war einfach schön. Es tut immer gut, mit euch zusammen zu sein. Weißt du, Ben, als Rebecca, dieser Engel, vor einigen Jahren noch ein Kind war und meine Frau verstarb, wusste sie, dass ich dringend etwas Aufmunterung brauchte. Sie rief mich an und ich hörte die Worte, die mir wirklich tief ins Herz gingen: „Hallo Elder Scott, hier ist Rebecca.“ Seit damals ist es für mich eine große Freude, dich zu kennen, und jetzt zu sehen, dass ihr so glücklich verheiratet seid.
Ben: Wir sind wirklich sehr glücklich.
Elder Scott: Möchtet ihr noch irgendetwas sagen? Immerhin hört euch die ganze Welt zu. Habt ihr noch einen Vorschlag?
Rebecca: Was Ben wirklich sehr gut macht und worüber ich mich in der Ehe sehr freue, sind die vielen kleinen Aufmerksamkeiten, die wirklich dazu beitragen, die Beziehung zu vertiefen. Auch die geistige Ebene hilft – das tägliche Schriftstudium, das gemeinsame und persönliche Gebet, gemeinsame Tempelbesuche und all das. Bens Mission ist ein großer Segen für uns, denn er hat sich diese Gewohnheiten auf Mission angeeignet und hat sie in unsere Ehe eingebracht und sie dadurch verbessert.
Elder Scott: Danke sehr.
Ben: Ich habe nur einen Tipp: Sagt ihr jeden Tag, dass ihr sie liebt. Das habe ich seit der Heirat stets getan und das hat einen positiven Einfluss. Sprecht es nicht nur aus, sondern meint es auch wirklich so.
Elder Scott: Vielen, vielen Dank euch beiden.
Konzentrieren Sie sich darauf, die Beziehungen in der Familie aufzubauen
Zu einer Zeit, in der ich beruflich sehr viel unterwegs war, lernte ich etwas Wichtiges von meiner Frau. Ich war fast zwei Wochen unterwegs gewesen und kam an einem Samstagmorgen nach Hause. Ich hatte vier Stunden Zeit, bevor ich zu einer Versammlung musste. Ich bemerkte, dass unsere kleine Waschmaschine kaputtgegangen war und meine Frau die Kleidung von Hand wusch. Da ich eine technische Ausbildung hatte, machte ich mich daran, die Maschine zu reparieren.
Jeanene kam zu mir und fragte: „Rich, was machst du denn da?“
Ich erwiderte: „Ich repariere die Waschmaschine, damit du nicht alles von Hand waschen musst.“
Sie meinte: „Nein, spiel lieber mit den Kindern.“
Ich sagte: „Ich kann jederzeit mit ihnen spielen. Jetzt möchte ich dir helfen.“
Sie sagte: „Richard, bitte spiel mit den Kindern.“
Sie brachte das sehr entschieden vor, und so gab ich nach und gehorchte.
Meine Kinder und ich hatten unglaublich viel Spaß. Wir spielten Fangen und tollten im Herbstlaub herum. Später besuchte ich die Versammlung. Vermutlich hätte ich das Ganze vergessen, wenn es nicht darum gegangen wäre, dass meine Frau mir etwas beibringen wollte.
Am nächsten Morgen wurde ich um 4 Uhr früh geweckt, als sich zwei kleine Arme um meinen Hals schlangen und mir jemand einen Kuss auf die Wange gab und etwas zuflüsterte, was ich niemals vergessen werde: „Papa, ich hab dich lieb. Du bist mein allerbester Freund.“
Haben Sie auch solche Momente mit Ihren Kindern? Falls nicht, verpassen Sie eine der himmlischsten Freuden im Leben. Wenn Sie noch nicht verheiratet sind, können Sie schon jetzt den Entschluss fassen, dass – sobald Sie Eltern sind – das Glück Ihrer Kinder in Ihrem Leben eine sehr wichtige Rolle spielt.
Gehorsam berechtigt uns, vom Herrn geführt zu werden
Wenn Sie nach den Geboten Jesu Christi leben, sind Sie berechtigt, von ihm geführt zu werden. Darum werden Sie sich von allem, was es in Ihrem Umfeld an Üblem gibt, fernhalten. Sie können sich einen Partner für die Ewigkeit wählen, mit dem Sie ein herrliches Leben haben werden, sofern Sie beide Glauben an den Herrn und seine Macht ausüben und würdig bleiben, während Sie umeinander werben.
Wie bescheiden Ihr Zuhause auch sein mag und wenn Sie dort auch nur vorübergehend wohnen: Machen Sie es zum Inbegriff einer reinen, von Rechtschaffenheit geprägten Umgebung, wo der Geist verweilen kann. Machen Sie es zu einer Oase des Friedens, frei von Streit und Zwietracht. Diesen Rat gebe ich sowohl den Verheirateten als auch den Alleinstehenden. Wenn Sie heute anfangen und in Ihrem Zuhause eine Atmosphäre schaffen, wo der Geist wohnen kann, ist es wahrscheinlicher, dass Ihnen das auch gelingt, wenn Sie eine eigene Familie haben.
Junge Männer, verschwenden Sie Ihre Zeit nicht mit Müßiggang. Erfüllen Sie würdig eine Mission. Machen Sie es danach zu Ihrer obersten Priorität, eine würdige Partnerin für die Ewigkeit zu finden. Nehmen Sie Ihr Leben in die Hand und arbeiten Sie daran. Lassen Sie sich nicht einfach durch diesen Lebensabschnitt treiben. Er vergeht viel zu schnell. Wenn Sie merken, dass Sie sich sehr für eine junge Frau interessieren, zeigen Sie ihr, dass Sie jemand Besonderes sind und sie es sicher interessant fände, Sie näher kennenzulernen. Unternehmen Sie etwas mit ihr, was wirklich sinnvoll ist. Legen Sie etwas Einfallsreichtum an den Tag. Natürlich können Sie mal ins Kino gehen, wenn Sie verheiratet sind, aber es ist doch dumm, das schon vorher zu tun. Lernen Sie einander kennen. Wenn Sie eine tolle Frau haben wollen, dann müssen Sie sich für sie attraktiv machen.
Wenn Sie jemanden gefunden haben, vertiefen Sie die Gefühle, die Sie füreinander hegen, auf rechtschaffene Weise. Ihre Beziehung und Ehe kann außergewöhnlich schön sein, und Sie werden ewig gesehen sehr glücklich, wenn Sie würdig bleiben, innerhalb der Grenzen, die der Herr gesetzt hat.
Wie können zwei Verliebte es vermeiden, die Grenze zu überschreiten und der Versuchung nachzugeben? Definieren wir zunächst einmal Liebe: Einander auf rechtschaffene Weise zu lieben, heißt, dass man einander schützt, erbaut, gemeinsam rein und makellos bleibt und sich zum Wohle des anderen aufopfert. Liebe heißt, sich die heiligen intimen Erfahrungen für die Ehe aufzusparen, die heilig ist. Wenn diese Erfahrungen in der Ehe gemacht werden, wo sie angebracht sind, binden sie Mann und Frau aneinander und machen sie stark für die noch kommenden elterlichen Pflichten. Durch diesen heiligen Vorgang entsteht der physische Körper für die Geistkinder, die der Vater im Himmel einer Mutter und einem Vater anvertraut. In diesem heiligen Rahmen ist angemessene Intimität schön und gewollt. Wenn Sie diese Aspekte berücksichtigen, wird es Ihnen wichtig sein, in Ihrer Beziehung vor der Ehe rein und makellos zu bleiben.
Rat an Ehepaare
Nun möchte ich zu denjenigen sprechen, die bereits ihren Partner für die Ewigkeit gefunden haben. Ich bitte alle, die noch nicht verheiratet sind, gut zuzuhören, damit Sie, wenn die Zeit kommt, die bestmögliche Ehe führen können.
In der Proklamation zur Familie heißt es, dass Mann und Frau gleichwertige Partner sein sollen (siehe „Die Familie – eine Proklamation an die Welt“, Artikel-Nr. 35538 150). Viele Eheleute stehen einander als gleichwertige Partner zur Seite – zum eigenen Nutzen und zum Wohle ihrer Kinder. Bei vielen ist das jedoch nicht der Fall. Ich empfehle jedem, der mit seinem Ehepartner nur ungern eine Partnerschaft entwickeln möchte, in der beide gleiche Rechte haben, auf den inspirierten Rat des Herrn zu hören und ihn umzusetzen. Aus einer Partnerschaft, in der beide Partner gleich viel wert sind, zieht man den größten Nutzen, wenn Mann und Frau bei wichtigen Entscheidungen, die sie selbst oder die Familie betreffen, den Willen des Herrn beherzigen, wie Ben und Rebecca das tun.
Wenn Sie verheiratet sind: Sind Sie Ihrem Ehepartner sowohl in Gedanken als auch körperlich treu? Sind Sie Ihrem Ehebund treu, indem Sie niemals mit einem anderen Menschen eine Unterhaltung führen, die Ihr Ehepartner lieber nicht mitanhören sollte? Sind Sie freundlich zu Ihrem Ehepartner und zu den Kindern, und unterstützen Sie sie?
Brüder, helfen Sie Ihrer Frau, indem Sie Arbeiten im Haushalt übernehmen? Übernehmen Sie die Führung bei Familienaktivitäten wie dem Schriftstudium, dem Familiengebet und dem Familienabend, oder muss Ihre Frau die Lücke füllen, die Ihr Mangel an Aufmerksamkeit zu Hause reißt? Sagen Sie Ihrer Frau häufig, wie sehr Sie sie lieben?
Danken Sie Ihrem Ehepartner für alles, was er für Sie tut. Bringen Sie Ihre Liebe und Dankbarkeit oft zum Ausdruck. Das Leben wird dadurch erfüllter, schöner und bedeutungsvoller. Viele Frauen hören selten ein Lob und erhalten keinen Dank für das enorme Pensum, das sie bewältigen. Das ist höchst bedauerlich. Wenn Sie als Ehemann spüren, dass Ihre Frau eine Aufmunterung braucht, nehmen Sie sie doch in die Arme und sagen Sie ihr, wie sehr Sie sie lieben. Mögen wir mit unserem Ehepartner, der unser Leben so bereichert, stets liebevoll umgehen und für ihn dankbar sein.
Seien Sie sich als Ehemann auch darüber im Klaren, was Sie möglicherweise unbewusst dadurch vermitteln, wie Sie Ihre Frau in der Öffentlichkeit behandeln. Wenn ich am Ende einer Versammlung Mitgliedern die Hand reiche, bemerke ich mitunter, dass ein Mann sich vor seiner Frau in die Warteschlange eingereiht hat. Das ist nicht nur ungehörig, sondern schlicht dumm. Dadurch wird die Frau erniedrigt. Einfache Gesten wie das Aufhalten der Autotür oder der Zimmertür zeigen einer Frau, dass Sie ihr die Achtung erweisen möchten, die sie verdient.
Arbeiten Sie als Mann und Frau gemeinsam daran, auf die Stärken des anderen aufzubauen. Hören Sie einander zu und helfen Sie einander. Ich habe gesehen, wie Männer den Rat ihrer Frau missachtet haben, die vermutlich lange mit sich gerungen hatte, um im richtigen Moment etwas anzusprechen, was ihr Mann ändern musste. Tun Sie das nicht.
Ich möchte das anhand eines Beispiels verdeutlichen. Als wir jungverheiratet waren, wartete Jeanene den richtigen Augenblick ab und sprach mich auf etwas an, was ihr sicher schon aufgefallen war, als wir uns kennengelernt hatten. Sie sagte: „Rich, wenn du mit jemandem sprichst, schau ihm in die Augen. Du blickst immer an die Decke, an die Wände und auf den Boden, aber nie siehst du jemandem in die Augen.“ Dieser Ratschlag änderte mein Leben von Grund auf. Meine Frau liebte mich so sehr, dass sie mir sagte, was ich hören musste.
Ich habe von meiner Frau gelernt, wie wichtig es ist, sich gegenseitig kleine Notizen zu schreiben. Zu Beginn unserer Ehe schlug ich manchmal die heiligen Schriften auf, wenn ich eine Ansprache hielt, und entdeckte zwischen den Seiten einen Zettel mit zärtlichen, aufmunternden Worten. Manchmal waren sie so liebevoll, dass es mir schwerfiel, weiterzusprechen. Diese tröstlichen Worte von einer Frau, die mich liebt, waren und sind ein kostbarer Schatz.
Ich gewöhnte mir an, auch ihr Notizen zu schreiben, ohne zu ahnen, wie viel ihr das wirklich bedeutete. Nachdem sie verstorben war, entdeckte ich in ihren persönlichen Sachen, wie dankbar sie für diese einfachen Notizen war, die wir uns geschrieben hatten. Ich stellte fest, dass sie die Notizen nicht nur aufbewahrt, sondern sie sogar durch Plastikhüllen geschützt hatte, als wären es kostbare Schätze. Nur eine Notiz hatte sie nicht bei den anderen aufbewahrt. Sie steckt noch immer hinter der Glasoberfläche unserer Küchenuhr. Dort steht: „Jeanene, es ist an der Zeit, dir zu sagen, dass ich dich liebe.“ Ich lasse sie dort, damit sie mich ständig an diese einzigartige Tochter des himmlischen Vaters erinnert.
Kurz bevor meine Frau ihrer Krankheit erlag, suchte ich nach Schriftstellen, die sie erbauen und ihr helfen sollten. Überall im Haus verteilte ich Kopien davon. Ich stellte fest, dass sie jeden dieser Zettel sorgsam aufbewahrt hatte, als wäre er unschätzbar viel wert. Ebenso habe auch ich die kostbaren Notizen aufgehoben, die ich von ihr erhalten habe.
Wenn ich an unser gemeinsames Leben zurückdenke, wird mir bewusst, wie gesegnet wir waren. Wir hatten in der Familie nie einen Streit. Es sind nie unfreundliche Worte zwischen uns gefallen. Nun ist mir klar, dass wir das ihr zu verdanken hatten. Das war so, weil sie bereit war, zu vergeben, von sich zu geben und nie an sich selbst zu denken. Später in unserer Ehe versuchte ich, ihrem Beispiel nachzueifern. Ich lege Ihnen ans Herz, als Ehemann und Ehefrau dasselbe zu tun, und, wenn Sie noch alleinstehend sind, nehmen Sie sich vor, dies mit Ihrem Ehepartner zu tun, wenn Sie heiraten.
Wahre Liebe schenkt Glück
Ich möchte nun über etwas sehr Heiliges sprechen. Als der Vater im Himmel uns erschuf, stattete er unseren Körper so aus, dass darin starke Gefühle hervorgerufen werden können. Wenn diese Gefühle innerhalb des Ehebundes so zum Ausdruck gebracht werden, wie es von Mann und Frau und dem Herrn erwünscht ist, können dadurch Kinder zur Erde kommen. Dieser heilige Ausdruck der Liebe ist ein wesentlicher Bestandteil des Ehebundes. In der Ehe sollen diese Gefühle genutzt werden, damit die Eheleute einander näherkommen und eins werden, indem sie diese Gefühle in schöner und angemessener Weise zum Ausdruck bringen. Es gibt Zeiten im Leben Ihrer Frau, Brüder, in denen Sie diese Gefühle zügeln müssen. Es gibt Zeiten, in denen Sie sie ganz zum Ausdruck bringen müssen. Nehmen Sie stets Rücksicht auf die Gefühle Ihrer Frau. Lassen Sie sich vom Herrn so führen, dass Ihre Ehe bereichert wird.
Es gibt Männer und leider auch einige Frauen, die damit herumexperimentieren, diese Gefühle durch Einflüsse außerhalb des Ehebundes zu stimulieren. Es gibt einen großen Unterschied zwischen Liebe und Lüsternheit. Reine Liebe macht glücklich und erzeugt Vertrauen. Sie ist die Grundlage ewiger Freude. Lüsternheit zerstört das, was bereichernd und schön ist. Ein Ehepartner darf nichts im Verborgenen tun, was vor dem anderen geheim gehalten wird. Wenn sich das zur Lebensregel macht, genießt man große geistige Sicherheit. Wenn Sie auf Reisen sind, nehmen Sie ein Foto Ihrer Frau mit. Legen Sie es dorthin, wo Sie es sehen, damit Sie ständig daran erinnert werden, dass sie Sie liebt und Ihnen vertraut. So werden Sie nicht versucht sein, Ihren Sinn zu verunreinigen oder Ihre Bündnisse zu entehren.
Reine Liebe ist eine unvergleichliche, höchst wirksame Macht zum Guten. Rechtschaffene Liebe bildet die Grundlage einer guten Ehe. Sie bereitet den Weg dafür, dass die Kinder zufrieden sind und sich gut entwickeln. Wer könnte je richtig ermessen, welch guten Einfluss die Liebe einer Mutter hat? Welche bleibenden Früchte entstehen aus dem Samen der Wahrheit, den Sie als Mutter sorgsam in den fruchtbaren Boden des Sinnes und Herzens Ihres Kindes pflanzen und liebevoll nähren? Als Mutter haben Sie göttliche Instinkte mitbekommen, dank derer Sie die besonderen Talente und einzigartigen Fähigkeiten Ihres Kindes erkennen können. Gemeinsam mit Ihrem Mann können Sie diese Eigenschaften fördern, stärken und zum Erblühen bringen.
Brüder, wenn Sie verheiratet sind, sagen Sie Ihrer Frau immer wieder, wie sehr Sie sie lieben. Das wird sie sehr glücklich machen. Manchmal erklärt mir ein Mann, wenn ich das sage: „Ach, das weiß sie doch.“ Sie müssen es ihr aber sagen! Eine Frau braucht diese stete Zusicherung. Dies hilft ihr sehr. Sie blüht auf und entwickelt sich. Enthalten Sie ihr diesen natürlichen Ausdruck Ihrer Liebe nicht vor. Es funktioniert noch viel besser, wenn Sie sie fest umarmen und es ihr dabei sagen. Auch die Söhne müssen ihrer Mutter sagen, wie sehr sie sie lieben. Sie wird sich sehr darüber freuen.
Seien wir dem Vater im Himmel dankbar für seine kostbaren Töchter. Helfen wir ihnen, so gut wir nur können. Bestärken wir jede Frau, die den eigenen Wert in Frage stellt, sich an den Vater im Himmel und seinen verherrlichten Sohn zu wenden und eine göttliche Bestätigung zu erhalten, dass sie von unermesslichem Wert ist. Ich bezeuge: Wenn jede Frau sich durch Glauben und Gehorsam um diese Gewissheit bemüht, wird der Heiland sie ihr durch den Heiligen Geist immer wieder schenken. Durch diese Führung findet sie Erfüllung, Frieden und große Freude, indem sie ihre göttliche, heilige Aufgabe als Frau groß macht.
Die Segnungen der Ehe
Die Ehe ist wundervoll. Ich bedaure jeden, der sich noch nicht dazu entschlossen hat oder noch nicht die Gelegenheit dazu hatte. Man lernt einander sehr gut kennen. Mit der Zeit fängt man an, ähnlich zu denken und gleiche Ideen und Eindrücke zu haben. In manchen Zeiten ist man außerordentlich glücklich, in anderen wird man geprüft und leidet, aber der Herr führt Sie gemeinsam durch diese Erfahrungen, dank derer Sie sich weiterentwickeln. Ich erinnere mich an ein Erlebnis, als unser kleiner Sohn sehr krank war. Er lag im Krankenhaus und verstarb schließlich. Als meine Frau und ich vom Krankenhaus heimfuhren, hielten wir am Straßenrand an. Ich hielt meine Frau in den Armen und wir beide weinten, aber wir erkannten, dass er jenseits des Schleiers zu uns gehörte, weil wir die Bündnisse im Tempel geschlossen hatten. Das machte es uns um einiges leichter.
Ich habe aus Jeanenes Güte viel Wertvolles gelernt. Ich war unreif – sie hingegen war sehr diszipliniert, reif und sehr geistig eingestellt.
Es lohnt sich, verheiratet zu sein. Eines Nachts wachte unser kleiner Sohn, der herzkrank war, auf. Wir beide hörten es. Normalerweise stand meine Frau immer auf, wenn eines unserer Kinder weinte. Doch diesmal sagte ich: „Ich kümmere mich um ihn.“
Aufgrund seiner Krankheit schlug sein Herz viel zu schnell, wenn er zu weinen anfing. Er erbrach dann alles, was er gegessen hatte, und machte das Bettzeug schmutzig. Mir war klar, dass das auch diesmal geschehen war. Also nahm ich ihn fest in die Arme, damit sein Herz ruhiger schlug und er zu weinen aufhörte. Dann zog ich ihm frische Kleidung an und bezog sein Bett neu. Ich hielt ihn im Arm, bis er einschlief. Damals wusste ich nicht, dass er nur wenige Monate später von uns gehen würde. Ich werde nie vergessen, wie ich ihn in den Armen hielt.
Manche Ehepaare sind körperlich nicht imstande, Kinder zu bekommen, obwohl sie sich sehnlichst welche wünschen, um eine Familie zu gründen. Ich kann bezeugen, dass der Herr solche Eltern zu Geistern führen kann, die er über eine Adoption in ihre Familie senden möchte. Wenn diese Kinder dann im Tempel durch die Priestertumsvollmacht gesiegelt werden, sind sie in jeder Hinsicht so wie Kinder, die dem Ehepaar im Bund geboren werden.
Durch die Ehe können Sie herausfinden, wer Sie wirklich sind. Sie ist der ideale Rahmen, um jede Neigung zu Selbstsucht oder Egoismus zu überwinden. Einer der Gründe, warum man Ihnen ans Herz legt, früh zu heiraten, ist, dass Sie so keine schlechten Eigenschaften entwickeln, die sich dann nur schwer ändern lassen.
Lob für meine Frau Jeanene
Ich bin dankbar, dass der Vater im Himmel die Frauen einfühlsamer gemacht hat und sie besser ihre Liebe zeigen, Geduld aufbringen und ruhig und vernünftig bleiben können. Für Frauen ist der Unterschied zwischen Recht und Unrecht so klar wie schwarz und weiß. Viele von uns Männern entdecken hingegen immer viele Grauzonen. Wir hatten in der Familie nie Streitigkeiten, aber das lag daran, dass meine Frau so einfühlsam war und alles immer im rechten Gleichgewicht hielt.
Meine liebe Ehefrau Jeanene hatte stets Freude am Leben, obwohl sie an einer schweren, unheilbaren Krankheit litt. Sie begriff den Plan des Glücklichseins, empfing die heiligen Handlungen des Tempels und gab ihr Bestes, um sich für die verheißenen Segnungen bereit zu machen. In ihrem Tagebuch steht: „Heute ist ein wunderschöner Herbsttag. Ich habe die Post geholt und mich auf die Hollywoodschaukel gesetzt. Ich war glücklich und fühlte mich wohl in der warmen Sonne; die Natur und Bäume dufteten herrlich. Ich setzte mich und jubelte innerlich, dass ich noch auf dieser schönen Erde leben darf. … Der Herr ist wirklich gut zu mir. Ich bin ihm so dankbar, dass ich noch lebe und es mir gut geht. Ich bin überglücklich und möchte jauchzen und durch dieses schöne Haus tanzen, während die Sonne durch die großen Fenster scheint. Ich liebe das Leben.“
Ich weiß, was es heißt, eine Tochter des himmlischen Vaters zu lieben, die mit Anmut und Hingabe gelebt und ihren Glanz als rechtschaffene Frau voll und ganz zur Geltung gebracht hat. Ich liebe meine Frau Jeanene über alles. Sie war immer fröhlich und glücklich, und oftmals gerade deshalb, weil sie anderen diente. Selbst als sie schwer krank wurde, bat sie den Vater im Himmel morgens im Gebet, dass er sie zu jemandem führen möge, dem sie helfen konnte. Dieses aufrichtige Gebet wurde immer wieder erhört. Sie erleichterte vielen die Last und machte ihnen das Leben schöner. Sie wurde unablässig dafür gesegnet, dass sie ein Werkzeug des Herrn war.
Verzeihen Sie mir, dass ich so viel von meiner lieben Frau Jeanene gesprochen habe. Aber wir sind eine ewige Familie. Sie ist bereits durch den Schleier gegangen, doch unsere Liebe und Dankbarkeit füreinander entwickeln und vertiefen sich weiter. Ich weiß, wenn ich sie einmal auf der anderen Seite des Schleiers wiedersehe, werden wir erkennen, dass wir einander noch mehr lieben. Wir werden noch dankbarer füreinander sein, nachdem wir solange durch den Schleier getrennt waren. Dank der Güte des Herrn sind wir einander nähergekommen.
Der Herr hält seine Verheißungen
Manche von Ihnen sind einsam und fühlen sich nicht geschätzt und können sich nicht vorstellen, dass es möglich sein soll, mit einer Ehe und Kindern und einer eigenen Familie gesegnet zu werden. Für den Herrn ist jedoch alles möglich, und er erfüllt die Verheißungen, die auszusprechen er seine Propheten inspiriert. Die Ewigkeit dauert lang. Vertrauen Sie auf diese Verheißungen und leben Sie so, dass Sie ihrer würdig sind, damit der Herr sie nach seinem Zeitplan für Sie verwirklichen kann. Gewiss werden Sie jede verheißene Segnung empfangen, derer Sie würdig sind. Ich bete darum, dass es auf dieser Seite des Schleiers geschehen wird.
Zum Abschluss möchte ich Ihnen einen ewig gültigen Grundsatz ans Herz legen, der Ihnen ein erfülltes, sinnvolles Leben garantiert, ob Sie nun alleinstehend sind oder verheiratet. Ich habe festgestellt, dass man das beste Leben führt, wenn man sich bemüht, den Willen des Herrn zu erfahren, so wie der Heilige Geist ihn kundtut. Er weiß, was für Sie am besten ist. Wenn Sie gehorsam sind und an ihn glauben, wird er Sie erkennen lassen, was er von Ihnen erwartet. Möge der Herr jeden von Ihnen inspirieren, führen und reichlich segnen. Im Namen Jesu Christi. Amen.
© 2010 Intellectual Reserve, Inc. Alle Rechte vorbehalten. Genehmigung: Englisch 10/09, Übersetzung 10/09. Das Original trägt den Titel: To Have Peace and Happiness. German. PD50021030 150
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