Wie wir die Tür zu den Segnungen Abrahams AUFSCHLIESSEN
Schwester Julie B. Beck
Präsidentin der Frauenhilfsvereinigung
CES-Fireside für junge Erwachsene • 2. März 2008 • Brigham-Young-Universität
Es ist etwas Besonderes, zu Ihnen zu sprechen. Sie sind ein königliches Geschlecht, vor der Grundlegung der Welt dazu auserwählt, in dieser Zeit hervorzukommen und ein wichtiges Werk zu vollbringen. Im Rahmen meiner kirchlichen Aufgaben bin ich schon vielen von Ihnen begegnet und war beeindruckt, wie klug und wie gut Sie sind. Ich sehe Sie förmlich vor mir, wie Sie überall auf der Welt zusammengekommen sind, von den Vereinigten Staaten, Mexiko, Brasilien und anderen Ländern in Südamerika bis zu den Philippinen, Japan, Korea und vielen Ländern in Europa. In der Dominikanischen Republik habe ich einmal erlebt, wie zu einer Versammlung ganze Wagenladungen mit jungen Leuten eingetroffen sind.
Im Buch Mormon erfahren wir, dass das gesamte Volk des Herrn eine hoffnungsvolle Zukunft vor sich hat, wenn die heranwachsende Generation – das sind Sie! – zum Evangelium Jesu Christi bekehrt ist und ihre Bündnisse hält. Wenn aber die heranwachsende Generation kein Zeugnis erlangt und ihre Aufgaben nicht übernimmt, dann verlieren die Älteren, die treu geblieben sind, den Mut (siehe Mosia 26:1-4; siehe auch 1 Nephi 8:23). Danke, dass Sie ein so gutes Leben führen und mir und vielen anderen eine so hoffnungsvolle Zukunft schenken!
Wir sind heute Abend vor allem deshalb hier, weil wir ein Zeugnis vom wiederhergestellten Evangelium Jesu Christi haben. Hätten wir dieses Zeugnis nicht, wäre es sinnlos, meine Ansprache überhaupt fortzusetzen. Ich weiß, dass Sie festen Glauben an den himmlischen Vater haben, an den Erlöser und an die Propheten der Letzten Tage, sonst hätten Sie sich nicht die Mühe gemacht, diese Versammlung zu besuchen. Wenn wir wissen, dass das wiederhergestellte Evangelium wahr ist, nehmen wir es voll und ganz an, nicht nur die Teile, die uns zusagen. Wir glauben an den Plan des himmlischen Vaters und an alles, was die Propheten und Apostel uns gelehrt haben. Ich weiß: Wenn Sie heute Abend mit offenem und gebeterfülltem Herzen zuhören, dann wird der Geist jedem von Ihnen etwas beibringen, was für Sie wichtig ist und was allein Sie betrifft.
Als ich nachgedacht und zum Herrn gebetet habe, um zu erfahren, was ich Ihnen heute Abend sagen soll, bin ich in Gedanken immer wieder auf meine 79 Nichten und Neffen gekommen. Ich habe sie begleitet und mit ihnen gesungen, und ich habe ihr Zeugnis gehört. Ich liebe sie alle sehr. Ich weiß, dass sie alle den Wunsch haben, die Welt vorteilhaft zu verändern und durch ihr Leben etwas zu erreichen. 22 meiner 79 Nichten und Neffen sind junge Erwachsene in Ihrem Alter. Elf von diesen 22 sind derzeit auf Mission oder haben eine Mission erfüllt, und weitere bereiten sich auf eine Mission vor. Manche bereiten sich auf die Ehe vor. Manche haben ihre Ausbildung abgeschlossen und suchen ihren Platz in der Welt. Alle haben sich weitergebildet oder sind gerade dabei, sich weiterzubilden.
Diese Nichten und Neffen haben einzigartige Gaben, und manche von ihnen haben auch Krankheiten und Unglücksfälle erlebt. Da ich weiß, dass meine Nichten und Neffen in vielerlei Hinsicht repräsentativ sind für Sie alle, habe ich bei der Vorbereitung meiner Botschaft an sie gedacht. Wenn ich an meine Nichten und Neffen denke, dann denke ich an Sie alle. Jeder von Ihnen war schon einmal in der gleichen Situation wie meine Nichten und Neffen, ist es gerade oder wird es einmal sein. Ich habe immer nach Inspiration gesucht, wie ich auf die eine oder andere ihrer Fragen eingehen konnte, und ich hoffe, damit auch Ihnen allen helfen zu können. Stellen Sie sich heute Abend einfach vor, Sie gehörten zu unserer Familie. Ich spreche zu Ihnen als Ihre Tante, die Sie liebt und sich um Sie sorgt.
Die Segnungen Abrahams
Auch der Prophet Abraham hat den Lebensabschnitt erlebt, in dem Sie sich gerade befinden. Darüber lesen wir in der Köstlichen Perle: „Im Land der Chaldäer, am Wohnsitz meiner Väter, sah ich, Abraham, dass es für mich nötig war, einen anderen Ort als Wohnsitz zu erlangen.“ (Abraham 1:1.) Für Abraham war es an der Zeit, auszuziehen und als Erwachsener sein eigenes Leben zu beginnen. Er sagte, er sei ein „Nachfolger der Rechtschaffenheit“, und wünschte sich, „mehr Erkenntnis zu besitzen und ein Vater vieler Nationen zu sein, ein Fürst des Friedens“ (Vers 2). Er wusste, dass er „mehr Glück und Frieden und Ruhe“ (Vers 2) erlangen konnte, als er im Moment hatte.
Abraham trachtete nach diesen Segnungen. Er wollte sie wirklich erlangen. Der Herr sagte Abraham:
„Und ich werde aus dir eine große Nation machen, und ich werde dich über die Maßen segnen und deinen Namen unter allen Nationen groß machen; und du wirst deinen Nachkommen nach dir ein Segen sein, dass sie in ihren Händen diesen geistlichen Dienst und dieses Priestertum zu allen Nationen tragen; und ich werde sie durch deinen Namen segnen; denn alle, die dieses Evangelium empfangen, werden nach deinem Namen genannt werden und werden deinen Nachkommen zugezählt werden und werden aufstehen und dich als ihren Vater preisen; und ich werde die segnen, die dich segnen, und die verfluchen, die dich verfluchen; und in dir … und in deinen Nachkommen … – denn ich gebe dir die Verheißung, dass dieses Recht in dir und in deinen Nachkommen nach dir verbleiben wird … – werden alle Familien der Erde gesegnet sein, ja, mit den Segnungen des Evangeliums, und das sind die Segnungen der Errettung, ja, des ewigen Lebens.“ (Abraham 2:9-11.)
Dieser Bund wurde durch Joseph Smith in Abschnitt 132 des Buches Lehre und Bündnisse noch einmal bekräftigt (siehe Vers 30-32). Die Segnungen, nämlich mehr Glück, Frieden und Ruhe, sind dieselben, die ein jeder von uns erlangt, wenn wir im heiligen Tempel Bündnisse schließen und eine ewige Familie gründen. Ihr Patriarchalischer Segen zeigt Ihnen Ihre Abstammung von Abraham auf.
Die Führer der Kirche sprechen zu den jungen alleinstehenden Erwachsenen oft darüber, dass sie nach den Segnungen trachten sollen, die nur erlangt werden können, wenn man eine ewige Familie gründet. Jeder von Ihnen weiß, dass Ihr künftiges Glück, Ihr ewiger Fortschritt und das Wachstum des Gottesreiches hier auf der Erde davon abhängen, dass Sie eine starke und glückliche ewige Familie aufbauen.
Die meisten von Ihnen haben, als treue Heilige der Letzten Tage der heranwachsenden Generation, ein Zeugnis davon, dass Sie heiraten und eine Familie gründen sollen. Sie wissen, dass Sie die Segnungen Abrahams nicht vollständig empfangen können, wenn Sie alleinstehend sind. Aber die meisten von Ihnen werden nicht morgen schon heiraten. Ja, die meisten von Ihnen haben noch keine Ahnung, wen sie einmal heiraten werden. Wenn wir also davon sprechen, dass Sie heiraten sollen, wecken wir vielleicht ein wenig das Gefühl, versagt zu haben, weil dieser wichtige Bestandteil Ihres ewigen Fortschritts derzeit nicht auf Ihrem Stundenplan steht.
Dabei muss ich an ein Erlebnis meines Mannes denken. Er spielte damals in der Basketballmannschaft seiner Schule. Die Spieler hatten sich gut vorbereitet und fuhren zur Sporthalle der gegnerischen Mannschaft. Sie waren körperlich und geistig bereit, ihren Gegner zu schlagen. In der Umkleidekabine feuerte der Trainer sie noch einmal an. Voller Energie und Selbstvertrauen rannten sie auf die Tür zu, die zum Spielfeld führte. Sie war abgeschlossen! Die Spieler prallten aufeinander und gegen die Tür und verloren in der Umkleidekabine alle Energie, bevor das Spiel überhaupt begonnen hatte.
Manchmal denke ich, dass Ihnen genau dasselbe widerfährt, wenn wir zu Ihnen über Ehe und Familie sprechen. Wir feuern Sie an, sich über Ihre Möglichkeiten zu freuen, aber in Wirklichkeit haben Sie vielleicht das Gefühl, gegen eine verschlossene Tür anzurennen. Sie müssen aber nicht Ihr Leben lang warten und zweifeln. Sie brauchen den Schwung und die Begeisterung nicht zu verlieren, die Sie jetzt haben und die auch der Herr braucht, um sein Reich aufrichten zu können.
Konzentrieren wir uns lieber auf das, was Sie jetzt tun können. Es kann der Schlüssel sein, mit dem Sie die Tür zu den Segnungen Abrahams aufschließen können. Ich möchte vier Punkte ansprechen: Dienen Sie Ihren Mitmenschen, lassen Sie andere am Evangelium teilhaben, wirken Sie bei der Tempelarbeit und der Genealogie mit und bereiten Sie sich auf Ihre Zukunft vor.
Wenn Sie das alles tun, ermöglichen Sie dem Heiligen Geist, Ihr Begleiter zu sein. Es führt dazu, dass Sie sich an den richtigen Orten aufhalten und zusammen mit den richtigen Menschen das Richtige tun, und es kennzeichnet Sie als Jünger Jesu Christi. Wenn Sie sich mit Gleichaltrigen in diesen vier Bereichen betätigen, schließen Sie Freundschaften und lernen Sie Menschen kennen, und dieser gesellschaftliche Umgang wird Ihnen vielleicht helfen, jemanden zu finden, den Sie im Tempel heiraten und mit dem Sie eine ewige Familie gründen können.
Dem Nächsten dienen
Erstens: Dienen Sie Ihren Mitmenschen. Als Teenager und junger Erwachsener ist man meist sehr mit sich selbst beschäftigt. So viele Entscheidungen sind zu treffen – da ist es leicht, nur an sich selbst zu denken. Als Tante, die sich um Sie sorgt, würde ich Sie zunächst einmal auffordern, sich selbst zu vergessen. Vielleicht sollten Sie weniger Zeit mit Aktivitäten verbringen, die lediglich der Unterhaltung dienen, wenn Sie stattdessen Wege finden könnten und sollten, einem anderen Menschen das Leben ein bisschen leichter zu machen.
Der schnellste Weg, Freunde zu finden, Glück zu finden, Dankbarkeit zu empfinden und den Geist bei sich zu haben, ist, auf die Knie zu gehen und den Herrn zu fragen: „Wer braucht heute meine Hilfe?“, und dann mit dem Helfen anzufangen.
Vor kurzem sah ich einen Film über zwei junge Männer in Ihrem Alter, die um 1800 in England lebten. Sie fragten sich: „Wer braucht meine Hilfe?“ Sie hatten die Schrecken des Sklavenhandels gesehen und waren zu der Überzeugung gelangt, dass sie die Welt verändern konnten, indem sie den Sklavenhandel abschafften. Das schien nun wirklich ein absolut unmögliches Dienstprojekt zu sein. Es würde bedeuten, die gesamte Wirtschaft ihres Landes zu verändern, ganz zu schweigen von den gesellschaftlichen und ethischen Normen. Aber diese Männer sagten sich: „Wir können das schaffen!“ Sie kamen zu dem Schluss, dass sie so jung waren, dass sie gar nicht wissen konnten, dass es nicht zu schaffen war! Es dauerte einige Zeit, das Projekt zu vollenden, aber schließlich erwiesen sie der Menschheit diesen großen Dienst.
Auch heute gibt es in jedem Land der Welt viele wichtige Projekte, die Ihre Energie und Ihren Weitblick gebrauchen können. Überall auf der Welt müssen Städte und Parkanlagen gesäubert werden. Schulen und Waisenhäuser müssen gebaut und von ehrenamtlichen Helfern unterstützt werden. Regierungen müssen darin unterstützt werden, richtigen Grundsätzen zu folgen. Sie haben die mentale, seelische und körperliche Kraft, dies zu vollbringen.
In der Weltgeschichte haben oft junge Menschen Bedeutendes vollbracht. Sie können jeder für sich Ihren Beitrag leisten oder sich gebeterfüllt im Rahmen Ihrer Berufung zusammentun – als JAE-Gruppe, in der Gemeinde, als Institutsgruppe, in der FHV und in den Kollegien des Priestertums. Zusammen können Sie diese Welt zu ihrem Vorteil verändern. Die meisten Gelegenheiten, anderen zu dienen, gibt es in unmittelbarer Nähe, innerhalb der Familie oder der Gemeinde. Sie sind jetzt alt genug und reif genug, bei der Planung und Organisation solcher Vorhaben die Führung zu übernehmen. Sie wissen auch, wie Sie Antwort auf Ihre Gebete erhalten, wenn Sie wissen wollen, was der Herr von Ihnen erwartet.
Wenn Sie den Blick nach außen richten, ist der Geist mit Ihnen und führt Sie in all den weitreichenden Entscheidungen Ihres Lebens, denn rechtschaffenes Tun wird immer vom Geist begleitet. Sie werden nicht die geringste Mühe haben, Gelegenheiten zum Dienen zu finden. Wenn Sie gemeinsam mit Gleichaltrigen Ihren Mitmenschen dienen, entwickeln Sie gute Freundschaften und haben positive soziale Kontakte. Und da Sie Menschen kennenlernen und neue Freunde finden, ist es auch wahrscheinlicher, dass Sie einen Ehepartner finden, mit dem Sie eine ewige Familie gründen können.
Anderen das Evangelium bringen
Zweitens: Lassen Sie andere am Evangelium teilhaben. Diese Welt ist voller Menschen, die die gute Nachricht des Evangeliums noch nicht kennen. Sie sind ein besonders vorbereiteter Kreis, der dazu beitragen kann, dass Rechtschaffenheit und Wahrheit die Erde erfüllen.
Einige von Ihnen gehörten zu den ersten Missionaren, die mit der Anleitung Verkündet mein Evangelium! arbeiten konnten. In Anbetracht dessen sollten diejenigen, die sich auf eine Mission vorbereiten, zu den fähigsten Missionaren gehören, die die Welt je gesehen hat. Wer sich jetzt auf eine Mission vorbereitet, ist besser als jede frühere Generation in der Lage, vom ersten Tag der Mission an erfolgreich zu sein. Dank Ihrer bisherigen Möglichkeiten sollten Sie sofort an die Arbeit gehen können, wenn Sie ankommen. Sie sollten schon wissen, wie man sich für den Geist bereit macht und Hilfe von ihm bekommt. Auch ist derjenige, der gelernt hat, jeden Tag tüchtig zu arbeiten, auf Mission viel glücklicher. Es macht mir viel Freude, Briefe von meinen Nichten und Neffen zu lesen, die auf Mission sind und mir von einzigartigen Herausforderungen und Möglichkeiten berichten. Ihre Briefe strotzen vor Lebenskraft und Freude. Sie schreiben über ihre Mission, als erlebten sie gerade das größte Abenteuer ihres Lebens.
Diese Begeisterung, anderen das Evangelium nahezubringen, muss auch nach der Mission anhalten. Wer ein großartiger Missionar war, möchte seine missionarischen Fähigkeiten sicher nicht aufs Abstellgleis schieben. Da Sie alleinstehend sind und noch nicht für eine Familie sorgen müssen, sind Sie ideal dafür geeignet, Ihren Mitmenschen weiterhin das Evangelium nahezubringen. Jeder von Ihnen hat Freunde oder Angehörige, die noch nicht zum Evangelium bekehrt sind und Gott nicht so kennen, wie sie es sollten. In fast jeder Gemeinde, fast jedem Zweig der Kirche gibt es Listen von Menschen, die aus dem einen oder anderen Grund nicht mehr in die Abendmahlsversammlung kommen, um ihre Bündnisse zu erneuern. Um diese Menschen zurückzubringen, ist Ihre Hilfe unentbehrlich. Sie können in Ihrer Berufung, mit Freunden oder allein die Initiative ergreifen, um das Evangelium zu predigen und somit diejenigen zurückzubringen, die nicht mehr kommen.
Ein Beispiel für diese Art Missionsarbeit habe ich als junges Mädchen in Brasilien erlebt. Mein Vater war dort Missionspräsident. Ein paar Wochen nachdem eine unserer brasilianischen Missionarinnen ihre Mission beendet hatte, sagte sie meinem Vater, sie werde wahrscheinlich nie eine Familie in der Kirche haben, weil es an ihrem Wohnort in der Kirche keine alleinstehenden Männer gebe.
Ihr Missionspräsident sagte: „Sie haben gerade eine Mission erfüllt. Sie haben Menschen belehrt und zum Evangelium bekehrt. Waren Sie eine gute Missionarin?“
„Ja!“, antwortete sie.
„Besitzen Sie immer noch die notwendigen Fähigkeiten und den Geist, um anderen das Evangelium nahezubringen?“
„Ja!“, bestätigte sie.
„Dann schlage ich vor, dass Sie an Ihren Heimatort zurückkehren. Suchen Sie die Orte auf, wo sich gute, anständige junge Leute aufhalten. Halten Sie Ausschau nach einem Mann, der wie ein Missionar oder ein zukünftiger Bischof aussieht. Freunden Sie sich mit ihm an, sprechen Sie mit ihm über das Evangelium, und bekehren Sie ihn. Vielleicht finden Sie auf diese Weise den Mann fürs Leben.“
Die Schwester hielt sich daran. Sie lernte an ihrem Wohnort einen Mann kennen, der ein anständiger, guter Mensch war. Sie freundete sich mit ihm an und erzählte ihm vom Evangelium. Er ließ sich taufen. Später entwickelte sich echte Liebe zwischen ihnen, und sie heirateten im Tempel. Er wurde tatsächlich Bischof, später Pfahlpräsident, Missionspräsident und Tempelpräsident!
Meine jungen Freunde, damit will ich nicht sagen, dass dies die Zauberformel dafür ist, wie man einen Ehepartner findet. Bitte denken Sie wie diese brasilianische Schwester daran, dass die Propheten Ihnen wiederholt ans Herz gelegt haben, Ihren Ehepartner nur unter den würdigen Mitgliedern der Kirche zu suchen. Mit dieser Geschichte will ich nur veranschaulichen, dass Sie wahrscheinlich gute Freunde finden, mit denen Sie sich an den Segnungen des Evangeliums freuen können, wenn Sie nach Ihrer Mission weiterhin das Evangelium verbreiten. Und diese neuen Mitglieder gehören dann zu der Gruppe, in der Sie vielleicht einen Ehepartner finden.
Wenn Sie sich im Rahmen Ihrer Berufungen gebeterfüllt zusammentun – als JAE-Gruppe, in der Gemeinde, als Institutsgruppe, in der FHV und im Priestertum –, können Sie unter der Leitung der Priestertumsführer Missionsaktivitäten planen und durchführen. Sie sind jetzt alt genug und reif genug, bei der Planung und Organisation solcher Vorhaben die Führung zu übernehmen. Die Kirche braucht Ihre Energie bei dieser wichtigen Arbeit. Viele Kinder unseres himmlischen Vaters brauchen die Evangeliumsbotschaft und kennen die Wahrheit noch nicht. Sie besitzen die notwendigen Fertigkeiten und das Zeugnis, um anderen das Evangelium nahezubringen. Sie besitzen die notwendigen Fertigkeiten und das Zeugnis, um das Werk des Herrn voranzubringen. Sie wissen auch, wie Sie Antwort auf Ihre Gebete erhalten, wenn Sie wissen wollen, was der Herr von Ihnen erwartet.
Wenn Sie mit anderen über das Evangelium sprechen, wird der Geist mit Ihnen sein und Sie in allen wichtigen Entscheidungen, die Sie treffen, leiten, denn der Geist begleitet einen immer, wenn man die Wahrheit lehrt und davon Zeugnis gibt. Wenn Sie anderen in Ihrem Alter das Evangelium nahebringen, entwickeln Sie gute Freundschaften und haben positive soziale Kontakte. Da Sie neue Menschen kennenlernen und neue Freunde finden und der Geist mit Ihnen arbeitet, ist es auch wahrscheinlicher, dass Sie einen Ehepartner finden, mit dem Sie eine ewige Familie gründen können.
Sich an Tempelarbeit und Genealogie beteiligen
Drittens: Beteiligen Sie sich an Tempelarbeit und Genealogie. Sie sind bestens dafür geeignet, bei der Tempelarbeit und der Genealogie mitzuarbeiten.
Als Junge Männer und Junge Damen hatten Sie den Auftrag, mit dem Programm Pflicht vor Gott beziehungsweise Mein Fortschritt zu arbeiten. Sie wissen ja, dass auf diesen Broschüren ein Tempel abgebildet ist. Der Grund dafür ist, dass die Erste Präsidentschaft den Tempel als Symbol für die Jugend der Kirche ausgewählt hat. Ich frage alle jungen Frauen, die das Medaillon erhalten haben: Ist der Tempel für Sie immer noch ein Symbol? Sind Ihre Augen immer noch auf den Tempel gerichtet? Diese Fragen richte ich auch an die Männer.
Sie wissen, dass im Laufe der Jahrhunderte viele Menschen gestorben sind, ohne vom Evangelium gehört zu haben. Diese Menschen sind mit Ihnen mehr oder weniger nah verwandt. Sie warten darauf, dass Sie die nötige Forschungsarbeit tun, um die Familien zu verbinden und für sie die errettenden heiligen Handlungen zu vollziehen.
Wer sich ein wenig mit Technik auskennt, kann viel zur Tempelarbeit und Genealogie beitragen. Es ist ganz offensichtlich, dass gerade Ihre Generation besonders dafür geeignet ist, weil sie über die technischen Kenntnisse verfügt, um diese Arbeit zu tun. Meine Oma Bangerter hatte ein tiefes Zeugnis und spürte, wie sehr die genealogische Arbeit drängt. Vor vielen Jahren, als sie 25 000 Namen ihrer Familie zusammentrug, musste sie jeden Namen von Hand in ein Formular eintragen. Wie dankbar wäre sie für ein Computerprogramm gewesen, das ihr geholfen hätte, präziser und gründlicher zu arbeiten. Nun gehören zu ihren Nachkommen hunderte talentierte junge Menschen, die in der Lage sind, sie von diesseits des Schleiers zu unterstützen. Ihre Familie braucht Ihre Hilfe. Ihre Gemeinde, Ihr Zweig braucht Ihre Hilfe bei dieser wichtigen Arbeit.
Die meisten Tempel auf der Welt sind noch nicht ausgelastet. Der Herr hat verheißen, in Ihr Herz die Verheißungen zu pflanzen, die den Vätern gemacht worden sind, und dass Ihr Herz sich den Vätern zuwendet, damit die Erde bei seinem Kommen nicht völlig verwüstet wird (siehe LuB 2:2,3). Ihre technischen Kenntnisse tragen zur Erfüllung dieser Prophezeiung bei, und ich hoffe, dass Sie spüren können, wie dringlich diese Arbeit ist. Sie wurden in dieser Zeit geboren, um bei der Tempelarbeit und Genealogie mitzuwirken.
Wer bei der Tempelarbeit und Genealogie mitwirkt, erhält auch persönlich Segnungen. Dazu gehört, dass Sie einen Tempelschein erhalten können – ein Ausdruck Ihrer Würdigkeit vor dem Herrn. Ein Tempelschein ist eigentlich ein Zeichen für Gehorsam. Wenn Sie gemeinsam mit Gleichaltrigen bei dieser Arbeit mitwirken, wissen Sie, dass auch diese würdig sind.
Eine in unserer Familie oft erzählte Begebenheit veranschaulicht, wie wichtig der Tempelschein ist. Als junge alleinstehende Erwachsene tanzte eine meiner Schwestern einmal bei einem Tanzabend mit einem Mann, den sie gern besser kennenlernen wollte. Als sie wieder zu Hause war, erzählte sie meiner Mutter von ihm. Meine Mutter war skeptisch und sagte, man könne unmöglich wissen, ob es ein guter Mann sei, wenn man nur mit ihm getanzt habe.
Da erwiderte meine Schwester: „Er hat einen Tempelschein, also muss er ganz in Ordnung sein.“
Mutter fragte: „Woher weißt du, dass er einen Tempelschein hat? Hast du ihn beim Tanzen gefragt: ‚Und, hast du auch einen Tempelschein?‘“
Meine Schwester lachte und sagte: „Nein, aber er sprach davon, dass er mit einem ehemaligen Mitarbeiter aus seiner Missionszeit morgen in den Tempel gehen wolle. Und dafür braucht er einen Tempelschein.“
Ganz bewusst fragte meine Mutter: „Warum ist es denn so wichtig, das zu wissen?“
Meine Schwester antwortete: „Wenn ich weiß, dass ein Mann einen Tempelschein hat, dann weiß ich, dass er das Wort der Weisheit hält, den Zehnten zahlt, die Versammlungen besucht, sein Priestertum ehrt und die Führer der Kirche unterstützt, und ich weiß, dass er ein Zeugnis vom himmlischen Vater und von Jesus Christus hat. Für mich ist der Tempelschein die Grundlage einer Beziehung, der Ausgangspunkt. Wenn ich weiß, dass ein Mann einen Tempelschein hat, muss ich eine Menge Fragen gar nicht erst stellen.“
Die Erste Präsidentschaft hat kürzlich in einer Anweisung die Richtlinien dazu klargestellt, wem ein Tempelschein ausgestellt wird und wer sein Endowment empfangen soll. Es wurde erneut betont, dass es eine ernste Angelegenheit ist, das Endowment zu empfangen. Dieser Vorzug soll nur denjenigen eingeräumt werden, die ausreichend vorbereitet und reif genug sind, die dabei eingegangenen Bündnisse zu halten. Es wurde auch bekräftigt, dass alleinstehende Mitglieder um die zwanzig, die weder eine Missionsberufung erhalten haben noch verlobt sind und die Ehe im Tempel schließen wollen, keinen Tempelschein für ihr eigenes Endowment erhalten sollen. Jedes Mitglied ab zwölf Jahren kann jedoch einen Tempelschein mit eingeschränkter Geltung erhalten, um an Taufen für Verstorbene teilzunehmen.1
Diejenigen, die im Moment nicht würdig sind, einen Tempelschein zu besitzen, sollten mit ihrem Bischof oder Zweigpräsidenten daran arbeiten, so bald wie möglich dieser Ehre würdig zu sein. Bitte verzichten Sie nicht auf dieses wichtige Dokument. Ich gebe Zeugnis von der Wirklichkeit des Sühnopfers, und dass Sündenvergebung möglich ist, wenn man wahrhaft umkehrt.
Sie können und sollen eifrig im Tempel arbeiten. Tempelarbeit und Genealogie, das ist Ihre Arbeit. Viel hängt von Ihnen ab! Die Kirche braucht Ihre Energie bei dieser wichtigen Arbeit. Sie sind diejenigen, die mit ihrer Energie und ihren Fähigkeiten so viel erreichen können.
Wenn Sie bei der Tempelarbeit und der Genealogie mitwirken, können Sie sicher sein, dass der Geist Sie in allen Schwierigkeiten tröstet und in allen wichtigen Entscheidungen, die Sie treffen, führt. Wenn Sie bei dieser Arbeit mitwirken – für sich allein, in der Gemeinde, in Ihrer Institutsgruppe, in der FHV und in den Kollegien des Priestertums –, entwickeln Sie gute Freundschaften und haben positive soziale Kontakte. Da Sie neue Menschen kennenlernen und neue Freunde finden und der Geist mit Ihnen arbeitet, ist es auch wahrscheinlicher, dass Sie einen Ehepartner finden, mit dem Sie eine ewige Familie gründen können.
Sich auf die Zukunft vorbereiten
Viertens: Bereiten Sie sich auf Ihre Zukunft vor. Sie befinden sich in einem einzigartigen Lebensabschnitt. Bereiten Sie sich jetzt auf Ihre zukünftigen Aufgaben vor. Diesen Lebensabschnitt erleben Sie nur einmal. Nehmen Sie ihn an! Genießen Sie ihn!
Wenn alles seinen natürlichen Gang geht, werden die meisten von Ihnen ein Ehemann, eine Ehefrau werden. Sie werden ein Vater, eine Mutter sein. Sie werden Führer und Lehrer in der Kirche sein. Sie werden Arbeitnehmer sein und Arbeitgeber. Bereiten Sie sich auf diese Aufgaben vor?
Viele von Ihnen sind auf die eine oder andere Weise mit ihrer Ausbildung beschäftigt. Die Propheten der Letzten Tage haben Ihnen wiederholt geraten, sich so viel Bildung anzueignen, wie Sie nur können. Sie leben in einer zunehmend technisierten und hoch entwickelten Welt. Bildung trägt dazu bei, dass Sie das Reich des Herrn aufrichten und für Ihre zukünftige Familie sorgen können. Da Bildung für die heranwachsende Generation so wichtig ist, wurde der Ständige Ausbildungsfonds eingerichtet, von dem nun weltweit schon über 30 000 junge Menschen profitieren. Die Kirche hat auch viele Mittel in Religionsinstitute überall auf der Welt und in großartige von ihr betriebene Schulen und Universitäten investiert. Ich hoffe, Sie folgen dem prophetischen Rat, sich so viel Bildung und Ausbildung anzueignen, wie Ihnen möglich ist.
Es stimmt, dass Sie besser in der Lage sind, in der Kirche zu dienen und das Reich des Herrn aufzurichten, wenn Sie eine gute Arbeitsstelle haben. Mütter und Väter sind bessere Eltern, wenn sie gebildet sind und wissen, wie man Probleme in der Familie löst und alle häuslichen Angelegenheiten weise regelt.
Manche junge Frau steht gerade vor der Entscheidung, ob sie heiraten und eine Familie gründen oder eine berufliche Laufbahn einschlagen soll. Sie sind intelligent und qualifiziert und haben Möglichkeiten, die Ihre Großmütter sich nie hätten träumen lassen. Die Chance, Anerkennung zu gewinnen und sich auf der Bühne der Welt einen Namen zu machen, war noch nie so groß. Aber ich hoffe, dass Sie die Segnungen Abrahams im Sinn haben, wenn Sie Ihre Entscheidungen treffen.
Eine Heilige der Letzten Tage muss wissen, dass sie ihre Rolle als Haupterzieherin und -lehrerin ihrer Kinder nicht delegieren kann, ganz gleich, wie viele Leute sie damit beschäftigen mag, ihr mit dem Haushalt und den Kindern zu helfen. Als rechtschaffene Mutter braucht man alle Reserven, um den Bedürfnissen der Familie gerecht zu werden. Als Tochter Gottes, die Bündnisse mit ihm geschlossen hat, trägt jede von Ihnen den wichtigen, unentbehrlichen weiblichen Anteil an der Aufgabe, den Plan des Herrn zu erfüllen.
Einem jeden steht es frei, gebeterfüllt und demütig Entscheidungen über seine beruflichen Möglichkeiten zu treffen. Jede Entscheidung hat eine Folge. Sie können nicht alles haben und alles machen. Sie müssen bei Ihren Entscheidungen berücksichtigen, was von ewigem Wert ist. Hoffentlich ist Ihnen bewusst, dass kein Berufsweg nur eitel Sonnenschein ist. Jeder Beruf birgt seine eigenen Schwierigkeiten in sich. Viele Möglichkeiten, die uns heute in der Welt geboten werden, konkurrieren mit ewigen Zielen und Aufgaben. Viele Möglichkeiten können Sie dazu verleiten, erst später Kinder zu bekommen oder weniger Kinder zu bekommen. Viele Möglichkeiten können Ihnen die Zeit und die Kraft rauben, die Sie unbedingt brauchen, um sich ausreichend um Ihren Ehepartner und Ihre Kinder und um Ihre Aufgaben im Reich des Herrn zu kümmern. Das sind Entscheidungen, die Sie mit dem Herrn abmachen müssen. Er kennt die Wünsche Ihres Herzens und Ihre konkrete Situation.
Die meisten von Ihnen, die mir heute zuhören, werden eines Tages heiraten. Entwickeln Sie in dieser Vorbereitungszeit selbst die richtigen Eigenschaften, und achten Sie bei der Suche nach einem Ehepartner auf die richtigen Eigenschaften?
Vor einiger Zeit hat Präsident Gordon B. Hinckley den jungen Männern gesagt: „Das Mädchen, das du heiratest, geht mit dir ein schreckliches Risiko ein. Alles wird sie dem jungen Mann geben, den sie heiratet. Er wird im Großen und Ganzen den Rest ihres Lebens bestimmen.“2
Entwickeln Sie, die Männer, sich zu einem Menschen, der ein Mädchen bitten könnte, es mit ihm zu wagen?
Dieselbe Frage kann ich auch den Frauen stellen. Der Mann, den Sie heiraten, geht auch mit Ihnen ein Risiko ein. In Abschnitt 25 des Buches Lehre und Bündnisse gibt der Herr den guten Rat, dass eine Frau ihrem „Mann ein Trost ... sein [soll], mit lindernden Worten, im Geist der Sanftmut“ (LuB 25:5). Sind Sie eine solche Frau? Sie haben großen Einfluss darauf, ob der Mann, den Sie heiraten, glücklich sein wird.
Manche von Ihnen haben bereits jemanden gefunden, zu dem sie sich hingezogen fühlen, zu dem sie passen und der Eigenschaften besitzt, die sie bewundern. Aber vielleicht haben Sie Angst davor, sich zu binden, weil Sie sich fragen, ob Sie nicht vielleicht morgen oder nächste Woche oder nächstes Jahr jemanden finden, der noch viel besser zu Ihnen passt.
Da diese Entscheidung so wichtig ist, sind viele von Ihnen besorgt, ob sie wirklich die richtige Entscheidung treffen. Die uns in Filmen und Büchern gezeigten Beispiele dafür, wie man den Ehepartner auswählt, sind keine große Hilfe. Darin wird diese Entscheidung oft dem Zufall oder dem Schicksal zugeschrieben, oder aber man erlebt einen magischen Moment. Es ist meist eine irrationale Darstellung – plötzlich entdeckt man den einzig Richtigen, den Seelenverwandten.
In Bezug auf sogenannte Seelenverwandte hat Präsident Spencer W. Kimball gesagt: „‚Seelenverwandtschaft‘ ist ein Märchen und eine Illusion. Sicher sind jeder junge Mann und jede junge Frau eifrig und gebeterfüllt darauf bedacht, einen Lebensgefährten zu finden, mit dem das Leben so angenehm und harmonisch wie möglich verlaufen kann, doch andererseits können fast jeder gute Mann und jede gute Frau miteinander eine glückliche und gute Ehe führen, wenn beide bereit sind, den Preis dafür zu zahlen.“3
Die Propheten haben inspirierte Leitlinien verfasst, um Ihnen zu helfen, einen Ehepartner zu finden. Vor zwanzig Jahren nannte Präsident Ezra Taft Benson einige Eigenschaften, auf die ein Mann bei einer Frau achten soll. Seine Worte sind noch immer wahr:
„Brüder, erwarten Sie nicht, dass Sie die vollkommene Partnerin finden werden. Seien Sie nicht so wählerisch, dass Sie die wichtigsten Eigenschaften einer Frau übersehen: ein starkes Zeugnis, dass sie nach dem Evangelium lebt, Häuslichkeit, der Wunsch, eine Mutter in Zion zu sein, und dass sie Sie bei Ihren Priestertumsaufgaben unterstützt. ...
Ein guter Maßstab, um festzustellen, ob eine Frau die richtige Partnerin ist, kann die Frage sein, ob man in ihrer Gegenwart die edelsten Gedanken hat, die besten Vorsätze fasst und ob man sich wünscht, man wäre besser, als man ist.“4
Hören wir nun, was Präsident Hinckley den Frauen geraten hat: „Sie hoffen, den vollkommenen Mann zu finden. Doch den Mann, der vollkommen ist, möchte ich sehen! Setzen Sie sich ein hohes Ziel, aber nicht so hoch, dass Sie völlig daran vorbeischießen. Worauf es wirklich ankommt, ist, dass er Sie liebt, dass er Sie achtet, dass er Sie ehrt, dass er Ihnen völlig treu ist, dass er Ihnen eine eigene Meinung zugesteht und Ihnen erlaubt, Ihre Talente frei zu entfalten. Er mag nicht vollkommen sein, aber wenn er freundlich und rücksichtsvoll ist, wenn er arbeiten und den Lebensunterhalt verdienen kann, wenn er ehrlich und glaubensvoll ist – dann bestehen gute Aussichten, dass Sie keinem Irrtum erliegen und sehr glücklich werden.“5
Ich möchte Sie fragen: Angenommen, Sie würden morgen heiraten – sind Sie vorbereitet, ein guter Ehepartner zu sein? Bringen Sie in Ihre Ehe Eigenschaften mit, die Sie zu einem guten Partner machen? Besitzen Sie gute kommunikative Fähigkeiten? Können Sie gut Probleme lösen? Besitzen Sie die erforderlichen Fertigkeiten, um in der Familie ein Klima zu schaffen, worin etwas gedeihen kann? Haben Sie genügend Glauben, Hoffnung und Nächstenliebe, um eine Ehe zu gestalten, die Bestand haben und gedeihen wird?
Nun richte ich als Tante, die offen zu Ihnen spricht, einige Worte an die Männer: Hoffentlich ist Ihnen bewusst, dass keine anständige Frau von schmutziger Wäsche, unangenehmen Gewohnheiten oder einer schlampigen Erscheinung angetan ist. Ja, eine rechtschaffene Frau liebt Sie natürlich für Ihre inneren Werte, aber ihr ist sicher viel daran gelegen, dass Sie gute Manieren an den Tag legen und dass Sie sie rücksichtsvoll behandeln. Sie sollen auch wissen, dass Sie keine Partnerin finden werden, die unbekümmert über Egoismus hinwegsieht. Bitte denken Sie daran, dass es keine rechtschaffene Tochter Gottes gibt, die bereitwillig toleriert, dass der junge Mann, mit dem sie ausgeht und den sie heiratet, sich mit Pornografie beschäftigt. Ja, wenn eine junge Frau irgendeinen Hinweis darauf erhält, dass der junge Mann, an dem sie interessiert ist, sich in irgendeiner Form mit Pornografie beschäftigt, dann würde ich ihr sagen, dass sie das als rote Ampel betrachten soll, die ihr signalisiert, die Beziehung zu beenden. Jetzt ist die richtige Zeit, rechtschaffene und achtbare Gewohnheiten und christliche Eigenschaften zu entwickeln, die für Ihre zukünftige Ehe und Familie ein Segen sein werden.
Nun spreche ich zu den Frauen als Tante, die Sie liebt: Es gibt keinen Märchenprinzen, der von unreinen oder unangenehmen Gewohnheiten oder von einem nachlässigen Äußeren angetan ist. Ja, ein rechtschaffener Mann liebt Sie für Ihre inneren Werte, aber sicher ist er noch dankbarer für eine Frau, die auf eine gepflegte Erscheinung achtet und auch in ihrer Umgebung Sauberkeit und Schönheit schätzt. Ein rechtschaffener Mann fühlt sich zu einer Frau hingezogen, die eine positive Ausstrahlung hat. Auch wird kein rechtschaffener Priestertumsträger bereitwillig tolerieren, dass seine Frau sich mit Pornografie abgibt, oder davon angetan sein, dass sie ihren kostbaren Körper zur Schau stellt, indem sie enge oder sonstige unanständige Kleidung trägt oder sich unanständig verhält. Außerdem bin ich noch nie einem Mann begegnet, der an theatralischen Gefühlsausbrüchen oder Wutanfällen Gefallen findet. Es gibt keinen Mann, der unbekümmert über Egoismus hinwegsehen wird. Jetzt ist die richtige Zeit, rechtschaffene und achtbare Gewohnheiten und christliche Eigenschaften zu entwickeln, wie Güte und Langmut, die für Ihre zukünftige Ehe und Familie ein Segen sein werden.
Bitte begreifen Sie, was ich eben gesagt habe. Ich möchte, dass Sie wissen, dass Sie Ihre Unvollkommenheiten und Schwächen in die Ehe mitnehmen und sie dort eher noch verstärkt werden. Wenn Sie nicht heute noch heiraten, dann haben Sie noch Zeit, schlechte Gewohnheiten abzulegen und gute Gewohnheiten und Eigenschaften zu entwickeln, die für Ihre Ehe und Ihre Familie ein Segen sein werden. Präsident Thomas S. Monson hat gesagt: „Es lohnt sich, nach vorn zu schauen, eine Richtung einzuschlagen und zumindest teilweise vorbereitet zu sein, wenn der Augenblick der Entscheidung da ist.“6
Die meisten von Ihnen werden einmal Eltern sein, die ein rechtschaffenes Zuhause für ihre Kinder schaffen. Als ich jung war, sagte mir meine Mutter, dass ich lernen müsse, wie man sich um ein Leben und ein Zimmer kümmert, solange ich noch alleinstehend war, damit ich vorbereitet wäre, mich einmal um mehrere Leben und mehrere Zimmer zu kümmern.
Im Buch Lehre und Bündnisse beschreibt der Herr ein Zuhause, das vom Geist erfüllt ist. Es soll „ein Haus des Betens [sein], ein Haus des Fastens [und] ein Haus des Glaubens“ (LuB 109:8). Es soll ein Haus sein, in dem der Geist des Herrn wohnen kann, wo nichts Unreines eingelassen wird, und ein Haus des Lernens, wo man sich mit den besten Büchern befasst, wozu auch die heiligen Schriften gehören (siehe Vers 7).
Das führt zu diesen Fragen: Ist das Haus oder das Zimmer, in dem Sie derzeit leben, so ein Haus? Beten Sie, fasten Sie, lesen Sie die heiligen Schriften in Ihrem Zimmer? Herrscht dort Ordnung oder ein Durcheinander? Lassen Sie Unreines hinein, über Filme, Bücher oder das Internet? Erfüllen Sie Ihr Zuhause mit dem, was aufbaut, was am besten ist? Ist Ihr jetziges Zuhause ein Ort, wo der Geist des Herrn wohnen kann?
Darüber hinaus sollten Sie einige wichtige Fertigkeiten entwickeln, die Ihnen helfen, ein guter Vater, eine gute Mutter zu werden und ein glückliches Zuhause zu schaffen. Dazu gehören beispielsweise das Kochen, das Putzen und das Reparieren von kaputten Gegenständen. Auch der kluge Umgang mit Geld ist für eine glückliche Ehe entscheidend. Dazu gehört auch, dass man gründlich überlegt, inwieweit man Ausbildungskredite in Anspruch nimmt. Präsident Hinckley hat gesagt: „Nichts erzeugt in einer Ehe mehr Spannungen als drückende Schulden.“7 Zu Ihrer Vorbereitung auf Ehe und Familie gehört auch, dass Sie sich schon jetzt einen guten Umgang mit Geld angewöhnen, damit Sie, wenn Sie heiraten, Ihr gemeinsames Leben ohne große finanzielle Belastungen beginnen können.
Sie sind jetzt erwachsen und wissen, wie man selbst Verantwortung übernimmt. Ich hoffe, Sie machen das Beste aus der kostbaren Zeit, die Sie jetzt zur Verfügung haben, um sich auf Ihre zukünftigen Aufgaben vorzubereiten. Wenn Sie sich ausreichend auf Ihre künftigen Aufgaben vorbereiten, werden Sie den Geist bei sich haben, der Sie in Ihren wichtigen Entscheidungen führt. Wenn Sie sich auf Ihre Zukunft vorbereiten, ist es viel wahrscheinlicher, dass Sie die Freundschaften entwickeln, die Ihnen helfen werden, jemand zu finden, den Sie im Tempel heiraten und mit dem Sie eine ewige Familie gründen können.
Nun, meine lieben Nichten und Neffen, meine Freunde, möchte ich Ihnen sagen, dass Sie mir am Herzen liegen und ich Vertrauen in Sie habe. Viel hängt von Ihnen ab! Sie haben immer wieder von Ihrer Pflicht gehört, nach den Segnungen Abrahams zu trachten, wozu auch die Gründung einer ewigen Familie gehört. Ich bitte Sie eindringlich, die Ehe und das Kinderkriegen nicht unnötig aufzuschieben. In diesem Moment warten tapfere Geistkinder darauf, dass sie in eine glückliche, gesiegelte Familie hineingeboren werden.
Sie befinden sich in dem Lebensabschnitt, in dem Sie nach den Segnungen Abrahams trachten sollen. Die Ehe aufzuschieben, bis Sie ein anderes Ziel erreicht haben, wie wichtig es in den Augen der Welt auch sein mag, führt nur dazu, dass Sie anfälliger werden für unsittliches Verhalten, das Ihre Chancen, diese Segnungen zu empfangen, gefährden kann. Bitte setzen Sie sich nicht dem Risiko der Versuchung aus, indem Sie diesen natürlichen und wichtigen Schritt, der Teil Ihres ewigen Fortschritts ist, aufschieben. Wenn Sie einmal die Entscheidung getroffen haben, wen Sie heiraten möchten, brauchen Sie vor allem Glauben. Darauf zu warten, dass man andere Ziele erreicht, beispielsweise eine bessere Ausbildung, mehr Geld oder mehr materiellen Besitz, bevor man heiratet, verzögert nur die verheißenen Segnungen.
Ich habe heute Abend zu Ihnen gesprochen als Tante, die Sie liebt. Wahrscheinlich haben Sie auch von Ihren Tanten und Onkeln Rat erhalten. Ich bin sicher, dass sich Ihre Priestertumsführer, Ihre Lehrer und Berater für Ihre Zukunft interessieren. Ich hoffe, dass Sie in diesem wichtigen Lebensabschnitt auch auf den Rat Ihrer rechtschaffenen Eltern hören, die in Ewigkeit für Ihr Wohlergehen verantwortlich sind.
Präsident Monson hat gesagt: „Wenn Sie eine Entscheidung von so großer Tragweite treffen wie die, wen Sie heiraten, schlage ich vor, dass Sie auch Ihre Eltern um Hilfe bitten. Nehmen Sie sich Zeit, sich ihnen anzuvertrauen, denn sie werden Sie nicht im Stich lassen. Sie lieben Sie sehr und wollen für ihre kostbare Tochter, ihren tapferen Sohn das Beste und die größten Verheißungen der Ewigkeit.“8
Ich habe heute Abend über vier Schlüssel gesprochen, die Ihnen helfen können, die Tür zu diesen Segnungen aufzuschließen: Sie können und sollen Ihren Mitmenschen dienen. Sie können und sollen andere am Evangelium teilhaben lassen. Sie können und sollen Erretter auf dem Berg Zion werden, indem Sie bei der Tempelarbeit und der Genealogie mitwirken. Und Sie können und sollen alles tun, was Sie können, um sich auf Ihre zukünftigen Aufgaben vorzubereiten.
Ihr Engagement in diesen vier Bereichen, die ich beschrieben habe, wird Ihr Leben lang Ihren Glauben und Ihr Glück vermehren. Sie zeichnen sich dadurch als Jünger Christi aus, stärken Ihre zukünftige Ehe und Familie und ermöglichen dem Geist, bei Ihnen zu sein. Wenn Sie sich in diesen Bereichen engagieren – für sich allein, mit Ihren Freunden, in den Kollegien oder in der FHV oder als Institutsgruppe –, dann bauen Sie Freundschaften und Beziehungen auf, die Ihnen helfen, sich an den richtigen Orten aufzuhalten und mit den richtigen Menschen das Richtige zu tun. Dadurch ist es viel wahrscheinlicher, dass Sie jemand kennenlernen, den Sie eines Tages heiraten.
Ich bezeuge, dass diese Kirche von Aposteln und Propheten geführt wird, die die Angelegenheiten des Herrn in aller Welt beaufsichtigen und leiten. Das wiederhergestellte Evangelium Jesu Christi ist wahr. Weil es wahr ist, hängt sehr viel von Ihnen, der heranwachsenden Generation, ab. Als Tante, die Sie liebt, hoffe ich, dass Sie, wie Abraham, Nachfolger der Rechtschaffenheit sind, dass Sie nach den Segnungen der Väter trachten, indem Sie Tempelbündnisse schließen und eine ewige Familie gründen, und dass Sie dadurch mehr Erkenntnis, Glück, Frieden und Ruhe finden. Im Namen Jesu Christi. Amen.
ANMERKUNGEN
1. Siehe Schreiben der Ersten Präsidentschaft, 7. September 2007
2. Der Stern, Juli 1998, Seite 55
3. „Oneness in Marriage“, Ensign, März 1977, Seite 4
4. Siehe Der Stern, Juli 1988, Seite 48
5. „An die Frauen der Kirche“, Liahona, November 2003, Seite 114
6. „Whom Shall I Marry?“, New Era, Oktober 2004, Seite 4
7. Der Stern, Juli 1998, Seite 57
8. New Era, Oktober 2004, Seite 7
© 2008 by Intellectual Reserve, Inc. Alle Rechte vorbehalten. Genehmigung: Englisch 5/07, Übersetzung 5/07. 04517 150