Jugend von edler Herkunft: Wofür entscheiden Sie sich?

Elder Russell M. Nelson

vom Kollegium der Zwölf Apostel

CES-Andacht für junge Erwachsene • 6. September 2013 • Brigham-Young-Universität Hawaii

 

Meine Frau Wendy und ich freuen uns sehr, hier zu sein. Vom Cannon Activities Center auf dem Campus der BYU Hawaii aus wird diese Versammlung an junge Erwachsene auf der ganzen Welt übertragen. Wir begrüßen insbesondere all jene, die heute zum ersten Mal bei einer CES-Andacht anwesend sind. Wenn Sie sich bei einer Hochschule einschreiben, sollten Sie auch am Institutsunterricht und an diesen Andachten teilnehmen, um sich neben Ihrer weltlichen Bildung einen geistigen Ausgleich zu bewahren. Sollten Sie bald eine Mission antreten, so danken wir Ihnen sehr. Sie werden Ihre gesamte Zeit im Dienst für den Herrn zubringen.

Ich überbringe Ihnen herzliche Grüße von Präsident Thomas S. Monson, Präsident Henry B. Eyring, Präsident Dieter F. Uchtdorf und meinen lieben Freunden im Kollegium der Zwölf Apostel. Auch darf ich Ihnen die Grüße des Bildungsausschusses der Kirche sowie des Beauftragten für das Bildungswesen der Kirche, Elder Paul V. Johnson, ausrichten.

Wir hatten in diesem Jahr schon drei Sprecher bei unseren CES-Andachten. Erinnern Sie sich noch? Präsident Dieter F. Uchtdorf sprach über die Frage: „Was ist Wahrheit?“ Er schilderte uns, wie man die echte Wahrheit in einer Zeit erkennen kann, in der es so viele Informationen gibt, von denen so vieles nicht stimmt. Der Titel von Elder David A. Bednars Ansprache war: „Auf dass wir nicht ‚zurückschrecken‘ (LuB 19:18)“. Er stärkte uns geistig, indem er uns erklärte, wie man mit einer machtvollen Frage seinen Glauben vertiefen kann. Diese Frage hatte einem jungen Paar geholfen, bei dem der Mann an Krebs erkrankt war. Die Frage lautete: „Habt ihr auch den Glauben, nicht geheilt zu werden?“ Elder William R. Walker stärkte unser Zeugnis davon, wie unser hochverehrter Präsident, Thomas S. Monson, geistlich dient und was für ein beispielloses Vorbild er ist.

Meine Botschaft heute trägt den Titel: „Jugend von edler Herkunft1: Wofür entscheiden Sie sich?“

Sie als Jugend von edler Herkunft sind buchstäblich Söhne und Töchter Gottes und sind zu genau dieser Zeit in der Weltgeschichte zu einem äußerst heiligen Zweck geboren. Auch wenn die sittlichen und religiösen Werte der Gesellschaft weltweit zu verfallen drohen, muss die Jugend dieser Kirche anderen als Bannerträger des Herrn und als Quelle des Lichts dienen und sie zu ihm führen. Sie sind einzigartig, Ihre Aufgabe ist einzigartig.

Wer sind Sie? Sie sind Kinder des Bundes. Welchen Bundes? Des Bundes, den Gott mit Abraham geschlossen hatte, als diesem verheißen wurde: „In deinen Nachkommen werden alle Geschlechter der Erde gesegnet sein.“2 Sie sind auch die Kinder des verheißenen Reiches,3 das zu einer Zeit in der Weltgeschichte besteht, in der das Evangelium weit und breit auf diesem Planeten verkündet wird.

Was ist Ihre Aufgabe? Sie, Brüder, wurden in einem vorirdischen Reich vorherordiniert, das Priestertum zu tragen.4 Stellen Sie sich das einmal vor! Und Sie, liebe Schwestern, wurden vor Grundlegung der Welt dazu ausersehen, Kinder zu gebären und sich um sie zu kümmern; und indem Sie das tun, verherrlichen Sie Gott.5 Haben Sie darüber nachgedacht, was es wirklich bedeutet, Partnerin Gottes in der Schöpfung zu sein?

Ein jeder von Ihnen, ob junger Mann oder junge Frau, wurde von seinem Vater im Himmel beauftragt, das Reich Gottes zu dieser Zeit auf Erden zu errichten und ein Volk darauf vorzubereiten, den Erretter zu empfangen, wenn er als der Messias im Millennium herrschen und walten wird. Ihre edle Herkunft, Identität, Ihre Aufgabe und Ihr göttlicher Auftrag unterscheiden Sie von allen anderen.

Aber weder Ihre Herkunft noch Ihre vorirdischen Ordinierungen und Aufträge können Sie erretten oder erhöhen. Das erreichen Sie durch Ihre Entscheidungen und indem Sie die Wahl treffen, die Macht des Sühnopfers des Herrn in Ihrem Leben wirksam werden zu lassen. Sie wissen, dass „jede Seel frei [ist], zu wählen zwischen Tod und Leben“6. Dieses großartige, ewige Prinzip – die Entscheidungsfreiheit – ist für den Plan unseres Vaters grundlegend. Sie also, die Jugend von edler Herkunft, wofür entscheiden Sie sich?

Entscheiden Sie sich dazu, mehr zu lernen?

Bildung ist etwas, was Sie sich selbst aneignen müssen. Das kann Ihnen niemand abnehmen. Wo auch immer Sie sind: Entwickeln Sie ein großes Verlangen, zu lernen. Für uns Heilige der Letzten Tage ist es nicht bloß ein Recht, Bildung zu erlangen, es ist eine religiöse Pflicht. Die Herrlichkeit Gottes ist Intelligenz.7 Unsere Bildung ist tatsächlich für die Ewigkeit bestimmt.

„Jeglicher Grundzug der Intelligenz, den wir uns in diesem Leben zu eigen machen, wird mit uns in der Auferstehung hervorkommen.

Und wenn jemand in diesem Leben durch seinen Eifer und Gehorsam mehr Wissen und Intelligenz erlangt als ein anderer, so wird er in der künftigen Welt um so viel im Vorteil sein.“8

Solch eine weitreichende Perspektive wird Ihnen im Hinblick auf das Lernen helfen, die richtigen Entscheidungen zu treffen. Ich kann mich an eine Unterhaltung erinnern, die ich vor vielen Jahren mit einem sehr aufgeweckten 16-jährigen Schüler führte. Er war sich unsicher, was seine innere Verpflichtung dem Evangelium gegenüber betraf, und unentschlossen, was seine Berufswahl anging. Er fragte sich, ob er vielleicht Arzt werden sollte. Er stellte mir eine einfache Frage: „Wie lange haben Sie gebraucht, bis Sie Herzchirurg wurden?“

Schnell rechnete ich es ihm vor: „Von dem Tag an, als ich meinen Highschool-Abschluss hatte, bis zu dem, als ich zum ersten Mal ein Honorar als Chirurg einstrich, sind etwa 14 Jahre vergangen.“

„Ist ja irre!“, erwiderte er. „Das dauert mir zu lange!“

Ich fragte ihn dann: „Wie alt wirst du heute in 14 Jahren sein, wenn du kein Herzchirurg wirst?“

„Genau so alt“, meinte er. „Genau so alt!“

Mir lag dieser junge Mann sehr am Herzen. Gelegentlich nahm ich ihn im Auto mit, wenn er frühmorgens Zeitungen austrug. Sein Glaube nahm über die Jahre hinweg zu. Er war ein überzeugender Missionar. Er beschloss, sein Ausbildungsziel weiter zu verfolgen. Zuerst heiratete er seine Liebste im Tempel. Während seines Medizinstudiums wurden den beiden vier wunderbare Kinder geboren. Heute ist er ein anerkannter Herzchirurg mit Brief und Siegel – nach etwa 14 Jahren anstrengenden Lernens und gründlicher Ausbildung.

Brüder und Schwestern, haben Sie keine Angst, Ihre Ziele zu verwirklichen – oder gar Ihre Träume! Es gibt keine Abkürzung auf dem Weg zu hervorragender Leistung und Kompetenz. Die Ausbildung macht den Unterschied aus zwischen dem Wunsch, anderen von Nutzen zu sein, und der Befähigung, ihnen zu helfen.

Eine weitere Frage: Wie wollen Sie leben?

Von Ihnen als Jugend von edler Herkunft wird erwartet, dass Sie anders leben als andere. Sie wissen, was Paulus dem jungen Timotheus gesagt hat: „Sei den Gläubigen ein Vorbild in deinen Worten, in deinem Lebenswandel, in der Liebe, im Glauben, in der Lauterkeit.“9 Entscheiden Sie sich dafür, anders zu denken und zu handeln als diejenigen, die von der Welt sind. Entscheiden Sie sich dafür, anders aufzutreten, und sehen Sie, wie positiv Ihr Einfluss sein wird. Schwester Ardeth G. Kapp hat einmal gesagt: „Man kann kein Rettungsschwimmer sein, wenn man genau so aussieht wie alle anderen am Strand.“10

Als Jugend von edler Herkunft haben Sie einen hervorragenden Start ins Leben. Ihnen obliegt aber auch eine zusätzliche Verantwortung. „Wem viel gegeben ist, von dem wird viel gefordert.“11 Dazu gehört, dass wir zunächst einmal Rekruten sind. Haben Sie sich jemals als einen Rekruten betrachtet? Als Sie sich taufen ließen, sind Sie im Grunde ein weiteres Mal den Streitkräften des Herrn beigetreten.12 Im vorirdischen Leben standen Sie beim Kampf im Himmel auf der Seite Jesu Christi. Dieser Konflikt zwischen Gut und Böse wird heute hier auf der Erde fortgesetzt. Es gibt ihn wirklich! Der Konflikt, in dem wir uns befinden, wird noch immer zwischen den Mächten des Guten und denen des Bösen ausgetragen.13 Auf der Seite Gottes steht Jesus Christus, der vorherordiniert war, der Erretter der Welt zu sein.14 Auf der anderen Seite steht der Satan – ein Aufrührer, ein Vernichter der Entscheidungsfreiheit.15

Nach Gottes Plan ist es dem Widersacher gestattet, Sie in Versuchung zu führen, damit Sie jetzt – im sterblichen Leben – Ihre Entscheidungsfreiheit ausüben und sich entscheiden können: für das Gute statt für das Böse, für die Umkehr und dafür, zu Jesus Christus zu kommen, seine Lehren zu glauben und seinem Beispiel zu folgen. Was für eine enorme Verantwortung, was für ein enormes Vertrauen!

Ihre Entscheidungsfreiheit wird im Buch Mormon eingehend erklärt: „Darum sind die Menschen gemäß dem Fleische frei. … Und sie sind frei, um Freiheit und ewiges Leben zu wählen … oder um Gefangenschaft und Tod zu wählen gemäß der Gefangenschaft und Macht des Teufels; denn er trachtet danach, dass alle Menschen so elend seien wie er selbst.“16 Wofür entscheiden Sie sich?

Ein weiterer Vers macht klar: „Schlecht zu sein hat noch nie glücklich gemacht.“17 Viele junge Leute haben versucht, diese Wahrheit auf die Probe zu stellen, und sind noch jedes Mal daran gescheitert.

Ihre Freiheit, für sich selbst zu handeln, ist für Ihren ewigen Fortschritt und Ihr ewiges Glück von so zentraler Bedeutung, dass der Widersacher außergewöhnliche Anstrengungen unternimmt, sie zu untergraben.18 Der Satan ist wahrhaft unermüdlich, er schläft niemals. Einige von Ihnen haben das schon erfahren.

Eine weitere Frage: Werden Sie sich Prioritäten setzen, die Ihnen bei Ihren Entscheidungen helfen?

Sie treffen Ihre Entscheidungen nicht immer zwischen Gut und Böse. Bei vielen Entscheidungen muss man zwischen zwei guten Möglichkeiten wählen. Nicht alle Wahrheiten haben das gleiche Gewicht; man muss also Prioritäten setzen. Auf Ihrem Weg zu mehr Erkenntnis sollten Sie wissen, dass die wichtigste Wahrheit, die man erkennen kann, vom Herrn kommt. Als er bei seinem Vater Fürbitte einlegte, hat der Erretter dies selbst bestätigt. Er hat gesagt: „Das ist das ewige Leben: dich, den einzigen wahren Gott, zu erkennen und Jesus Christus, den du gesandt hast.“19 Streben Sie vor allem anderen, was Sie lernen wollen, danach, Gott, Ihren Vater im Himmel, und seinen Sohn Jesus Christus zu erkennen. Lernen Sie sie so gut kennen und gewinnen Sie sie so lieb wie ich.

Eine weitere wichtige Schriftstelle ist mir mein Leben lang eine Hilfe gewesen, nämlich: „Trachtet zuerst danach, das Reich Gottes aufzubauen und seine Rechtschaffenheit aufzurichten, und dies alles wird euch hinzugefügt werden.“20

Vor allem anderen sollten Sie Entscheidungen treffen, die zum größten und herrlichsten Ziel führen, nämlich zum ewigen Leben. Darin zeigt sich für Sie Gottes große Herrlichkeit.21 Entscheiden Sie sich dafür, das ewige Leben an die erste Stelle zu setzen! Studieren Sie die heiligen Schriften, zum Beispiel Abschnitt 76 und 88 im Buch Lehre und Bündnisse, damit Sie besser verstehen, welche Segnungen im Einzelnen denjenigen erwarten, der das ewige Leben wählt, und was denjenigen erwartet, der das nicht tut. Entscheiden Sie sich für das ewige Leben als Ihr wichtigstes Ziel und beachten Sie, wie sich andere Entscheidungen von selbst ergeben.

Noch eine Frage: Mit wem möchten Sie sich umgeben?

Als Jugend von edler Herkunft werden Sie auch mit vielen guten Menschen Umgang pflegen, die ebenfalls an Gott glauben. Seien es Juden, Katholiken, Protestanten oder Muslime: Der Gläubige weiß, dass es eine unumstößliche Wahrheit gibt! Präsident Uchtdorf betonte in seiner Botschaft, dass es das Richtige und das Falsche wirklich gibt und dass es wirklich Sünde ist, eines von Gottes Geboten vorsätzlich zu brechen. Wer an Gott glaubt, besitzt auch ein Gewissen. Der Gläubige befolgt freiwillig die Gesetze des Landes und die Gebote Gottes und sogar Gesetze, die sonst vielleicht gar nicht durchzusetzen wären.

Weil Sie entschlossen sind, die Gesetze des Landes und diejenigen Gottes zu befolgen, halten Sie an der Ampel, auch wenn sonst keine Verkehrsteilnehmer in Sicht sind. Sie als Kinder Gottes wissen, dass es falsch ist, zu stehlen, zu morden oder Ehebruch zu begehen, und dass Gott Sie irgendwann zur Verantwortung ziehen wird, selbst wenn die Polizei Sie nicht erwischt. Sie wissen, dass die Konsequenzen, wenn man sich nicht an die Regeln hält, nicht nur hier gelten, sondern auch in der Ewigkeit.

Im Laufe Ihres Lebens kommen Sie auch mit Leuten in Berührung, die nicht an Gott glauben. Viele von ihnen haben die göttliche Wahrheit noch nicht entdeckt und wissen auch nicht, wo sie danach suchen sollen. Doch Sie, die Jugend von edler Herkunft, kommen ihnen zu Hilfe. Sie sammeln sich in großer Anzahl und folgen dem Ruf des Propheten Gottes nach mehr Missionaren. Wir sind für jeden von Ihnen sehr dankbar! Viele von Ihnen waren bereits auf Mission; andere bereiten sich darauf vor.

Wenn Sie mit Ungläubigen Umgang pflegen, sollte Ihnen bewusst sein, dass einige wenige vielleicht nicht Ihr Allerbestes im Sinn haben.22 Sobald Ihnen das auffällt, sobald Sie das festgestellt haben, entfernen Sie sich rasch und endgültig von ihnen.23

Leider werden Sie Menschen begegnen, die ihre verzweifelte Suche nach etwas, was ihnen wie das Glück vorkommt, auf sündige Pfade führt. Hüten Sie sich vor diesem tückischen Terrain! Das Vergnügen an der Sünde geht stets rasch vorüber, und in die bedrückende Erinnerung daran mischen sich Kummer und nagende Schuldgefühle. Die sündhafte Entstellung der von Gott beabsichtigten Vereinigung zwischen Mann und Frau ist nichts als leerer Schein. Wenn sie unrechtmäßig vollzogen wird, hat sie niemals tiefere Bedeutung, und die Erinnerung daran ist unschön.

Eine weitere Frage: Wählen Sie Freiheit oder Gefangenschaft?

Gottlose Mächte umgeben uns überall; Sie leben wahrhaftig in Feindesland.24 Die giftige Plage Pornografie breitet sich aus. Sie verführt jeden, der sich von ihrer Tücke ergreifen lässt.

Der Herr hat dies vorausgesehen. Er hat gesagt: „Und nun zeige ich euch ein Geheimnis, etwas, was in geheimen Gemächern ist, um im Lauf der Zeit sogar eure Vernichtung zustande zu bringen, und ihr habt es nicht gewusst.“25 Dem fügte er eine weitere Warnung hinzu: „Und weiter, ich sage euch: Der Feind in den geheimen Gemächern trachtet euch nach dem Leben.“26

Überlegen Sie einmal, wie viele Menschen in wie vielen geheimen Gemächern es im Augenblick darauf abgesehen haben, Ihr Leben und Ihr Lebensglück zu vernichten! Wenn einer von Ihnen, Brüder und Schwestern, sich Pornografie anschaut: Hören Sie sofort damit auf! Lassen Sie es ganz und gar sein! Sie ist so zerstörerisch wie Aussatz, macht so süchtig wie Meth und zerfrisst einen wie ätzende Lauge.

Versuchungen des Fleisches sind nichts Neues. Der Apostel Petrus hat genau vor dieser Falle gewarnt, als er schrieb:

„[Sie locken mit] ihren fleischlichen Begierden … die Menschen an. …

Freiheit versprechen sie ihnen und sind doch selbst Sklaven des Verderbens; denn von wem jemand überwältigt worden ist, dessen Sklave ist er.“27

Vermeiden Sie diese Versklavung, liebe Brüder und Schwestern. Wenn Sie sich derzeit Pornografie ansehen, hören Sie damit auf! Und zwar sofort! Bitten Sie Ihren Bischof um Hilfe. Keiner ist so schlau, dass er den Widersacher aus eigener Kraft überlisten könnte, wenn er erst einmal von Pornografie vergiftet worden ist.

Kommen wir zu einer weiteren wichtigen Frage: Entscheiden Sie sich dafür, dem Herrn zu folgen oder den Philosophien der Menschen?

Es wird beispielsweise immer wieder behauptet, die Erde sei stark überbevölkert und Paare sollten die Anzahl ihrer Kinder begrenzen. Haben Sie davon schon gehört? Beim fünften Weltfamilienkongress 2009 hörten meine Frau und ich uns einen Vortrag an, in dem ein Forscher eine erstaunliche Aussage traf. Er sagte: „Wenn jeder Mann, jede Frau und jedes Kind – alle, die derzeit auf der Erde leben –, tausend Quadratmeter Land besäßen, würden alle 6,8 Milliarden Menschen in Brasilien hineinpassen und 20 Prozent des Landes wären immer noch unbewohnt.“28 Hört sich das nach Überbevölkerung der Erde an?

Ich habe es nachgerechnet. Es stimmt. Ich bitte Sie inständig, an den Herrn zu glauben, der gesagt hat: „Die Erde ist voll, und es ist genug vorhanden, ja, dass noch übrigbleibt.“29

Eine weitere Tatsache ist, dass Sie in einer Zeit leben, in der die Arbeitslosigkeit hoch ist und die Finanzmärkte in aller Welt nervös sind. Wieder sucht die Welt die Lösung darin, nach Alternativen zum Plan Gottes zu suchen. Wir aber wissen, dass starke Ehen und Familien dazu beitragen, dass die Wirtschaft blüht. Und wir sind mit dieser Meinung nicht allein.

Dr. Patrick F. Fagan30 hat geschrieben: „Der unverzichtbare Baustein, von dem das Schicksal der Wirtschaft abhängt, ist der Haushalt mit einem verheirateten Ehepaar – vor allem die kinderreiche Familie, die jede Woche am Gottesdienst teilnimmt. …

Mit jeder Eheschließung entsteht ein neuer Haushalt – eine unabhängige Wirtschaftseinheit, die Einnahmen, Ausgaben, Ersparnisse und Investitionen hervorbringt.“31

Weiter sagte Dr. Fagan, dass die „verheiratete Mutter, die zu Hause bleibt, einen weit tiefgreifenderen Einfluss auf die Wirtschaft ausübt als der verheiratete Vater, der arbeiten geht. … Während der Mann zur gegenwärtigen Wirtschaftskraft beiträgt, leistet die Mutter einen Beitrag zur gegenwärtigen wie zur zukünftigen Wirtschaftskraft.“32

Dr. Fagans Bericht bestätigt, was die Erste Präsidentschaft und die Zwölf Apostel vor Jahren in der Proklamation zur Familie geschrieben haben. Hoffentlich hat jeder von Ihnen ein Exemplar. Lesen Sie die Proklamation aufmerksam durch. Die darin enthaltenen Wahrheiten werden Sie vor den Angriffen schützen, die überall auf der Welt auf die Familie hereinprasseln.

Sie, die wunderbare Jugend von edler Herkunft, müssen die weitreichenden Folgen des Kampfes begreifen, der derzeit in der Gesellschaft um die Definition der Ehe tobt. Die aktuelle Debatte dreht sich auch um die Frage, ob zwei Angehörige desselben Geschlechts heiraten können. Wenn Ihnen unklar ist, welche Position die Kirche in dieser oder in einer anderen wichtigen Frage vertritt, denken Sie gebeterfüllt nach und halten Sie sich dann an die prophetischen Botschaften bei der bevorstehenden Generalkonferenz der Kirche im Oktober. Diese inspirierten Ansprachen sowie die Eingebungen des Heiligen Geistes werden Ihr Verständnis erweitern und verbessern.

Die Debatte um die Ehe ist nur eine von vielen Auseinandersetzungen, die Sie in Zukunft herausfordern werden. Sie, die Jugend von edler Herkunft, werden sich für den Herrn und seine Wahrheit entscheiden und den schrillen Stimmen des Widersachers widerstehen. Denken Sie an den Text des folgenden Liedes. Wiederholen Sie ihn. Lernen Sie ihn auswendig. In diesem Lied geht es um Sie:

Soll die Jugend Zions zittern
in dem Kampf um Licht und Recht?
Wenn der Feind sich drohend nahet,
weichen wir dann vom Gefecht? Nein!
Treu in dem Glauben, den Eltern uns lehrten,
treu stets der Wahrheit, die Helden begehrten!
Gott zugewandt
Aug, Herz und Hand,
standhaft und treu sei stets unser Stand.33

Der Apostel Paulus hat die heutige Misere vorhergesagt. Seine Beschreibung hört sich nach unseren Abendnachrichten an. Hören Sie zu!

„In den letzten Tagen werden schwere Zeiten anbrechen.

Die Menschen werden selbstsüchtig sein, habgierig, prahlerisch, überheblich, bösartig, ungehorsam gegen die Eltern, undankbar, ohne Ehrfurcht,

lieblos, unversöhnlich, verleumderisch, unbeherrscht, rücksichtslos, roh,

heimtückisch, verwegen, hochmütig, mehr dem Vergnügen als Gott zugewandt.

Den Schein der Frömmigkeit werden sie wahren, doch die Kraft der Frömmigkeit werden sie verleugnen. Wende dich von diesen Menschen ab.“34

Damit beendet er seine Warnung.

Der präzisen Vision des Paulus von der geistigen Verwüstung in unseren Tagen folgt eine tröstliche Zusicherung, wie wir auf der sicheren Seite bleiben: „Du kennst von Kindheit an die heiligen Schriften, die dir Weisheit verleihen können, damit du durch den Glauben an Christus Jesus gerettet wirst.“35

Diesem Rat füge ich einen von mir hinzu: Forschen Sie weiter in den heiligen Schriften. Machen Sie mit all dem weiter, was Ihren Glauben an Jesus Christus stärkt. Achten Sie dann darauf, zu welch klugen Entscheidungen Sie sich ganz natürlich hingezogen fühlen.

Ihr Glaube an Jesus Christus und sein Evangelium wird Ihnen Mut machen, zu heiraten und Kinder in die Welt zu setzen, solange Sie noch jung sind und dies möglich ist. Wenn Sie in meinem Alter sind, werden Sie Ihre Kinder, Enkel und deren Kinder mehr schätzen als allen Ruhm oder Wohlstand, den Sie hätten erlangen können.

Nun zu einer Frage, von der ich mir wünsche, dass Sie sie sich jeden Tag stellen: Wie bereiten Sie sich auf ein persönliches Gespräch mit dem Erretter vor?

Sie, die Jugend von edler Herkunft, sind noch nicht vollkommen. Das ist niemand von uns. Also sind Sie, wie alle anderen auch, sehr dankbar für das Sühnopfer des Erretters, das bei aufrichtiger Umkehr vollkommene Vergebung gewährt. Sie wissen auch, dass Ihr Aufenthalt auf Erden verhältnismäßig kurz ist. (Je älter man wird, desto bewusster wird es einem.) Mit der Zeit schließt jeder von Ihnen dieses sterbliche Leben ab und geht in die nächste Welt über.

Der Tag des Gerichts erwartet uns alle. Ich weiß nicht, ob die Himmelspforte aus Gold ist oder nicht, aber ich weiß genauso gut wie jeder, der das Buch Mormon studiert, dass „der Hüter des Tores … der Heilige Israels [ist]; und er setzt dort keinen Knecht ein; … denn der Herr, Gott, ist sein Name“36. Ja, jeder von uns wird ein persönliches Gespräch mit Jesus Christus haben.

Jeder Tag auf der Erde gibt Ihnen Zeit und Gelegenheit, sich auf dieses Gespräch vorzubereiten. Bitte beachten Sie: Wenn Sie sich dafür entscheiden, auf der Seite des Herrn zu stehen, sind Sie niemals allein. Gott gewährt Ihnen Zugang zu seiner Hilfe, solange Sie sich auf dem gefährlichen Weg durch das Erdenleben bewegen. Wenn Sie ihm täglich voller Eifer und Ernst im Gebet Ihr Herz ausschütten, sendet er Ihnen seine Engel, um Ihnen zu helfen.37 Er hat Ihnen den Heiligen Geist zur Seite gestellt, solange Sie würdig leben. Er hat Ihnen heilige Schriften gegeben, damit Sie sich an den Worten Jesu Christi weiden können.38 Er hat Ihnen die Worte der lebenden Propheten gegeben, an die Sie sich halten sollen.

Er hat Ihnen ermöglicht, einen Patriarchalischen Segen zu erhalten. Dieser gewährt Ihnen einen Einblick in Ihre Verbindung mit Abraham, Isaak und Jakob sowie in den Bund, der für deren Nachkommen geschlossen wurde. Ihr Patriarchalischer Segen verschafft Ihnen auch einen Einblick in Ihr Potenzial hier und im nächsten Leben. Jedes dieser gottgegebenen Hilfsmittel, und es gibt noch weitere, wird es Ihnen ermöglichen, gute Entscheidungen zu treffen, sodass Sie sich darauf freuen können, Ihrem Herrn und Heiland von Angesicht zu Angesicht zu begegnen.

Meine letzte Frage: In wen werden Sie Ihr Vertrauen setzen?

Sie, die Jugend von edler Herkunft, wissen, dass Gott Ihr Vater ist. Er liebt Sie. Er möchte, dass Sie glücklich sind. Vertrauen Sie auf den Herrn.39 Behalten Sie immer den heiligen Tempel im Auge. Seien Sie würdig, Ihr Endowment und die siegelnden heiligen Handlungen zu empfangen. Bleiben Sie diesen Bündnissen treu und kehren Sie häufig zum Tempel zurück. Vergessen Sie nicht: Ihr erhabenstes Ziel ist es, die größte aller Gaben Gottes zu erlangen, nämlich ewiges Leben.40 Die heiligen Handlungen des Tempels sind dafür unerlässlich.41

Ich fordere Sie dazu auf, gebeterfüllt über Abschnitt 86 im Buch Lehre und Bündnisse nachzusinnen, wo es darum geht, wer Sie sind, was Ihre Aufgabe ist und welche Segnungen Sie erwarten. Darin geht es um Sie! Hören Sie zu!

„Darum, so spricht der Herr zu euch [der Jugend von edler Herkunft], bei denen das Priestertum durch die Linie eurer Väter fortbestanden hat –

denn ihr seid rechtmäßige Erben gemäß dem Fleische und seid mit Christus in Gott vor der Welt verborgen gewesen –

darum sind euer Leben und das Priestertum erhalten geblieben, und es muss notwendigerweise durch euch und eure Linie erhalten bleiben bis zur Wiederherstellung all dessen, was durch den Mund aller heiligen Propheten von Anbeginn der Welt an gesprochen worden ist.

Darum, gesegnet seid ihr, wenn ihr in meiner Güte verbleibt, ein Licht für die Andern, und durch dieses Priestertum ein Erretter meinem Volk Israel.“42

Ja, Sie sind wahrhaftig eine Jugend von edler Herkunft, im Ebenbild Gottes erschaffen. Sie sind seine rechtmäßigen Erben, die auf Herz und Nieren geprüft werden sollen. Sie können sich dafür entscheiden, der Welt ein Licht zu sein, dabei zu helfen, Gottes Kinder zu erretten, Freude zu haben und letztlich die Segnungen ewigen Lebens zu erlangen.

Um Sie bei diesen wichtigen Entscheidungen zu unterstützen, die Ihnen bevorstehen, möchte ich Ihnen jetzt einen Segen geben. Kraft der Schlüssel des heiligen Apostelamtes, die mir anvertraut sind, segne ich Sie, dass Sie sich an den Worten Jesu Christi weiden und seine Lehren in die Tat umsetzen mögen. Ich segne Sie mit der Kraft, so zu leben, wie der Herr es sich von Ihnen wünscht, und dass Sie durch Ihr rechtschaffenes Beispiel als Mitglied der Kirche, die seinen heiligen Namen trägt, würdig werden, dass man Ihrem Beispiel folgt. Ich segne Sie mit Erfolg bei Ihren Zielen in Ausbildung und Beruf, damit Sie Ihren Mitmenschen wertvolle Dienste erweisen können. Ich segne Sie mit Gesundheit und Kraft, die Sie brauchen, um Ihre göttliche Bestimmung zu erfüllen, damit sein Wille durch Sie geschehen möge.

Damit segne ich Sie und gebe Ihnen Zeugnis: Gott lebt! Jesus ist der Messias. Dies ist seine Kirche. Er führt sie durch seine Propheten und Apostel. Wir lieben und unterstützen Thomas S. Monson als den heutigen Präsidenten der Kirche des Herrn. Ich gebe Ihnen diesen Segen und dieses Zeugnis, meine lieben Brüder und Schwestern, und möchte Ihnen sagen, dass Sie mir alle sehr am Herzen liegen. Im heiligen Namen Jesu Christi. Amen.

© 2013 Intellectual Reserve, Inc. Alle Rechte vorbehalten. Genehmigung: Englisch 1/13, Übersetzung 1/13. Das Original trägt den Titel: Youth of the Noble Birthright: What Will You Choose? German. PD50048932 150

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    Anmerkungen

  1.  

    1. Siehe „Geh voran“, Gesangbuch, Nr. 167

  2.  

    2.  Apostelgeschichte 3:25; siehe auch 1 Nephi 15:18; 3 Nephi 20:25

  3.  

    3. Siehe „Hoffnung Israels“, Gesangbuch, Nr. 170

  4.  

    4. Siehe Alma 13:2,3

  5.  

    5. Siehe Lehre und Bündnisse 132:63

  6.  

    6. „O wisse, jede Seel ist frei“, Gesangbuch, Nr. 159

  7.  

    7. Siehe Lehre und Bündnisse 93:36

  8.  

    8.  Lehre und Bündnisse 130:18,19

  9.  

    9.  1 Timotheus 4:12; siehe auch Hebräer 13:7

  10.  

    10. Ardeth Greene Kapp, I Walk by Faith, 1987, Seite 97

  11.  

    11.  Lehre und Bündnisse 82:3; siehe auch Lukas 12:48

  12.  

    12. Siehe „We Are All Enlisted“, Hymns, Nr. 250

  13.  

    13. Siehe Offenbarung12:7–9; Lehre und Bündnisse 29:40,41

  14.  

    14. Siehe 1 Nephi 10:4

  15.  

    15. Siehe Mose 4:3. Manche Menschen halten Entscheidungsfreiheit für völlige Handlungsfreiheit. Doch diesen Ausdruck gibt es in den heiligen Schriften nicht. Dort ist meist die Rede von sittlicher Selbständigkeit (siehe Lehre und Bündnisse 101:78).

  16.  

    16.  2 Nephi 2:27

  17.  

    17.  Alma 41:10

  18.  

    18. Siehe 2 Nephi 10:23

  19.  

    19.  Johannes 17:3

  20.  

    20. Joseph-Smith-Übersetzung, Matthäus 6:38

  21.  

    21. Siehe Lehre und Bündnisse 14:7; Mose 1:39

  22.  

    22. Siehe Lehre und Bündnisse 1:16; 89:4

  23.  

    23. Siehe 1 Timotheus 6:5,6,11

  24.  

    24. Siehe Boyd K. Packer, „Ratschläge für die Jugend“, Liahona, November 2011, Seite 18

  25.  

    25.  Lehre und Bündnisse 38:13

  26.  

    26.  Lehre und Bündnisse 38:28

  27.  

    27.  2 Petrus 2:18,19

  28.  

    28. Siehe Don Feder, „The Perpetual-Crisis Machine of the Apocalyptic Left“, donfeder.com/articles/1002chickenLittle.htm

  29.  

    29.  Lehre und Bündnisse 104:17

  30.  

    30. Dr. Patrick F. Fagan gehört dem Family Research Council an und leitet das Marriage and Religion Research Institute in Washington, D.C.

  31.  

    31. Patrick F. Fagan, „The Family GDP: How Marriage and Fertility Drive the Economy“, The Family in America, Band 24, Nr. 2, Frühjahr 2010, Seite 136

  32.  

    32. Patrick F. Fagan, „The Family GDP“, Seite 142

  33.  

    33. „Treu in dem Glauben“, Gesangbuch, Nr. 166

  34.  

    34.  2 Timotheus 3:1–5

  35.  

    35.  2 Timotheus 3:15

  36.  

    36.  2 Nephi 9:41

  37.  

    37. Siehe Lehre und Bündnisse 84:88

  38.  

    38. Siehe 2 Nephi 9:51; 32:3

  39.  

    39. Siehe 2 Nephi 4:34; 28:31

  40.  

    40. Siehe Lehre und Bündnisse 14:7

  41.  

    41. Siehe Lehre und Bündnisse 131:1–3

  42.  

    42.  Lehre und Bündnisse 86:8–11; Hervorhebung hinzugefügt