Das Evangelium bietet Lösungen für die Probleme und Herausforderungen des Lebens


Elder Perry: Heute sprechen wir darüber, wie man den Problemen und Herausforderungen des Lebens begegnet, indem man das Evangelium Jesu Christi anwendet. Die Präsidenten der Kirche haben uns in der Vergangenheit immer wieder sehr darin bestärkt, diese Herausforderungen und Probleme mithilfe des Evangeliums zu bewältigen. Ich habe zwei Zitate ausgewählt, mit denen wir uns heute näher befassen wollen. Das erste stammt von Präsident Spencer W. Kimball, der bei der Frühjahrs-Generalkonferenz 1980 sagte: „Vergessen wir nicht: Wenn wir nach dem Evangelium leben und den Rat der Führer der Kirche befolgen, dann werden wir in der Lage sein, die vielen Probleme zu umgehen, von denen die Welt heimgesucht wird. Der Herr weiß, mit welchen Schwierigkeiten wir konfrontiert sind. Wenn wir seine Gebote halten, haben wir ein Anrecht auf die Weisheit und den Segen des Himmels, um diese Probleme zu lösen.“ („A Deep Commitment to the Principles of Welfare Service“, Ensign, Mai 1980, Seite 92.)

Brüder und Schwestern, ich weiß, dass das Evangelium wahr ist. Es bietet Antworten auf alle Fragen des Lebens und Lösungen für alle Probleme, vor denen wir stehen. Nun ein Zitat von Präsident Ezra Taft Benson, als er einmal zu den Missionaren sprach: „Ich gebe Ihnen Zeugnis, dass wir die Lösungen für die Probleme der Welt besitzen. Wir wissen, wohin wir gehen. Wir sind auf dem richtigen Weg, und der Herr leitet sein Werk durch einen Propheten, dem besondere Zeugen zur Seite stehen, die Zeugnis geben, dass [unser Herr und Erlöser] Gott ist, nämlich der Gott dieser Welt, und dass er auf Weisung des Vaters handelt. Es ist unmöglich, in seinem Werk zu versagen.“ („Wie man bei der Missionsarbeit Erfolg hat“, Der Stern, April 1991, Seite 6.)

Die Propheten Gottes versichern uns, dass der Kurs, wie wir das Evangelium Jesu Christi im Leben anwenden sollen, klar und deutlich vor uns liegt. Elder Christofferson und ich werden Fragen zu drei Themenbereichen stellen und beantworten, die zeigen sollen, wie man das Evangelium anwendet, indem man seinem Nächsten dient, ihn rettet und respektiert. Ich stelle die Fragen, und Elder Christofferson wird sie beantworten.

Es werden bewusst knappe Antworten sein, und wir hoffen, dass Sie daran anknüpfen und sich anhand dieser Fragen um mehr Wissen und Erkenntnis bemühen. Als Erstes: Dienst am Nächsten. Wir wenden das Evangelium an, indem wir unserem Nächsten dienen, wie es der Erlöser durch sein Wirken auf der Erde vorgelebt hat. Als Erstes müssen wir verstehen, wie die Welt uns einordnet und wer wir sind. Also lautet die erste Frage: Sind Mormonen Christen?

Elder Christofferson: Ja. Sie haben gesagt, dass man Herausforderungen und Probleme im Leben meistert, indem man das Evangelium anwendet. Das bedeutet, den Lehren und dem Beispiel Christi zu folgen und seine Gebote zu halten. Und ich denke, dass wir mit dieser christlichen Lebensführung und dem Dienst am Nächsten das beste und überzeugendste Argument dafür liefern, dass wir tatsächlich Christen sind. Ich weiß, dass manche behaupten, wir würden nicht ihrer konkreten Vorstellung von einem strenggläubigen Christen entsprechen. Seiʼs drum! Wir sollten jedoch immer ein gutes Vorbild sein, damit niemand behaupten kann, die Mitglieder der Kirche würden den Erlöser nicht lieben. Niemand kann bestreiten, dass die Mitglieder der Kirche danach streben, dem Heiland nachzueifern. Das zeigen wir, wie ich meine, durch unsere Taten. Wie der Erlöser gesagt hat: „An ihren Früchten sollt ihr sie erkennen.“ (Matthäus 7:20.) Übrigens gehöre ich einer wunderbaren Gemeinde an, die durch ein solches Miteinander und eine solche Lebensweise geprägt ist.

Ein kleines Beispiel: Amy hat fünf Kinder, erwartet ihr sechstes und war während dieser Schwangerschaft oftmals krank. Tiffany hat derzeit vielleicht von allen in der Gemeinde die meisten Kinder zu Hause. Dennoch hat sie es sich zur Aufgabe gemacht, gelegentlich Amys Kinder zu sich zu nehmen, damit Amy eine Zeit lang allein sein kann, um sich ausruhen und erholen zu können. Das ist ein einfaches Beispiel. Ich glaube aber, dass es {en} hunderte oder tausende Male vervielfacht {en} zeigt, was es für uns heißt, Christ zu sein.

Elder Perry: Ich denke, für diese Antwort bekommen Sie eine Eins. Vielen Dank.

Elder Christofferson: Ich danke Ihnen.

Elder Perry: Nächste Frage: Welche Auswirkungen hat der Dienst am Nächsten auf unser eigenes Leben?

Elder Christofferson: Also, wir konzentrieren uns beim Dienst am Nächsten immer auf andere. Wir denken darüber nach, wie wir anderen helfen können, doch zweifelsohne wirkt sich das auch auf uns selbst aus. Einfühlungsvermögen und Mitgefühl bringen es, wie ich finde, mit sich, dass sich unsere Sichtweise verändert, und geben uns zusätzlich Mut und Kraft, was unsere eigenen Belange angeht. Das läutert uns. Das heiligt uns. Präsident Marion G. Romney hat einmal gesagt {en} bestimmt erinnern Sie sich {en}, dass wir dem Nächsten nicht einfach nur dienen, um in den Himmel zu kommen, sondern weil der Dienst am Nächsten die Lebensweise im Himmel ist. Es ist nämlich die Lebensweise Gottes. Das ist es, wonach wir leben.

Christus ist nicht gekommen, um sich dienen zu lassen, wie er sagte, sondern um selbst zu dienen. Hierbei denke ich an die Worte Amuleks. Ich habe sie vorhin schon markiert. In Kapitel 34 im Buch Alma spricht Amulek davon, dass wir beten und alles andere tun sollen, was zu unserer Gottesverehrung und unserer Lebensweise gehört. Dann sagt er: „Wenn ihr dies alles getan habt, aber die Bedürftigen und die Nackten abweist und nicht die Kranken und Bedrängten besucht und von eurer Habe, sofern ihr habt, mit den Bedürftigen teilt {en} ich sage euch, wenn ihr dies nicht tut, siehe, so ist euer Beten unnütz und trägt euch nichts ein, und ihr seid wie Heuchler, die den Glauben verleugnen.“ (Alma 34:28.)

Im Übrigen glaube ich, dass der wichtigste Dienst am Nächsten zu Hause geschieht. Dort erfordert er die größte Ausdauer und Beständigkeit.

Elder Perry: Nun, machen wir uns an die dritte Frage zu diesem Themenbereich. Menschen, die einer anderen Glaubensgemeinschaft angehören, halten vielleicht dieselben Werte hoch wie wir. Ist es möglich, sich gemeinsam mit ihnen dem christlichen Dienst am Nächsten zu widmen?

Elder Christofferson: Ich finde, das ist ganz selbstverständlich. Man muss nicht in allen Punkten der Lehre übereinstimmen, um mit anderen zusammenarbeiten und etwas ausrichten zu können. Nach meiner Erfahrung habe ich mich durch solche Zusammenarbeit menschlich stets weiterentwickelt. An den verschiedenen Orten, wo ich innerhalb und außerhalb der USA gewohnt habe, hatte ich oftmals die Gelegenheit, mit anderen Gruppen, Vertretern anderer Glaubensgemeinschaften und gelegentlich auch mit Menschen zusammenzuarbeiten, die vermutlich gar keiner Religion anhingen. Aber alle einte ihr guter Wille. Und ich habe, wie gesagt, das Gefühl, dass ich dadurch zu einem besseren Menschen geworden bin. Die Kirche ist ja auch so eingerichtet, dass sie sich dafür anbietet, in Gruppen zu helfen. In den Kollegien und Gemeinden, ja, in allen Organisationen der Kirche wird uns ermöglicht und werden wir darauf vorbereitet, voranzugehen und manchmal auch, uns anzuschließen. Wir haben, wie Sie wissen, eine Menge Erfahrungen mit dem Dienst am Nächsten gemacht, und zwar nicht nur auf örtlicher Ebene, sondern in aller Welt. Wir haben uns mit Katholiken zusammengetan, mit Protestanten und Muslimen, auch mit weltlich ausgerichteten Gruppierungen und einzelnen Menschen. Ich glaube, dies ist wirklich {en} wie bereits erwähnt {en} ein ganz natürliche Folge unseres christlichen Dienstes am Nächsten und der Nachfolge Christi, wenn wir das Evangelium leben.

Elder Perry: Wohl wahr. Widmen wir uns nun dem nächsten Thema: dem Retten. Wir wenden das Evangelium an und retten andere, indem wir ihnen das geben, was sie in geistiger und materieller Hinsicht benötigen, wie es der Erlöser getan hat. Erste Frage: Inwiefern ist die Bemühung, andere zu retten, ein Kernpunkt unseres Glaubens?

Elder Christofferson: Auch hier reden wir darüber, dass das Evangelium Lösungen für die Probleme und Bedürfnisse des Lebens bietet. Und für mich ist der Schlüssel zu all dem die erlösende Macht Jesu Christi. Wir bauen auf seine Gnade, um Sünde und Leid, ja, sogar den Tod zu überwinden. Und ich glaube, wir setzen das Evangelium zu einem gewissen Teil auch dadurch um, dass wir gemeinsam mit Christus an diesem Erlösungswerk {en} seinem Erlösungswerk {en} arbeiten. Das gilt für jeden Einzelnen, für uns als Vater oder Mutter, als Kollegium, Gemeinde oder Pfahl, was auch immer zutreffen mag. Wir wollen Christus dabei helfen, Menschen aus geistiger sowie aus materieller Not zu retten.

All das ist, denke ich, Teil der Rettung, und wenn wir etwa das Handbuch aufschlagen, lesen wir darin {en} um nur ein Beispiel zu nennen {en} vom Vorratshaus des Bischofs. Das Vorratshaus des Bischofs umfasst alles an gutem Willen, an Talenten, an Zeit und an Mitteln, alles, was die Mitglieder beisteuern möchten und zu geben bereit sind, um zum Erlösungswerk beizutragen. Wir haben ja den Dienst am Nächsten angesprochen. Ich finde, so dient man auf die bestmögliche Weise, und ich glaube, dass uns Präsident Monson aus gutem Grund dazu anhält. Gegen Ende unserer Versammlung jeden Donnerstag im Tempel berichten wir immer, was wir in der vorangegangenen Woche geleistet haben. Da gibt es jedes Mal {en} trotz allem, was er sonst noch als Präsident der Kirche zu tun hat {en} etwas zu hören, wie er selbst jemandem gedient oder jemandem die Hand zur Rettung gereicht hat.

Er hat jemanden in einem Pflegeheim besucht. Er hat jemandem einen Segen gespendet. Er hat an einer Trauerfeier teilgenommen. Er hat jemanden angerufen, von dem er wusste, dass er allein war. Das alles sind, wie ich finde, großartige Beispiele dafür, was es heißt, unsere Mitarbeit im Erlösungswerk des Herrn zum Mittelpunkt unseres Lebens zu machen.

Elder Perry: Sprechen wir einmal darüber, welche Rolle das Priestertumskollegium bei diesen Rettungsbemühungen spielt.

Elder Christofferson: Also, meiner Meinung nach spielen die Kollegien hier eine wichtige Rolle, eine Führungsrolle. Die Kollegiumspräsidenten haben selbstverständlich die Schlüssel inne. Zusammen mit ihren Ratgebern haben sie die Vollmacht, für Brüderlichkeit im Kollegium zu sorgen und auf alle Mitglieder ihres Kollegiums und deren Familien zuzugehen, seien sie in der Kirche engagiert oder nicht, und sie in ihren Evangeliumsbündnissen zu stärken. Nochmals: Es geht darum, dass sie begreifen, wie das Evangelium in ihrem Leben wirken kann und ihnen hilft, jede Herausforderung zu meistern.

Was mich betrifft, so glaube ich, dass es beim Eid und Bund des Priestertums im Grunde um das Retten geht. Das Priestertum groß zu machen und die heiligen Handlungen, die kraft des Priestertums ausgeübt werden, zu vollziehen, steht im Mittelpunkt aller Rettungsbemühungen. Sie haben oft über die Rolle des Kollegiums und des Gemeinderats bei den Rettungsaktionen gesprochen. Möchten Sie heute vielleicht etwas dazu sagen?

Elder Perry: Mir liegen die Ältestenkollegiumspräsidenten und Hohepriestergruppenleiter sehr am Herzen. Sie stehen an der Spitze der Kollegien, und diese Kollegien benötigen Führung. Viel zu oft gestehen wir ihnen in unseren Gemeinden nicht den Rang zu, der ihnen gebührt, und verstehen deshalb nicht, welch verantwortungsvolle Führungsrolle sie innehaben. Ich hoffe, dass wir unser Verständnis davon erweitern, was sie alles tun, um das Rettungswerk im Reich unseres Vaters im Himmel voranzubringen. Und ich hoffe, ihre Amtszeiten mögen länger sein, als dies heutzutage der Fall ist.

Elder Christofferson: Da stimme ich zu. Was die Kollegien übrigens wirklich erreichen, ist Folgendes: Sie stellen das Rüstzeug dafür zur Verfügung, dass man das Evangelium versteht und dazu nutzt, die Herausforderungen des Lebens zu meistern.

Elder Perry: Ausgezeichnet. Nun die letzte Frage zu diesem Themenbereich: Gibt es Gemeinsamkeiten zwischen den Rettungsaktionen für die weniger aktiven Mitglieder und der „klassischen“ Missionsarbeit, bei der wir auf diejenigen zugehen, die der Kirche nicht angehören?

Elder Christofferson: Ich bin froh, dass Sie beides miteinander verknüpfen, denn ich finde, es ist ein und dasselbe. Im ersten Fall richten sich die Bemühungen auf diejenigen, die das Evangelium einst angenommen haben, und wir führen sie zum Erlöser zurück. Im zweiten Fall geht es darum, Menschen Christus zum ersten Mal nahezubringen. Aber letztendlich handelt es sich ja um das gleiche Werk. Ich meine übrigens auch, dass man den Menschen wohl kaum sagen sollte: „Kommt und beginnt euer Leben noch einmal von vorn.“ Vielleicht im Einzelfall, aber im Allgemeinen sagen wir doch lieber: „Halte an dem fest, was du hast {en} an all dem Guten, was du im Laufe der Jahre aufgebaut hast, was bis heute Teil deines Lebens ist. Wir fügen nur noch den Rest hinzu und schaffen die Angleichung an das, was der Erlöser im Evangelium anbietet.“

Elder Perry: Sehr schön. Widmen wir uns nun dem letzten Thema. Hier geht es darum, unsere Bündnisse zu ehren, die wir mit Gott schließen. Meine erste Frage an Sie: Was für eine Rolle spielen der Tempel und die Tempelbündnisse dabei, dass wir den Herausforderungen des Lebens begegnen und sie meistern können?

Elder Christofferson: Was die Bewältigung von Herausforderungen angeht, würde ich sagen, dass es nichts Besseres gibt, als das Evangelium Jesu Christi in die Tat umzusetzen, in den Tempel zu gehen und dort heilige Bündnisse zu schließen. Ich sage oft, dass ein Segen des Tempels und der heiligen Handlungen in einer veränderten Sichtweise besteht. Wenn wir in den Tempel gehen, lassen wir all unseren Kummer, unsere Probleme und Sorgen am Eingang zurück. Und wenn wir ihn wieder verlassen, sind sie noch immer da. Wir müssen sie alle wieder mitnehmen, sie haben sich nicht verändert. Doch wir haben uns verändert. Ich meine, wir werden geistig stärker, unsere Fähigkeiten nehmen zu und unsere Sicht auf das Leben und dessen Bedeutung hat sich gewandelt. Vielleicht erscheinen die großen Probleme nicht mehr ganz so groß, und die kleinen, scheinbar unbedeutenden drängen sich auf und wollen bereinigt werden, bevor sie sich richtig auswachsen.

Darüber hinaus gibt es, wie ich meine, eine göttliche Macht, die mit diesen Bündnissen einhergeht. Im Buch Lehre und Bündnisse heißt es, dass in den Verordnungen des Melchisedekischen Priestertums {en} und ich glaube, insbesondere in den Verordnungen des Tempels {en}, die Macht des Göttlichen kundgetan wird. Das heißt für mich unter anderem, dass es dort eine göttliche Einflussnahme gibt, eine göttliche Macht, die in uns einströmt, vorausgesetzt, wir schließen diese Bündnisse und halten sie.

Der Tempel ist also ein Ort der Erneuerung. Er ist ein Ort der Offenbarung. Ein Tempel kann seinen Zweck nur dann in der rechten Weise erfüllen, wenn man vorbereitet ist. Manchmal sehen andere unseren Gottesdienst im Tempel kritisch und behaupten, er würde viel zu sehr geheim gehalten. Doch ist der Zugang nicht aus Gründen der Geheimhaltung beschränkt, sondern um sicherzustellen, dass man genügend vorbereitet ist. Man muss vorbereitet und geistig gereift sein, um die Bündnisse einzugehen und zu halten. Sie sind ausgesprochen heilig.

Elder Perry: Sehr gut. Welche Rolle spielen die Bündnisse, wenn man sich wirklich bekehren will?

Elder Christofferson: Für mich sind sie der Weg, auf dem man als Jünger Christi wandelt. Der Kern aller Bündnisse ist der Gehorsam, und nicht zuletzt gehören auch Opfer und Weihung dazu. In einem Wort also: Gehorsam. Meiner Ansicht nach bewirkt dieser mit der Zeit die Wandlung vom natürlichen Menschen zum Heiligen. Und ich glaube, dass es keine andere Möglichkeit, keinen anderen Weg gibt, das zu erreichen. Ich finde, wenn jemand weiß, dass die Verheißung Gottes sich auf ihn ganz persönlich erstreckt, unabhängig von anderen, entwickelt er wirklich großen Glauben. Jeder schließt diese Bündnisse persönlich, eines nach dem anderen.

Vor einigen Jahren las ich einmal einen Artikel in einer französischen Zeitung, in dem es um unsere Arbeit für die Verstorbenen ging. Da war zu lesen, die Mormonen würden Mikrofilmrollen nehmen, in einen Eimer Wasser tauchen, wieder herausziehen und behaupten, dass all die Leute auf dem Film nun getauft seien. Ich dachte mir: Toll, da könnten wir wirklich eine Menge Zeit sparen! Aber so funktioniert es nicht, weil diese Bündnisse persönlich sind, denn was Gott uns verheißt und was wir ihm im Gegenzug versprechen, ist auf die Person bezogen.

Und das fördert meiner Ansicht nach den Glauben. Gott verheißt uns etwas. Wir wissen, dass er nicht lügen kann. Wir wissen, dass er seine Verheißung erfüllen wird. Ich finde, das hilft uns, mit der Gegenwart klarzukommen. Was auch immer danach geschehen mag, wir kennen das Ende und können damit umgehen.

Elder Perry: Ausgezeichnet. Hier nun die letzte Frage an Sie: Was bedeutet es konkret, unsere Bündnisse in Ehren zu halten?

Elder Christofferson: Ich weiß noch, wie einer unserer Amtsbrüder einmal sagte: „Wir gehen in den Tempel, um Bündnisse zu schließen. Dann gehen wir wieder nach Hause, um sie zu halten.“ Und für mich ist das Halten der Gebote in der Praxis wiederum etwas, was in erster Linie zu Hause, in der Ehe und der Familie geschieht. Wir haben die Anwendung des Evangeliums zur Rettung und zum Dienst am Nächsten besprochen und hierbei den Gehorsam erwähnt. Dies alles verstehe ich darunter, unsere Bündnisse zu halten. Besonders möchte ich noch die fortdauernde Umkehr betonen, die durch das Abendmahl ermöglicht wird.

Wenn wir uns jede Woche vorbereiten, indem wir vor dem Sonntag das bereinigen, was zu bereinigen ist, indem wir umkehren, bekennen und das erledigen, was zu erledigen ist, und dann die Abendmahlsversammlung besuchen, am Abendmahl teilnehmen, da ja durch die Macht des Priestertums gesegnet wird. Wir erneuern dabei nicht nur unsere Bündnisse, sondern erlangen erneut das, was uns verheißen wurde, nämlich Sündenvergebung und den Heiligen Geist als ständigen Begleiter. So hält man seine Bündnisse in Ehren.

Elder Perry: Möchten Sie vielleicht noch Zeugnis geben von dem, was wir besprochen haben?

Elder Christofferson: Ja, danke. Das Evangelium bietet die richtigen Antworten auf unsere Fragen. Es geht um all das, was wir besprochen haben, um den Dienst am Nächsten, um heilige Handlungen und darum, dass man Bündnisse hält. Und mit der Zeit verändern wir uns dadurch. Unsere Fähigkeit, Probleme zu bewältigen, nimmt im Laufe der Zeit zu. Es hilft uns wirklich dabei {en} so hat es Spencer W. Kimball in dem Zitat, das Sie vorgelesen haben, formuliert {en} einen Großteil der Probleme und Herausforderungen des Lebens zu umgehen und zu lösen und göttliche Hilfe in Anspruch zu nehmen. Für mich ist der Schlüssel hierzu die Gabe des Heiligen Geistes. Wir sind damit gesegnet, durch den Heiligen Geist stets geführt, unterstützt und getröstet zu werden, und die Gaben des Geistes tragen uns durchs Leben, ganz gleich, was kommen mag.

Er lehrt uns, das Evangelium in die Tat umzusetzen, er führt und tröstet uns. Ich bezeuge, dass es den Heiligen Geist und seine Macht wirklich gibt; dass der Herr Jesus Christus lebt und seine sühnende Macht für uns wirkt; und dass Gott tatsächlich unser Vater im Himmel ist, der uns liebt und den Weg für uns durch das Evangelium bereitet hat. Er ist unser Vater, er lebt und liebt uns. Von all dem lege ich Zeugnis ab. Im Namen Jesu Christi. Amen.

Elder Perry: Ich füge mein Zeugnis dem Zeugnis von Elder Christofferson hinzu. Das Evangelium ist wiederhergestellt worden. Dies ist die Kirche Jesu Christi der Heiligen der Letzten Tage. Jesus Christus steht an ihrer Spitze. Er führt und leitet uns und zeigt uns, wie wir in dem Werk, in dem wir Verantwortung tragen, vorgehen sollen. Wir leben in der Evangeliumszeit der Fülle. Er hat uns den Weg, die Wahrheit und das Leben gegeben; dem allen sollen wir folgen.

Ich bezeuge feierlich, dass er uns führt und leitet und uns Lösungen für all unsere Probleme und Herausforderungen im Leben bietet. Im Namen Jesu Christi. Amen.