Missionsarbeit im digitalen Zeitalter


 

Ich freue mich, heute bei Ihnen zu sein. Wir begrüßen die Missionare aus der Missionarsschule in Provo, die heute anwesend sind. Betrachten Sie sie. Sind sie nicht wunderbar? Diese neu berufenen Missionare bereiten sich darauf vor, allen Geschlechtern, Sprachen und Völkern das wiederhergestellte Evangelium Jesu Christi zu verkündigen.

Die Senkung der Altersgrenze für Missionare hat eine neue Ära für die Missionsarbeit in der Kirche eingeleitet. Für viele hat sich dadurch das ganze Leben geändert. Wir wissen, dass die jungen Männer und Frauen, die es betraf, überwältigt waren.

Der Herr und Sie, die Eltern, haben eine besondere Generation herangezogen, die zu einer besonderen Zeit tätig ist, denn der Bedarf und die Möglichkeiten, das Evangelium zu verbreiten, waren nie größer.

In nur wenigen Tagen werden die Missionare, die jetzt hinter mir sitzen, in Ihren Gemeinden und Pfählen eintreffen. Da die Anzahl der Missionare immer mehr zunimmt, haben wir uns gefragt: „Was sollen all diese Missionare nur tun?“ Unsere Antwort lautet, dass sie das Gleiche tun werden, was Missionare schon immer getan haben: Sie werden unserem Heiland, Jesus Christus, nachfolgen und sein wiederhergestelltes Evangelium verkünden.

Der Missionspräsident hat die Schlüssel inne, über die ihm zugewiesene Mission zu präsidieren und diese zu führen. Der Pfahlpräsident hat die Schlüssel für die Missionsarbeit in seinem Pfahl inne. Der Bischof hat die Schlüssel inne, über die Gemeindemission zu präsidieren. Sie müssen sich absprechen und vereint zusammenarbeiten, damit die Missionsarbeit im jetzigen „digitalen Zeitalter“ vorankommen kann. Der Bischof übt seine Schlüssel im Gemeinderat aus, damit sowohl Familien, bei denen nicht alle der Kirche angehören, als auch weniger aktive Mitglieder mit ihren jeweiligen Angehörigen und Freunden namentlich erfasst und unterwiesen werden.

Die Botschaft, die sie überbringen – nämlich vom Sühnopfer Christi, vom Buch Mormon und von lebenden Propheten – ist die gleiche, die auch ich verkündet habe, als ich ein junger Missionar in der Nordstaaten-Mission war. An der Art und Weise, wie diese Botschaft verkündet wird, hat sich seit meiner Zeit jedoch einiges grundlegend geändert.

Als ich ein junger Missionar war, haben wir auf der Straße Leute angesprochen oder an ihre Tür geklopft, um mit ihnen über das Evangelium zu sprechen. Die Welt hat sich seitdem verändert. Viele haben heutzutage einen sehr stressigen Alltag. Sie hetzen bald hierhin, bald dorthin und sind oft weniger bereit, jemand völlig Fremden, den sie nicht eingeladen haben, bei sich einzulassen und sich eine Botschaft über das wiederhergestellte Evangelium anzuhören. Mit anderen Menschen, selbst mit guten Freunden, halten sie oft über das Internet Verbindung. Wenn der Herr also sein Werk vollbringen soll, Israel „von den vier Ecken der Erde“ (2 Nephi 21:12) zu sammeln, muss sich die Art und Weise, wie wir Missionsarbeit betreiben, grundlegend ändern. Die Missionare sind ab sofort berechtigt, bei der Missionsarbeit das Internet zu benutzen.

Zu den Tageszeiten, wann weniger zu tun ist – hauptsächlich vormittags – werden sie die Computer im Gemeindehaus oder anderen Einrichtungen der Kirche nutzen, um mit Interessenten und Mitgliedern Kontakt aufzunehmen, sich mit den örtlichen Priestertumsführern und ihren Führern in der Mission abzusprechen, Empfehlungen zu erhalten und ihnen nachzugehen, in Bezug auf Verpflichtungen nachzufassen, Termine zu bestätigen und über mormon.org, Facebook, Blogs, E-Mail oder SMS Grundsätze aus der Anleitung Verkündet mein Evangelium! zu erläutern.

Den Missionaren wird der Zugang zum Internet und der Gebrauch digitaler Geräte schrittweise im Laufe der nächsten Monate bis ins nächste Jahr hinein ermöglicht. Wir werden Sie verständigen, wenn für Ihre Mission und Ihr Gebiet die Zeit gekommen ist, diese Mittel zu verwenden. Natürlich ist Sicherheit an dieser neuen Grenze in der Missionsarbeit oberstes Gebot. Die Missionspräsidenten werden die Tätigkeit der Missionare im Internet überwachen, damit diese bei allem, was sie tun, beschützt bleiben.

Eine Beschwerde, die wir von Menschen, die sich für unsere Kirche interessieren, oft hören, lautet, dass unsere Gebäude verschlossen und leer sind, wenn sie schon mal den Mut aufbringen, eines davon aufzusuchen. Wir haben daher auch beschlossen, unsere Gemeindehäuser für Führungen zu öffnen. Die Missionare sind dann also dort, begrüßen wissbegierige Besucher, führen sie durch das Gemeindehaus, informieren sie und sprechen an diesen Orten, wo der Einfluss des Geistes stark zugegen ist, Einladungen aus.

Nun, da dieses neue Zeitalter anbricht, in dem die Missionare im Werk des Herrn auch Computer verwenden, laden wir Jung und Alt überall ein – Erwachsene, junge Erwachsene, Jugendliche und Kinder –, uns bei dieser aufregenden neuen Arbeit zu unterstützen, indem sie die Missionare in ihrem Gebiet auf Facebook am eigenen Computer als Freunde hinzufügen, deren Botschaft online verbreiten und auch selbst missionarisch tätig werden.

Es ist noch kein Jahr seit Präsident Monsons historischer Ankündigung vergangen, dass die Altersgrenze für Missionare gesenkt wird. Seitdem sind Tausende dem Ruf des Propheten gefolgt, und jede Woche kommen viele weitere dazu. Vor zwei Tagen belief sich die Gesamtzahl der Missionare auf 70.274. Noch nie zuvor gab es eine solche Schwemme an Missionaren auf der Erde. Natürlich müssen wir all diese wunderbaren Missionare irgendwo unterbringen, und so haben wir dieses Jahr 58 neue Missionen eröffnet und die Gesamtzahl somit auf 405 erhöht. Außerdem haben wir dieses Jahr 173 neue Missionspräsidenten berufen. So viele Neuberufungen auf einmal gab es noch nie.

Zweifellos sind diese Missionare und Missionspräsidenten dem Ruf des Herrn gefolgt. Und nun ergeht sein Ruf an uns Mitglieder, gemeinsam mit ihnen und mit ihm dieses großartige Werk zu verrichten.

So wie sich die Missionare den Veränderungen in der Welt anpassen müssen, müssen auch die Mitglieder ihre Einstellung zur Missionsarbeit ändern. Dabei möchte ich jedoch klarstellen, dass sich an dem, was wir Mitglieder leisten sollen, nichts geändert hat. Es muss sich lediglich die Art und Weise, wie wir unsere Pflicht erfüllen, das Evangelium zu verbreiten, einer Welt anpassen, die in ständigem Wandel begriffen ist.

Vor 54 Jahren hat Präsident McKay jedes Mitglied aufgerufen, ein Missionar zu sein. Präsident Hinckley hat uns aufgerufen, einen besseren Weg zu finden, wie wir Missionsarbeit machen. Es genügt nicht, von Tür zu Tür zu gehen. Es gibt einen besseren Weg. Diesen hat uns Präsident Monson aufgezeigt: Die Mitglieder und die Missionare sollen nämlich ihre Bemühungen zusammenführen und gemeinsam das Evangelium verkünden.

Mit diesen Aussagen wird lediglich wiederholt, was bereits der Prophet Joseph Smith gesagt hat: „Nach allem, was gesagt worden ist, bleibt als größte und wichtigste Aufgabe, das Evangelium zu predigen.“ (Lehren der Präsidenten der Kirche: Joseph Smith, Seite 366.)

Nichts hat sich an diesen prophetischen Aufrufen, zu handeln, geändert. Die größte Aufgabe, die jeder ungeachtet seiner Berufung oder Stellung in der Kirche hat, besteht darin, das Evangelium zu verkünden. Dies trifft heute genauso zu wie zur Zeit Joseph Smiths oder auch zu jeder anderen Evangeliumszeit.

Wie können wir also diesem Aufruf des Herrn folgen, das Evangelium zu predigen? Eine Möglichkeit besteht darin, in der Missionsarbeit ein gemeinsames Ziel zu verfolgen.

Ein gemeinsames Ziel verfolgen ist mehr, als nur das gleiche Ziel zu haben. Beispielsweise interessieren sich viele unserer Kinder für Fußball. Sie begreifen sehr schnell, dass man einen Punkt erzielt, wenn man den Ball ins Tor schießt. Das Gesamtkonzept dieses Sports erschließt sich ihnen jedoch noch nicht. Sie haben zwar das gleiche Ziel, nämlich einen Treffer zu erzielen, aber noch geschieht das nicht gut organisiert. Sie stürzen sich einfach massenhaft auf den Ball.

In der Missionsarbeit geht es vielen von uns sehr ähnlich. Wir meinen, wir hätten das Endziel erkannt und verstanden, begreifen aber unsere Aufgabe dabei nicht. Wir wissen sozusagen nicht, auf welcher Position wir spielen sollen. Es mangelt uns an Einsicht, nicht am Willen.

Wenn Sie einen der Vollzeitmissionare hier fragten, was das Ziel seiner Mission sei, würde jeder von ihnen sicherlich mit Begeisterung erwidern: „Mein Ziel ist es, ‚andere ein[zu]laden, zu Christus zu kommen, indem [ich] ihnen [helfe], das wiederhergestellte Evangelium Jesu Christi anzunehmen. Dies geschieht, wenn die Betreffenden Glauben an Jesus Christus und sein Sühnopfer üben, umkehren, sich taufen lassen, die Gabe des Heiligen Geistes empfangen und bis ans Ende ausharren.‘“ (Verkündet mein Evangelium! – eine Anleitung für den Missionsdienst, Seite 1.)

Brüder und Schwestern, wenn unsere größte und wichtigste Aufgabe darin besteht, das Evangelium zu predigen, wie der Prophet Joseph Smith erklärt hat, dann ist unser Ziel klar: Kraft unserer Mitgliedschaft in seiner Kirche sind wir alle berufen und beauftragt, andere einzuladen, zu Christus zu kommen – ob es sich um ein aktives, ein neues oder ein weniger aktives Mitglied handelt oder um ein Nichtmitglied. Wenn wir jemanden kennen, der der Kirche nicht angehört oder weniger aktiv ist und das wiederhergestellte Evangelium noch nicht angenommen hat, indem er Glauben an Jesus Christus und dessen Sühnopfer ausgeübt hat, umgekehrt ist, sich hat taufen lassen und die Gabe des Heiligen Geistes empfangen hat, laden wir ihn dazu ein.

Diese Aufgabe lastet nicht allein auf den Schultern der Missionare.

Über diesen Irrtum hat Präsident Gordon B. Hinckley einmal gesagt: „Wir können die Missionare es allein versuchen lassen, oder wir können ihnen helfen. Wenn sie es allein tun, klopfen sie an eine Tür nach der anderen, und dann ist die Ernte bescheiden. Oder wir Mitglieder helfen ihnen, [Freunde der Kirche] zu finden und zu unterweisen.“ („Findet die Lämmer, weidet die Schafe“, Der Stern, Juli 1999, Seite 120.)

Es ist Zeit, dass wir als Nachbarn, Freunde und Angehörige der weniger aktiven Mitglieder und der Nichtmitglieder begreifen, dass wir uns in der idealen Position befinden, jemanden mit der echten Liebe und Rücksichtnahme einzuladen, die er verdient. Wir hoffen, dass die Einladung angenommen wird; wenn aber nicht, müssen wir weiterhin ein guter Freund bleiben und christliche Liebe erweisen, damit der Eingeladene weiß, dass die Beziehung, die wir gehegt und gepflegt haben, nicht nur Mittel zum Zweck war, sondern dass echte, dauerhafte Freundschaft dahintersteckt.

Natürlich ist die Kirche des Herrn eine Kirche der Ordnung, und dieses Werk wird vorankommen, wenn die Priestetumsschlüssel ordnungsgemäß ausgeübt werden. „Unter der Leitung des Bischofs arbeitet der Gemeinderat einen Gemeindemissionsplan aus. Der Plan soll kurz und einfach gehalten sein. Er soll konkrete Ziele und Aktivitäten enthalten, die den Mitgliedern der Priestertums- und Hilfsorganisationen helfen, sich an der Missionsarbeit der Mitglieder, der Aktiverhaltung und der Aktivierung zu beteiligen. Der Gemeinderat koordiniert den Gemeindemissionsplan mit den Plänen der Vollzeitmissionare, die der Gemeinde zugewiesen sind.“ (Handbuch 2: Die Kirche führen und verwalten, Abschnitt 2.8.)

Der Bischof leitet das Erlösungswerk in der Gemeinde durch den Gemeinderat. Der Gemeinderat überlegt, wen man einladen könnte, die Missionarslektionen anzuhören oder wieder aktiv zu werden, und bestimmt, wer aus der Gemeinde am besten in der Lage ist, so eine Einladung voller Liebe und Respekt auszusprechen.

Zum Gemeinderat gehören auch der Ältestenkollegiumspräsident und der Hohepriestergruppenleiter. Sie haben die Aufgabe, festzustellen, wer aus ihrem Kollegium weniger aktiv ist, und dann mit dem übrigen Gemeinderat daran zu arbeiten, diesen Mitgliedern zu helfen, wieder ganz aktiv zu werden. Der Segen, das Priestertum wieder bei sich zu Hause zu haben, wird ganzen Familien über Generationen hinweg zugutekommen.

Der Gemeinderat überlegt dann, welche weniger aktiven Mitglieder von den Vollzeitmissionaren besucht und unterwiesen werden können. Der Gemeindemissionsleiter, der ja dem Gemeinderat angehört, trägt gemeinsam mit den Missionaren in deren Terminplan die Namen derjenigen ein, denen ein solcher Besuch am meisten nutzen würde.

Auch wenn es Sache der Vollzeitmissionare ist, einen Freund der Kirche zu unterweisen, können und sollten sie doch von Mitgliedern des Gemeinderats, Gemeindemissionaren oder Mitgliedern, die einen persönlichen Bezug zu diesem Freund haben, begleitet werden. Ein Mitglied, das die Missionare begleitet, soll von den Grundsätzen in den Missionarslektionen Zeugnis geben und diese Grundsätze zwischen den Terminen mit den Missionaren untermauern.

Der Gemeinderat kann die Vollzeitmissionare außerdem bitten, die Gemeindemissionare beim Heim- oder Besuchslehren von weniger aktiven Mitgliedern oder bei den Lektionen für neue Mitglieder zu unterstützen. Uns ist bewusst, dass viel zu wenige der neugetauften Mitglieder diese Lektionen erhalten.

Der Herr möchte, dass wir uns „voll Eifer einer guten Sache widmen und vieles aus [unserem] eigenen, freien Willen tun“ (LuB 58:27).

Dass wir uns „voll Eifer einer guten Sache widmen“ sollen, erinnert mich an einen jungen Freund von mir, Scott. Er schlägt sich mit einigem herum, was ihn in mancherlei Hinsicht einschränkt, aber in anderem wiederum ist er außergewöhnlich. Beispielsweise ist er ein genauso kühner Missionar wie die Söhne Mosias. Ich glaube, Scott kann sich gar nicht vorstellen, dass nicht jeder Mensch der Kirche Jesu Christi der Heiligen der Letzten Tage angehört und nicht jeder das Buch Mormon gelesen hat und ein Zeugnis davon hat, dass es wahr ist.

Als Scott das erste Mal allein in einem Flugzeug saß, um seinen Bruder zu besuchen, bekam ein Mitreisender, der in der Nähe saß, dieses Gespräch mit:

„Hallo. Ich heiße Scott. Wie heißen Sie?“

Der Sitznachbar nannte ihm seinen Namen.

„Was machen Sie beruflich?“

„Ich bin Ingenieur.“

„Das ist ja toll. Und wo wohnen Sie?“

„In Las Vegas.“

„Wir haben da einen Tempel. Wissen Sie, wo der Tempel der Mormonen steht?“

„Ja. Ein wirklich schönes Gebäude.“

„Sind Sie Mormone?“

„Nein.“

„Ich finde, Sie sollten einer werden. Diese Religion ist großartig. Haben Sie das Buch Mormon gelesen?“

„Nein.“

„Das sollten Sie aber machen. Es ist ein großartiges Buch!“

Niemand hatte Scott beauftragt, mit seinem Sitznachbarn zu sprechen. Ich weiß nicht einmal, ob er bewusst an sein Taufbündnis gedacht hat, „allzeit und in allem und überall, wo auch immer [er sich] befinden [mag], selbst bis in den Tod, als [Zeuge] Gottes aufzutreten“ (Mosia 18:9), aber seine Einladung zeigt auf jeden Fall, dass er dieses Bündnis verinnerlicht hat.

Auch wir brauchen keinen Auftrag – noch sollten wir auf einen solchen warten –, unsere Angehörigen, Freunde und Nachbarn, die nicht der Kirche angehören, dazu einzuladen, dass sie in die Kirche kommen, das Buch Mormon lesen oder sich mit den Vollzeitmissionaren treffen. Als Heimlehrer und Besuchslehrerinnen brauchen wir keinen Auftrag, die von uns betreuten weniger aktiven Mitglieder dazu einzuladen, wieder aktiv zu werden oder sich auf die Segnungen des Tempels vorzubereiten. Von dem eben genannten Bündnis abgesehen haben wir außerdem gelobt, „des anderen Last zu tragen, damit sie leicht sei, … und mit den Trauernden zu trauern, ja, und diejenigen zu trösten, die des Trostes bedürfen“ (Mosia 18:8,9).

Am besten erfüllen wir unsere Pflicht, mit anderen über das Evangelium zu sprechen und unseren weniger aktiven Freunden und Bekannten zu helfen, wieder aktiv zu werden, wenn wir uns um Inspiration bemühen und aus Liebe handeln – sowohl zum Erlöser als auch zu demjenigen, um den wir uns bemühen. Denken Sie doch einmal an das Gebet, das Alma sprach, als er und seine Gefährten sich darauf vorbereiteten, die Zoramiten zu unterweisen:

„O Herr, wollest du uns gewähren, dass wir Erfolg haben, sie in Christus wieder zu dir zu bringen.

Siehe, o Herr, ihre Seele ist kostbar, und viele von ihnen sind unsere Brüder; darum schenke uns, o Herr, Macht und Weisheit, dass wir diese unsere Brüder wiederum zu dir bringen können.“ (Alma 31:34,35.)

Alma erkannte, dass alle, die er unterweisen sollte, ein Geistkind Gottes waren und damit sein Geistbruder oder seine Geistschwester, und er hatte sie lieb. Nach dem Gebet wurden Alma und seine Gefährten vom Heiligen Geist erfüllt und machten sich sofort an die Arbeit.

Präsident Gordon B. Hinckley hat Almas Erlebnis und Gebet auf unsere Zeit bezogen und gesagt: „Jedes Mitglied müsste im Herzen ein Bewusstsein dessen entwickeln, dass es andere dazu hinführen kann, die Wahrheit zu erkennen. Darum sollte jeder sich bemühen. Jeder sollte sehr aufrichtig darum beten. Möge jedes Mitglied so beten wie Alma in alter Zeit.“ („Findet die Lämmer, weidet die Schafe“, Seite 120.)

Mit dem Werk des Herrn geht es voran, wenn jeder von uns sich seiner Aufgabe bewusst ist und sie erfüllt. Das Priestertum wird gestärkt und wir erreichen nachhaltigen Erfolg in der Missionsarbeit und bei der Reaktivierung, wenn der Gemeinderat, die Mitglieder und die Vollzeitmissionare vereint das Ziel des Herrn verfolgen.

Gewiss kann es keine herrlichere Zeit geben, am Werk des Herrn beteiligt zu sein. In einer Welt, in der wir so einfach Zeugnis geben können, wird das Reich Gottes sich gewiss ausdehnen, bis es – wie der Stein in Nebukadnezzars Traum – die ganze Erde erfüllt (siehe Daniel 2).

Mögen wir alle – sowohl die Mitglieder als auch die Missionare – stets das gemeinsame Ziel verfolgen, anderen zu helfen, zu Christus zu kommen. Mögen wir der ganzen Welt ein Licht und ein Leuchtfeuer sein, insbesondere denjenigen von Gottes Kindern, die sich um die Segnungen des Herrn bemühen. Darum bete ich im Namen Jesu Christi. Amen.