Die Geschichte der Primarvereinigung



Aurelia Spencer Rogers, eine 44-jährige Mutter von 12 Kindern, bemerkte, dass die Jungen aus der Nachbarschaft von früh bis spät planlos in der Stadt umherliefen, und meinte, dass man unbedingt etwas dagegen unternehmen müsse. Sie glaubte, dass vielen dieser Kinder nicht einmal die einfachsten Grundsätze und Wertvorstellungen beigebracht wurden und sie daher nicht darauf vorbereitet waren – weder was ihre Erkenntnis noch ihr Verhalten anging –, selbst gute Eltern oder Bürger zu werden, geschweige denn das Evangelium voranzubringen.

Schwester Rogers sprach mit der FHV-Präsidentin Eliza R. Snow über ihre Bedenken und darüber, was sie unternehmen könnten. Mit Genehmigung von Präsident John Taylor und nachdem sie von ihrem Bischof eine Berufung erhalten hatte, begann Schwester Rogers mit den Vorbereitungen für die erste Versammlung der Primarvereinigung. Da diese Führer der Kirche befanden, dass Gesang notwendig sei, durften auch Mädchen kommen, damit die Lieder so schön wie möglich klängen. Kinder im Alter von 4 bis 14 Jahren wurden zur Teilnahme an der ersten Versammlung der Primarvereinigung eingeladen.

Unter der Leitung des Priestertums fand am Sonntag, dem 25. August 1878, die erste Versammlung der Primarvereinigung in der „Felsenkirche“ in Farmington statt. 224 Kinder waren anwesend. Heute – mehr als 130 Jahre später – nehmen rund eine Million Kinder an den Versammlungen dieser Organisation für Kinder teil.


Aurelia Spencer Rogers

Aurelia Spencer Rogers

Gründerin der PV: 1878

Obwohl Aurelia Rogers nie Präsidentin der Primarvereinigung war, wurde sie immer als Gründerin der PV anerkannt. Binnen der ersten zehn Jahre wurde in nahezu jeder Siedlung der Kirche eine PV gegründet. Von Anfang an gab es in der PV Lieder, Gedichte und Aktivitäten. In dieser Zeit kamen alle Kinder gemeinsam zusammen. Danach wurden sie in Altersgruppen eingeteilt.


Eliza R. Snow

Eliza R. Snow

Faktische PV-Präsidentin: 1878–1887

In den ersten Jahren der PV war Eliza R. Snow als Präsidentin der Frauenhilfsvereinigung faktisch auch Präsidentin der PV. Sie bereiste die Kirche im gesamten amerikanischen Westen und förderte die Gründung von örtlichen Primarvereinigungen. Auch leitete sie die neuen PV-Leitungen an.


Louie Bouton Felt

Louie Bouton Felt

Erste PV-Präsidentin: 1880–1925

Die 30-jährige Louie B. Felt war PV-Leiterin der Gemeinde Salt Lake City 11, als sie 1880 als erste Präsidentin der neuen Primarvereinigung berufen wurde. Sie führte ihre Berufung als Gemeinde-PV-Leiterin auch weiterhin aus und wuchs erst nach und nach in ihre Führungsaufgabe für die gesamte Primarvereinigung der Kirche hinein. Als Schwester Felt 1925 entlassen wurde, gab es schon vieles, was auch heute noch in der PV gang und gäbe ist.


May Anderson

May Anderson

PV-Präsidentin: 1925–1939

1925 wurde May Anderson die zweite Präsidentin der Primarvereinigung. Sie war vorher schon länger in der PV tätig gewesen. Schwester Anderson, eine Bekehrte aus England, lernte Schwester Felt nur fünf Jahre, nachdem die PV gegründet worden war, kennen. Sie wurden gute Freundinnen, und Schwester Anderson wurde nach kurzer Zeit als Sekretärin der PV-Präsidentschaft berufen und war später viele Jahre lang Schwester Felts Ratgeberin, bevor sie selbst als Präsidentin der PV berufen wurde.


May Green Hinckley

May Green Hinckley

PV-Präsidentin: 1940–1943

May Hinckley hatte den Großteil ihres Lebens nicht im amerikanischen Westen verbracht, und so wusste sie um die Herausforderungen der Mitglieder in anderen Gebieten, als sie 1940 als dritte PV-Präsidentin der Kirche berufen wurde. Während ihrer kurzen, dreieinhalbjährigen Amtszeit erstellten Schwester Hinckley und der Hauptausschuss einen neuen Lehrplan, der die geistigen Grundlagen der PV zusammenfasste, und fügten einen Leseplan für Führungsbeamtinnen und Lehrerinnen hinzu.


Adele Cannon Howells

Adele Cannon Howells

PV-Präsidentin: 1943–1951

Vor ihrer Berufung als vierte PV-Präsidentin im Jahr 1943 war Adele Howells Redakteurin der Zeitschrift The Childrenʼs Friend, welche sie sehr viel kindgerechter gestaltet hatte. Dieses Bestreben setzte sie in ihrer Amtszeit fort. Sie beauftragte Arnold Friberg, eine Reihe von Bildern zum Buch Mormon für die Zeitschrift zu erstellen, die mittlerweile berühmt sind. Außerdem forderte sie die Kinder auf, Groschen für das neue Kinderkrankenhaus zu spenden.


LaVern Watts Parmley

LaVern Watts Parmley

PV-Präsidentin: 1951–1974

Während Schwester Parmleys 23-jähriger Amtszeit als fünfte Präsidentin der Primarvereinigung wurde das Scoutprogramm ein wichtiger Bestandteil des PV-Programms für Jungen. Die Mädchen waren dazu angehalten, ihr eigenes Exemplar einer Sonderausgabe des Neuen Testaments in die PV mitzubringen. Das beliebte Lied „Ich bin ein Kind von Gott“ gibt es seit 1957 in der PV, das neue PV-Kinderkrankenhaus (das „Primary Childrenʼs Hospital“) wurde fertiggestellt und die Zeitschrift Friend wurde die Zeitschrift der Kirche für Kinder.


Naomi Maxfield Shumway

Naomi Maxfield Shumway

PV-Präsidentin: 1974–1980

Das Motto während Schwester Shumways Amtszeit lautete: „Die PV ist zur Unterweisung da, nicht zur Unterhaltung.“ Als sechste PV-Präsidentin kümmerte sie sich darum, dass das geistige Fundament jedes Kindes gestärkt wurde; auch wurde vermehrt Wert auf Andacht und Lehrerschulung gelegt. Die Kirche war mittlerweile weltweit vertreten, und bei jeder Entscheidung musste berücksichtigt werden, welche Auswirkungen sie in den jüngsten Zweigen der Kirche in den entlegensten Winkeln der Erde nach sich ziehen würde. 1978 feierte die PV ihren 100. Geburtstag.


Dwan Jacobsen Young

Dwan Jacobsen Young

PV-Präsidentin: 1980–1988

Dwan Young, die siebte PV-Präsidentin, übernahm 1980 die Leitung der Primarvereinigung; zur selben Zeit wurde das Kompaktversammlungsschema weltweit umgesetzt. Ein neuer Lehrplan für die PV am Sonntag wurde erstellt und Änderungen am Programm wurden vorgenommen, die auf die Umstände der Mitglieder in aller Welt zugeschnitten waren. Die PV dauerte nun anderthalb Stunden und das Miteinander bot einen weiteren Rahmen, die Kinder einzubeziehen und sie das Evangelium zu lehren.


Michaelene Packer Grassli

Michaelene Packer Grassli

PV-Präsidentin: 1988-1994

Die Programme der Kirche wurden auch in den Jahren, in denen Schwester Grassli PV-Präsidentin war, weiter vereinfacht. Anstatt detaillierte Skripte für die jährliche Darbietung der Primarvereinigung in der Abendmahlsversammlung zu versenden, erhielten alle Einheiten der Kirche nur noch eine kurze Broschüre mit dem jährlichen Leitgedanken samt einigen Anregungen dazu, wie man diesen umsetzen konnte. Nach zehn Jahren Vorbereitung wurde auch das großartige neue Liederbuch für Kinder in dieser Zeit eingeführt.


Patricia Peterson Pinegar

Patricia Peterson Pinegar

PV-Präsidentin: 1994-1999

Aufgrund des Wachstums der Kirche musste sich auch die PV an immer unterschiedlichere Umstände anpassen. Während ihrer Amtszeit als neunte Präsidentin stellte Schwester Pinegar einen einfach strukturierten Lehrplan zusammen. Von nun an wurden alle PV-Klassen in einem betreffenden Jahr aus nur drei verschiedenen Leitfäden unterrichtet, jeweils abhängig vom Alter der Kinder. Das Programm „Meine Leistungstage“ für Mädchen im Alter zwischen 8 und 11 Jahre wurde erweitert und neben dem PV-Scout-Programm für Jungen durchgeführt.


Coleen Kent Menlove

Coleen Kent Menlove

PV-Präsidentin: 1999-2005

Schwester Menlove richtete als zehnte Präsidentin der Primarvereinigung ihre Aufmerksamkeit darauf, die Kinder auf ihre künftigen Aufgaben in der Kirche vorzubereiten. 2003 wurde das neue Programm „Glaube an Gott“ mit separaten Anleitungen für Jungen und Mädchen eingeführt. Die Anleitung für Jungen bereitet diese auf das Aaronische Priestertum vor; die für Mädchen bereitet diese darauf vor, rechtschaffene Junge Damen zu werden. Im Laufe ihrer Amtszeit wurde auch die Internetseite der PV auf LDS.org erstellt und erweitert.


Cheryl C. Lant
Cheryl C. Lant

PV-Präsidentin: 2005-2010

In Schwester Lants Jahren als elfte Präsidentin der Primarvereinigung wurde das Format der Anleitung für das Miteinander überarbeitet und ein Bildband zum Evangelium veröffentlicht, damit Kinder noch unmittelbarer aus den heiligen Schriften lernen können. Auch ein neuer Leitfaden für den Kindergarten wurde veröffentlicht. Außerdem erschien 2010 das neue Handbuch der Kirche, welches Führungsbeamtinnen und Lehrerinnen dabei unterstützt, Führungsgrundsätze anzuwenden und Wachstum im Evangelium vorzubereiten und zu planen.


Rosemary M. Wixom
Rosemary M. Wixom

PV-Präsidentin: 2010–2016

Schwester Rosemary M. Wixom wurde am 3. April 2010 als zwölfte Präsidentin der Primarvereinigung bestätigt. Sie wuchs in Salt Lake City auf und besuchte die Utah State University, wo sie ihren Abschluss als Grundschullehrerin machte. Sie und ihr Mann, B. Jackson Wixom, haben sechs Kinder und neun Enkelkinder. Vor ihrer Berufung als Präsidentin der Primarvereinigung war sie im Hauptausschuss der PV und JD tätig und hat mit ihrem Mann eine Mission erfüllt, als dieser Präsident der Washington-D.C.-Mission Süd war.


Joy D. Jones
Joy D. Jones

PV-Präsidentin: seit 2016

Schwester Joy D. Jones ist die 13. Präsidentin der Primarvereinigung. Sie wurde in The Dalles in Oregon geboren. Sie lernte ihren Mann, Robert B. Jones, kennen, als beide an der Brigham-Young-Universität studierten. Die beiden heirateten im August 1974 im Manti-Utah-Tempel. Sie haben fünf Kinder und neunzehn Enkelkinder. Vor ihrer Berufung als PV-Präsidentin hatte Schwester Jones schon viele andere Führungsaufgaben in der Kirche innegehabt. So war sie auf Gemeinde- sowie auf Pfahlebene bereits in der Primarvereinigung, bei den Jungen Damen und in der Frauenhilfsvereinigung tätig. Ferner war sie Mitglied des Hauptausschusses der Primarvereinigung.