Amy Brown Lyman

Achte Präsidentin
der Frauenhilfsvereinigung

1940–1945


 

Amy Brown Lyman

„Keine Arbeit ist wichtiger und zufriedenstellender, als das Leben auf die höchste Stufe zu erheben“1, schrieb Amy Brown Lyman in ihrer Autobiografie. Dies könnte ihrer Meinung nach bestmöglich umgesetzt werden, indem man „gegenwärtiges Leid lindert [und] neues Leid vermeidet“2. Sie wurde drei Monate nach Ausbruch des Zweiten Weltkriegs als achte Präsidentin der Frauenhilfsvereinigung berufen und hatte viel zu tun, die Theorie in die Praxis umzusetzen.

Während ihrer Amtszeit war die FHV eifrig damit beschäftigt, dieses Ziel zu erreichen. In Zusammenarbeit mit dem Priestertum und unter dessen Leitung standen die Schwestern von den USA über die Niederlande und Neuseeland bis nach Kanada einig hinter verschiedenen Aktivitäten und schickten Carepakete an Mitglieder und Soldaten in kriegszerrütteten Gebieten, stellten Verbandszeug zusammen oder nähten Unter- und Oberbekleidung und Bettwäsche für die Bedürftigen.

Die Auswirkungen des Krieges auf Familien war äußerst verstörend. Väter und Söhne auf der ganzen Welt wurden aus ihren Familien gerissen, um ins Feld zu ziehen, Mütter und junge Frauen wurden aufgefordert, ihr Zuhause zu verlassen, um kriegswichtige Arbeitsplätze anzunehmen. Unmoral verbreitete sich.3

Schwester Lyman forderte die Mütter dazu auf, alles für den Schutz der Familie zu unternehmen. In einem Artikel des Relief Society Magazines (Nachrichten der FHV) von 1943 heißt es: „Der FHV-Ausschuss fordert die Mütter in der Kirche dazu auf, ihre Kinder auf jede nur erdenkliche Art und Weise zu schützen. Der Einfluss des Bösen bedroht selbst die stärksten Familien. Soziale Herausforderungen, die durch den Krieg in ungeheurem Maße noch angewachsen sind, erfordern unablässige Wachsamkeit auf Seiten der Mütter.“4 Damit Mütter noch mehr Zeit zuhause verbringen konnten, forderte Amy die Frauen dazu auf, Fähigkeiten zu erlernen, um eigenständig zu sein, wie beispielsweise Nähen, Gärtnern und Nahrungsmittel konservieren und lagern.

Kindheit

Amy Cassandra Brown kam am 7. Februar 1872 in Pleasant Grove in Utah als Tochter von John und Margaret Zimmerman Brown zur Welt. Margaret war Johns dritte Ehefrau. Amy war das achte von zehn Kindern. Obwohl sie nicht viel besaßen, stand Bildung und Ausbildung bei ihren Eltern ganz weit oben. Amy sagte einmal: „Wir führten ein einfaches Leben, aber waren trotzdem gebildet.“5

Ausbildung und Heirat

Als sie an der Brigham Young Academy war, traf sie Richard R. Lyman. Da sie sich geistig und intellektuell auf einer Ebene trafen, verliebten sie sich und heirateten am 9. September 1896 im Salt-Lake-Tempel. Die beiden hatten zwei Kinder. Amy leitete 15 Jahre lang die Wohlfahrtsabteilung der FHV und war 32 Jahre lang Führungsbeamtin in der FHV. Sie diente auch eine Legislaturperiode im Repräsentantenhaus von Utah. Amy starb am 5. Dezember 1959.

Ihr Zeugnis

Ihr festes Zeugnis vom Evangelium spornte sie zu ihrem Dienst in der Kirche an und bereicherte diesen. Sie sagte: „[Mein] Zeugnis war mein Anker und mein Halt, meine Erfüllung in Zeiten der Freude und Unbeschwertheit und mein Trost in Zeiten des Kummers und der Enttäuschung. Ich bin dankbar, dass ich in der Frauenhilfsvereinigung … dienen konnte, wo ich die meiste Zeit meines Erwachsenenlebens so glücklich und zufrieden mit den tausenden FHV-Mitgliedern zusammengearbeitet habe. Ich habe sie zuhause besucht, bei ihnen übernachtet und an ihrem Tisch gegessen und habe ihren schönen Charakter, ihre Selbstlosigkeit, ihr verständnisvolles Herz, ihre Glaubenstreue und ihre Opferbereitschaft kennengelernt. Diese großartige, füreinander sorgende Gemeinschaft von Schwestern achte ich höher, als ich es auszudrücken vermag.“6


Anmerkungen

  1. Amy Brown Lyman, In Retrospect: Autobiography of Amy Brown Lyman, 1945, Seite 61
  2. Lyman, In Retrospect, Seite 61
  3. Siehe Jill Mulvay Derr, Janath Russell Cannon und Maureen Ursenbach Beecher, Women of Covenant: The Story of Relief Society, 1992, Seite 281
  4. Amy Brown Lyman, „Care of the Children in Wartime“, Relief Society Magazine, Mai 1943, Seite 332.
  5. Lyman, In Retrospect, Seite 4
  6. Lyman, In Retrospect, Seite 160f.

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