Belle Smith Spafford

Neunte Präsidentin
der Frauenhilfsvereinigung

1945–1974


 

Belle Smith Spafford

Kurz nachdem Belle S. Spafford berufen wurde, die neunte Präsidentin der Frauenhilfsvereinigung zu sein, erhielt sie eine Einladung zur Konferenz des Nationalen Frauenrates in New York. Die Führerinnen der FHV waren über 50 Jahre lang Teil dieses Rates gewesen, obwohl ihnen bisweilen Widerstand entgegenschlug, das Reisen sehr kostspielig war und die Versammlungen kostbare Zeit in Anspruch nahmen.

Nach eingehender Betrachtung entschieden sich Belle und ihre Ratgeberinnen, dem Propheten vorzuschlagen, dass die Frauenhilfsvereinigung ihre Mitgliedschaft beenden sollte.

Belle reichte ihren Vorschlag und die dazu gehörende Begründung schriftlich bei Präsident George Albert Smith ein und fügte hinzu: „,Wir haben überhaupt nichts davon.‘

Der weise alte Prophet lehnte sich in seinem Stuhl zurück und schaute sie beunruhigt an. ‚Sie wollen die Mitgliedschaft aufgeben, weil Sie nichts davon haben?‘, fragte er.

‚Genau so ist es‘, erwiderte sie.

 ‚Sagen Sie mir doch bitte‘, meinte er dann, ‚was Sie dem Frauenrat geben!‘

,Schwester Spafford‘, sagte er, ‚Sie überraschen mich. Überlegen Sie immer nur, was Sie davon haben? Denken Sie nicht auch darüber nach, was Sie geben können?‘

Er gab ihr das Schreiben zurück und gab ihr die Hand. Mit fester Stimme sagte er: ‚Sie bleiben weiterhin Mitglied in diesen Räten und machen Ihren Einfluss geltend.‘“1

Schwester Spafford nahm diese Aufforderung demütig an und mit der Zeit, durch ihre Geduld und ihre Glaubenstreue, gewann sie das Herz der Frauen, mit denen sie arbeitete. Infolgedessen wurden Frauen in aller Welt durch ihren Glauben, ihre Weisheit und Inspiration gesegnet. Sie führte die FHV 29 Jahre lang und diente 42 Jahre im Nationalrat der Frauen, von 1968 bis 1970 sogar als dessen Präsidentin.

Hinsichtlich ihrer Erfahrung, mit den Priestertumsführern zusammenzuarbeiten, sagte sie: „Ich habe die Größe des Priestertums Gottes kennengelernt. Ich habe die Inspiration gesehen, von der die Brüder geleitet werden, die präsidieren. Ich habe gelernt, dass es nichts Wichtigeres für mich als Frau gibt, als gehorsam gegenüber dem Rat zu sein, den sie geben.“2

Kindheit und Ausbildung

Marion Isabelle („Belle“) Sims Smith wurde am 8. Oktober 1895 in Salt Lake City, als letztes von sieben Kindern von Hester Sims und John Gibson Smith geboren. Obwohl ihr Vater vor ihrer Geburt verstarb, gab ihre Mutter ihr und ihren Schwestern immer das Gefühl, dass ihr Vater über sie wachen würde, gemeinsam mit dem Vater im Himmel und ihrem Bischof.3 Nach ihrem Studium unterrichtete sie Sonderschulpädagogik an der Brigham-Young-Universität (BYU) in Provo in Utah.4

Heirat und Familie

An der BYU traf Belle Willis Earl Spafford. Sie heirateten am 23. März 1921 im Salt-Lake-Tempel. Ihre beiden Kinder waren ihr immer am Wichtigsten. „Der wichtigste Beitrag einer Frau zur Gesellschaft“, so Belle, „ist es, Kinder zu erziehen, die aufgrund der Erziehung in der Familie als verantwortungsbewusste Bürger leben.“5 Sie starb am 2. Februar 1982.

Höhepunkte in der FHV

FHV-Schwestern spenden vereint mehr als 500.000 US-Dollar, damit das langersehnte FHV-Gebäude in Salt Lake City erbaut werden kann. Es wurde am 3. Oktober 1956 eingeweiht. 1970 musste die FHV ihre finanziellen Mittel nicht mehr selbst beschaffen, sondern erhielt ein Budget. Dadurch waren die Schwestern in der Lage, sich auf liebevollen Dienst am Nächsten und  Besuchslehren zu konzentrieren, anstatt auf Geldbeschaffung. Im September 1971 wurden alle Schwestern in der Kirche Mitglieder in der Frauenhilfsvereinigung.6 Während ihrer fast 30-jährigen Amtszeit als Präsidentin diente sie unter sechs verschiedenen Propheten.


Anmerkungen

  1. Boyd K. Packer, „The Relief Society“, Ensign, November 1978, Seite 9
  2. Belle S Spafford, in „Relief Society Conference Emphasizes Spirit of Compassion“, Ensign, Januar 1974, Seite 133
  3. Siehe Belle S. Spafford Oral History Interview, Church History Library, Salt Lake City, Seite 2
  4. Siehe Janet Peterson und LaRene Gaunt, Faith, Hope, and Charity, 2008, Seite 163
  5. „LDS Women Have Defined Roles“, Church News, 24. Februar 1973, Seite 5
  6. Siehe Notes to the Field, Mai 1971, Seite 1

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