Clarissa Smith Williams

Sechste Präsidentin
der Frauenhilfsvereinigung

1921–1928


 

Clarissa Smith Williams

Als Clarissa Smith Williams als sechste Präsidentin der Frauenhilfsvereinigung berufen wurde, waren die Frauen in den USA begeistert von den Möglichkeiten, die vor ihnen lagen. Sie hatten gerade das Wahlrecht zugesprochen bekommen und waren darauf bedacht, in ihrer Umgebung einen Unterschied zu machen.

„Wir haben Segnungen erhalten, die den Frauen in keinem anderen Zeitalter gegeben wurden“, so Clarissa, „und wir müssen uns in allem bemühen, ihnen gerecht zu werden.“1

Die FHV befähigte die Frauen in der Kirche dazu, ihre Familie, ihre Nachbarschaft und den Rest der Welt zu stärken. Mit großartigen organisatorischen Fähigkeiten ausgestattet legte sich Clarissa dafür ins Zeug, den Frauen zu helfen, Instrumente in der Hand des Herrn zu werden.

Durch den neugegründeten FHV-Sozialdienst konnte die FHV unter anderem mit Gemeinden und Pfählen zusammenarbeiten, um bedürftigen Frauen Arbeit zu verschaffen, auch konnten Kinder zur Adoption freigegeben werden, es wurde ein Warenhaus für gebrauchte Kleidung und dringend benötigtes eröffnet, Gesundheitspraxen eingerichtet, Hilfsgüter in das Nachkriegseuropa gesandt und Schulungskurse angeboten, die gemeinnützige Arbeit, Kindererziehung, Hygiene, Krankheiten, Krankenbetreuung, Kriminalitätsverhütung, wirtschaftliche Themen und noch viel mehr zum Inhalt hatten.2

Clarissa war besonders besorgt wegen der hohen Sterblichkeitsrate von Müttern und Säuglingen. 1922 zeigte die Statistik 58 Sterbefälle bei Müttern und 751 bei Neugeborenen.3 Als Antwort darauf schlug Clarissa vor, dass die Zinsen aus dem FHV-Weizen-Fonds „zugunsten der Mutterschaft in der Kirche“ verwendet werden.4 Der Vorschlag wurde angenommen und die Gemeinden und Pfähle in aller Welt nutzten diese finanziellen Mittel für alles von Mutterschaftsdarlehen über Hausentbindung bis hin zur Eröffnung von Geburtshäusern. 1924 berichtete die Präsidierende Bischofschaft davon, dass 500 Kindern aufgrund der Bemühungen der FHV das Leben gerettet wurde.5

„Die große Verantwortung, die den Frauen vor 80 Jahren vom Propheten Joseph Smith in die Hände gelegt worden ist“, so Clarissa, „war nicht nur für die Frauen in der FHV ein großer Segen, sondern auch für die Orte, wo sie gewohnt haben. Durch unsere Vereinigung ist das Evangelium verkündet worden, hat man sich um die Bedürftigen gekümmert, sind die Kranken getröstet und die Bedrückten aufgemuntert worden. Schon immer ist von den Mitarbeiterinnen in der FHV eine Botschaft der Liebe und des Segnens ausgegangen. … Das Größte überhaupt ist die Liebe. Wenn wir die Liebe immer im Herzen tragen und sie als Botschaft an unsere Mitmenschen weitergeben, werden wir selbst gesegnet und bringen als Werkzeuge in der Hand des Herrn auch anderen Menschen Segen.“6

Kindheit

Clarissa West Smith wurde am 21. April 1859 in Salt Lake City als erste von fünf Töchtern von Susan Elizabeth West und George A. Smith geboren. Zu Clarissas besten Freundinnen gehörten die Töchter von Präsident Brigham Young.7 Sie schloss die University of Deseret (heute die University of Utah) mit einem Diplom als Lehrerin ab und eröffnete später eine Privatschule in Parowan in Utah.

Heirat und Familie

Am 17. Juli 1877 heiratete Clarissa ihre Jugendliebe William Newjent Williams am Tag bevor er auf eine zweijährige Mission in sein Geburtsland Wales aufbrach. Bis zu seiner Rückkehr arbeitete sie als Lehrerin. Sie hatten 11 Kinder. Von diesen starben drei vor dem Erwachsenenalter. Clarissa starb am 8. März 1930.

Höhepunkte in der FHV

Ihr Engagement im Sozialen, Humanitären und in der Wohlfahrtsarbeit trug erheblich dazu bei, dem heutigen Wohlfahrtsprogramm der Kirche den Weg zu ebnen. Die FHV richtete ein Schulungsprogramm für Schwesternhelferinnen ein. Auf Clarissas Nachfrage hin wurden fünf Kreditfonds in Erinnerung an die Vorgängerinnen im Amt der FHV-Präsidentin geschaffen. Mit diesen Mitteln wurden fortgeschrittene Studentinnen, Krankenschwestern in Ausbildung und auch Künstler sowie die Tempelarbeit unterstützt. Die ersten allgemeinen Besuchslehrbotschaften wurden im Relief Society Magazine herausgegeben.


Anmerkungen

  1. Clarissa Smith Williams, im Relief Society Magazine, Dezember 1921, Seite 696
  2. Siehe Jill Mulvay Derr, Janath Russell Cannon und Maureen Ursenbach Beecher, Women of Covenant: The Story of Relief Society, 1992, Seite 232 bis 240
  3. Siehe Derr, Cannon und Beecher, Women of Covenant, Seite 231
  4. Relief Society General Board Minutes, 4. April 1922
  5. Siehe Relief Society General Board Minutes, 4. April 1924
  6. Clarissa Smith Williams, im Relief Society Magazine, Juni 1922, Seite 312
  7. Siehe Janet Peterson und LaRene Gaunt, Faith, Hope, and Charity, 2008, Seite 110f.

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