Eliza R. Snow

Zweite Präsidentin
der Frauenhilfsvereinigung

1866–1887


 

Eliza R. Snow

Eliza Roxcy Snow, die zweite Präsidentin der FHV, widmete ihr Leben, im Dienst des Herrn zu stehen. „Ich will stets danach leben, den Willen des Vaters tun zu können“1, sagte sie einmal. Aber sie wollte dies nicht nur für sich selbst. Sie wollte, dass jede Frau ihren Wert in den Augen des Herrn realisierte und danach handelte. „Keine Schwester [ist] so isoliert“, verkündete sie, „... dass sie nicht einen großen Beitrag zum Aufbau des Reiches Gottes auf der Erde leisten kann.“2

Eliza wusste dies nicht nur aufgrund des Zeugnisses, welches in ihr brannte, sondern auch, weil sie ihr ganzes Leben lang den Frauen in der Kirche gedient hatte – von Kirtland nach Missouri und von Nauvoo nach Salt Lake City. Sie kannte das Herz der Schwestern, ihre Prüfungen, ihre Erfolge und wie sie auf stille Art und Weise ihre Familien und einander sowohl in guten als auch in schlechten Zeiten aufrichteten. „Es gibt viele Schwestern, deren Mühen über ihren eigenen Kreis hinaus nicht bekannt sind und vielleicht selbst dort nicht anerkannt werden“, sagte sie, „aber was macht das schon? Wenn eure Mühen Gott gefallen, wie einfach eure Pflichten auch sein mögen, wenn sie treu erfüllt werden, braucht ihr nie den Mut zu verlieren.“3

Die Familien zu stärken und die Zeit weise zu nutzen gehörte zu ihren obersten Prioritäten. „Kümmert euch zuallererst um eure Aufgaben in der Familie“, sagte sie. „Aber, insofern ihr weise seid, werdet ihr auch Zeit für eure gesellschaftlichen Pflichten finden. … Wenn ihr danach trachtet, all eure Pflichten zu erfüllen, werdet ihr feststellen, dass eure Leistungsfähigkeit zunimmt, und ihr werdet überrascht sein, was ihr vollbringen könnt.“4

Eliza nutzte ihre Zeit dazu, Gedichte zu schreiben. Als zutiefst weise und offenbarende Frau hinterließ sie nahezu 500 Gedichte, von denen viele sowohl sehr tröstlich als auch lehrreich sind. Denken Sie an den dritten Vers in dem Gedicht „O mein Vater“, welches heutzutage im Gesangbuch der Kirche vertont ist:

Ob ich gleich dich Vater nannte
durch des Geistes heilgen Trieb,
bis es du mir offenbartest,
mir es ein Geheimnis blieb.
Sind im Himmel Eltern einzeln?
Die Vernunft weist solches fort,
und sie sagt mit Kraft und Klarheit:
„Du hast eine Mutter dort!“5

Kindheit

Eliza kam am 21. Januar 1804 als Tochter von Oliver und Rosetta Snow in Becket in Massachusetts zur Welt. Sie war das zweite von sieben Kindern. Ihr jüngerer Brüder Lorenzo Snow wurde der fünfte Präsident der Kirche. Familie Snow schätzte das Lernen sehr, und Eliza war eine herausragende Schülerin. Als sie sich 1835 der Kirche anschlossen war sie schon für ihre Gedichte bekannt. In ihrem Autogrammbuch finden sich die Autogramme von Königin Victoria von England, Victor Hugo, Susan B. Anthony und Präsident Abraham Lincoln und anderen.6

Bekehrung und Heirat

Eliza wuchs in Mantua in Ohio auf, wo ihre Familie vom wiederhergestellten Evangelium hörte und sich taufen ließ. Kurz nach ihrer Taufe im Frühling 1835 zog Eliza nach Kirtland in Ohio, um die Töchter und Nichten des Propheten Joseph Smith zu unterrichten. Während dieser Zeit entwickelte sie eine tiefe Zuneigung zum Propheten und ein glühendes Zeugnis seiner göttlichen Berufung.7 Sie wurde am 29. Juni 1842 an den Propheten gesiegelt. Nach seinem Märtyrertod, der sie zutiefst betrübte, wurde Eliza eine weitere Frau von Präsident Brigham Young, der sie in höchster Ehre hielt. Sie blieb zeitlebens kinderlos. Eliza starb am 5. Dezember 1887 in Salt Lake City.

Dienst in der Kirche

Während ihrer Präsidentschaft wurden die Primarvereinigung und die gemeinschaftliche Fortbildungsvereinigung für Junge Damen gegründet, der Woman’s Exponent wurde ins Leben gerufen und Grundsätze der Wohlfahrt eingeführt. Die Frauen bauten Getreide an und lagerten ihn, öffneten gemeinschaftliche Läden und stellten Seide her. Die FHV schickte Frauen an Arztschulen, damit sie zu Ärztinnen, Krankenschwestern und Hebammen ausgebildet werden konnten. Im Gegenzug unterwiesen diese Frauen danach andere. Eliza war die erste Präsidentin des Deseret Hospitals.


Anmerkungen

  1. Eliza R. Snow, Ansprache bei einer FHV-Konferenz des Pfahles Salt Lake, 15. September 1887, in „Salt Lake Stake“, Woman’s Exponent, 1. Oktober 1887, Seite 70
  2. Eliza R. Snow, „An Address“, Woman’s Exponent, 15. September 1873, Seite 62
  3. „Speech by E. R. Snow“, Woman’s Exponent, 1. Mai 1891, Seite 167
  4. „An Address by Miss Eliza R. Snow“, Millennial Star, 13. Januar 1874, Seite 18
  5. Gesangbuch, Nr. 190. Originaltitel „Invocation, or the Eternal Father and Mother“ (Bittgebet, oder der ewige Vater und die ewige Mutter) (siehe Jill Mulvay Derr und Karen Lynn Davidson, Eliza R. Snow: The Complete Poetry, 2009, Seite 313
  6. Siehe Jaynann Morgan Payne, „Eliza R. Snow: First Lady of the Pioneers“, Ensign, September 1973, Seite 63f.
  7. Siehe The Personal Writings of Eliza Roxcy Snow, Hg. Maureen Ursenbach Beecher, 1995, Seite 6–17

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