Sich miteinander beraten

Lektionen für die JD-Klassenpräsidentschaften


 

Lektion 1:
Einigkeit in der Präsidentschaft schaffen

Den Grundsatz vorstellen

In seiner Fürbitte für die Jünger und alle Glaubenden betete der Heiland darum, dass diejenigen, die an ihn glauben, eins sein mögen, so wie er und sein Vater eins seien (siehe Johannes 17:20-23). In den Letzten Tagen gebot der Erlöser uns ebenfalls, einig zu sein: „Seid eins; und wenn ihr nicht eins seid, dann seid ihr nicht mein.“ (LuB 38:27.)

Indem ihr euch gemeinsam beratet, könnt ihr als Präsidentschaft zu einer Einheit werden. Als Klassenpräsidentschaft tragt ihr auch die Verantwortung, mit den Priestertumsführer, die Priestertumsschlüssel innehaben (Bischöfe, Pfahlpräsidenten und Apostel und Propheten) eins zu sein und euch an ihre Weisungen zu halten.

Gemeinsam lernen

  • Warum ist Einigkeit so wichtig, um das Werk des Herrn voranzubringen?
  • Inwiefern kann es hilfreich sein, wenn man unterschiedlicher Meinung ist?
  • Wie wollt ihr als Klassenpräsidentschaft mit Meinungsverschiedenheiten umgehen?
  • Welche Aufgaben übernehmen die einzelnen Mitglieder der Präsidentschaft, nachdem eine Entscheidung getroffen wurde?
  • Wie und wo erhaltet ihr Weisungen von den Priestertumsführern?

Das Gelernte in die Tat umsetzen

  • Ermittelt einen konkreten Vorschlag, wie ihr als Klassenpräsidentschaft für mehr Einigkeit sorgen könnt, und verpflichtet euch dann, diesen Vorschlag in die Tat umzusetzen. Schreibt auf, welche Segnungen ihr dadurch empfangt und was besser geworden ist. Bereitet euch darauf vor, bei der nächsten Sitzung der Klassenpräsidentschaft davon zu berichten, was euch aufgefallen ist.
  • Arbeitet etwas Konkretes heraus, was ihr tun könnt, um die Einigkeit unter den Mädchen in eurer Klasse zu fördern.
  • Welche Weisungen empfangen wir als Klassenpräsidentschaft von unserer Bischofschaft und anderen Priestertumsführern? Wie können wir mit ihnen eins sein?

Hilfsmittel

Weltweite Führerschaftsschulung: „Die Schlüssel sind die Vollmacht Gottes“

Den Jungen Damen dienen

Denkt an jedes einzelne Mädchen in eurer Klasse. Was wollt ihr tun, um jedem Mädchen zu helfen, sich nicht ausgeschlossen zu fühlen?

 

Lektion 2:
Aktivitäten planen und dabei den Sinn und Zweck des Evangeliums im Hinterkopf behalten

Den Grundsatz vorstellen

Der Herr hat seinen Jüngern geboten: „Darum stärke deine Brüder … in all deinem Tun.“ (LuB 108:7.) Darum ist es sehr wichtig, bei der Planung von Aktivitäten den Sinn und Zweck des Evangeliums zu bedenken. Bei sinnvollen Aktivitäten kann man Grundsätze des Evangeliums in die Tat umsetzen, das Zeugnis stärken, Talente und Führungseigenschaften entwickeln, Dienst am Nächsten leisten und Freundschaften mit anderen vertiefen, die sich ebenfalls ernsthaft bemühen, sich an die Maßstäbe des Evangeliums zu halten. Darum geht es im Evangelium.

Gemeinsam lernen

Manchmal beginnen diejenigen, die Führungsaufgaben innehaben, bei der Planung einer Aktivität mit der Frage: „Was wollen wir machen?“ Warum ist es hingegen wichtig, sich zu fragen: „Was soll nach dem Willen des Herrn im Leben derer geschehen, denen wir dienen?“ Inwiefern werden die Aktivitäten anders sein, wenn man sich die zweite Frage zuerst stellt?

Das Gelernte in die Tat umsetzen

Verpflichtet euch bei der Planung der nächsten Aktivität dazu, den Sinn und Zweck des Evangeliums im Hinterkopf zu behalten. Sprecht nach der Aktivität als Klassenpräsidentschaft konkret darüber, inwiefern die Teilnehmer gestärkt wurden und wie ihr Evangeliumsgrundsätze angewendet habt.

Hilfsmittel

„Youth in Action: Service“, Mormon Messages für Jugendliche

 

Lektion 3:
Bei Sitzungen der Klassenpräsidentschaft eine Tagesordnung vorbereiten und sich daran halten

Den Grundsatz vorstellen

Der Heiland hat den Führern in unserer Zeit gesagt: „Organisiert euch [und] bereitet alles vor, was nötig ist.“ (LuB 88:119.) Unter einer Tagesordnung versteht man einen schriftlichen Plan für eine Versammlung oder Sitzung. Die Tagesordnung hilft den Teilnehmern, sich auf den Zweck der Sitzung zu konzentrieren und die Zeit gut zu nutzen. Die Punkte werden so geordnet, dass die wichtigsten Angelegenheiten zuerst besprochen werden. (Siehe Handbuch 2: Die Kirche führen und verwalten, 18.1.)

Gemeinsam lernen

Was sind einige der wichtigsten Punkte, die in einer schriftlichen Tagesordnung angeführt werden könnten? Warum gehören diese Punkte zu allem, was nötig ist?

Eine Tagesordnung für die Sitzung der Klassenpräsidentschaft kann Folgendes enthalten:

  • jemanden bitten, ein Anfangsgebet zu sprechen
  • einen Vers aus den heiligen Schriften lesen und besprechen
  • Schulung für Führungsaufgaben erhalten
  • Ratschläge von den Priestertumsführern besprechen und darüber beraten, wie man diese am besten umsetzen kann
  • miteinander beraten, wie man die einzelnen Mädchen in der Klasse stärken und ihnen Gutes tun kann
  • über ausgeführte Aufträge berichten
  • bevorstehende Veranstaltung planen, die Bedürfnissen nachkommen
  • neue Aufträge erteilen
  • jemanden bitten, ein Schlussgebet zu sprechen

Das Gelernte in die Tat umsetzen

Verpflichtet euch dazu, für die nächste Sitzung der Klassenpräsidentschaft eine schriftliche Tagesordnung vorzubereiten und zu verwenden. Welche Vorteile konntet ihr beobachten? Sprecht am Ende der Sitzung darüber, was euch aufgefallen ist.

Hilfsmittel

 

Lektion 4:
Versammlungen und Sitzungen leiten

Den Grundsatz vorstellen

In unserer Zeit hat der Herr angewiesen, dass Führungsbeamte die Versammlungen so planen und leiten sollen, „wie sie vom Heiligen Geist geführt werden, gemäß den Geboten und Offenbarungen Gottes“ (LuB 20:45; siehe auch Moroni 6:9; LuB 46:2). Wenn eine Versammlung gut geleitet wird, ist für eine angemessene Atmosphäre gesorgt und der Heilige Geist wird eingeladen.

Gemeinsam lernen

  • Sprecht darüber, was euch gefällt, wenn jemand eine Versammlung leitet.
  • Wie wird dadurch der Heilige Geist eingeladen?
  • Warum ist Vorbereitung unerlässlich, wenn eine Versammlung reibungslos und gut strukturiert ablaufen soll?

Berücksichtige die folgenden Vorschläge dazu, wie man eine Versammlung gut leiten kann:

  • Seid frühzeitig vor Ort und bereitet alles vor, was für die Versammlung benötigt wird.
  • Vergebt Aufträge möglichst schon im Voraus. Dazu gehören auch das Anfangs- und Schlussgebet.
  • Leitet andächtig die Versammlung, so wie ihr vom Heiligen Geist geführt werdet. Wer Führungsaufgaben innehat, lehrt immer durch sein Beispiel.
  • Verwendet eine schriftliche Tagesordnung, die den Versammlungsablauf aufzeigt.
  • Diejenige, die die Leitung hat, sagt an, wer beten, sprechen, die Musik leiten oder sonstige Aufgaben übernehmen wird.
  • Musik:
    • Wählt Lieder aus, die den Geist einladen.
    • Sorgt dafür, dass Dirigent und Begleitung vorbereitet sind.
    • Wo es angemessen ist, kann es vor der Versammlung ein Vorspiel geben.
  • Nutzt die Zeit weise und haltet euch an Zeitbegrenzungen.

Das Gelernte in die Tat umsetzen

  • Leite zur Übung den Eröffnungsteil am Sonntag oder eine gemeinsame Aktivität der Jungen Männer und der Jungen Damen. Bitte die Mitglieder der Präsidentschaft, dir zu sagen, was du gut gemacht hast und was du verbessern könntest.
  • Nimm dir einen konkreten Punkt vor, wie du dich besser auf eine Versammlung vorbereiten und diese leiten möchtest. Besprich mit der Klassenpräsidentschaft, was du gemacht und welche Unterschiede du festgestellt hast.

Hilfsmittel

 

Lektion 5:
Aufgaben delegieren und Verantwortlichkeit gewährleisten

Den Grundsatz vorstellen

Der Heiland erkannte das Potenzial der Menschen und berief sie dazu, in seinem Reich mitzuhelfen (siehe Matthäus 10:1; 3 Nephi 11:18-22). Wer Führungsaufgaben innehat, hilft anderen zu wachsen, indem er ihnen sinnvolle Aufgaben gibt und sie bei Bedarf ermutigt und unterstützt.

Gemeinsam lernen

Ein Staffellauf ist ein spannendes Ereignis bei einem Leichtathletikwettkampf. Was würde man wohl über eine Läuferin denken, die den Staffelstab nicht abgibt, sondern damit das ganze Rennen selbst läuft? Wie würde sich ihre Mannschaft dabei fühlen? Was geschieht mit einer Klasse, in der die Klassenpräsidentin oder die Klassenpräsidentschaft alles selbst plant und umsetzt? Welche Gelegenheiten zu wachsen würden andere verpassen? Inwiefern wird ein Wettlauf spannender, wenn andere mit einbezogen werden?

Zum Delegieren gehört mehr, als nur jemandem einen Auftrag zu geben. Dazu gehören folgende Schritte:

  1. Überlegt euch eine klare Aufgabenstellung.
  2. Wählt gebeterfüllt diejenige aus, die den Auftrag erhalten soll.
  3. Trefft euch mit der Betreffenden, um ihr die Aufgabe zu erklären.
  4. Entscheidet gemeinsam, bis wann die Aufgabe erledigt werden muss.
  5. Sorgt dafür, dass die Betreffende die Aufgabe verstanden hat und die Verantwortung übernimmt. Führt einen schriftlichen Bericht über den Auftrag und überprüft ab und an, wie die Betreffende mit der Aufgabe vorankommt.
  6. Respektiert die Bemühungen der Betreffenden, Pläne aufzustellen und den Auftrag zu erfüllen. Führerinnen sollten die Betreffende bei Bedarf ermutigen und unterstützen.
  7. Bittet die Betreffende, über den Auftrag Bericht zu erstatten. Wenn man als Führerin den Bericht erhalten hat, erkennt man die Bemühungen der Betreffenden an und bedankt sich für all das Gute, was diese geleistet hat.

Das Gelernte in die Tat umsetzen

Beratet euch als Präsidentschaft darüber, wie man andere sinnvoll einbeziehen kann, zum Beispiel bei den Vorbereitungen für eine Aktivität oder beim Unterricht am Sonntag. Haltet euch beim Delegieren an die Richtlinien. Sprecht darüber, welche Vorteile euch aufgefallen sind, als ihr andere einbezogen habt.

„Die Zusammenarbeit im Gemeinderat“ – Seht euch dieses Video an und bezieht es auf euch als Klassenpräsidentschaft. Wie könnt ihr besser zusammenarbeiten, um für die Mädchen in eurer Klasse da zu sein?

 

Lektion 6:
Schweigepflicht

Den Grundsatz vorstellen

In 1 Petrus 1:15 steht: „Wie er, der euch berufen hat, heilig ist, so soll auch euer ganzes Leben heilig werden.“ In der Broschüre Für eine starke Jugend lesen wir: „Sprecht freundlich und gut über andere. Beleidigt niemanden, würdigt niemanden herab, auch nicht im Scherz. Meidet allen Tratsch und Klatsch und redet nicht im Zorn. Wenn euch ein schroffe, kränkende Bemerkung auf der Zunge liegt: Sprecht sie nicht aus!“ (Seite 20.)

Denkt gut nach, bevor ihr etwas sagt, wenn ihr eure Sorge um Mädchen in eurer Klasse äußert und beratschlagt, wie ihr sie unterstützen und stärken könnt. Sprecht so miteinander, dass ihr Vertrauen aufbaut und der Einzelnen und Familien Respekt entgegenbringt. Als Führerin habt ihr die heilige Pflicht, jegliche privaten oder heiklen Informationen, die besprochen werden, vertraulich zu behandeln.

Gemeinsam lernen

  • Besprecht Almas Rat an seinen Sohn Korianton (siehe Alma 41:14). Wie könnt ihr als Klassenpräsidentschaft den Mädchen in eurer Klasse helfen und zu ihnen barmherzig sein, gerecht handeln, rechtschaffen richten und beständig Gutes tun?
  • Besprecht gemeinsam, wie wichtig es ist, Vertrauliches für sich zu behalten und dafür zu sorgen, dass über nichts, das im Vertrauen gesagt wurde, Tratsch entsteht.
  • Besprecht, wie ihr als Mitglieder der Klassenpräsidentschaft Tratsch unterbinden und Freundlichkeit fördern könnt.

Das Gelernte in die Tat umsetzen

Verpflichtet euch, Vertrauliches über die einzelnen Mädchen in eurer Klasse für euch zu behalten. Legt als Präsidentschaft fest, dass bei euren Sitzungen und in all euren Gesprächen nicht getratscht wird. Sprecht freundlich über andere, und animiert andere dazu, es euch gleichzutun, indem ihr ihnen Vorbild seid.

Präsident Dieter F. Uchtdorf, „Judging Others? Stop It!“

Poster: „Gossip“