Gedenkveranstaltung zum 70. Todesjahr Helmuth Hübeners

Von Martin Klier

  • 22-30 Oktober 2012
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22-30 Oktober 2012

Am 27. Oktober findet um 19.00 Uhr im Pfahlhaus Hamburg eine Gedenkveranstaltung zum 70. Todesjahr Helmuth Hübeners statt, der im Alter von 17 Jahren als jüngstes Opfer im Kampf gegen den Nationalsozialismus am 27. Oktober 1942 in Plötzensee bei Berlin hingerichtet wurde. Helmuth Hübener war Mitglied der Gemeinde in Hamburg.

Zielgruppe dieses Vortrags mit Diskussion  sind Jugendliche ab 16 Jahren und junge Erwachsene.

Alle anderen Interessierten sind ebenfalls herzlich eingeladen.

Sprechen werden Prof. Alan Keele von der BYU und der Sprecher der Kirche in Deutschland, Bruder Frerich Görts. Es werden Ausschnitte aus einem Dokumentarfilm über Helmuth Hübener gezeigt und es ist auch eine Podiumsdiskussion geplant, an der zusätzlich noch Herr Michael Braun vom Stadtteilarchiv Hamburg-Hamm teilnimmt.

Helmuth Hübener (08.01.1925 - 27.10.1942)

Helmuth Hübener kommt in Hamburg als Sohn einer Arbeiterin zur Welt und wird entscheidend durch die Religionsgemeinschaft Kirche Jesu Christi der Heiligen der Letzten Tage geprägt. Er wächst ohne Vater auf und beginnt 1941 eine Lehre bei der Hamburger Sozialbehörde. Zugleich hilft er als ehrenamtlicher Sekretär dem Gemeindepräsidenten seiner Religionsgemeinschaft. 1940 kommt er in Kontakt mit einer illegalen Altonaer kommunistischen Jugendgruppe. Er hört regelmäßig ausländische Rundfunksender und verbreitet wichtige Meldungen als Streuzettel weiter. Im Sommer 1941 gewinnt er mit dem sechzehnjährigen Schlossergesellen Rudolf Wobbe und dem siebzehnjährigen Malergesellen Karl-Heinz Schnibbe, wenig später mit dem siebzehn-jährigen Verwaltungslehrling Gerhard Düwer Gesinnungsfreunde. Sie diskutieren gemeinsam mit ihm zahlreiche Flugblätter und verteilen sie in Hamburger Arbeitervierteln, um die nationalsozialistischen Wehrmachts-berichte und Nachrichtensendungen zu korrigieren. Im Winter 1941 sehen die Freunde um Hübener bereits die militärische Niederlage voraus. Sie wollen deshalb nicht mehr allein mit kurzen Parolen auf Streuzetteln zum Kampf gegen das NS-Regime auffordern, sondern die Menschen über den Ernst der Lage aufklären. Innerhalb von sechs Monaten konzipiert Hübener mehr als 20 Flugblätter. Ende Januar 1942 bitten Düwer und Hübener einen Bekannten, die Flugblätter ins Französische zu übersetzen. Sie werden dabei beobachtet, denunziert und am 5. Februar 1942 von der Gestapo verhaftet, die wenige Tage später auch Schnibbe und Wobbe festnimmt. Die Jugendlichen werden schwer misshandelt. Am 11. August 1942 findet vor dem Berliner Volksgerichtshof der Prozess statt. Helmuth Hübener wird trotz seines Alters von 17 Jahren zum Tode verurteilt und am 27. Oktober 1942 in Berlin-Plötzensee ermordet. Seine drei Freunde erhalten lange Freiheitsstrafen. Sie können das Kriegsende überleben. (Quelle: Gedenkstätte Deutscher Widerstand, Berlin)

Prof. Alan Keele

Alan Keele ist Professor Emeritus der Brigham Young Universität in Provo Utah für deutsche Literatur und Sprache. Von 1962 bis 1964 leistete er in Deutschland einen 30monatigen Missionsdienst für die Kirche Jesu Christi der Heiligen der Letzten Tage.  Sein anschließendes Studium in Deutsch und Geschichte an der Brigham Young Universität schloss er mit dem B.A. ab. Seinen Doktortitel erhielt er von  der Princeton Universität in New Jersey, wo er deutsche Sprache und Literatur studierte. Neben zahlreichen Publikationen zu Geschichte und Literatur hat er über die Werke von Günter Grass geschrieben  sowie  Rainer Maria Rilke und Walter Kempowski ins Englische übertragen.  Außerdem hat er sich seit über dreißig  Jahren mit dem  deutschen Widerstand gegen Hitler befasst.  Das von ihm herausgegebene Buch über Helmut Hübener ist Vorlage für den Kinofilm “Truth and Treason”.

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