Kirche spendet Hilfsgüter im Wert von über einer Million US-Dollar an jordanische Hilfsorganisation

  Sarah Jane Weaver, Mitarbeiterin der Church News

  • 9. November 2012

Die Hilfsorganisation „LDS Charities“ fing im Mai damit an, in Übergangslagern nahe der syrisch-jordanischen Grenze Hygienepäckchen zu verteilen. Seitdem unternahm sie zusammen mit anderen weitere Maßnahmen, um syrischen Flüchtlingen zu helfen. Hier stellen Heilige der Letzten Tage sowie Mitglieder der griechisch-orthodoxen und der römisch-katholischen Kirche gemeinsam Hygienepäckchen zusammen.

Das Wichtigste aus dem Artikel

  • Die Kirche arbeitet mit örtlichen und internationalen Hilfsorganisationen zusammen, um den Hilfsbedarf abzuwägen und festzustellen, wo die Hilfsgüter den größtmöglichen Nutzen bringen.
  • Zusammen mit der Jordan Hashemite Charity Organization konzentriert sich LDS Charities auf Hilfsaktionen zugunsten von Frauen und Kinder.
  • Die Mitglieder vor Ort haben zusammen mit anderen religiösen Gruppen, darunter auch Mitglieder der griechisch-orthodoxen und der römisch-katholischen Kirche, Hilfsgüter zusammengestellt.

„Die Mitglieder sind glücklich darüber und stolz darauf, die Hilfsbemühungen unterstützen zu können. … Es schafft ein Band der Brüderlichkeit; die Mitglieder erweitern ihren Blickwinkel; dadurch entfalten sich Nächstenliebe und Hoffnung. Humanitäre Hilfe kommt sowohl denen zugute, die sie geben, als auch denen, die sie empfangen.“ – Karim Assouad, Präsident des Distrikts Amman in Jordanien

Während Zehntausende syrische Flüchtlinge weiterhin Zuflucht in Jordanien suchen, reagiert die Kirche auf den Spendenaufruf einer jordanischen Hilfsorganisation nach zusätzlicher Unterstützung und übergibt Hilfsgüter im Wert von mehr als einer Million US-Dollar. Weitere Hilfe ist unterwegs und für die nahe Zukunft angedacht.

Zusammen mit der Jordan Hashemite Charity Organization konzentriert sich LDS Charities auf Hilfsaktionen zugunsten von Frauen und Kinder. Unter anderem werden Babynahrung, Windeln, Hygienepäckchen und Schulbedarf gespendet. Die meisten dieser Hilfsgüter wurden vor Ort in Jordanien erworben.

Darüber hinaus wurden für den Anbruch der Wintermonate sechs Container mit Decken, Mänteln und Stiefeln nach Jordanien verschifft.

Elder Bruce D. Porter, ein Mitglied der Siebziger, dem in der Kirche Aufgaben für das Gebiet Naher Osten/Afrika Nord obliegen, war vor kurzem in Amman und traf sich mit dem Ministerpräsidenten, mehreren Ministern und anderen Vertretern der jordanischen Regierung. „Sie alle waren sehr gerührt von der Bereitschaft der Kirche bei diesen Hilfsbemühungen mitzuwirken“, sagte er.

Elder Porter betonte, dass der syrische Bürgerkrieg ungeheuer komplex und brutal sei.

„Nahezu der gesamte Nahe Osten ist durch die Frage geteilt, auf welcher Seite man steht“, erklärte er. „Aber Jordanien ist ein sehr friedliches Land; die Menschen sind friedliebend. Sie sind sehr darum bemüht, einfach nur den Flüchtlingen zu helfen, ganz ohne politische Hintergedanken. Das ist genau das, was auch die Kirche tut. Wir wollen einfach nur den leidenden Menschen helfen.“

„Wir arbeiten mit örtlichen und internationalen Organisationen zusammen, um den Hilfsbedarf abzuwägen und festzustellen, wo unsere Hilfsgüter am meisten gebraucht werden“, sagte Sharon Eubank, Leiterin der LDS Charities. „Wir freuen uns, dass wir dort Unterstützung leisten können, wo es viele Hilfsbedürftige gibt.“

Viel von dieser Hilfe ist möglich, weil LDS Charities im letzten Jahr offiziell in Jordanien anerkannt wurde. Außerdem bekam LDS Charities vor kurzem von den Vereinten Nationen den Status einer privaten Hilfsorganisation. „Diese Anerkennungen waren äußerst wichtig dafür, dass wir uns bei diesen Hilfsmaßnahmen engagieren können“, erklärte Elder Porter.

Schwester Eubank berichtet davon, dass es im Laufe des Bürgerkriegs in Syrien immer schwerer für die Bevölkerung wurde, in ihrem Heimatland zu bleiben. Die Flüchtlinge wurden nach ihrer Grenzüberquerung in den Städten und Ortschaften aufgenommen, bis die Infrastruktur des Landes zu sehr darunter litt.

Im Mai begann die jordanische Regierung Flüchtlingslager einzurichten. LDS Charities Schritt auch zur Tat und verteilte Hygienepäckchen an 2500 Bewohner der Übergangslager nahe der syrisch-jordanischen Grenze. LDS Charities arbeitet noch immer mit den verschiedenen Hilfsorganisationen zusammen, die den syrischen Flüchtlingen helfen.

Jim und Karyn Anderson sowie Brent und Ruth Youngberg, Vollzeitmissionare im humanitären Dienst der Kirche, kauften in Absprache mit der jordanischen Regierung sofort Hilfsgüter, damit der steigende Bedarf gestillt werden konnte.

„LDS Charities ist ein geschätzter und bewährter Partner in unserem Bestreben, den Bedürfnissen derer, die nach Jordanien kommen und Hilfe suchen, nachzukommen“, sagte Ayman R. Al-Mufleh, Generalsekretär der Jordan Hashemite Charity Organization.

„Dies ist eine starke und wichtige Partnerschaft, und wir sind dankbar dafür.“

Eine Sache, die die Kirche von anderen Hilfsorganisationen abhebt, ist die Fähigkeit, mithilfe von Ehepaaren, die im humanitären Dienst arbeiten, sofort auf Hilfsanfragen reagieren zu können. „Wenn Lebensmittelpakete, Hygienepäckchen, Baukies oder Babynahrung benötigt wird, können wir sehr schnell damit aufwarten, manchmal sogar innerhalb von 24 Stunden“, sagte Elder Anderson. „Die Kirche kann auf unmittelbare Bedürfnisse schnell reagieren. Das ist sehr zufriedenstellend.“

Ein weiterer Vorteil besteht darin, dass es Mitglieder vor Ort gibt, die zusammen mit anderen religiösen Gruppen, darunter auch Mitglieder der griechisch-orthodoxen und der römisch-katholischen Kirche, Hilfsgüter zusammengestellt haben.

Karim Assouad, Präsident des Distrikts Amman in Jordanien, sagte, dass dies nicht das erste Mal sei, dass die Mitglieder in Jordanien denen, die Hilfe benötigten, unter die Arme greifen konnten.

„Die Mitglieder sind glücklich darüber und stolz darauf, die Hilfsbemühungen unterstützen zu können“, sagte er. „Ich weiß, dass sie sehr dankbar dafür sind.“

Er sagte, es sei sehr wichtig, die Mitglieder vor Ort bei den Hilfsmaßnahmen der Kirche mit einzubeziehen. „Es schafft ein Band der Brüderlichkeit; die Mitglieder erweitern ihren Blickwinkel; dadurch entfalten sich Nächstenliebe und Hoffnung. Humanitäre Hilfe kommt sowohl denen zugute, die sie geben, als auch denen, die sie empfangen.“

Lynn Samsel, Leiter der Katastrophenhilfe der Kirche, sagte, dass die syrischen Flüchtlinge in Jordanien und anderen Ländern ihr Zuhause buchstäblich nur mit der Kleidung, die sie am Leib trugen, verlassen mussten. Er merkte an, dass die Flüchtlingshilfe der Kirche auch in andere Gegenden des Nahen Ostens versendet wird.

Sister Anderson erklärte, dass man sich bei den Hilfsmaßnahmen darauf konzentriere, die „Lücken zu füllen“, die von den anderen Hilfsorganisationen nicht abgedeckt werden.

Zum Beispiel sorgte die Kirche dafür, dass 40 LKW-Ladungen mit Kies an die Flüchtlingslager in Jordanien geliefert wurden, damit dem ständig herumwehenden Sand etwas Einhalt geboten ist. Durch den Kies kann auch nach plötzlichen Unwettern das Wasser vom Zeltbereich ablaufen.

Sie möchte die Mitglieder der Kirche wissen lassen, dass deren Spenden dahin gelangen, wo sie benötigt werden. „Wir beaufsichtigen persönlich die Verteilung der Güter in den Flüchtlingslagern. … Wir stellen sicher, dass eine Mutter die Windeln für ihr Kind bekommt.“

Sister Youngberg beschreibt die Hilfsaktionen in Jordanien als eine wunderbare Sache, wodurch den Hilfsbedürftigen Wohlwollen und Nächstenliebe entgegengebracht werde.

Während die Kirche sich um die syrischen Flüchtlinge kümmert, wurden auch die armen Menschen in Jordanien nicht vergessen. Dort herrsche auch ein großer Bedarf, denn die Arbeitslosigkeit liege bei über 30 Prozent, so Elder Youngberg. Von den sechs Hilfslieferungen, die auf dem Weg nach Jordanien sind, sei eine für die Armen in Jordanien bestimmt, sagte er.

Sister Anderson merkte an, dass diejenigen, die Hilfe erhalten, sehr dankbar dafür sind.

Sie erzählte von einer syrischen Frau, die sie in einem Flüchtlingslager traf.

„Sie war nur noch Haut und Knochen. Sie haben buchstäblich nur, was sie tragen können. Ihr fiel das Logo auf meiner Bluse auf und sah einen Karton mit Vorräten, der das gleiche Logo aufwies. Sie fing an zu weinen. Es kam nicht darauf an, dass wir uns nicht mit Worten verständigen konnten. Ich verstand genau, was sie mir sagte. Sie umarmte und küsste mich und sie war sehr dankbar.“