Ein wahrlich märchenhafter Ball

Von Eva-Maria Bartsch, Redakteurin der Regionalen Umschau

  • 19 Oktober 2012

Mit einem Glassturz möchte der kleine Prinz (Lars Renner) seine erblühte Rose (Katrin Ebisch, Schwarzenberg) schützen. - (Foto von Eva-Maria Bartsch, Dresden)

Taschentücher trockneten hier und da Tränen der Rührung. Dann der tosende Beifall und Bravo-Rufe.

Dresden: Als sich am 29. September 2012 im Freiberger Konzert- und Ballhaus „Tivoli“ die Türen öffneten, betraten weit über 400 Mitglieder und Freunde des Pfahles Dresden in ihren schönsten Kleidern den festlich geschmückten Ballsaal. Das freudige Geplauder und die herzlichen Umarmungen ebbten erst ab, als der Zweite Ratgeber der Pfahlpräsidentschaft, Steffen Reichelt, die Gäste begrüßte. Er kündigte das Theaterstück an: „Man sieht nur mit dem Herzen gut“ in Anlehnung an das Buch „Der kleine Prinz“ von Antoine de Saint-Exupéry mit einer Inszenierung von Silvia Renner aus Dresden, die auch die Regie führte.

Ein gesangliches Zwiegespräch zur Gitarre (Jared Renner) zwischen Tochter (Josie Platzke), Vater (Mathias Tirschler) und Mutter (Ines Hirsch) über die Aktualität der Märchen leitete das Folgende ein:

Der in der Wüste abgestürzte Pilot (Uwe Bartsch, Dresden) trifft den Prinzen (Jakob Gäbler 11 J., Forst und Lars Renner 7 J., Dresden) der seinen kleinen Planeten mit den drei Vulkanen und der eigenwilligen Rose (Katrin Ebisch, Schwarzenberg) verlassen hat, um die Erde kennenzulernen. Mit dem Zug weißer Täubchen (PV-Kinder aus verschiedenen Gemeinden) fliegt er beim Gesang des Windes (Chor der Jungen Damen) durch das All und besucht andere kleine Planeten. Dort lernt er sonderbare Menschen kennen, einen König (Rolf-Thomas Lehmann, Görlitz), der ihn zum Justizminister über sich selbst machen will, einen Geschäftsmann (Bodo Koschnicke, Bischofswerda), der die Sterne als sein Reichtum hortet und einen Geografen (Luca Lehnig, Cottbus) der auf einen Forscher wartet. Als er auf die Erde gelangt, trifft er den Fuchs (Florian Schmidt, Dresden), der für ihn ein echter Freund wird. Von ihm lernt er viele Weisheiten, dass man die Dinge nicht oberflächlich und nach dem Äußeren beurteilen darf und „...man sieht nur mit dem Herzen gut. Das Wesentliche ist für die Augen unsichtbar.“

Der kleine Prinz (Lars Renner, Dresden) zu Besuch auf dem Planeten des Geographen (Luca Lehnig, Cottbus) - (Foto von Eva-Maria Bartsch, Dresden)

Er begreift die Verantwortung für die Rose seines Planeten. Doch wie kommt er wieder zurück? Die Schlange (Samuel Schmitt, Dresden), macht ihm klar, dass sie ihm helfen könne, ganz leicht heimzukehren.

Der nächste Tag wird zum traurigen Abschied, denn der Prinz hat den Biss der Schlange zugelassen. Er tröstet den verzweifelten Flieger: „Wenn du bei Nacht den Himmel anschaust, wird es dir sein, als lachten alle Sterne, weil ich von einem herunter lache …“

Mit dem Lied „Flieger segle mit dem Wind“ der JD und dem Instrumentalquintett (Cornelia Krujatz, Karin und Johannes Heller, Dorothee Lehmann, Jeanette Bartsch) schloss sich der Vorhang. Stille. Taschentücher trockneten hier und da Tränen der Rührung. Dann der tosende Beifall und Bravo-Rufe.

Alle Darsteller bedanken sich für den Applaus. - (Foto von Eva-Maria Bartsch, Dresden)

An der großen Medienwand, auf der vorher die Stimmungs- und Landschaftsbilder abliefen, las man nun die Namen der Mitwirkenden, während ein Trio (Luise Schmitt, Eileen Gäbler, Jared Renner) das Lied „Prinzen geh´n nicht mehr in Samt und Seide“ vortrugen.

Nur mit der Hilfe der Techniker, die den Ton, die Beleuchtung, die Medienwand, die Kulissen bedienten, sowie dem Geschick der Kostümbildner und Kulissengestalter wurde die Aufführung ein großer Erfolg.

Nach diesem kulturellen Schmaus folgte der kulinarische. Aus vier Gerichten konnte gewählt werden und alle sahen sehr lecker aus.

Nachdem sich ein DJ und eine Life-Band formiert hatten und ihre Songs zum Vortrag brachten, füllte sich schnell die Tanzfläche. Beschwingt und froh gelaunt amüsierten sich beim Tanz und in der Unterhaltung die Jüngeren wie die „Reiferen“ gleichermaßen.