Elder Christofferson: Sich mit Joseph Smiths Leben befassen

  Marianne Holman, Mitarbeiterin der Church News

  • 25. September 2013

Elder D. Todd Christofferson und seine Frau, Kathy, begrüßen Studenten bei einer Andacht an der BYU Idaho am 24. September.

„Soweit das möglich ist, wollen wir erkennen, was Joseph Smith erkannt hat. Wir wollen verstehen, was er verstand. Wir wollen Gott näherkommen, wie er es tat.“ – Elder D. Todd Christofferson vom Kollegium der Zwölf Apostel

Joseph Smith sei der große Offenbarer Jesu Christi in den Letzten Tagen, erklärte Elder D. Todd Christofferson vom Kollegium der Zwölf Apostel bei einer Andacht auf dem Campus der BYU Idaho am 24. September.

„Wäre er nicht vom Vater und vom Sohn beauftragt und zum Priestertum ordiniert worden, hätte er die Priestertums­schlüssel nicht von ordnungsgemäß eingesetzten himmlischen Boten empfangen, wäre die Fülle des Evangeliums nicht durch seine Visionen, Offenbarungen und seine Übersetzung des Buches Mormon und der Bibel wiederhergestellt worden, hätten wir viel weniger als das wahre Christentum.“

Aufgrund Josephs entscheidender Rolle und erheblichen Beitrags zur Wiederherstellung der Kirche Jesu Christi auf Erden in diesen Tagen haben viele sein Leben gelobt oder kritisiert, so Elder Christofferson.

„Es ist ganz natürlich, dass jeder, der gegen die Kirche Jesu Christi der Heiligen der Letzten Tage – ihr Werk, ihre Lehren, ihre Mitglieder – ist, Joseph Smith angreift. Das sollte uns nicht überraschen oder beunruhigen oder gar defensiv werden lassen. Der Herr sagte dem Propheten selbst, dass ihn das nicht überraschen sollte.“

Wenn man sich mit Joseph Smiths Offenbarungen und Lehren befasse, festige man seinen Glauben an Christus und stärke sein Zeugnis vom wiederhergestellten Evangelium. „Wenn wir uns mit dem Leben und Wirken des Propheten befassen, geht es nicht nur darum, dass wir uns intellektuell fortbilden und unsere Neugier befriedigen. Soweit das möglich ist, wollen wir erkennen, was Joseph Smith erkannt hat. Wir wollen verstehen, was er verstand. Wir wollen Gott näherkommen, wie er es tat. …

Da wir immer mehr Einblick in das Werk und die Lehren des Propheten bekommen, werden einige Wissenslücken geschlossen, einiges, was wir schon wussten oder dachten, wird bestätigt, und es werden Fragen beantwortet, die wir vielleicht haben mögen.“

Elder Christofferson zufolge dürfe man nicht erwarten, in diesem Leben auf alles eine Antwort zu finden. Man kenne nicht einmal alle Fragen.

Die Arbeit einiger Forscher ziele laut Elder Christofferson darauf ab, Joseph Smiths Charakter zu untergraben, seine Schwächen aufzublähen und, wenn möglich, seinen Einfluss zu zerstören.

„Ihre Veröffentlichungen können manchmal besorgniserregend sein. Das kann auch auf Fragen von aufrichtigen Historikern zutreffen. … Aber ich gebe Ihnen folgenden Rat für Ihr persönliches Studium: Seien Sie geduldig, befassen Sie sich nicht oberflächlich mit einem Thema und ignorieren Sie den Geist nicht.“

Während wir einige Antworten schnell erhalten oder ohne viel Mühe, sind andere derzeit einfach nicht zu finden, weil die nötigen Informationen oder Belege dafür fehlen.

„Sie sollten jedoch nicht annehmen, dass, nur weil heutzutage Belege zu einem Punkt fehlen, diese nicht existieren oder sich nicht zukünftig noch finden. Das Fehlen von Belegen ist kein Beweis. … In Bereichen, in denen die Antworten unvollständig sind oder gänzlich fehlen, wird geduldiges Studium und geduldiges Warten auf neue Informationen und Entdeckungen oft mit Erkenntnis belohnt.“

Man dürfe keine Schlussfolgerungen auf Grundlage ungeprüfter Behauptungen oder unvollständiger Forschung treffen und sich nicht von unaufrichtigen Suchenden beeinflussen lassen, erklärte der Apostel. Elder Christofferson drückte es mit den Worten des stellvertretenden Geschichtsschreibers der Kirche, Rick Turley, aus: „Befassen Sie sich nicht zu wenig mit der Geschichte der Kirche.“

Elder Christofferson forderte die Mitglieder auf, Joseph Smith nicht als vollkommener darzustellen, als er es tat.

„Er musste nicht übermenschlich gut sein, um das Werkzeug in Gottes Händen zu sein, als das wir ihn kennen. … Das Wunder besteht nicht darin, dass er jemals menschliche Schwächen zeigte, sondern dass er seine Mission erfüllte. Seine Früchte lassen sich weder leugnen noch mit anderen vergleichen.“

Er betonte, wie wichtig es sei, sowohl durch Studium als auch durch Glauben zu lernen und ein „vollständiges Verständnis“ durch den Geist zu erlangen.

„In Glaubensfragen ist ein geistiges Zeugnis wesentlich, wenn man nicht im ‚Spiel der Wellen, hin und her getrieben [werden möchte] von jedem Widerstreit der Meinungen, dem Betrug der Menschen ausgeliefert, der Verschlagenheit, die in die Irre führt‘.

Mit der Zusicherung durch den Geist können Sie vorangehen im Werk des Herrn und Ihre Beziehung zum Vater im Himmel weiter vertiefen, während Sie nach Antworten suchen und auf diese warten. Wenn Sie beschließen, nichts zu tun, bis jede Frage beantwortet und jeder kleinste Zweifel ausgeräumt ist, werden Sie nie Fortschritt machen, denn in diesem Leben gibt es immer ungelöste Fragen und Dinge, für die es noch keine Erklärung gibt.“

Elder Christofferson erklärte, dass „Joseph Smiths Berufung als Prophet für unsere Religion entscheidend ist“. Allerdings bilde die Kreuzigung und die Auferstehung Jesu Christi die Grundlage aller anderen Bestandteile des Erlösungsplans.

„Der Herr Jesus Christus hatte auf Erden keinen sichereren Zeugen, keinen eifrigeren Jünger, keinen treueren Fürsprecher als Joseph Smith, seinen Propheten, Seher und Offenbarer“, so Elder Christofferson.

„Durch sein Zeugnis vom auferstandenen Erretter, durch die Übersetzung und Veröffentlichung des Buches Mormon und durch seinen Märtyrertod hat Joseph Smith der Welt in unserer Zeit Jesus Christus offenbart.“