Elder Neil L. Andersen erzählt, was er von einem Schmetterling gelernt hat

  Marianne Holman, Mitarbeiterin der Church News

  • 16. Januar 2013

Elder Neil L. Andersen spricht am Freitag, 6. Januar 2012, zu Seminarschülern aus Bountiful in Utah.  Foto von Jeffrey D. Allred.

Das Wichtigste aus dem Artikel

  • Elder Neil L. Andersen vom Kollegium der Zwölf Apostel sprach am 6. Januar zu einer Gruppe von Seminarschülern in Bountiful in Utah.
  • Wenn wir beständig und aufrichtig das Buch Mormon lesen, können wir dadurch ein starkes geistiges Fundament errichten.
  • Wir sind Kinder Gottes, und er hat einen Plan für uns, wie wir unser Potenzial erreichen können.

„Ihr seid Kinder Gottes mit unendlichen Möglichkeiten, und eines der besten Dinge, die ihr in eurem Leben machen könnt, besteht darin, zu akzeptieren, wer ihr seid, woher ihr kommt und wohin ihr geht.“ – Elder Neil L. Andersen vom Kollegium der Zwölf Apostel

Bei einer Andacht im Bountiful Regional Center am 6. Januar sagte Elder Neil L. Andersen vom Kollegium der Zwölf Apostel, dass das Leben eines Monarchfalters uns eine geistige Lektion sein könne.

Elder Andersen, der von seinem Enkel Clayton Hadlock, einem Schüler an der Bountiful High School, vorgestellt wurde, sprach in einem voll besetzten Gebäude zu über 2000 Seminarschülern aus Bountiful in Utah.

Er machte auf den Jahresbeginn aufmerksam und forderte alle Schüler auf, das Buch Mormon zu lesen.

„Wenn ich euch überzeugen, dazu bewegen, anflehen könnte, für euch allein das Buch Mormon zu lesen – nicht nur mit eurer Familie, nicht nur beim Seminar, nicht, weil jemand euch bittet, es zu tun, sondern weil ihr es möchtet, etwas, worüber ihr niemandem Bericht erstattet – dann könnte es ein Jahr werden, das ihr nie vergessen werdet und das eine Grundlage für eure Zukunft sein wird.“

Elder Andersen bat seine Frau, Schwester Kathy Andersen, darüber zu sprechen, dass sie das Buch Mormon in der zehnten Klasse sechs Mal gelesen hatte, und welchen Einfluss dies auf ihr Leben gehabt hat.

Sie sagte: „Ich habe dieses Buch seit damals viele, viele Male gelesen und gebe Zeugnis, dass dieses Buch wahr ist.“

Elder Andersen forderte auch Clayton M. Christensen, Professor an der Harvard Business School und bekannter Fachmann auf dem Gebiet Innovation und Wachstum, auf, darüber zu berichten, wie er sein Zeugnis vom Buch Mormon erlangte, als er in Oxford studierte. Bruder Christensen sprach über seinen Wunsch, zu wissen, ob das Buch Mormon wahr sei, sowie über die Zeit und die Mühe, die er dem Nachsinnen über seinen Glauben widmete.

„Wenn das Buch wahr sei, wollte ich mein Leben dem Evangelium weihen, und wenn es nicht wahr sei, wollte ich mein Leben nutzen, um herauszufinden, was wahr ist“, sagte er.

Er bezeugte, dass er in England „die greifbarste, nützlichste Erkenntnis“ erlangte – nämlich, dass das Buch Mormon wahr ist.

Elder Andersen fügte sein Zeugnis hinzu, dass obwohl das Buch Mormon viele Zwecke habe, der größte darin bestehe, Menschen davon zu überzeugen, dass Jesus der Messias ist.

„Im Laufe Ihres Lebens … werden Sie besser verstehen, warum dieses heilige Buch bezeugt, dass Jesus der Christus, der Sohn Gottes ist.“

Elder Andersen legte allen ans Herz, sich allein am Bett niederzuknien, wenn niemand es sieht, und Moronis Verheißung zu prüfen.

„Diese Offenbarung erlangt man in der Regel Zeile um Zeile“, sagte er. „Meine Kenntnis vom Buch Mormon ist klar; es ist eine greifbare Offenbarung, dass Gott uns liebt und kennt. Jesus ist der Messias, und er hat das Evangelium wiederhergestellt.“

Nachdem er die Jugendlichen aufgefordert hatte, das Buch Mormon zu lesen, hielt Elder Andersen ein Glas mit einem künstlichen Schmetterling hoch, der darin umherflatterte. Er verwies auf vier geistige Lektionen, die man von dem Monarchfalter lernen kann.

Elder Neil L. Andersen spricht am Freitag, 6. Januar 2012, zu Seminarschülern aus Bountiful in Utah. Foto von Jeffrey D. Allred.

Ihr seid Kinder Gottes mit unendlichen Möglichkeiten.

„Ihr seid Kinder Gottes mit unendlichen Möglichkeiten, und eines der besten Dinge, die ihr in eurem Leben machen könnt, besteht darin, zu akzeptieren, wer ihr seid, woher ihr kommt und wohin ihr geht“, sagte er. „Für einen Monarchfalter ist das ganz natürlich. Wir, die Söhne und Töchter Gottes, verspüren, dass das stimmt, aber wir müssen es bestätigen und glauben.“

Elder Andersen erzählte von seinem jungen Enkel, der das PV-Lied „Ich bin ein Kind von Gott“ sang, und fügte hinzu, dass die Jugendlichen von heute an diese heiligen Worte glauben müssen.

„Entwickelt Glauben daran!“, sagte er. „Manchmal, wenn ihr euch wie eine Raupe fühlt und euch einredet: ‚Ich bin nicht klug, ich bin nicht sehr koordiniert, ich bin anders, ich habe dies nicht, ich habe das nicht‘, dann denkt daran, wer ihr seid. Wir müssen nicht alle gleich sein. Es gibt uns in verschiedenen Größen, Formen und Farben. Einige haben diese Talente, andere haben jene; wir müssen nicht genau wie jemand anders sein.“

Er zitierte eine Aussage der Ersten Präsidentschaft in der Broschüre Für eine starke Jugend: „Wir setzen großes Vertrauen in euch. Ihr seid Söhne und Töchter Gottes. Er liebt euch und er achtet auf euch. Ihr seid in einer Zeit auf die Erde gekommen, in der es großartige Möglichkeiten gibt, aber auch große Herausforderungen.“

Elder Andersen erklärte, man müsse sein Potential betrachten und denken: „Eines Tages werde ich fliegen.“

Um so zu werden, wie Gott es möchte, braucht ihr die Gaben des Erlösers und müsst selbst die richtigen Entscheidungen treffen.

Elder Andersen erklärte den Vorgang, wie aus einer Raupe ein schöner Schmetterling wird. Er zeigte einen Zeitrafferfilm über die Verwandlung einer Raupe, die einen wunderschönen Kokon spinnt und sich schließlich als Schmetterling erhebt.

Elder Andersen fragte: „Ist es nicht erstaunlich, dass der Vater im Himmel ein so wunderschönes Insekt erschaffen hat, das zu so etwas fähig ist?“

Menschen haben – wie die Raupe – das Potential, etwas Wunderschönes zu werden. Jugendliche treffen Entscheidungen, die die Richtung für den Rest ihres Lebens vorgeben.

„In jedem von euch findet eine Entwicklung statt“, sagte er. „Sorgt dafür, dass ihr euch zu dem entwickelt, was ihr werden wollt. Was in euch vorgeht, ist sehr wichtig, und es ist wichtig, während ihr jung seid.“

Wenn wir dem himmlischen Vater nahe bleiben und anderen dabei helfen möchten, dasselbe zu tun, müssen wir richtige Entscheidungen treffen und uns auf das Sühnopfer verlassen, wenn Kurskorrekturen angebracht sind, um auf den richtigen Weg zurückzukehren.

„Wenn wir Fehler machen, muss es eine Möglichkeit geben, Vergebung zu erlangen“, erklärte Elder Andersen. „Und das kann nur er. Aber es gibt auch etwas, was wir dazu beitragen können.“

Brigham Young forderte alle dazu auf, „in der Finsternis rechtschaffen“ zu sein. Elder Andersen legte den Jugendlichen ans Herz, sich selbst treu zu sein und ein Ansprechpartner für andere zu sein.

„Es gibt Zeiten, in denen wir umkehren und uns ändern müssen. Mögen wir aber treu sein, sodass andere zu uns kommen können, und mögen wir ihnen helfen.“

Elder Andersen zitierte aus der Broschüre Für eine starke Jugend: „Der Herr [macht] viel mehr aus eurem Leben, als ihr selbst könntet. Er verschafft euch mehr Möglichkeiten, erweitert euren Blickwinkel und gibt euch Kraft. Er gibt euch die Hilfe, die ihr braucht, um euch euren Schwierigkeiten und Herausforderungen zu stellen. Ihr … [lernt] euren Vater im Himmel und seinen Sohn, Jesus Christus, [kennen], und [verspürt] die Liebe …, die sie für euch empfinden.

Eure geistigen Sinne sind fein und zart und werden durch eure Ehrlichkeit und euren Gehorsam beschützt.

Die Flügel eines Schmetterlings sind sehr zart und fein, und mit geistigen Gaben und Kräften verhält es sich genauso“, sagte Elder Andersen.

„Auch mit dem Heiligen Geist verhält es sich so“, erklärte Elder Andersen. „Ihr könnt nicht einfach eines Abends machen, was ihr wollt und das außer Acht lassen, von dem ihr wisst, dass es wahr ist, und denken, dass ein, zwei Tage später alles in Ordnung sein wird.“

Wenn ihr euer zartes und feines Zeugnis stärken wollt, müsst ihr Verantwortung übernehmen und das tun, wodurch ihr dem himmlischen Vater näherkommt.

Er zitierte nochmals aus der Broschüre Für eine starke Jugend: „Für eure Entscheidungen seid ihr verantwortlich. … Habt den sittlichen Mut, standhaft Gottes Willen zu tun, selbst wenn ihr alleine dasteht.“

Wenn sich euer Blick über euch selbst hinaus erweitert, dann fangt ihr an zu sehen, was nach dem Willen des Herrn aus euch werden soll.

„Irgendwie, irgendwann in eurem Leben müsst ihr euer Leben als etwas größeres begreifen“, sagte er.

Elder Andersen sprach über das Zugverhalten von Schmetterlingen nach Süden. Um den Kreislauf zu vollenden und zurück in den Norden zu fliegen, sind vier Generationen von Schmetterlingen erforderlich.

Genau wie die Schmetterlinge spielt jeder Mensch eine wichtige Rolle dabei, der nächsten Generation zur Rückkehr nach Hause zu verhelfen.

Elder Andersen sprach über die Familie seiner Frau und erzählte von einem ihrer Verwandten, der sich 1898 in Florida der Kirche anschloss. Heute, fünf Generationen später, ist der Großteil ihrer Familie in der Kirche.

Elder Andersen zeigte ein Bild von seinen zwei Enkeln Clayton und Christian Hadlock, die an dem Abend auch anwesend waren, und sprach darüber, wie sie zur vorangegangenen Generationen passten.

„Sie sind Teil dessen, was sie über die Generationen entwickelt hat und sie haben eine bestimmte Verantwortung“, sagte er.

Elder Andersen sagte allen Jugendlichen: „Wir haben euch lieb. Wir zählen auf euch. Wir wissen, wer ihr seid.

Jesus Christus ist der Erretter der Welt. Ich bin sein Zeuge. Er hat euch lieb, und er wird euch helfen, euer Potential zu erfüllen.“