Frauen im Werk des Herrn

Von Nach einer Ansprache von Schwester Claudia Kretzschmar, Gemeinde Schwerin

  • 05.September 2013

Schwester Kretzschmar - (Foto von Marianne Dannenberg)

Schwerin (MD): Die Schwesternkonferenz des Pfahles Neumünster am 28. April 2013 stand unter dem Thema: Frauen im Werk des Herrn. Es wurde über Frauen zur Zeit des Alten und Neuen Testaments, zur Gründungszeit der Kirche und in der heutigen Zeit gesprochen. Schwester Claudia Kretzschmar sprach über die tapferen Frauen der Kirche in der ehemaligen DDR.

Sie begann ihre Ansprache mit der Schriftstelle im 1.Nephi 18, Vers 3:

“Und ich, Nephi, stieg oft auf den Berg und betete oft zum Herrn; darum zeigte der Herr mir Großes.”

Sie sagte:“ So wie Nephi großes Gottvertrauen im Gebet zum Herrn hatte, so hatten die Schwestern, die hinter dem Eisernen Vorhang gekämpft hatten, auch großes Gottvertrauen.  Sie waren nicht nur Lehrerinnen der Frauenhilfsvereinigung (FHV), sie waren Pioniere beim Aufbau. Sie waren nicht nur Mütter in Israel, sie waren Heilande auf dem Berge Zion.”

Sie selbst erlebte als Kind, wie jeden Monat zwei Schwestern hingebungsvoll zu Besuch kamen, um ihre Mutti zu belehren. Sie kamen von weit her gelaufen, bei Wind und Wetter, ohne irgendwelche Verkehrsanbindungen. Besuchslehrbotschaften waren nicht vorhanden und es musste viel improvisiert werden. Aber unter den Schwestern war ein enger Zusammenhalt, denn sie waren sehr aufeinander angewiesen.

Als ein Beispiel für diese Hingabe erwähnte sie Schwester Ruwoldt. Für sie, als Leiterin, war es eine schwere Zeit, denn es gab nur vertriebene, heimatlose und mittellose Schwestern in der FHV. Es gab weder Bücher, noch Lehrmaterial. Viele brauchten Trost, hatten sie doch viel Leid erfahren und Ehemänner und Kinder verloren. Doch hatten sie ein festes Zeugnis im Herzen durch die Wunder, die sie zahlreich erfuhren. “Schwester Ruwoldt ging in den fünfziger Jahren nach den USA. Im Gepäck hatte sie unter anderem 18.500 Namen Verstorbener, die sie gesammelt hatte, damit im Tempel für jene stellvertretend Verordnungen vollzogen werden konnten.” Vierzig Jahre, bis zu ihrem 96. Lebensjahr diente sie im Tempel, um die Arbeit für Ihre Vorfahren zu machen, deren Namen sie durch die Kriegswirren hindurch, oft unter Einsatz ihres  eignen Lebens gerettet hatte.

Schwester Kretzschmar berichtete auch von einer Schwester, die ihre berufliche Tätigkeit aufgab,um sich mehr dem Gemeindeleben zu widmen. Alte Schwestern ohne Angehörige warteten auf ihren Besuch, verbunden mit Wäschewaschen und allem, was sie nicht selbst tun konnten. “In dieser schweren Zeit erhielt sie die meisten Zeugnisse, die sie weiter geben konnte und damit anspornte, gleiches zu tun.”

Sie beschaffte unter erschwerten Bedingungen Material für notwendige Baummaßnahmen am Gemeindegrundstück. Schwester Kretzschmar war sehr gerührt von den Aufzeichnungen dieser Schwester und dankbar, mit welcher Hingabe und großem Glauben, sie alles bewerkstelligt hatte.

Schwester Kretzschmar sagte, dass sie vieles noch berichten könnte, aber sie hoffte, dass sie einen kleinen Einblick geben konnte, über die Schwierigkeiten der Menschen in der Zeit der DDR, und welche  guten Beispiele diese Pionierschwestern gegeben haben.

“Sie lebten treu in dem Glauben nach dem Beispiel aus dem Philipper-Brief, Philipper Kapitel 4, Vers13: ' Alles vermag ich durch den, der mir Kraft gibt.' Wir Schwestern sind die Hände des Herrn hier auf Erden.”