Die Kirche zieht an einem Strang und beschleunigt das Werk

– Sarah Jane Weaver, Nachrichten der Kirche

  • 20. Januar 2015

Missionare an der Missionarsschule in Guatemala-Stadt kommen zusammen, um von Elder Quentin L. Cook und weiteren Generalautoritäten zu hören. Laut den Führern der Kirche ziehen die Mitglieder an einem Strang. Sie bringen das Werk voran und laden alle ein, zu Christus zu kommen.  Foto von Sarah Jane Weaver.

Das Wichtigste aus dem Artikel

  • Mitglieder der Siebziger und der Präsidierenden Bischofschaft haben gemeinsam erörtert, was die Kirche unternommen hat, damit die Aufgaben erfüllt werden, die Gott vorgegeben hat und die in Handbuch 2 dargelegt sind.
  • Die Kirche arbeitet in allen Belangen zusammen, um das Werk zu beschleunigen.

„In allen Belangen der Kirche ist Einigkeit zu erkennen und alles dient einem großen Ziel.“ – Elder Markus B. Nash von den Siebzigern

“Es strengen sich nicht nur Einzelne an, sondern viele wirken zusammen, um die Absichten des Herrn zustande zu bringen und dazu beizutragen, sein Werk zu beschleunigen, erklärt Elder Anthony D. Perkins.

Elder Perkins, der den Siebzigern angehört und Direktor des Komitees für Kommunikationsdienste ist, nahm am 18. Dezember an einer Gesprächsrunde der Church News teil. Auch weitere Generalautoritäten waren anwesend und sprachen über die Aufgaben, die die Kirche von Gott erhalten hat. Diese sind in Handbuch 2 dargelegt.

Zu diesen Aufgaben gehört, „Mitgliedern dabei zu helfen, nach dem Evangelium Jesu Christi zu leben, Israel durch Missionsarbeit zu sammeln, für die Armen und Bedürftigen zu sorgen und den Verstorbenen die Erlösung zu ermöglichen, indem Tempel gebaut und stellvertretend heilige Handlungen vollzogen werden“ (Handbuch 2, 2.2). Die Erfüllung dieser Aufgaben stärkt die gesamte Mitgliederschaft der Kirche, bekräftigt Bischof Gérald Caussé von der Präsidierenden Bischofschaft.

Neben Elder Perkins und Bischof Caussé nahmen auch folgende Generalautoritäten, die alle den Siebzigern angehören, an der Gesprächsrunde teil: Elder Robert C. Gay (für den Ständigen Ausbildungsfonds zuständig), Elder Paul V. Johnson (Beauftragter für das Bildungswesen der Kirche), Elder Larry R. Lawrence (stellvertretender Direktor der Priestertumsabteilung), Elder Marcus B. Nash (Direktor der Korrelationsabteilung), Elder Allan F. Packer (Direktor der Abteilung Familiengeschichte), Elder Kent F. Richards (Direktor der Hauptabteilung Tempel), Elder Steven E. Snow (Geschichtsschreiber und Berichtführer der Kirche und Direktor der Abteilung Geschichte der Kirche) sowie Elder W. Craig Zwick (stellvertretender Direktor der Missionsabteilung).

„Wir sprechen von vier Aufgaben, die wir von Gott erhalten haben, aber alles in allem geht es darum, alle einzuladen, zu Christus zu kommen und in ihm vollkommen zu werden“, erklärte Elder Perkins. „Ebendiesem Zweck dient die Kirche. … Ob wir nun für die Armen und Bedürftigen sorgen oder Israel sammeln oder Leuten helfen, das Evangelium zu leben oder ihnen und ihrer Familie den Weg zum Tempel weisen – es geht immer darum, dass sie zu Christus kommen.“

Familienforschung

Elder Packer sagte, das, was derzeit in der Kirche in verschiedenen Belangen erreicht wird, sei die Erfüllung einer Prophezeiung.

Er führte Epheser 1:10 an: „[Der Herr] hat beschlossen, die Fülle der Zeiten heraufzuführen, in Christus alles zu vereinen, alles, was im Himmel und auf Erden ist.“

Jugendliche suchen in einem Computerraum der Family History Library nach Vorfahren auf FamilySearch.org. Foto von Matt Gade, Deseret News.

Der Salt-Lake-Tempel mit dem Engel Moroni. Foto von Ravell Call, Deseret News.

Jugendliche suchen in einem Computerraum der Family History Library nach Vorfahren auf FamilySearch.org. Foto von Matt Gade, Deseret News.

Mitglieder der Kirche kommen am Sonntag, dem 5. Oktober 2014 nachmittags zur letzten Versammlung der 184. Herbst-Generalkonferenz im Konferenzzentrum in Salt Lake City zusammen. Foto von Scott G. Winterton, Deseret News.

Mitglieder der Kirche verlassen am Sonntag, dem 5. Oktober 2014 abends nach der letzten Versammlung der 184. Herbst-Generalkonferenz das Konferenzzentrum in Salt Lake City. Foto von Scott G. Winterton, Deseret News.

„Ich glaube, wir spüren, dass das gerade geschieht.“

Elder Packer sagte, die Mitglieder der Kirche unterteilten die Arbeit oft in verschiedene Bereiche, damit sie sich besser auf einen Teil konzentrieren können. Die Familienforschung und die Tempelarbeit sind jedoch je die Hälfte ein und derselben Segnung, erklärte er. Viele betrachten die Sammlung Israels im Zusammenhang mit der Missionsarbeit, aber man dürfe doch nicht vergessen, dass viele vom Volk Israel bereits verstorben sind und mithilfe der Familienforschung und Tempelarbeit gesammelt werden müssen.

Zum Thema Familienforschung sagte er außerdem, dass man, wenn man das Evangelium lebt, die heiligen Handlungen für sich selbst empfängt – und dann stellvertretend für seine verstorbenen Angehörigen.

Elder Packer erklärte, dass die Anzahl der Mitglieder, die Namen von Angehörigen für die Tempelarbeit einreichen, 2014 um 25 Prozent angestiegen ist. Der Großteil dieses Anstiegs ist darauf zurückzuführen, dass Jugendliche sich an dieser Arbeit beteiligt haben.

Die Führer der Kirche hoffen, so Elder Packer, dass jedes Mitglied nach Namen von Angehörigen sucht, diese Namen zum Tempel mitnimmt und anderen beibringt, wie sie das auch tun können.

Tempel

„Wir betreiben Familienforschung vor allem, damit wir für unsere Angehörigen zum Tempel gehen und die heiligen Handlungen für sie durchführen können“, meinte Elder Richards.

Die Mitglieder der Kirche widmen sich voller Begeisterung der Tempelarbeit. Inzwischen sind ja auch 144 Tempel geweiht und weitere 26 angekündigt.

Wird ein Tempel geweiht, so Elder Richards, steigt die Begeisterung in Hinblick auf Tempelarbeit in dem betreffenden Gebiet.

Zudem liegt der Schwerpunkt, den die Kirche für die Tage der offenen Tür gesetzt hat, jetzt auf Jesus Christus, heiligen Handlungen und der Familie. „Das hat große Auswirkungen auf die Missionsarbeit“, sagte er.

Ebenfalls sind auch der Elan und die Begeisterung, mit der die jungen Leute zum Tempel gehen, weiterhin angestiegen. In einigen Gebieten ist es deshalb schwierig geworden, gemeinsam als Familie zum Tempel zu gehen, da es lange Wartezeiten gibt.

„Letzte Woche haben wir deshalb ein Merkblatt an die Tempelpräsidenten versendet und sie gebeten, jede Woche eine Zeit freizuhalten, in der Familien Vorrang haben und Taufen durchführen können“, berichtete Elder Richards. „Kurz nach Anfang des neuen Jahres [2015] sollte das bei allen Tempeln eingeführt worden sein.“

Die Führer der Kirche legen viel Wert darauf, so Elder Richards, dass jedes Mitglied ab 12 Jahren einen gültigen Tempelschein hat. Außerdem haben sie die jungen, neu berufenen Missionare aufgefordert, sich im Tempel als Verordnungsarbeiter zu betätigen, bevor sie zur Missionarsschule gehen.

Missionare

Elder Zwick zufolge wird die Sammlung Israels dank der noch größeren, gut vorbereiteten Schar von fast 90.000 Vollzeitmissionaren beschleunigt. Diese finden interessierte Menschen und unterweisen diese auf konventionellem Wege, aber auch sehr gut übers Internet.

Er sagte, die Kirche werde im Juli 2015 neue Missionen gründen, in denen die Verwendung von mobilen Endgeräten bei der Missionsarbeit getestet wird. Demnächst wird daher neues Schulungsmaterial für angehende Missionare bereitgestellt.

Außerdem tragen Kampagnen in sozialen Netzwerken in aller Welt zur Missionsarbeit bei. Da gab es die Kampagne „Dank ihm“ und kürzlich „Ein Heiland ist uns geschenkt worden“. Zudem lief der Film Meet the Mormons erfolgreich in vielen Kinos. Der Clip „Ein Heiland ist uns geschenkt worden“ wurde im Dezember 2014 über 53 Millionen Mal auf Facebook gepostet und über 105 Millionen Mal auf Twitter. Die Videos wurden inzwischen über 30 Millionen Mal angeschaut, davon 19 Millionen Mal auf Spanisch oder Portugiesisch.

„Immer mehr Menschen in aller Welt hören von der Kirche und schätzen sie. Die Menschen entdecken die Botschaft des Evangeliums, nehmen sie an und geben sie weiter“, erklärte Elder Zwick.

Für die Armen und Bedürftigen sorgen

Bischof Caussé sagte, als das Handbuch 2 2010 gedruckt wurde, führte man die Sorge für die Armen und Bedürftigen als eine der vier Aufgaben an, die Gott der Kirche übertragen hat.

Daher sei es unter anderem wichtig, „die Mitglieder anzuspornen, nach dem Evangelium Jesu Christi zu leben und in geistiger Hinsicht Fortschritt zu machen, indem man ihnen die Gelegenheit gibt, sich der Armen und Bedürftigen anzunehmen und ihrem Nächsten zu dienen“. Die Führer der Kirche betonen besonders, wie wichtig es ist, das Gesetz des Fastens zu leben und beim Fastopfer großzügig zu sein.

Bischof Caussé zufolge sieht die Kirche nicht nur unter den Heiligen der Letzten Tage Hilfsbedarf, sondern auch bei Andersgläubigen. Auch sie sollen unterstützt werden. Die Kirche verstärkt derzeit die humanitäre Hilfe für Flüchtlinge in Ländern, wo Krieg herrscht oder sich Naturkatastrophen ereignen.

Es besteht eine starke Verbindung zwischen geistiger und zeitlicher Eigenständigkeit. „Armut ist nicht nur der Mangel an zeitlichen Mitteln, sondern es bedeutet oft auch, dass die Menschen ihr geistiges Potenzial nicht erkennen.“

Ständiger Ausbildungsfonds

Die Einrichtung des Ständigen Ausbildungsfonds, die Präsident Gordon B. Hinckley seinerzeit bekanntgegeben hatte, so Elder Gay, sollte den Heiligen der Letzten Tage dabei dienlich sein, eigenständig zu werden.

Das beginnt damit, dass man die Lehre versteht. „Wir sind Söhne und Töchter des himmlischen Vaters, und es ist sein Werk, die Unsterblichkeit und das ewige Leben des Menschen zustande zu bringen. Damit ist die Fähigkeit gemeint, dass man zeitlich und geistig eigenständig ist.“

Da das so wichtig ist, hat die Kirche im vergangenen Jahr weltweit 1100 Center für Eigenständigkeit und 1600 Pfahlkomitees für Eigenständigkeitsförderung eingerichtet. „Es geht nicht darum, eine Arbeit zu finden oder sich weiterzubilden. Das ist nur ein Teil dessen, was erforderlich ist. Es geht darum, zeitlich und geistig wahrhaft eigenständig zu werden.“

Elder Gay erklärte, dass viele, die vom Ständigen Ausbildungsfonds profitieren, das Heft Meine Familie ausfüllen, das von der Abteilung Familiengeschichte entworfen wurde. „Die benötigten Fähigkeiten überschneiden sich. Man benötigt beim Ausfüllen des Hefts Meine Familie dieselben Fähigkeiten wie bei der Arbeitssuche.“

Priestertum

„Wenn es darum geht, wie man den Mitgliedern helfen kann, das Evangelium noch besser zu leben, denkt man automatisch an den Lehrplan und den Unterricht“, meinte Elder Lawrence.

Die Kirche befasst sich weiterhin insbesondere damit, wie man das Lernen und Lehren verbessern kann, erklärte er.

„Wir lernen noch immer viel aus dem Lehrplan für Jugendliche Komm und folge mir nach!. Wir versuchen dieselben Grundsätze auch auf den Lehrplan für die Erwachsenen und auf die Vorbereitung der Lehrkräfte anzuwenden.“

Im vergangenen Jahr sind die Seiten zu Evangeliumsthemen auf LDS.org, der Website der Kirche, sehr hilfreich für Mitglieder gewesen. Dort werden wichtige Grundsätze erklärt.

Zudem hat die Priestertumsabteilung die Aufgabe, die heiligen Schriften bereitzustellen, zu bewahren und voranzubringen, so Elder Lawrence.

Auch die Gespräche mit David Archuleta und Lindsey Stirling, die über soziale Netzwerke übertragen wurden, waren sehr beliebt. Beide wurden von über 100.000 Zuschauern live mitverfolgt oder später angesehen. „Innerhalb der ersten 24 Stunden wurde das Gespräch mit Lindsey Stirling in 143 verschiedenen Ländern angeschaut“, berichtete Elder Lawrence.

Bildungswesen der Kirche

Elder Johnson sagte, beim Bildungswesen der Kirche wolle man vor allem den Mitgliedern helfen, das Evangelium zu leben.

Das Bildungswesen der Kirche ist begeistert von den Erfolgen des Programms „Pathway“. Dieses wird in Zusammenarbeit mit dem Ständigen Ausbildungsfonds durchgeführt. Man kann damit eine Ausbildung oder ein Studium absolvieren. „Je höher der Bildungsstand der Mitglieder ist, desto eher bleiben sie in der Kirche aktiv“, so Elder Johnson.

Die Missionare, die bei der großen Welle vor 18 Monaten dabei waren, kommen nun langsam zurück, erklärte er. Damit verändert sich die Demografie an den Universitäten der Kirche.

Dieses Jahr werden sich viel mehr zurückgekehrte Missionare einschreiben als in vergangenen Jahren.

„Wir haben vor kurzem die Bestimmungen für den Abschluss in Hinblick auf dafür erforderliche Religionskurse überarbeitet“, teilte Elder Johnson mit. Sie treten im Herbst 2015 in Kraft. Im Fokus stehen die Grundlagen des Evangeliums. „Die Studenten sollen verstehen, worum es im Evangelium Jesu Christi und bei der Wiederherstellung der Kirche geht.“

Außerdem sei die Entwicklung der Zuschauerzahlen des Unterhaltungs- und Informationssenders BYUtv interessant, so Elder Johnson. Diese sind in den letzten Jahren exponentiell angestiegen. Der Sender spricht „Menschen mit ähnlichen Werten an, die gern das Gute in der Welt sehen wollen“.

Geschichte der Kirche

Elder Snow erklärte, die Abteilung Geschichte der Kirche sei bestrebt, die Geschichte der Kirche in aller Welt zu bewahren, auch das, was sich gegenwärtig überall zuträgt.

„Die Leute hören die Geschichte von den Mormonenpionieren und dem Zug nach Westen gern, doch schätzen sie auch die Geschichte ihrer eigenen Vorfahren und der ersten Mitglieder der Kirche in Ecuador, Mexiko, Swasiland oder wo immer sie leben.“

Die Abteilung Geschichte der Kirche arbeitet mit der Abteilung Familiengeschichte zusammen. Sie konserviert Tagebücher, Fotos und Stammbäume. „Die Zusammenarbeit läuft ausgezeichnet“, so Elder Snow.

Kommunikation

Elder Perkins zufolge haben sich die Mitglieder des Komitees für Kommunikationsdienste im vergangenen Jahr vor allem darauf konzentriert, die Botschaft der Propheten noch besser in die Welt zu tragen.

Die Erste Präsidentschaft und die Zwölf Apostel verbreiten ihre Botschaft jetzt über soziale Netzwerke. Das war ein wichtiger Schritt. Im Dezember wurde zudem eine Botschaft per E-Mail in alle Welt verschickt. Fast drei Millionen Mitglieder erhielten die Mitteilung und weitere 400.000 Interessierte, die E-Mails von der Kirche erhalten wollen, meldeten sich im Nachhinein noch dafür an.

Der Film Meet the Mormons war ein Erfolg in den Kinos und wird im Frühjahr 2015 im Internet bereitgestellt. „Ein Pluspunkt war, dass der Film von vielen Nichtmitgliedern gesehen wurde, ein weiterer, dass viele Mitglieder davon inspiriert wurden und sagen konnten: ‚Ich gehöre einer echt tollen Kirche an!‘“, so Elder Perkins.

Korrelation

„Alle Bereiche in der Kirche ziehen an einem Strang. Man kann es deutlich sehen“, erklärte Elder Nash.

Er führte Präsident Spencer W. Kimball an: „Hoffentlich lösen wir die künstlichen Grenzen auf, die wir so oft zwischen der Missionsarbeit und der Genealogie und Tempelarbeit ziehen, denn es handelt sich um das gleiche großartige Erlösungswerk!“

Das geschieht gerade, so Elder Nash.

„In allen Belangen der Kirche ist Einigkeit zu erkennen und alles dient einem großen Ziel.“

Wenn die Mitglieder der Kirche zusammenarbeiten und „den Schwerpunkt auf die grundlegende Lehre der Kirche legen und dem Herrn in seinem Werk zur Seite stehen, ‚die Unsterblichkeit und das ewige Leben des Menschen zustande zu bringen‘ (Mose 1:39), werden wir miterleben, dass die Kirche in erstaunlichem Maße wächst“.