Mitglieder in Südtirol schreiben Geschichte

Von Regina Schaunig

  • 4. April 2012

Brixen/Innsbruck: Die österreichischen Mitglieder erleben nach den Worten des Salzburger Pfahlpräsidenten Franz Mielacher gerade einen „historischen Moment“. In Südtirol (offizielle Bezeichnung Alto Adige), das seit 1919 zu Italien gehört, äußerten deutschsprachige Geschwister schon seit längerer Zeit den Wunsch, Versammlungen der Kirche in ihrer Muttersprache abhalten zu dürfen. Außerdem baten sie um deutschsprachige Missionare. „Einige Geschwister haben bereits in den vergangenen Monaten und Jahren zwei- bis dreimal pro Monat die Gemeinde in Innsbruck besucht und dort an den Versammlungen teilgenommen“, berichtet Präsident Mielacher, „dabei waren weder Entfernung (eine Strecke über 100 km), noch Zeit (eine Fahrt etwa eineinhalb Stunden) Hindernisgründe. Die Gemeinde hat sich herzlich und liebevoll ihrer Bedürfnisse angenommen und es sind Freundschaften entstanden.“

Am 19. Februar 2012 war es dann so weit, Elder Caussé, erster Ratgeber in der Gebietspräsidentschaft, beauftragte den Pfahlpräsidenten des Pfahles Verona mit der Organisation der ersten deutschsprachigen Gruppe in Südtirol und unterstellte diese der Priestertumsverantwortung des Zweiges Innsbruck (Präsident Lukas Roth) im Pfahl Salzburg. Die neue Gruppe wird sich in Brixen (italienisch Bressanone) versammeln. Die Führungsbeamten der Pfähle Verona und Salzburg gaben ihrer Freude darüber Ausdruck, im Bereich der deutschsprachigen Mitglieder in Südtirol zusammenarbeiten und einander unterstützen zu dürfen.

Und auch der Wunsch nach deutschsprachigen Missionaren wurde den südtiroler Mitgliedern erfüllt. Als das Ehepaar Anneliese und Günther Erlacher aus der Gemeinde Linz im November 2011 auf Mission in die Schweiz berufen wurden, dachten sie nicht im Traum daran, dass sie wenig später plötzlich nach Südtirol geschickt werden würden. „Wir hatten uns in Schaffhausen gerade wohnlich eingerichtet, hatten gute Kontakte geknüpft und auch schon eine Taufe erlebt, als wir den Ruf erhielten, als Pioniere nach Brixen zu gehen“, erzählt Schwester Erlacher kurz nach ihrer Berufung. „In Brixen haben wir bis jetzt noch keine geeignete Wohnung gefunden. Und wir wissen auch, dass es eine schwere Arbeit sein wird, doch haben mein Mann und ich die Berufung mit Freude angenommen, weil wir spüren, dass wir hier noch mehr gebraucht werden und beim Aufbau des Reiches Gottes mithelfen können.“ Elder Erlacher wurde als Missionar auch gleichzeitig zum Gruppenleiter für die Brixener Gruppe bestellt.