Präsident Uchtdorf besucht Europa

– Gerry Avant, Nachrichten der Kirche

  • 1 Juli 2014

Präsident Dieter F. Uchtdorf mit Mitgliedern nach einer Versammlung in Warschau. 

Das Wichtigste aus dem Artikel

  • Präsident Uchtdorf und seine Frau haben ihrer Heimat in Europa einen Besuch abgestattet und dabei die Schweiz, Polen und Italien aufgesucht.
  • Dabei konnten sie den Bern-Tempel besuchen sowie das Grundstück für den Rom-Tempel besichtigen.

„Mit der Führung des Heiligen Geistes können wir das Werk in Europa auf solche Weise aufbauen, dass es wächst und vorangeht wie nie zuvor. Es werden weiterhin Tempel gebaut, unter anderem in Rom und Paris. Der Paris-Tempel stellt ein Zeugnis vom Glauben der Heiligen in diesem Teil Europas dar.“ – Präsident Dieter F. Uchtdorf von der Ersten Präsidentschaft

Präsident Dieter F. Uchtdorf und seine Frau Harriet nahmen am 8. Juni an einer Pfahlkonferenz in Zollikofen teil. Sie wurde per Satellit in Albanien, Belgien, Frankreich, Italien, den Niederlanden und in der Schweiz in 31 Pfähle und einen Distrikt übertragen. Präsident Uchtdorf und seine Frau reisten auch nach Warschau und Rom.

Nach seiner Rückkehr nach Salt Lake City breichtete Präsident Uchtdorf den Nachrichten der Kirche von seiner Reise.

Er erwähnte die moderne Technik, dank derer sich die Mitglieder in verschiedenen Ländern miteinander verbinden können, betonte jedoch, dass es umso beeindruckender sei, „wie wir alle miteinander durch unseren Glauben an Jesus Christus und sein wiederhergestelltes Evangelium verbunden und durch Gott vereint sind“.

Die Übertragung war für Präsident Uchtdorf und seine Frau von besonderer Bedeutung, weil sie im Gemeindehaus in Zollikofen stattfand, das direkt neben dem Bern-Tempel gelegen ist.

Der Tempel wurde 1955 von Präsident David O. McKay geweiht. Schwester Uchtdorf merkte in ihrer Ansprache bei der Übertragung an, dass sie, ihre Schwester und ihre Mutter sich der Kirche1954 angeschlossen hatten, acht Monate nach dem Tod ihres Vaters. 1956 reiste sie von Deutschland aus mit ihrer Mutter und Schwester zum Schweizer Tempel, um sich dort als Familie aneinander siegeln zu lassen. Ihr Zweigpräsident diente als Stellvertreter für ihren Vater.

„Unser Zweigpräsident hatte einen Kleinbus gemietet. Wir meldeten uns umgehend für die Fahrt an. 1956 war eine Reise ins Ausland recht selten. Es kam einem fast wie eine Weltreise vor. … Wir sangen die Lieder der Wiederherstellung, erzählten einander unsere Bekehrungsgeschichte und waren froh, auf dieser langen und aufregenden Reise zu unserem ersten Tempelbesuch beisammen zu sein.“

Präsident Uchtdorf erwähnte, dass er, seine Schwester und seine beiden Brüder 1957 im Schweizer Tempel an ihre Eltern gesiegelt worden seien.

Präsident Dieter F. Uchtdorf schüttelt einem jungen Mann in Rom die Hand. Foto von Simon D. Jones.

Präsident Dieter F. Uchtdorf und seine Frau Harriet besuchen den Rom-Tempel, der sich derzeit im Bau befindet. Foto von Simon D. Jones.

Präsident Dieter F. Uchtdorf (Mitte) verschafft sich eine bessere Übersicht über das Gelände des Rom-Tempels. Foto von Simon D. Jones.

Vor dem Bern-Tempel in der Schweiz (von links): Melvyn Reeves, Linda Reeves, Kathy Andersen, Elder Neil L. Andersen, Maria Teixeira und Elder José Teixeira. Foto von Tracy Flemming.

Präsident Dieter F. Uchtdorf und Elder Neil L. Andersen in der Schweiz. Foto von Tracy Flemming.

Bevor der Tempel geweiht wurde, verabschiedete er sich mit Harriet und anderen Jugendlichen aus ihrem Zweig fast jede Woche von Mitgliedern, die in die Vereinigten Staaten auswanderten. Das änderte sich, als der Tempel gebaut wurde, weil es somit einen Anker für die Heiligen in Europa gab.

„Für uns europäische Mitglieder stellte der Schweizer Tempel dann unser geistiges Kraftwerk dar, und wir blieben in unserem eigenen Land und bauten das Reich Gottes in Europa auf. Harriet und ich haben im Schweizer Tempel geheiratet – und ebenso unsere Kinder.“

Präsident Uchtdorf führte an, dass die Konferenz für die Mitglieder in Westeuropa am diesjährigen Pfingsttag abgehalten wurde. Für ihn habe dies einen besonderen symbolischen Wert gehabt. Vor der Konferenz sprach er ein Weihungsgebet zum Segen des Landes aus, das an den Segen erinnerte, den Elder Lorenzo Snow vor mehr als 170 Jahren auf einem Berg nahe der Grenze zwischen Italien, Frankreich und der Schweiz gesprochen hatte.

„Elder Snow sagte: ‚Wir haben hier keinen Tempel – kein von Menschenhand errichtetes Gebäude, doch die Berge türmen sich um uns auf.‘“

Präsident Uchtdorf sagte, aufgrund seines Gebets und der Pfahlkonferenz-Übertragung sei der 8. Juni ein Tag, der voll neuer Anfänge stecke. „Unter der Führung des Heiligen Geistes können wir das Werk in Europa auf solche Weise aufbauen, dass es wächst und vorangeht wie nie zuvor. Es werden weiterhin Tempel gebaut, unter anderem in Rom und Paris. Der Paris-Tempel stellt ein Zeugnis vom Glauben der Heiligen in diesem Teil Europas dar.“ (Die Church News hat über den Paris-Tempel in der Ausgabe der Woche vom 22. Juni 2014 Bericht erstattet.)

Präsident und Schwester Uchtdorf besuchten auf ihrer Reise auch das Grundstück des Rom-Tempels.

„Der Rom-Tempel ist für die Kirche in Italien von großer Bedeutung, und zwar nicht nur aufgrund seiner Funktion, sondern auch als Denkmal für das Wachstum der Kirche. Seit Jahrhunderten stellt Rom das Zentrum der Christenheit in aller Welt dar.“

In Warschau saß Präsident Uchtdorf einer Versammlung für Missionare am Samstag, dem 14. Juni, und einer allgemeine Versammlung am Sonntag, dem 15. Juni vor. Er sprach bei beiden Versammlungen. Er sagte: „Die Mitglieder verspüren den Einfluss des Heiligen Geistes und sind stark, weil sie bewusst sagen: ‚Ja, wir wollen ein Mitglied der Kirche sein.‘ Sie müssen zusammenrücken, eng miteinander befreundet sein, eins sein, einander helfen und gemeinsam etwas bewirken. Das Evangelium erhellt fürwahr ihr Gesicht. Die Mitglieder der Kirche sind ein freudiges Volk; sie sind ihrem Land wahrhaftig ein Licht.“

Präsident Uchtdorf und seine Frau waren von dem Engagement und der Begeisterung der Missionare beeindruckt.

„Sie strahlen Güte und geistige Kraft aus, die den Menschen in Polen auf ewig zum Segen gereichen wird.“

In Polen besuchten Präsident Uchtdorf und seine Frau das Konzentrationslager Auschwitz-Birkenau. Er sagte: „Auschwitz-Birkenau ist keine touristische Sehenswürdigkeit, doch man muss einmal dort gewesen sein.

In der Kindheit und Jugend wurde uns viel zum Thema Holocaust beigebracht. Wir haben die Holocaust-Museen in Jerusalem und in Washington, D.C., und verschiedene Konzentrationslager besucht. Wenn man in Auschwitz ist, ergreift einen die Trauer über das Leid so vieler Menschen. … Mit Worten lässt sich das ernste und ernüchternde Gefühl nicht ausdrücken, erklären oder verstehen, das einen beim Besuch dieses Schauplatzes des Holocausts überkommt.“

Präsident Uchtdorf erklärte, das Evangelium, welches uns Liebe zu Gott und unseren Mitmenschen lehrt, sei das beste Heilmittel, selbst für die schlimmsten Umstände im Leben.

Präsident Uchtdorf und seine Frau wurden auf Etappen ihrer Reise von Elder Neil L. Andersen vom Kollegium der Zwölf Apostel und seiner Frau, Kathy; Elder José A. Teixeira von den Siebzigern und Präsident des Gebiets Europa und seiner Frau, Maria, und von Linda S. Reeves von der Präsidentschaft der FHV und ihrem Mann, Melvyn, begleitet.