Nachrichten der Kirche

500 Junge Erwachsene "erschüttern" Wien

Von Arnulf Schaunig, Gemeinde Wien 2

  • September 24 2012

Wenn sich rund 500 Junge Erwachsene aus Deutschland, Österreich und der Schweiz vornehmen, mit ihrem Glauben und ihrem Zeugnis von Jesus Christus unter dem Motto „Power to shake the world“ tatsächlich die „Welt zu erschüttern“, so bleibt dies nicht ohne Folgen. Bei der diesjährigen Sommertagung vom 13. bis 17. August 2012 in Wien trugen sie ihr Licht buchstäblich durch die Straßen, im Rahmen von Dienstprojekten in die Obdachlosen- und Altersheime, durch die Parks und zu einzelnen Menschen.

In einer höchst symbolischer Gestik gingen die jungen Mitglieder an einem Abend vom Tagungshotel aus zum Volkstheater und zum Museumsquartier. Jeder in dem langen Menschenzug hatte eine Kerze in der Hand. Lisa Zechmann, Clara Zorn und Phillipp Suppan begannen das Lied „Ich bin ein Kind von Gott“ anzustimmen. Jeder gab dann sein Feuer an den anderen weiter, der dann auch zu singen begann, bis die Plätze und Straßen von kleinen Lichtern erhellt und von Engelsstimmen erfüllt wurden. Viele Passanten blieben stehen und erkundigten sich, was hier Besonderes los war. Durch das Singen und Lichtertragen konnten einige Menschen dafür begeistert werden, am Sonntag in die Kirche zu kommen, ein Buch Mormon zu nehmen und von den Missionaren belehrt zu werden. Der Zug ging weiter in die Innenstadt, wo auch am Stephansplatz und im Graben Lieder angestimmt wurden. Wiederum wunderten sich Anrainer über die wundersame Demonstration und wollten mehr über die Kirche wissen. Einige Teilnehmer berichteten, dass der Geist des Herrn ihre Seelen durchdrungen und ihnen ihre Identität als Jünger Christi bewusst gemacht habe. Damit erfüllte sich buchstäblich die Tagungsschriftstelle im 3 Nephi 15:12, wo es heißt „Ihr seid meine Jünger und ein Licht für dieses Volk…“

Die Sommertagung der Jungen Alleinstehenden Erwachsenen in Wien benötigte im Vorfeld nicht nur jede Menge Organisationstalent, sondern auch starken Glauben, Gebete und Visionen. Allein schon die Suche nach einem geeigneten Tagungsort für 500 Personen gestaltete sich schwierig. Das JUFA-Hotel, das zuletzt dafür ausgesucht wurde, befand sich jedoch noch in Bau. So betete man für die Arbeiter und Ingenieure, dass es tatsächlich zum geplanten Tag, nämlich dem Beginn der großen Tagung, bezugsfertig sein würde. 

Mit dem Programm, das auf die Interessen und Fähigkeiten der jungen Erwachsenen zugeschnittenen war, zeigten sich alle sehr zufrieden. Es gab, bei rhythmischer und doch „sauberer“ Musik, insgesamt drei Themen-Tanzabende, „All White“, „Wiener Prater“ und „Hofball“. Morgenstudium, Stadtführungen, Workshops verschiedenster Art, ein breites Angebot an sportlicher Betätigung von Frisbee bis Fußball, Volleyball, Federball und Tennis und eine große Podiumsdiskussion zu politischen Themen. Auch besondere Klassen, Firesites und eine bewegende Zeugnisversammlung waren Teil der Tagung. Die in den deutschsprachigen Ländern dienenden Missionsehepaare unterstützten die Jungen Erwachsenen vor Ort und sorgten zusätzlich dafür, dass jeder sich wohlfühlte.

Mediales Aufsehen erregte der Diskussionsabend am 16. August mit Anneliese Rohrer und Gottfried Marckhgott über das Thema „Demokratie, without me?“ Gebietssiebziger Elder Louis Weidmann erklärte der Öffentlichkeit, wie sich der Einzelne in die Gesellschaft einbringen kann. Der Abend war durchaus von kontroversen Wortmeldungen geprägt. Die klare Position Elder Weidmanns gegen Ende der Diskussion war, dass sich Kirchenmitglieder in dem Maß politisch betätigen sollen, wie es ihnen nach Erfüllung ihrer familiären und kirchlichen Pflichten noch möglich sei.

Den Abschluss der Tagung bildete eine Versammlung mit dem europäischen Gebietspräsidenten Elder José A. Teixeira, der den jungen Erwachsenen ans Herz legte, wie wichtig für sie der Gehorsam gegenüber dem Herren ist und dass daraus große Kraft für ihr Leben entspringe. Diese letzten Gedanken im Herzen bewahrend, ging ein jeder wieder seiner Wege – manche, die auf der Tagung einen potentiellen Partner kennen gelernt hatten, gemeinsame.