Nachrichten der Kirche

Unentgeltlich tätige Helfer der Kirche in Japan nutzen das Internet, um Vermisste ausfindig zu machen

  • 13 April 2011

In Japan haben unentgeltlich tätige Helfer das Internet und Soziale Medien genutzt, um nach dem Erbeben der Stärke 9,0 im März Familien und Angehörige zusammenzuführen.

In letzter Zeit haben die Führer der Kirche die Mitglieder ermuntert, das Internet zu nutzen, um andere am Evangelium teilhaben zu lassen, Menschen zu finden, die bereit sind, die Kirche kennenzulernen und sie mit den Missionaren zusammenzubringen. Nach dem heftigen Erdebeben in Japan im März, begann jedoch eine kleine Gruppe von Mitgliedern mithilfe des Internets nach Missionaren und Mitgliedern zu suchen und sie zu den Gemeindehäusern vor Ort zu bringen.

Am Freitag, dem 11. März 2011 ereignete sich vor der Küste im Norden Japans ein Erbeben der Stärke 9,0, das Gebäude einstürzen ließ und einen Tsunami auslöste. Da das Telefonnetz nicht funktionierte, arbeiteten die Führungsbeamten der Kirche und unentgeltlich tätige Mitglieder rund um die Uhr mit allen erdenklichen Mitteln, einschließlich des Internets, um Verbindung zu Missionaren und Mitgliedern in den zerstörten Gebieten aufzunehmen.

Zwei dieser unentgeltlich tätigen Helfer waren Momoko Yamashita, 32, aus dem Pfahl Yokohama und Mieko Takahashi, 38, aus dem Pfahl Tokio. Fast unmittelbar nach der Katastrophe nutzten diese zwei Schwestern das Internet, soziale Medien und weitere moderne Kommunikationsmittel, um in Zusammenarbeit mit anderen nach den Vermissten zu suchen.

So versuchten sie mit zwei Missionarinnen Verbindung herzustellen. Sie besorgten sich von der Telefongesellschaft eine Liste mit Telefonnummern, die die Missionarinnen über ihr Mobiltelefon gewählt hatten und riefen diese Nummern an. Ein Anruf wurde von einem Mitglied entgegengenommen, von dem sie erfuhren, dass die Missionarinnen in einer Notunterkunft waren. Von da aus konnten sie den Aufenthaltsort der Missionarinnen herausfinden. 

Dieser Einfallsreichtum kam jedoch nicht aus ihnen selbst, bestätigt Schwester Yamashita. „Wir versuchten es mit jedem winzigen Gedanken oder jeder noch so kleinen Idee oder Eingebung, die wir hatten“, erzählt sie. „Es beruhigte uns einfach, etwas tun zu können und es brachte uns Frieden, dass der Geist uns führte.“

Soziale Netzwerke boten den Schwestern eine weitere Möglichkeit zur Hilfe. Menschen, die in Notunterkünften untergebracht waren, schrieben ihren Namen auf Anschlagtafeln. Fotos dieser Tafeln wurden ins Internet gestellt und unentgeltlich tätige Helfer gaben diese Namen in Tabellen ein, die ebenfalls im Internet zur Verfügung standen. Schwetser Takahashi und andere riefen diese Listen auf und nutzten soziale Netzwerke, unter anderem Twitter und Mixi, eine japanische Netzwerkseite, ähnlich wie Facebook, um nach den Namen von Menschen zu suchen, die als vermisst gemeldet worden waren. 

Mit Hilfe dieser Schwestern wurden alle Missionare innerhalb von 24 Stunden erfasst. Binnen drei Tagen konnten Führungsbeamte vor Ort und unentgeltlich tätige Helfer die Situation von 95 Prozent der Mitglieder der Kirche in Japan ermitteln. Die Missionare wurden seitdem aus den Gebieten, die am schlimmsten verwüstet sind, in nahegelegene Missionen in Japan versetzt.

Die Arbeit in Japan geht weiter, meint Schwester Yamashita. Gemeinsam mit anderen hilft sie, Mitglieder der Kirche ausfindig zu machen, Missionare umzusiedeln und die Katastrophenhilfe zu unterstützen.

„Es war beeindruckend, zu sehen, wie die Mitglieder der Kirche in Japan für einen guten Zweck moderne Technologie einsetzten, um Mitglieder und Missionare so schnell ausfindig zu machen“, berichtet Nate Leishman, Leiter der humanitären Katastrophen hilfe der Kirche. „Die Nutzung sozialer Medien, um Mitglieder und andere in Japan ausfindig zu machen, ist ein phantastisches Beispiel dafür, wie die Stärke des Internets eingesetzt werden kann, um die Kirche bei der Katastrophenhilfe zu unterstützen. Ich bin dankbar für die Mitglieder in Japan, die die Initiative ergriffen und sich die Zeit genommen haben, um den Führungsbeamten der Kirche bei diesem Einsatz zu helfen.“