Nachrichten der Kirche

Elder Holland weiht Zentralafrikanische Republik

– Ruth L. Renlund, Gerry Avant und Marianne Holman, Church News

  • 9. November 2012

Bei seinem Besuch im Gebiet Afrika Südost sagte Elder Holland (hinten rechts), dass er die Mitglieder überall in Afrika von der Erhabenheit und Größe der Kirche wissen lassen wolle. Auf diesem Foto sind Kinder aus dem Zweig Bangui in der Zentralafrikanischen Republik zu sehen.

Auf einem stark bewaldeten Hügel mit Blick auf die Hauptstadt Bangui sprach Elder Jeffrey R. Holland vom Kollegium der Zwölf Apostel ein Weihungsgebet für die Zentralafrikanische Republik und segnete dieses Land und dessen Einwohner.

Das Gebet wurde am Montag, dem 29. Oktober, auf der Erhebung Gbazabangui mit Blick auf den Ubangi, einem großen Nebenfluss des Kongos, ein paar Breitengrade nördlich des Äquators gesprochen, wo der ursprüngliche Herkunftsort des Volks der Bangui liegt.

Die Zentralafrikanische Republik, die eine Fläche von über 620.000 Quadratkilometer aufweist und fast 4,5 Millionen Einwohner hat, ist umgeben vom Tschad im Norden, vom Sudan im Nordosten, vom Südsudan im Osten, von der Demokratischen Republik Kongo und der Republik Kongo im Süden und von Kamerun im Westen.

Die Weihung eines Landes ist eine heilige Handlung des Priestertums und kann nur von einem ordinierten Apostel auf Weisung der Ersten Präsidentschaft durchgeführt werden. Elder Holland beschreibt den Zeitpunkt der Weihung als eine Kehrtwende für die kleine Schar an Mitgliedern und das ganze Land. Er verhieß den Anbruch eines neuen Tages für die Menschen, da das Evangelium im ganzen Land verbreitet würde.

Elder Holland wurde von Elder L. Whitney Clayton von der Präsidentschaft der Siebziger und dessen Frau, Schwester Kathy Clayton, sowie Elder Dale G. Renlund von den Siebzigern und Präsident des Gebiets Afrika Südost und dessen Frau, Schwester Ruth Renlund, begleitet. Brent L. Jameson, Präsident der Demokratische-Republik-Kongo-Mission Kinshasa, und seine Frau, Sister Lorraine B. Jameson, sowie Roger Lanue, Präsident des Zweiges Bangui, und seine Frau, Schwester Sophia Langue, waren ebenfalls dabei.

Elder Clayton erklärte der Zeitung Church News, dass, nachdem von einigen Anwesenden ein paar Anmerkungen gemacht wurden, Elder Holland „ein wahrhaft himmlisches Gebet sprach, in dem er das Land segnete, die Menschen segnete und die geistige Voraussetzung dafür schuf, dass die Kirche in diesem Land im Lauf der Zeit auf einem soliden Fundament errichtet wird“.

Elder Clayton fügte hinzu: „Es war einer der schönsten und geistigsten Momente meines Lebens. Als das Gebet beendet war, spürte jeder ruhige Ehrfurcht zu diesem besonderen Anlass. Keiner sagte ein Wort.“

Am Nachmittag kamen Elder Holland und die anderen bei einer Andacht mit über 150 Menschen zusammen. Zu den Anwesenden gehörten Mitglieder des Zweiges Bangui und einige ihrer Freunde.

„Wir hatten eine herrliche Versammlung mit ihnen“, sagte Elder Clayton. „Sie waren voller Vorfreude, Elder Holland zu sehen – das war klar zu erkennen – und hocherfreut, einem Mitglied des Kollegiums der Zwölf Apostel zu begegnen und ihn zu begrüßen.

„Sie hatten ganz vorn mehrere Reihen mit kleinen Stühlen für die Kinder aufgestellt. … Sie brachten die Kinder ganz vorn, damit sie zu seinen Füßen sitzen konnten. Es war ein wunderschöner Anblick.“

Elder Holland sprach die Kinder direkt an, und beschrieb mit einfachen Worten, dass der Heiland jeden von ihnen liebe.

Das Gebäude, in dem der Zweig seine Versammlungen abhält, bot nicht Platz genug für alle. Viele saßen draußen und lauschten von dort den Worten eines Apostels.

„Sie waren eine Stunde oder sogar noch länger vor uns da. Ich glaube, sie wären auch fünf Stunden geblieben“, sagte Elder Holland in einem Gespräch mit der Zeitung Church News. „Die kleinen Kinder waren sehr aufmerksam.

Was ich bereits über die Afrikaner im Allgemeinen gesagt habe, das sage ich auch über diese Menschen: Mir scheint, dass das, was das Leben und die Umstände ihnen auf materielle Weise nicht bieten können, der Herr, was das Geistige betrifft, wettmacht. Es sind wirklich aufopferungsvolle, geistig gesinnte Menschen.“

Über die Versammlung in Bangui sagte Elder Holland: „Ich war sehr bewegt von ihrem Glauben. Dies sind gläubige Menschen. Sie nehmen das Evangelium an, wenn sie es hören – es liegt ihnen einfach im Blut. Sie haben aufrichtigen Glauben. Sie legen, wenn es sein muss, viele Kilometer zu Fuß zurück, um Versammlungen zu besuchen und ihre Pflichten zu erfüllen. Ihr Glaube ist nichts Oberflächliches. Er ist für sie keine kurzweilige Laune. Sie glauben einfach. Was ich aus Afrika mitgenommen habe, ist die geistige Gesinnung und der Glaube der Menschen, die in materieller Hinsicht so arm sind.“

Elder Holland berichtete über den Präsidenten des Zweiges Bangui, Bruder Langue – ein Anwalt, der in Frankreich studiert und in den USA als Jurist gearbeitet hat und dann in die Zentralafrikanische Republik zurückgekehrt ist. „Er sagte mit Tränen in den Augen, dass er kaum begreifen könne, dass ein Mitglied des Kollegiums der Zwölf Apostel den ganzen Weg auf sich genommen hatte und sie im Herzen Afrikas, im Dschungel, in der Abgeschiedenheit, in der sie leben, besuchte. Er kam gar nicht darüber hinweg, dass wir zu ihnen kamen und sie fanden, dass uns ihre kleine Schar an Mitgliedern wichtig war. Das hat mich sehr berührt. Ich sagte: ‚Natürlich sind Sie uns wichtig. Natürlich werden wir Sie finden.‘ Es war ein großer Tag.“

Die Weihung der Zentralafrikanischen Republik war eine von vielen Stationen während Elder Hollands Besuch im Gebiet Afrika Südost vom 19. bis 30. Oktober.

Versammlungen

In Begleitung von Elder Clayton nahm Elder Holland an Schulungen für Priestertumsführer und anderen Versammlungen teil. Die erste Konferenz für Priestertumsführer fand am 20. Oktober in Johannesburg in Südafrika statt. Anwesend waren Priestertumsführer aus sieben Pfählen, einem Distrikt und mehreren Zweigen der Mission. Elder Renlund und seine Ratgeber in der Präsidentschaft des Gebiets Afrika Südost – Elder Ulisses Soares und Elder Carl B. Cook, beides Siebziger – nahmen ebenfalls daran teil.

Am 27. Oktober unterwiesen die führenden Brüder in Kinshasa in der Demokratischen Republik Kongo Priestertumsführer aus sechs Pfählen, einem Distrikt und mehreren Zweigen der Mission. Sie kamen aus vier Ländern: der Republik Kongo (auch bekannt als Kongo-Brazzaville), der Demokratischen Republik Kongo, Kamerun und der Zentralafrikanischen Republik.

„Wir haben viele Grundsätze des Priestertums vermittelt“, sagte Elder Holland. „Die Priestertumsführer sind genau so gut geschult und haben die Standardprozeduren und Vorgaben der Kirche verinnerlicht wie die Brüder in Pfählen in Nordamerika, Europa oder irgendwo sonst auf der Welt. Ihre Handbücher haben Eselsohren, weil sie sie schon so oft gelesen und sich intensiv damit befasst haben. Ihre Loyalität ist mit ausschlaggebend dafür. Sie wollen es richtig machen. Sie möchten unterwiesen werden. Sie sind bereit, unterwiesen zu werden.“

Besondere Pfahlkonferenzen wurden am 21. Oktober in Johannesburg und am 28. Oktober in Kinshasa abgehalten.

Außerdem kam Elder Holland bei seinem Aufenthalt in Afrika mit Missionaren, Jugendlichen, jungen Erwachsenen sowie mit Vertretern von Staat und Medien zusammen.

Die Schwestern in Johannesburg und in Kinshasa wurden zu Konferenzen eingeladen, bei denen Schwester Clayton und Schwester Renlund sprachen. „Etwa 1300 Frauen waren bei diesen Konferenzen jeweils anwesend“, sagte Elder Holland.

Abschlussurkunden vom LDS Business College

Am Freitag, dem 26. Oktober, überreichte Elder Holland 58 Männern in Kinshasa Abschlussurkunden des LDS Business Colleges, nachdem sie die Bedingungen für einen Abschluss im Bauwesen erfüllt hatten. Die Kurse und praktischen Übungen fanden im Pfahlzentrum in Kinshasa statt. Elder George Billings, ein älterer Vollzeitmissionar, unterrichtete die Kurse. Erik Van Hauvermat, ein Mitglied der Kirche, betreute sie. Jeder, der seinen Abschluss erhielt, bekam Werkzeug für seinen Beruf geschenkt, das er in Zukunft verwenden kann.

Elder Holland erklärte den Absolventen, dass das Werkzeug, das sie in den Kursen zum Bauwesen benutzt hatten – Anschlagwinkel, Lot und Wasserwaage –, Lebensprinzipien darstellten. Er forderte sie auf: „Geht immer geradlinig mit euren Mitmenschen um, seid mit dem Himmel im Lot und ausgeglichen in euch selbst.“

Elder Clayton sprach ebenfalls zu den Absolventen und sagte, dass sie für alles, was sie errichten, zunächst eine festes Fundament bauen müssen, wie sie es auch in allen Belangen ihres Lebens tun sollten. Er bezog sich auf Helaman 5:12 und gab ihnen den Rat, auf den Felsen, nämlich Christus, zu bauen.

Elder Renlund sprach ebenfalls zu den Absolventen. Er zitierte Präsident Dieter F. Uchtdorf, Zweiter Ratgeber in der Ersten Präsidentschaft, der darüber gesprochen hatte, was man tun könne, um der Armut zu entfliehen, nämlich: den Zehnten zahlen, eigenständiger werden, für die Bedürftigen sorgen und Dienst am Nächsten leisten. Diese Grundsätze brächten Sicherheit, Frieden, Schönheit und Wohlstand, so Elder Renlund.

Die Versammlung wurde von Georges A. Bonnet geleitet, dem Verwaltungsdirektor des Gebiets Afrika Südost. Er erinnerte die Absolventen daran, dass sie als Teilnehmer und Absolventen des Programms zuallererst den Herrn vertreten, dann die Kirche, ihre Familie und sich selbst.

Dies ist die dritte Absolventengruppe dieses Ausbildungsprogrammes. Ein Bauunternehmer in Kinshasa, der auch Gemeindehäuser der Kirche baut, bietet Absolventen dieses Programms oft die Gelegenheit, für ihn zu arbeiten.

Zusammenfassung

Bei Elder Hollands Besuch wurden mehr als 16.000 Menschen belehrt, ermutigt und erbaut.

Elder Holland sagte, er wolle alle Mitglieder in Afrika, in den Städten und den abgelegenen Ortschaften, von der Erhabenheit und Größe des Kirche wissen lassen.

„Einige von ihnen reisen vielleicht nicht viel oder sehen nicht viel über ihren Heimatort und ihr Land hinaus, aber selbst diejenigen, die an den entlegensten Orten leben und in den kleinsten Zweigen, wo man nur zu Fuß zu den Versammlungen kommt, sind Teil von etwas wahrhaft Herrlichem“, sagte er. „Ich habe versucht, ihnen ein Gefühl für die Größe der Kirche und für die Liebe, die der Herr, der Prophet und die führenden Brüder für sie empfinden, zu vermitteln. Ich glaube, sie haben ein Gefühl dafür bekommen und diese Liebe verspürt.

Ich verwende oft die Lehren des Paulus an die Korinther, dass jedes Glied des Leibes Christi geschätzt wird, dass das Auge nicht zur Hand sagen kann: ‚Ich bin nicht auf dich angewiesen.‘ Wir alle sind die Glieder. Das Wort ‚Glieder‘ beziehungsweise ‚Mitglieder‘ stammt aus diesem Gleichnis. Wir sind alle Teil des Leibes Christi.

Ich wollte, dass sie wissen, dass sie gebraucht werden, absolut jeder Einzelne von ihnen. Gott kennt ihren Namen. Er kennt ihre Lebensumstände und ihre Bedürfnisse und Wünsche.“