Nachrichten der Kirche

Elder Russell M. Nelson fordert die Missionare auf, Gerüchten entgegenzutreten

  Whitney Evans, Mitarbeiter der Church News

  • 31. Dezember 2012

Elder Russell M. Nelson vom Kollegium der Zwölf Apostel spricht bei einer Andacht am Morgen des 1. Weihnachtsfeiertags an der Missionarsschule in Provo.  Foto von Kristin Murphy, Deseret News.

Elder Russell M. Nelson forderte bei einer Andacht am 1. Weihnachtsfeiertag die Missionare an der Missionarsschule in Provo dazu auf, ihren Mund und ihre Augen zu öffnen und ihren Sinn zu stärken.

Elder Nelson vom Kollegium der Zwölf Apostel und seine Frau, Wendy, sprachen zu tausenden Missionaren.

Insbesondere forderte Elder Nelson die Missionare dazu auf, die Augen zu öffnen und ihren Sinn gegen Gerüchte zu stärken. Ein derzeit weit verbreitetes Gerücht betrifft Missionare, die angeblich in ein Gebiet berufen wurden und von dort in ein anderes Gebiet, das bisher nicht für die Missionsarbeit freigegeben wurde – wie beispielsweise China –, versetzt werden, um dort die Missionsarbeit zu eröffnen.

„Diese Gerüchte sind völlig falsch. Treten Sie ihnen entgegen!“, so Elder Nelson. „Die führenden Amtsträger der Kirche betreten Länder, wo die Kirche neu ist, durch die Vordertür. Wir kommen nicht durch die Hintertür oder über Schleichwege. Unsere Beziehungen gründen auf Ehrlichkeit, Offenheit und Redlichkeit und stehen im Einklang mit den jeweiligen Landesgesetzen.“

Dann zitierte er Präsident Gordon B. Hinckley, der gesagt hat: „Wohin wir auch gehen, wir nehmen die Vordertür. Unsere Missionare ehren die Gesetze der Nationen, in die sie gehen und lehren die Menschen, gute Staatsbürger zu sein.“

Einige Missionare würden während ihrer Mission woanders hin versetzt, und manchmal würden einige Berufungen auch abgeändert, so Elder Nelson. Dies könne vorkommen, wenn neue Missionen gegründet werden. Aber, so sagte er, keine Versetzung oder abgeänderte Berufung geschehe unter vorgehaltener Hand.

„Bitte entscheiden Sie sich hier und jetzt, ein ‚Gerüchtevereitler‘, kein ‚Gerüchtemacher‘ zu sein“, sagte er.

Der Heiland sei erschienen, um Auferstehung zustande zu bringen, fuhr er fort. Dies könne besonders tröstlich für diejenigen sein, die aufgrund der Schießerei in Connecticut trauerten, insbesondere um Emilie Parker, die sechsjährige Tochter von Heiligen der Letzten Tage.

„Durch die Geburt, das Leben und seinen herrlichen Sieg über den Tod können die Familien der Opfer und alle, die in diesem Leben schweres Leid durchmachen, getröstet werden“, erklärte Elder Nelson. „Durch diese Mission Jesu Christi erlangen wir die Sicherheit, dass die kleine Emilie Parker und jeder dieser unschuldigen Menschen wieder leben werden! Ja, ‚alle kleinen Kinder [sind] in Christus lebendig‘. Sein Sühnopfer ermöglicht jedem Menschen die Auferstehung.“

Die Missionare, die auf der ganzen Welt hinausgehen, seien berufen, in einer von Hass, Streit und Sünde befleckten Welt Hoffnung, Frieden, Liebe und Freude zu bringen.

Elder Nelson warnte die Missionare auch vor denjenigen, die keine reinen Absichten hätten. Missionare seien Teil einer Mitarbeiterschaft und sollten aufeinander achtgeben und zusammenbleiben, sagte er.

„Halten Sie Ihre Augen weit offen, und wenn Sie etwas Böses sehen oder auch nur verspüren, dann bringen Sie sich schnell in Sicherheit“, so Elder Nelson.

Er brachte seine Hoffnung zum Ausdruck, dass jede Mitarbeiterschaft einer Gemeinde oder einem Zweig zugewiesen werden könne. Er forderte die Missionare auf, den Gemeindemissionsleiter kennenzulernen. Er sei eine wichtiger Ansprechpartner, der den Missionaren helfen könne, die Bedürfnisse der Leute in der Gemeinde in Erfahrung zu bringen – wer besucht werden müsse und wer mithilfe der Missionare Fortschritt machen könne. Außerdem könne er die Missionare auf Menschen aufmerksam machen, die das Evangelium kennenlernen möchten. Dies gilt besonders für Regionen, in denen man immer weniger von Tür zu Tür geht.

Missionare sollten auch eine gute Beziehung mit den Genealogie-Fachberatern der Gemeinde pflegen, die, so Elder Nelson, ihre „engsten Verbündeten“ dabei sein könnten, die Herzen derjenigen zu erweichen, die mehr über die Kirche wissen möchten. Die Missionare und der Genealogiebeauftragte der Gemeinde könnten Freunden der Kirche helfen, einen Vorfahren ausfindig zu machen. Das sei eine wunderbare Gelegenheit für die Missionare, denjenigen, die die Kirche noch nicht so gut kennen, ihre Wertschätzung zu zeigen, sagte er.

Elder Nelson pries an diesem Weihnachtstag nicht nur den Herrn, er lobte auch die Missionare für ihre Selbstlosigkeit.

„Der Geist des Dienens ist im Herzen eines jeden Missionars verankert. … Es ist eine große Ehre für uns, an Weihnachten im Vollzeitdienst unseres Herrn Jesus Christus zu stehen.“

Wenn sie mit denjenigen in Kontakt kommen, die die Unvollkommenheit der Mitglieder der Kirche kritisieren, sollten sie „diesen Kritikern deutlich machen, dass sie Weisheit – und sogar Erhöhung – durch die Lehren erlangen können, die unvollkommene Menschen durch göttliche Offenbarung erhalten haben. Wer auch immer nach diesen Lehren lebt, kann – zu gegebener Zeit – in Christus vollkommen gemacht werden.“

In einer Zeit, in der man Geschenke macht und empfängt, sprach Schwester Nelson über geistigen Gaben. Diese verglich sie mit Gutscheinen, als sie sagte, dass viele Menschen Gaben bekommen haben, die sie nicht nutzen. Sie forderte die Missionare auf, sich „eifrig und mit großer Beharrlichkeit“ um diese Gaben zu bemühen und diese zu nutzen. So könnten sie Schwächen überwinden und bessere Missionare werden.