Nachrichten der Kirche

Kommentar: Christus steht im Mittelpunkt

  • 7. Dezember 2012

In einer Familie handelt eine lustige Weihnachtsgeschichte von einer alten Tante, die jedem Kind an Weihnachten immer eine Karte schenkte, der sie 10 Dollar beigelegt hatte. In einem Jahr war sie in Eile und vergaß, das Geld in die Karte zu stecken. Jedes Kind erhielt also nur eine Karte, auf die sie geschrieben hatte: „Geh und kauf auf dir ein Geschenk!“

Die Geschichte ist deshalb amüsant, weil die Aufforderung ohne die 10 Dollar in der Karte eine ganze andere Aussage bekam, als die Tante beabsichtigt hatte.

Leider kann man die Geschichte auf viele Menschen übertragen, allerdings in umgekehrter Form. Wenn man sich zu sehr auf materielle Güter einschießt, dann verändert man die Bedeutung von Weihnachten auf eine Art und Weise, wie man es gar nicht beabsichtigt hatte.

Der Brauch, an Weihnachten Geschenke zu machen, kann auch an die Gaben erinnern, die Jesus der Welt so freigiebig gegeben hat: Umkehr, Auferstehung und ein Weg zurück zu unserem Vater im Himmel. Die heiligen Schriften machen deutlich, dass der Heiland uns dies durch viel Drangsal, Opferbereitschaft und unbeschreibliches Leiden möglich gemacht und es aus freien Stücken getan hat – und diese Entscheidung traf er, lange bevor es die Erde gab.

Abraham hat beschrieben, wie der Plan der Erlösung bekanntgemacht und das Konzept eines Erlösers vorgestellt wurde.

„Und der Herr sprach: Wen soll ich senden? Und einer wie des Menschen Sohn antwortete: Hier bin ich, sende mich!“ (Abraham 3:27.)

Auch Mose hat dies beschrieben und machte deutlich, dass Jesus uns nicht nur von Sünde erlöst hat, sondern auch vor Satans Wunsch, uns unserer Entscheidungsfreiheit zu berauben.

„Und ich, der Herr, Gott, sprach zu Mose, nämlich: Jener Satan, dem du im Namen meines Einziggezeugten geboten hast, ist derselbe, der von Anfang an gewesen ist; und er trat vor mich und sprach: Siehe, hier bin ich, sende mich; ich will dein Sohn sein, und ich will die ganze Menschheit erlösen, dass auch nicht eine Seele verlorengeht, und gewiss werde ich es tun; darum gib mir deine Ehre.

Aber siehe: Mein geliebter Sohn, der mein Geliebter und Erwählter von Anfang an war, sprach zu mir: Vater, dein Wille geschehe, und die Herrlichkeit sei dein immerdar.“ (Mose 4:1,2.)

Diese unglaubliche Bereitschaft zu einer solch bemerkenswerten Liebestat sollte der Kerngedanke sein, wenn man Weihnachten sinnerfüllt feiern möchte. Das Geschenk, das Jesus der Welt durch sein Sühnopfer gegeben hat, kann man nur durch den Heiligen Geist erkennen. Der Apostel Paulus schrieb: „Wir aber haben nicht den Geist der Welt empfangen, sondern den Geist, der aus Gott stammt, damit wir das erkennen, was uns von Gott geschenkt worden ist.“ (1 Korinther 2:12.)

Wir können ihm für dieses Geschenk nichts Gleichwertiges zurückgeben. Von uns wird lediglich verlangt, die Gebote zu halten und einander bereitwillig zu helfen.

Vor diesem Hintergrund scheint der alljährliche Wahnsinn, die neueste technische Spielerei zu kaufen oder sich hitzig und rüde um heruntergesetzte Waren zu reißen, die es nur gibt, solange der Vorrat reicht, völlig fehl am Platz. Das gilt auch für Schulden, die so mancher eingeht, um Geschenke zu kaufen, die er sich womöglich gar nicht leisten kann.

Es ist ja grundsätzlich nichts falsch daran, Geschenke zu kaufen und zu verschenken, die liebevoll und mit Bedacht ausgesucht worden sind. Aber für einen Großteil der Welt geht es an Weihnachten mittlerweile hauptsächlich um weltliche Güter und nicht mehr darum, die Geburt desjenigen zu feiern, der uns von der Welt erlöst hat.

Präsident Thomas S. Monson hat bei der Weihnachtsandacht 2011 gesagt: „Ich habe, wie Sie sicherlich auch, in den letzten Tagen und Wochen wieder einmal mitbekommen, wie sehr Weihnachten doch Jahr für Jahr kommerzialisiert wird. Es stimmt mich traurig, dass es bei Weihnachten immer weniger um Christus geht und stattdessen immer mehr um Werbung, Umsatz, Partys und Geschenke.

Aber trotz allem: Was Weihnachten wirklich ist, hängt von uns ab. Trotz aller Ablenkungen können wir beim Feiern dafür sorgen, dass Christus im Mittelpunkt unserer Aufmerksamkeit steht. Falls noch nicht geschehen, können wir eigene Weihnachtstraditionen einführen, die uns und unserer Familie dabei helfen, den Geist Christi zu verspüren und zu bewahren.“ (Weihnachtsandacht der Ersten Präsidentschaft, 4. Dezember 2011)

Bei der Weihnachtsandacht 2012 sagte Präsident Henry B. Eyring, Erster Ratgeber in der Ersten Präsidentschaft: „Die Weihnachtslieder … erinnern uns an unsere Freudenrufe, als wir erfahren haben, dass wir auf diese Welt kommen würden und es einen Erretter geben würde, der uns erlöst. Eines Tages werden wir diese Lieder mit den himmlischen Heerscharen singen.“

Präsident Dieter F. Uchtdorf, Zweiter Ratgeber in der Ersten Präsidentschaft, sagte: „Das Herz wird mir warm, wenn ich an die Geschenke denke, die uns ein liebevoller, gütiger und großzügiger Vater im Himmel gemacht hat: die unbeschreibliche Gabe des Heiligen Geistes, das Wunder der Vergebung, persönliche Offenbarung und Führung für jeden, den Frieden des Erlösers, die Gewissheit und den Trost, dass der Tod besiegt ist – und vieles, vieles mehr.“

Die vergessliche Tante hatte wohl unwissentlich etwas gewittert. Weihnachten sinnerfüllt zu feiern ist etwas, das nur wir uns nur selbst bescheren können. Wenn wir das aber einmal geschafft haben, dann können wir allen um uns herum den Weg erleuchten.