Sie blickten zum Himmel und dankten Gott

Von Carolin Weber, Gemeinde Leipzig II

  • 21.06.2012

Anne-Kathrin Burkhardt, Traudi Roth und Carolin Weber (v. li. n. re.) im Lager der Hilfsgüter in Sofia (Foto von Anne-Kathrin Burkhardt)

Leipzig (EB): Wie schon im Jahr 2010 haben die Schwestern des Pfahles Leipzig im Jahr 2011 eine Aktion organisiert, bei der Hilfslieferungen für die Menschen in Bulgarien gesammelt, verpackt und übergeben wurden.

Der Aufruf ging nicht nur an die Mitglieder des Pfahles, sondern sprach auch alle Bürger der einzelnen Kommunen an.

Die Resonanz war riesig. 900 „Bananen-Kartons“, gefüllt mit Kinder-, Damen-, Herrenkleidung, Bettwäsche, Spielsachen und Hygieneartikeln, sowie eine Palette mit Gehhilfen und Krücken, konnten auf die Reise gehen.

Carolin Weber aus der Gemeinde Leipzig II und Anne-Kathrin Burkhardt aus dem Zweig Halle fuhren nach Sofia, um die Hilfsaktion vor Ort zu begleiten. Die Gattin des Missionspräsidenten von Bulgarien, Traudi Roth, übernahm die Koordination in dem Land.

Zunächst fuhren die drei Schwestern in eine Roma-Siedlung am Rande von Sofia, um dort den Müttern und Kindern notwendige Hilfsgüter zu übergeben. Sie waren erschüttert über das Elend, das sie in der Siedlung vorfanden. Die beschenkten Frauen drückten ihre große Dankbarkeit aus, in dem sie dankend zum Himmel blickten und „Boga!“ (Gott) riefen.

Mit vollgepacktem Minibus ging die Fahrt in die Provinz zu zwei Kinderheimen. Im ersten leben Babys bis zu drei Jahren. Jedem Kind stehen pro Tag 0,35 € für Speisen, Kleidung und Hygienebedarf zur Verfügung. Erschreckend war der Blick in die Küche. Außer einer wässrigen Suppe, die in kleinen Metallschüsseln für die Kinder als Mahlzeit bereitstand, war nichts Essbares zu sehen. Milch, Obst, Gemüse oder Getreideprodukte können den Kindern aus Kostengründen nicht gereicht werden. So erklärt sich der unterernährte Zustand der Kleinen. Dankbar nahm das Personal die Wegwerfwindeln, Babyflaschen, das Spielzeug und die anderen Spenden entgegen.

Traudi Roth und Carolin Weber tragen Baby- und Kindersachen in ein Kinderheim

Im anderen Kinderheim, in dem Sechsjährige bis zum 18. Lebensjahr aufwachsen, wurden ebenfalls zahlreiche Hilfsgüter übergeben. Diese Kinder waren sehr anhänglich. Sie hatten große Freude daran, mit den „fremden“ Frauen zu sprechen. In russischer Sprache, die der bulgarischen ähnlich ist, kam eine Kommunikation zustande. Sie genossen es, dass ihnen jemand zuhörte und sie herzlich umfing.

Wieder zu Hause, erhielt Schwester Weber zahlreiche Dankesbriefe von Schweizer und britischen Hilfsorganisationen, die in Bulgarien humanitäre Arbeit leisten.

Die Mitglieder des Pfahles Leipzig haben Hilfsorganisationen die Möglichkeit gegeben, den Bedürftigen in diesem Land zu helfen. Der Winter 2011/2012 war in Bulgarien sehr kalt, so dass Menschen erfroren. Vielen konnte jedoch in der Eiseskälte mit Kleidung von Jüngern Christi geholfen werden.