Wie man Jugendliche für die Familienforschung begeistern kann

– Paul Nauta, Nachrichten der Kirche

  • 13. Oktober 2014

Genealogin Hannah Allan legt den Jugendführern ans Herz, Aktivitäten zur Familienforschung zu planen, die Spaß machen und zum Mitmachen anregen. Die Jugendlichen sollen dabei selbst forschen und eigenständig dazulernen können.

Das Wichtigste aus dem Artikel

  • Wenn Sie mit Jugendlichen arbeiten, ist es am besten, ihnen Ziele vorzugeben und sich dann zurückzunehmen.
  • Man solle keinen Druck ausüben und nichts fordern, sondern es soll Spaß machen, die Jugendlichen sollen dabei verschiedene Talente nutzen können und man sollte den Jugendlichen vertrauen.

„Liebe Eltern und Führer der Kirche, bitte helfen Sie Ihren Kindern und Jugendlichen. … Reglementieren Sie dieses Vorhaben aber nicht übermäßig und verlieren Sie sich nicht in Einzelheiten und Schulungen. Fordern Sie den Nachwuchs auf, selbst zu forschen, herumzutüfteln und etwas für sich herauszufinden.“ – Elder David A. Bednar vom Kollegium der Zwölf Apostel

 

„Leiten Sie an, diktieren Sie nichts vor.“ Das sei der Schlüssel, wie Erwachsene die Jugendlichen bei der Familienforschung einbeziehen können. Oder anders gesagt, man solle den Jugendlichen Ziele für den Tempel und die Familienforschung vorgeben und sich dann zurücknehmen, so Hannah Allen, Genealogin bei der Genealogischen Gesellschaft von Oregon.

Allan berichtet, dieser Rat, den Elder David A. Bednar vor kurzem erteilt hat, sei ihr tief ins Herz gedrungen:

„Liebe Eltern und Führer der Kirche, bitte helfen Sie Ihren Kindern und Jugendlichen, mehr über den Geist des Elija zu erfahren und ihn selbst zu erleben. Reglementieren Sie dieses Vorhaben aber nicht übermäßig und verlieren Sie sich nicht in Einzelheiten und Schulungen. Fordern Sie den Nachwuchs auf, selbst zu forschen, herumzutüfteln und etwas für sich herauszufinden. Die jungen Leute müssen zunehmend Lernende sein, die selbst handeln und dabei Licht und Erkenntnis durch die Macht des Heiligen Geistes empfangen – sie sollen nicht nur passive Schüler sein, die hauptsächlich auf sich einwirken lassen.“ („Das Herz der Kinder wird sich den Vätern zuwenden“, Herbst-Generalkonferenz 2011.)

„Fordern Sie die jungen Leute auf, etwas zu tun. Seien Sie für sie da, aber nehmen Sie sich zurück. Geben Sie die Richtung vor, ohne alles an sich zu reißen.“ (David A. Bednar, „Let Them Act“, www.lds.org/youth/family-history/leaders.)

Allan schlägt Folgendes vor:

1. Beziehen Sie die Jugendlichen beim Planen ein – und überlassen Sie ihnen die Führung.

2. Unterschätzen Sie die Jugendlichen nicht. Vertrauen Sie ihnen.

3. Die Jugendlichen sollen eigenständig arbeiten und planen.

4. Berufen Sie Jugendliche, die begeistert und sich engagieren wollen, als Berater für Familiengeschichte.

5. Setzen Sie sie nicht unter Druck und fordern Sie nichts. Laden Sie sie ein.

6. Schneiden Sie die Aktivitäten auf den Einzelnen zu. Gestalten Sie sie lebhaft (etwa durch Essen, Spiele, technische Hilfsmittel, Mitglieder aus der Gemeinde, eigene Namen von Angehörigen, Geschichten oder Fotos).

7. Jugendliche wollen aktiv sein und brauchen Vorbilder. Belehren Sie sie nicht einfach nur.

8. Man lernt am meisten dazu, wenn man selbst unterweist und dient.

9. Machen Sie sich die unterschiedlichen Talente und Interessen der Jugendlichen zunutze und überlegen Sie, wie die Jugendlichen sie bei der Familienforschung einsetzen können (zum Beispiel Kunst, Musik, Fremdsprachen, Fotografie, Filmen, Schreiben, Sammelalben, Sport).

Hannah Allan schlägt vor, dass Eltern und Führer der Kirche anhand von Erinnerungsbüchern, Sammelalben, Fotoalben und Familien-Rezeptbüchern das Interesse der Jugendliche an Familienforschung wecken.

Führungsbeamten, die gemeinsam mit Jugendlichen Familienforschungsprojekte vorbereiten, empfiehlt Allan:

1. Schneiden Sie das Projekt auf die Jugendlichen zu.

2. Ermöglichen Sie es, dass die Jugendlichen den Geist des Elija spüren und damit eine Bestätigung von Gott empfangen, dass die Beziehungen innerhalb der Familie göttlicher Natur sind.

3. Vergewissern Sie sich, dass die technischen Hilfsmittel (wie etwa FamilySearch-Login-Daten, Internet, Computer), falls Sie welche verwenden, ausreichend vorhanden sind und funktionieren.

4. Treffen Sie sich regelmäßig bei einem Mitglied oder halten Sie im Rahmen der sonntäglichen Versammlungen einen Kurs zur Familiengeschichte ab. Passen Sie die Kursinhalte regelmäßig an, damit der Unterricht interessant und aktuell bleibt.

5. Ermöglichen Sie den Jugendlichen, ihren Freunden, ihrer Familie, der Gemeinde und dem Pfahl zu berichten und zu demonstrieren, woran sie gearbeitet haben.

6. Planen Sie auch Veranstaltungen, bei denen die Jugendlichen ihre Beziehung untereinander stärken können.

7. Gestalten Sie alles lebhaft! Planen Sie Pausen ein und verwöhnen Sie die Jugendlichen auch einmal.

Allan erklärt, untereinander können die Jugendlichen sehr gut falsche Vorstellungen von der Familienforschung und Tempelarbeit zerstreuen. Außerdem sei es sehr beeindruckend, wenn es den Jugendlichen gelingt, die Familienforschung auf ihr eigenes Leben zu beziehen. Sie berichtet von einem 14-jährigen Jungen, der sich nach einer Veranstaltung zur Familienforschung dazu verpflichtet fühlte, sein Leben für seine Nachkommen zu dokumentieren.

Bei dieser Veranstaltung schlugen Allan und einige Zuhörer diese Anregungen und Aktivitäten vor, wie man Jugendliche bei der Familienforschung einbeziehen kann. Die Jugendlichen können:

1. sich treffen und gemeinsam indexieren

2. ein altes Familienrezept über die Funktion „Erinnerungen“ bei FamilySearch veröffentlichen, indem sie das Rezept hochladen, ein Foto des fertigen Gerichts sowie des Vorfahren, von dem das Rezept stammt, und Geschichten, die damit zu tun haben

3. Erinnerungsbücher, Sammelalben, Fotoalben und Bücher mit Familienrezepten erstellen

4. eine Fotoshow über die Geschichte eurer Familie oder eine Art Filmtrailer erstellen

5. sich einen besonders interessanten, inspirierenden Vorfahren vornehmen und dessen Geschichte auf FamilySearch.org veröffentlichen

6. ein Interview zu geschichtlichen Belangen mit einem Angehörigen oder einem älteren Mitglied der Gemeinde durchführen und den mündlichen Geschichtsbericht veröffentlichen (die neue App „FamilySearch – Erinnerungen“ ist dabei vielleicht von Nutzen)

7. einen kulturellen Abend veranstalten (mit Essen, Darbietungen, Ausstellungsstücken und so weiter, die den ethnischen Hintergrund und die Traditionen einer oder verschiedener Familien aufzeigen)

8. eine Veranstaltung planen, bei der demonstriert wird, wie man Familienforschung betreibt

9. Grabsteine fotografieren und mit der jeweiligen App von BillionGraves und FindaGrave indexieren

10. auf einem Friedhof in der Umgebung nach einem interessanten Grabstein suchen, über den Verstorbenen Nachforschungen betreiben und das, was sie herausfinden, falls möglich bei FamilySearch eingeben

11. Familienfotos oder Fotos von Mitgliedern aus der Gemeinde einscannen und sie bei FamilySearch.org hochladen

12. Museen, Bibliotheken und Archive besuchen und Erfahrungen sammeln, die ihnen das Herz berühren

13. sich im Programm „Mein Fortschritt“ oder „Meine Pflicht vor Gott“ engagieren und das neue Heft „Meine Familie: Geschichten, die uns zusammenführen“ ausfüllen

14. einen Thementag rund um die Familienforschung durchführen

Bei der diesjährigen BYU-Konferenz zum Thema Familiengeschichte sprach Allan vor kurzem vor Erwachsenen und Jugendlichen über ihre Ideen und Erfahrungen, wie man im Bereich Familienforschung erfolgreiche Aktivitäten für Jugendliche organisieren kann.