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Frühjahr 1995 | Der Abfall vom Glauben und die Wiederherstellung

Der Abfall vom Glauben und die Wiederherstellung

Frühjahr 1995 Generalkonferenz

Die Kirche Jesu Christi der Heiligen der Letzten Tage ist dazu da, allen Kindern Gottes aufzuzeigen, welches Potential in ihnen steckt, und ihnen zu helfen, damit sie ihre höchste Bestimmung erlangen können.

Die Kirche Jesu Christi der Heiligen der Letzten Tage teilt mit anderen christlichen Kirchen viele Glaubensvorstellungen. Aber es gibt auch Unterschiede, und diese Unterschiede sind die Erklärung dafür, warum wir anderen Christen Missionare schicken, warum wir außer Kirchen auch Tempel bauen und warum unsere Glaubensvorstellungen uns so glücklich machen und uns die Kraft verleihen, uns den Herausforderungen des Lebens und des Sterbens zu stellen. Ich möchte darüber sprechen, was unsere Lehren dem christlichen Glauben an Wichtigem hinzufügen. Mein Thema ist der Abfall vom Glauben und die Wiederherstellung.

Vor einem Jahr haben Forscher im Sinai beim Suez-Kanal eine römische Festung und eine Stadt gefunden. Es war zwar einst eine größere Stadt, aber der Ort war vom Wüstensand bedeckt, und die Stadt war jahrhundertelang in Vergessenheit geraten (siehe „Remains of Roman Fortress Emerge from Sinai Desert", Deseret News, 6. Oktober 1994.) Solche Entdeckungen widerlegen die weitverbreitete Annahme, das Wissen nehme im Laufe der Zeit zu. Vielmehr geht

in manchen Bereichen das allgemeine Wissen der Menschheit zurück, da manch wichtige Wahrheit entstellt und ignoriert und schließlich vergessen wird. Beispielsweise haben die Indianer es in mancher Hinsicht viel besser verstanden, mit der Natur in Einklang zu leben als unsere heutige Gesellschaft. Und den Künstlern und Handwerkern der Neuzeit gelingt es nicht, so manche der überlegenen Techniken und Materialien der Vergangenheit auch heute zu produzieren, wie zum Beispiel den Wohlklang einer Geige von Stradivari.

Wir wären klüger, wenn wir das Wissen um manch Wichtiges, das entstellt oder ignoriert und vergessen worden ist, wiederherstellen könnten. Das gilt auch für religiöses Wissen. Und daraus erklärt sich, daß die Wiederherstellung des Evangeliums, die wir ja verkünden, notwendig war.

Als Joseph Smith einmal gebeten wurde, die wesentlichen Dogmen unseres Glaubens darzulegen, schrieb er die Glaubensartikel nieder, wie wir sie heute nennen. Der erste Glaubensartikel lautet: „Wir glauben an Gott, den ewigen Vater, und an seinen Sohn, Jesus Christus, und an den Heiligen Geist." Der Prophet erklärte später: „Es gehört zu den einfachen und ersten Grundsätzen des Evangeliums, daß man das Wesen Gottes mit Gewißheit erkennt." („Conference Minutes", Times and Seasons, 15. August 1844, Seite 614.) Wir müssen mit der Wahrheit über Gott und unsere Beziehung zu ihm beginnen. Daraus ergibt sich dann alles andere.

Gemeinsam mit den übrigen Christen glauben wir an die Gottheit - Vater, Sohn und Heiliger Geist. Allerdings bezeugen wir, daß diese drei Personen der Gottheit drei völlig eigenständige Personen sind. Wir bezeugen außerdem, daß Gott der Vater nicht bloß ein Geist ist, sondern ein verherrlichtes Wesen mit einem greifbaren Körper, genauso wie sein auferstandener Sohn, Jesus Christus.

Als die Lehren, die wir jetzt in der Bibel finden, den Menschen erstmals von Propheten verkündet wurden, waren sie „klar und rein und höchst kostbar und … leicht zu verstehen" (l Nephi 14:23). Selbst in der vielfach übertragenen und übersetzten Fassung, die wir heute haben, bekräftigt die Bibel, daß Gott der Vater und sein auferstandener Sohn, Jesus Christus, greifbare, eigenständige Wesen sind. Um nur zwei dieser Textstellen zu zitieren, will ich anführen, daß die Bibel verkündet, der Mensch sei als Abbild Gottes erschaffen worden, und daß sie die Gottheit, wie sie sich bei der Taufe Jesu kundtat, als drei eigenständige Wesen beschreibt (siehe Genesis 1:27; Matthäus 3:13-17).

Im Gegensatz dazu lehnen viele Christen die Vorstellungen von einem greifbaren, persönlichen Gott und einer Gottheit aus drei eigenständigen Wesen ab. Sie glauben daran, daß Gott ein Geist sei und daß die Gottheit nur ein einziger Gott sei. Unserer Ansicht nach sind diese Vorstellungen ein Beweis dafür, daß es einen allgemeinen Abfall vom Glauben gegeben hat.

Wir sind der Meinung, daß Vorstellungen wie die vom „unfaßlichen Geheimnis Gottes" und vom „Mysterium der Dreieinigkeit", die nicht der heiligen Schrift entnommen sind, auf das Gedankengut griechischer Philosophen zurückzuführen sind. Solche philosophischen Vorstellungen haben das Christentum in den ersten Jahrhunderten nach dem Tod der Apostel umgestaltet. So waren die Philosophen damals der Meinung, Materie sei etwas Schlechtes und Gott sei ein Geist ohne Gefühle und Regungen, Menschen, die dieser Überzeugung anhingen, darunter auch Gelehrte, die sich zum Christentum bekehrten und 'dann großen Einfluß auf dessen Entwicklung hatten, fiel es sehr schwer, die einfachen Lehren des frühen Christentums anzunehmen: die vom einziggezeugten Sohn, der sagte, er sei das genaue Abbild seines Vaters im Himmel, und der seine Anhänger lehrte, sie sollten eins sein, wie er und sein Vater eins seien, und ein Messias, der am Kreuz starb und dann später seinen Anhängern als auferstandenes Wesen aus Fleisch und Gebein erschien.

Der Zusammenprall zwischen der spekulativen Welt der griechischen Philosophie und dem einfachen, buchstäblichen Glauben und Tun der Urchristen führte zu heftigen Auseinandersetzungen, die die politischen Spaltungen im auseinanderbrechenden römischen Reich noch zu vertiefen drohten. Das führte dazu, daß Kaiser Konstantin 325 n. Chr. das erste kirchenweite Konzil einberief. Dieses Konzil zu Nizäa war das wichtigste Ereignis nach dem Tod der Apostel, da es die heutige Vorstellung der Christen von der Gottheit entscheidend prägte. Das nizäische Glaubensbekenntnis machte Schluß mit der Vorstellung, daß Gott der Vater und der Sohn zwei eigenständige Wesen sind, indem es den Sohn als auch „in der Substanz eins mit dem Vater" bezeichnete.

Es folgten weitere Konzilien, und im Laufe der Zeit ergab sich durch ihre Beschlüsse und die Schriften der Kirchenleute und Philosophen eine Synthese von griechischer Philosophie und christlicher Lehre, und den rechtgläubigen Christen jener Zeit ging die Fülle der Wahrheit in bezug auf das Wesen Gottes und der Gottheit verloren. Die Folge ist, daß es im Christentum verschiedene Glaubensbekenntnisse gibt, die verkünden, die Gottheit bestehe aus nur einem einzigen Wesen und Gott sei „unfaßbar" und „ohne Leib und Glieder und Regungen". Die Lehre der Kirche Jesu Christi der Heiligen der Letzten Tage zeichnet sich unter anderem dadurch aus, daß sie alle diese nachbiblischen Glaubensbekenntnisse verwirft (siehe Stephen E. Robinson, Are Mormons Christians?, Salt Lake City, 1991; Encyclopedia of Mormonism, Hg. Daniel H. Ludlow, 4 Bde., New York, 1992, Stichwörter „Apostasy", „Doctrine", „God the Father", „Godhead").

Durch diesen sogenannten Abfall vom Glauben trat an die Stelle des greifbaren, persönlichen Gottes, wie er im Alten und im Neuen Testament auftritt, die abstrakte, unbegreifliche Gottheit, die durch den Kompromiß mit den spekulativen Begriffen der griechischen Philosophie zustande gekommen war. Der ursprüngliche Sprachgebrauch der Bibel blieb erhalten, aber die sogenannte „verborgene Bedeutung" der biblischen Begriffe wurde jetzt mit dem Vokabular einer Philosophie erläutert, die ihren Ursprüngen fremd war. In der Sprache der damaligen Philosophie hörte Gott der Vater auf, ein Vater zu sein, und war es höchstens noch in übertragenem Sinn. Er hörte auf, ein begreifliches, teilnahmsvolles Wesen zu sein. Und daß sein einziggezeugter Sohn ein eigenständiges Wesen war, wurde in der philosophischen Abstraktion verschlungen, die eine gemeinsame Wesenheit und eine unbegreifliche Beziehung zu definieren versuchte. Diese Beschreibung einer Religionsphilosophie ist sicher undiplomatisch, aber ich beeile mich hinzuzufügen, daß die Heiligen der Letzten Tage solche Kritik nicht auf die Menschen beziehen, die diese Glaubensvorstellungen vertreten. Wir glauben, daß die meisten religiösen Führer und Anhänger aufrichtige Gläubige sind, die Gott lieben und verstehen und ihm dienen, so gut sie nur können. Wir verdanken den Menschen, die das Licht des Glaubens und des Lernens in all den Jahrhunderten bis in die heutige Zeit lebendig erhalten haben, sehr viel. Wir müssen diesem nur das geringere Licht gegenüberstellen, das bei den Völkern herrscht, die den Namen Gottes und Jesu Christi nicht kennen, um zu erkennen, was die christlichen Lehrer aller Zeitalter Großes geleistet haben. Wir ehren sie als Diener Gottes.

Dann kam die erste Vision. Ein ungebildeter Junge, der nach Erkenntnis aus der höchsten Quelle trachtete, sah zwei Wesen von unbeschreiblicher Helle und Herrlichkeit und hörte eines von ihnen, das dabei auf das andere wies, sagen: „Dies ist mein geliebter Sohn. Ihn höre!" (Joseph Smith— Lebensgeschichte 1:17.) Mit der göttlichen Unterweisung in jener Vision begann die Wiederherstellung der Fülle des Evangeliums Jesu Christi. Gott der Sohn erklärte dem jungen Propheten, alle „Glaubensbekenntnisse" der Kirchen jener Zeit „seien in seinen Augen ein Greuel" (Vers 19). Wir bekräftigen, daß diese göttliche Aussage eine Verurteilung der Glaubensbekenntnisse war und nicht der gläubigen Sucher, die daran glaubten. Joseph Smiths erste Vision zeigte, daß die vorherrschenden Vorstellungen von der Wesenheit Gottes und der Gottheit unrichtig waren und ihre Anhänger nicht der Bestimmung zuführen konnten, die Gott für sie wünschte.

Als dann neuzeitliche heilige Schriften und Offenbarungen kamen, verkündete dieser Prophet der Neuzeit: „Der Vater hat einen Körper aus Fleisch und Gebein, so fühlbar wie der eines Menschen, ebenso der Sohn; aber der Heilige Geist hat keinen Körper aus Fleisch und Gebein, sondern ist eine Person aus Geist." (LuB 130:22.)

Diese Glaubensvorstellung bedeutet nicht, daß wir behaupten, wir besäßen genügend geistige Reife, um Gott zu erfassen. Wir setzen auch nicht unseren unvollkommenen sterblichen Körper seiner unsterblichen, verherrlichten Wesenheit gleich. Aber wir können erfassen, was er an Grundsätzlichem über sich selbst und die übrigen Personen der Gottheit offenbart hat. Und diese Erkenntnis ist wesentlich für unseren Einblick in den Sinn und Zweck des Erdenlebens und in unsere ewige Bestimmung als auferstandene Wesen nach dem Erdenleben.

Laut der Theologie der wiederhergestellten Kirche Jesu Christi besteht der Sinn und Zweck des Erdenlebens darin, uns darauf vorzubereiten, daß wir unsere Bestimmung als Söhne und Töchter Gottes erkennen - wir sollen nämlich so werden, wie er ist. Joseph Smith und Brigham Young haben beide gelehrt: „Niemand … kann sich selbst erkennen, wenn er Gott nicht kennt, und Gott kann er erst erkennen, wenn er sich selbst kennt." (Journal of Discourses, 16:75; siehe auch The Words of Joseph Smith, Hg. Andrew F. Ehat und Lyndon W. Cook, Provo, 1980, Seite 340.) Die Bibel bezeichnet die sterblichen Menschen als „Kinder Gottes" und als „Erben Gottes und … Miterben Christi" (Römer 8:16,17). Außerdem verkündet sie, daß wir mit ihm leiden, „um mit ihm auch verherrlicht zu werden" (siehe Römer 8:17). Und: „Wir wissen, daß wir ihm ähnlich sein werden, wenn er offenbar wird." (l Johannes 3:2.) Wir legen diese biblischen Lehren buchstäblich aus. Wir glauben, der Zweck des Erdenlebens bestehe darin, daß wir einen irdischen Körper bekommen und daß wir uns dank des Sühnopfers Jesu Christi und durch Gehorsam gegenüber den Gesetzen und Verordnungen des Evangeliums für den verherrlichten celestialen Zustand in der Auferstehung würdig machen können, der als Erhöhung beziehungsweise als ewiges Leben bezeichnet wird.

Wie andere Christen glauben auch wir an den Himmel beziehungsweise an das Paradies und die Hölle im Anschluß an das Erdenleben, aber wir betrachten die Trennung zwischen den Rechtschaffenen und den Schlechten nur als vorübergehenden Zustand, in dem die Geister der Toten ihre Auferstehung und das letzte Gericht erwarten. Die Bestimmung, die auf das letzte Gericht folgt, ist wesentlich differenzierter. Unsere wiederhergestellte Erkenntnis von der Verschiedenheit der drei Personen der Gottheit vermittelt uns auch einen Einblick in die Differenzierungen innerhalb der Herrlichkeit der Auferstehung.

Beim letzten Gericht werden die Kinder Gottes dem Reich der Herrlichkeit zugeteilt, für das sie sich durch Gehorsam tauglich gemacht haben. In seinem Brief an die Korinther beschreibt der Apostel Paulus diese Orte. Er schildert eine Vision, in der er „bis in den dritten Himmel entrückt wurde" und „unsagbare Worte [hörte], die ein Mensch nicht aussprechen kann" (2 Korinther 12:2,4). In bezug auf die Auferstehung der Toten erwähnt er „Himmelskörper und irdische Körper" (l Korinther 15:40) sowie „telestiale Körper" (l Korinther 15:40, Bibelübertragung von Joseph Smith). Neuzeitlicher Offenbarung entnehmen wir, daß damit die drei verschiedenen Grade der Herrlichkeit gemeint sind, die jeder eine besondere Beziehung zu den drei einzelnen Personen der Gottheit haben.

Der niedrigste Grad ist das Reich derer, die „das Evangelium nicht empfangen, auch nicht das Zeugnis von Jesus, auch nicht die Propheten" (LuB 76:101) und die für ihre Schlechtigkeit haben leiden müssen. Aber selbst dieser Grad hat eine Herrlichkeit, „die alles Verständnis übersteigt" (LuB 76:89). Seine Bewohner empfangen den Heiligen Geist, und es dienen ihnen Engel, denn selbst diejenigen, die schlecht gewesen sind, werden letztlich „Erben [dieses Grades] der Errettung sein" (LuB 76:88).

Der nächsthöhere Grad der Herrlichkeit, der terrestriale, übertrifft „die Herrlichkeit der Telestialen in allem, … nämlich an Herrlichkeit und Macht und Kraft und Herrschaft" (LuB 76:91). Das terrestriale Reich ist der Wohnort derer, die „als ehrenhafte Menschen auf Erden" gelebt haben (siehe LuB 76:75). Es zeichnet sich vor allem dadurch aus, daß diejenigen, die sich für die terrestriale Herrlichkeit qualifiziert haben, „von der Gegenwart des Sohnes empfangen" (Vers 77). In den Vorstellungen, die allen Christen gemeinsam sind, könnte man dieses höhere Reich mit dem Himmel vergleichen, da dort die Gegenwart des Sohnes ist.

Aber im Gegensatz zum traditionellen Christentum bekräftigen wir gemeinsam mit Paulus, daß es noch einen dritten, einen höheren Himmel gibt. Neuzeitliche Offenbarung nennt ihn das celestiale Reich - den Wohnort derer, „die einen celestialen Körper haben und deren Herrlichkeit die der Sonne ist, ja, die Herrlichkeit Gottes" (LuB 76:70). Diejenigen, die sich für dieses Reich der Herrlichkeit qualifizieren, „werden für immer und immer in der Gegenwart Gottes und seines Christus wohnen" (LuB 76:62). Diejenigen, die die höchsten Bedingungen für dieses Reich erfüllt haben, wozu die Treue gegenüber den Bündnissen, die man im Tempel Gottes geschlossen hat, und die ewige Ehe gehören, werden zu dem gottgleichen Dasein erhöht, das als die „Fülle" des Vaters beziehungsweise „ewiges Leben" bezeichnet wird (siehe LuB 76:56; siehe auch LuB 131; 132:19,20). (Diese Bestimmung - ewiges Leben oder göttliches Leben - muß allen vertraut sein, die sich mit der alten christlichen Lehre von der Vergöttlichung oder Apotheose" befaßt haben.) Für uns ist ewiges Leben keine mystische Vereinigung mit einem unfaßbaren Geistgott. Ewiges Leben ist Familienleben mit einem liebenden Vater im Himmel und mit unseren Vorfahren und unseren Nachkommen.

Die Theologie des wiederhergestellten Evangeliums Jesu Christi ist allumfassend, universal, barmherzig und wahr. Im Anschluß an die notwendige Erfahrung des Erdenlebens werden alle Söhne und Töchter Gottes letztlich auferstehen und in ein Reich der Herrlichkeit gehen. Die Rechtschaffenen werden - ungeachtet ihrer derzeitigen Konfession oder ihres Glaubens - schließlich in ein Reich der Herrlichkeit kommen, das wundervoller ist, als irgend jemand es sich vorstellen kann. Selbst die Schlechten oder fast alle Schlechten werden endlich in ein wundervolles, wenn auch geringeres Reich der Herrlichkeit kommen. All das wird geschehen, weil Gott seine Kinder liebt und weil Jesus Christus das ^ Sühnopfer vollbracht hat und auferstanden ist, er, „der den Vater verherrlicht und alle Werke seiner Hände errettet" (LuB 76:43).

Die Kirche Jesu Christi der Heiligen der Letzten Tage ist dazu da, allen Kindern Gottes klarzumachen, welches Potential in ihnen steckt, und ihnen zu helfen, damit sie ihre höchste Bestimmung erlangen können. Diese Kirche ist dazu da, den Söhnen und Töchtern Gottes den Weg zur Erhöhung im celestialen Reich zu eröffnen. Es ist eine Kirche, in der sich alles um die Familie dreht in der Lehre und in der Praxis. Unser Wissen um die Wesenheit und die Absichten Gottes des ewigen Vaters legt unsere Bestimmung und unsere Beziehung in seiner ewigen Familie dar. Unsere Theologie beginnt mit himmlischen Eltern. Unser höchstes Streben geht dahin, so zu werden, wie sie sind. Nach dem barmherzigen Plan des Vaters ist all dies durch das Sühnopfer des Einziggezeugten des Vaters, unseres Herrn und Erretters Jesus Christus, möglich. Als irdische Eltern haben wir Anteil am Evangeliumsplan, indem wir den Geistkindern Gottes einen irdischen Körper verschaffen. Die Fülle ewiger Errettung ist eine Familienangelegenheit

Die Wirklichkeit dieser herrlichen Möglichkeiten veranlaßt uns dazu, unsere Botschaft vom wiederhergestellten Christentum allen Menschen zu verkünden, auch den guten praktizierenden Christen anderer Konfession. Deshalb bauen wir Tempel. Das ist der Glaube, der uns stark macht und uns Freude schenkt, so daß wir uns den Herausforderungen des Erdenlebens stellen können. Wir bieten diese Wahrheiten und Möglichkeiten alle Menschen an und bezeugen, daß sie wahr sind. Im Namen Jesu Christi. Amen.