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    Herbst 1995 | Eine Strategie für den Krieg

    Eine Strategie für den Krieg

    Herbst 1995 Generalkonferenz

    Das Rezept bleibt unverändert: haltet die Gebote, folgt den Propheten, lest, versteht und sinnt über die Schriften nach.

    Ich möchte heute zu Ihnen über eine Strategie für den Krieg sprechen. Wir singen das Lied: „Vorwärts Christi Jünger, wir zieh'n in einen Krieg.‟ (Hymns, 1985, Nr. 246.) Paulus sagt: „Und wenn die Trompete unklare Töne hervorbringt, wer wird dann zu den Waffen greifen?‟ (l Korinther 14:8.) In der Offenbarung wird uns von einem Krieg im Himmel berichtet (siehe Offenbarung 12:7). Von welcher Schlacht sprechen die Schriften, von welchem Krieg?

    Der Kampf tobt um die Seele des Menschen. Seit den Tagen Adams sind die Kampflinien gezogen: das Böse im Kampf gegen die Rechtschaffenheit. Die Mächte des Bösen sind in dieser letzten Evangeliumszeit, der Vorbereitung auf das Millennium, verstärkt worden und haben sich unter dem machtvollen Einfluß des Satans auf der einen Seite zusammengetan. Auf der anderen Seite erschallt im Reich Gottes die Trompete der Rechtschaffenheit mit nie zuvor gehörtem klaren Klang. Die Kirche Jesu Christi der Heiligen der Letzten Tage ergreift die Offensive und verkündet Gutes als gut und Böses als böse.

    Jesaja hat über unsere Zeit und unser Thema geweissagt: „Weh denen, die das Böse gut und das Gute böse nennen, die die Finsternis zum Licht und das Licht zur Finsternis machen, die das Bittere süß und das Süße bitter machen.‟ (Jesaja 5:20.) Der Satan bietet uns eine seltsame Mischung an, die gerade soviel Gutes enthält, daß das Böse an dem abschüssigen Weg, der hin zur Vernichtung führt, verschleiert wird. Nephi, ein Prophet in alter Zeit, hat es wie folgt beschrieben: „Denn siehe, an dem Tag wird er im Herzen der Menschenkinder wüten und sie zum Zorn aufstacheln gegen das, was gut ist. Und andere wird er beschwichtigen und in fleischlicher Sicherheit wiegen, so daß sie sprechen: Alles ist wohl in Zion; ja, Zion gedeiht, alles ist wohl; und so täuscht der Teufel ihre Seele und verführt sie sachte hinab zur Hölle.‟ (2 Nephi 28:20,21.)

    Der Satan wütet im Herzen einiger Menschen; viele wiegt er in fleischlicher Sicherheit, anderen schmeichelt er und sagt, daß es keine Hölle gibt. Er hat viele Menschen geködert, sie mit Ruhm, Reichtum und Macht verführt, und so in seine Reihen gestellt. Das Bild des Satans hat die Qualität eines Rembrandts und nennt das Böse gut und das Gute böse. Der Satan hat viele Menschen so sehr verwirrt, ja ganze Nationen und ihre Führer, daß sogar Fragen der Moral auf unmoralische Weise angegangen werden.

    Ich möchte nur drei ungöttliche und machtvolle Stimmen erwähnen, die aus dem Chor des Satans tönen. Erstens: Die Entscheidungsfreiheit des einzelnen rechtfertigt es, daß menschliches Leben durch Abtreibung vernichtet werden darf. Zweitens: Intime Beziehungen und sogar die Eheschließung zwischen Menschen gleichen Geschlechts sind akzeptabel. Drittens: Keuschheit und Treue sind altmodisch und entspringen einem begrenzten Denken - es ist ganz in Ordnung, seine Sexualität frei auszuleben.

    Internationale Größen des Sports, der Musik und des Films führen heute nicht nur ein unmoralisches Leben, sondern verbreiten durch den machtvollen Einfluß der Medien ihre Unmoral überall in der Welt. Solche Menschen sind Idole und werden in der ganzen Welt von Millionen bewundert. Die Welt im allgemeinen scheint in ein Koma der Unredlichkeit gefallen zu sein und hat die gottgegebenen und althergebrachten Werte beseite geschoben.

    Die Führer der Kirche haben gesagt, daß die Welt zurückgeschoben werden muß. Wir sind mehr als die Zehn, die nötig waren um Sodom und Gomorrah zu retten. Wie werden wir im weiteren Kampf bestehen? Die treuen Heiligen Gottes sind mit der Unterstützung des heiligen Priestertums die größte Macht auf Erden. Wir müssen an den machtvollen Worten Gottes festhalten, daß das Leben heilig ist, sowie an seinem ewigen Gebot, keusch und rein zu sein. Er hat uns liebevoll gesagt, daß eine Familie, bestehend aus Vater, Mutter und Kindern, von Gott verordnet ist und ewigen Bestand haben soll; dies nicht als Ausnahme, sondern als Regel. Wenn ein Mensch zu Christus zurückkommt, wird der innere Aufruhr durch Frieden im Herzen ersetzt, Streit durch Ausgeglichenheit, Angst durch Mut und Optimismus.

    Ein Leben mit Christus als Mittelpunkt ist aber nicht nur für den einzelnen möglich, sondern, mit denselben Folgen, auch für Familien, für ganze Regierungen und ganze Nationen. Ein Mensch oder eine Nation werden nur wenig Angst vor der gefürchteten Krankheit AIDS haben, wenn sie ein tugendhaftes und reines Leben führen. Es wird keine Familien geben, die ihren Vater durch Streit oder Scheidung verlieren. Und wenn Sie Ihre persönliche Verantwortung betrachten - wo stehen Sie? Es gibt Symptome oder Warnsignale auf dem abschüssigen Pfad, die es zu beachten gilt. Zehn dieser Signale sind:

    • man verliert die Vision oder wird unfähig, Geistiges klar zu erkennen

    • man wird zunehmend abgestumpfter gegenüber dem, was von Gott kommt

    • die geistigen Arterien verhärten - man schenkt den geistigen Bedürfnissen nicht mehr täglich, sondern wöchentlich, dann nur noch monatlich und schließlich überhaupt keine Aufmerksamkeit mehr.

    • man wird zunehmend abhängiger von immer mehr Psychologen, und immer weniger vom Priestertum, von Gott, und von sich selbst

    • man wird zunehmend unabhängig von Geistigem

    • die Zahl der Freunde mit niedrigeren sittlichen Grundsätzen nimmt zu

    • man zitiert aus Talkshows und nicht aus den Schriften

    • eine laute Stimme anstelle von gedämpften Tönen

    • verbale, sogar körperliche Mißhandlungen, die den liebevollen Familienkreis zerbrechen

    • man akzeptiert das Böse Schritt für Schritt - nicht alles auf einmal, sondern immer ein wenig mehr

    Einige kennen die Sandlöcher des Tennisplatzes oder eine gute Tennisrückhand besser als die lebensrettenden Schriften.

    Viele suchen ihr Glück in den aktuellen Finanzzeitungen und nicht im inspirierten Rat der Propheten. Ich habe beobachtet, daß die meisten Menschen ihr Leben damit vergeuden, viel Zeit und Mühe in Projekte zu investieren, die für die Erhöhung ohne Nutzen sind, aber doch ewige Folgen nach sich ziehen.

    Wir müssen uns in einer guten und rechtschaffenen Sache engagieren. Wir müssen einen klaren Blick in den Spiegel tun und vorbehaltlos auf uns selbst und unsere Familie blicken, damit wir nicht von der zweiten verheerenden Flut, die sich überall um uns herum ausbreitet, ergriffen werden. Es ist prophezeit worden, daß die Treuen diesen großen Krieg gewinnen und daß sie im Triumph hervorkommen werden, um dem Herrn Jesus Christus bei seinem Zweiten Kommen entgegen zu gehen. Das Rezept für diesen Sieg empfiehlt uns, täglich persönlich und mit der Familie zu beten und den Familienabend mindestens einmal in der Woche zu halten. Sie sagen vielleicht: „Ich habe keine Zeit.‟ Brüder und Schwestern, Sie können es sich einfach nicht leisten, keine Zeit zu haben. Sie werden erstaunlich viel Zeit zur Verfügung haben, wenn der Fernseher abgeschaltet ist. Das Rezept bleibt unverändert: haltet die Gebote, folgt den Propheten, lest, versteht, und sinnt über die Schriften nach.

    Ich bezeuge, daß Gott lebt, und daß sein Sohn Jesus Christus wirklich den Plan der Erlösung zustande gebracht hat. Durch Jesus Christus und sein Sühnopfer werden diejenigen, die es wollen, den Krieg gewinnen und für ewig bei ihm sein. Davon gebe ich Zeugnis. Im Namen Jesu Christi. Amen.