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Herbst 1999 | Hütet euch vor falschen Propheten und falschen Lehrern

Hütet euch vor falschen Propheten und falschen Lehrern

Herbst 1999 Generalkonferenz

Hüten Sie sich vor Menschen, die Dinge reden und veröffentlichen, die dem, was die wahren Propheten Gottes sagen, widersprechen.

Gegen Ende des irdischen Wirkens des Erretters kamen die Jünger mit mehreren Fragen bezüglich ihrer Zukunft zu ihm: "Sag uns … was ist das Zeichen für deine Ankunft und das Ende der Welt?"

Jesus erwiderte: "Gebt Acht, dass euch niemand irreführt!

Denn viele werden unter meinem Namen auftreten und sagen: Ich bin der Messias!, und sie werden viele irreführen. Ihr werdet von Kriegen hören und Nachrichten über Kriege werden euchbeunruhigen… . und an vielen Orten wird es Hungersnöte und Erdbeben geben. Doch das alles ist erst der Anfang der Wehen." (Matthäus 24:3­8.)

Der Apostel Paulus hat in Bezug auf diese Zeit die folgende Warnung ausgesprochen: "Denn es wird eine Zeit kommen, in der man die gesunde Lehre nicht erträgt, sondern sich nach eigenen Wünschen immer neue Lehrer sucht, die den Ohren schmeicheln;

und man wird der Wahrheit nicht mehr Gehör schenken." (2 Timotheus 4:3,4.)

Paulus sagte auch: "Und er [der Herr] gab den einen das Apostelamt, andere setzte er als Propheten ein, … um die Heiligen für die Erfüllung ihres Dienstes zu rüsten, für den Aufbau des Leibes Christi.

So sollen wir alle zur Einheit im Glauben und in der Erkenntnis des Sohnes Gottes gelangen… .

Wir sollen nicht mehr unmündige Kinder sein, ein Spiel der Wellen, hin und her getrieben von jedem Widerstreit der Meinungen, dem Betrug der Menschen ausgeliefert, der Verschlagenheit, die in die Irre führt." (Epheser 4:11­14.)

Brüder und Schwestern, der genaue Zeitpunkt des Zweiten Kommens ist niemandem außer dem Vater bekannt (siehe Matthäus 24:36). Es gibt allerdings Zeichen dafür, dass die Prophezeiungen aus den heiligen Schriften in Bezug auf diesen turbulenten Tag im Begriff sind, sich zu erfüllen. Jesus sagte mehrmals zur Warnung, vor seinem Zweiten Kommen würden "viele falsche Propheten … auftreten und … viele irreführen" (Matthäus 24:11). Als Apostel des Herrn Jesus Christus sind wir verpflichtet, Wächter auf dem Turm zu sein und die Mitglieder zu warnen, damit sie sich vor den falschen Propheten und den falschen Lehrern, die auf der Lauer liegen, um den Glauben und das Zeugnis zu zerstören, hüten. Wir warnen Sie heute: es treten falsche Propheten und falsche Lehrer auf, und wenn wir nicht Acht geben, werden sogar treue Mitglieder der Kirche Jesu Christi der Heiligen der Letzten Tage ihnen zum Opfer fallen.

Präsident Joseph F. Smith hat den folgenden weisen und deutlichen Rat ausgesprochen, der auch für uns heute gültig ist:

"Wir können nur das als maßgeblich ansehen, was direkt auf dem offiziellen Weg, über die etablierten Organisationen des Priestertums zu uns gelangt, denn das ist der Weg, den Gott dafür benutzt, der Welt seinen Sinn und Willen kund zu tun… . In dem Augenblick, wo jemand sich einer anderen Quelle zuwendet, öffnet er sich dem verführerischen Einfluss des Satans und setzt sich der Gefahr aus, ein Diener des Teufelszu werden. Er verliert die wahre Ordnung, wodurch man die Segnungen des Priestertums erhält, ausden Augen, er entfernt sich ausdem Bereich des Gottesreichs und begibt sich auf gefährlichen Boden. Immer wenn man jemanden sieht, der behauptet, er habe vom Herrn direkte Offenbarung für die Kirche erhalten, und zwar unabhängigvon der Ordnung und dem Wegdes Priestertums, kann man ihnals Betrüger betrachten." (Gospel Doctrine, 5th ed. [1939], 41­42)

Wenn wir an falsche Prophete und falsche Lehrer denken, fallen uns meist diejenigen ein, die eine offensichtlich falsche Lehre vertreten oder vorgeben, sie hätten die Vollmacht, das wahre Evangelium Christi entsprechend ihrer Auslegung zu lehren. Wir nehmen häufig an, solche Menschen ständen mit kleinen, radikalen Gruppen am Rand der Gesellschaft in Verbindung. Aber ich wiederhole: es gibt falsche Propheten und falsche Lehrer, die Mitglieder der Kirche sind oder dies zumindest behaupten. Es gibt Menschen, die--ohne jede Vollmacht--behaupten, die Kirche stände hinter ihren Produkten und Praktiken. Hüten Sie sich vor solchen Menschen.

Gestern haben die Mitglieder der Kirche die Erste Präsidentschaft und die Mitglieder des Kollegiums der Zwölf als "Propheten, Seher und Offenbarer" bestätigt, wobei der Präsident der Kirche als "der Prophet" bestätigt wurde. Er--und nur er--hat die Fülle aller Schlüssel des Gottesreichs auf der Erde inne. Wie dankbar wir alle doch sind, dass wir Präsident Gordon B. Hinckley kennen und ihn bestätigen können.

Deutlich und eindrucksvoll lehrt Präsident Hinckley den ewigen Erlösungsplan; er prangert die Sünde an und ruft die Menschen zur Umkehr auf und dazu, Christus und sein Evangelium anzunehmen. Die Lehren der Errettung sind nicht unklar oder ungewiss, sondern sie entsprechen den offenbarten Wahrheiten aus alter und neuer Zeit.

Präsident Spencer W. Kimball hat uns an folgendes erinnert: "[Die Propheten] wenden sich ständig laut gegen das, was vor dem Herrn unerträglich ist, gegen die Verschmutzung von Geist und Körper und unserer Umwelt, gegen vulgäre Sprache, Stehlen, Lügen, Stolz und Gotteslästerung, gegen Unzucht, Ehebruch, Homosexualität und jeglichen anderen Missbrauch der heiligen Fortpflanzungskraft, gegen Mord und alles, was ihm gleich ist, gegen alle Arten von Unheiligkeit." Weiter hat er gesagt: "Dass so etwas in gewissem Maß auch bei den Heiligen zu finden ist, ist kaum zu glauben… . Leider stellen wir fest, dass jemand, der den Weg kennt, ihn nicht unbedingt auch geht." (Ensign, Juni 1976, 4, 6.)

Hüten wir uns also vor falschen Propheten und falschen Lehrern, Männern und Frauen, die selbsternannte Verkündiger der Lehren der Kirche sind--darauf aus, ihr falsches Evangelium zu verbreiten und Anhänger zu finden, indem sie Symposien veranstalten und Bücher und Zeitschriften unterstützen, deren Inhalt grundlegende Lehren der Kirche in Frage stellt. Hüten Sie sich vor Menschen, die Dinge reden und veröffentlichen, die dem, was die wahren Propheten Gottes sagen, widersprechen und die aktiv versuchen, andere für sich zu gewinnen, ohne Rücksicht auf das ewige Wohlergehen derer zu nehmen, die sie auf diese Weise verführen. Wie Nehor und Korihor im Buch Mormon stützen sie sich auf schlaue Argumente, um andere zu täuschen und sie von ihren Ansichten zu überzeugen. Sie stellen sich selbst der Welt als Licht hin, um von der Welt Gewinn und Lob zu ernten; aber sie trachten nicht nach dem Wohlergehen Zions (siehe 2 Nephi 26:29).

Vor solchen Menschen hat Präsident Joseph F. Smith gewarnt, als er von den "Stolzen und Eingebildeten" sprach, die im Schein ihrer Selbstherrlichkeit lesen, die die Regeln auslegen, wie es ihnen gefällt, die sich selbst zum Gesetz werden und sich damit zum alleinigen Richter über ihr Handeln aufschwingen" (Gospel Doctrine, 381).

Ich möchte Ihnen ein paar Beispiele für die falschen Lehren derer nennen, die "im Schein ihrer Selbstherrlichkeit lesen", "die immer lernen", aber "doch nie zur Erkenntnis der Wahrheit gelangen können" (2 Timotheus 3:7).

Falsche Propheten und falsche Lehrer sind diejenigen, die verkündigen, der Prophet Joseph Smith sei ein doppelzüngiger Betrüger gewesen. Sie stellen die erste Vision als authentisches Erlebnis in Frage. Sie verkündigen, das Buch Mormon und andere kanonische Werke seien keine heiligen Schriften aus alter Zeit. Sie versuchen auch, das Wesen der Gottheit neu zu definieren, und sie leugnen, dass Gott seinen ordinierten und bestätigten Propheten Offenbarungen gegeben hat und ihnen weiterhin Offenbarungen gibt.

Falsche Propheten und falsche Lehrer sind diejenigen, die auf arrogante Art und Weise versuchen, die heiligen Schriften neu auszulegen, um zu demonstrieren, dass diese heiligen Texte nicht als Gottes Wort an seine Kinder zu verstehen seien, sondern bloß als äußerungen uninspirierter Menschen, die durch ihre Vorurteile und ihre kulturelle Prägung eingeschränkt waren. Sie argumentieren deshalb, die heiligen Schriften bedürften einer neuen Auslegung und sie allein seien dafür qualifiziert, diese Auslegung vorzunehmen.

Am Verdammenswertesten ist es vielleicht, dass sie die Auferstehung und das Sühnopfer Christi leugnen und behaupten, kein Gott könne uns erretten. Sie akzeptieren nicht, dass wir einen Erretter brauchen. Kurzum, diese Lästerer versuchen, die Lehren der Kirche neu auszulegen, so dass sie ihren Vorstelllungen entsprechen, und leugnen dabei Christus und sein Messiassein.

Falsche Propheten und falsche Lehrer sind diejenigen, die versuchen, die von Gott gegebenen und auf den heiligen Schriften beruhenden Lehren zu ändern, die die Heiligkeit der Ehe, die göttliche Natur der Familie und die wesentliche Lehre von der sittlichen Reinheit schützen. Sie befürworten eine neue Definition von Sittlichkeit, um Unzucht, Ehebruch und homosexuelle Beziehungen zu rechtfertigen. Manche treten offen für die Legalisierung sogenannter "gleichgeschlechtlicher Ehen" ein. Um ihre Ablehnung der unwandelbaren Gesetze Gottes, die die Familie schützen, zu rechtfertigen, greifen diese falschen Propheten und falschen Lehrer sogar die inspirierte Proklamation zur Familie an, die die Erste Präsidentschaft und die Zwölf Apostel 1995 an die Welt gerichtet haben.

Ungeachtet dessen, welche speziellen falschen Lehren sie verbreiten, die falschen Propheten und falschen Lehrer sind ein unvermeidbarerTeil der Letzten Tage. "Es erheben sich immer falsche Propheten, die den wahren Propheten entgegenarbeiten", so der Prophet Joseph Smith (Lehren des Propheten Joseph Smith, 371).

Es gibt aber in der Kirche des Herrn keine "loyale Opposition". Man ist entweder für das Reich Gottes und verteidigt die Propheten und Apostel Gottes, oder man ist dagegen. Und wie Lehi es in alter Zeit zu seinen Söhnen sagte, hat sein Rat auch für uns heute Gültigkeit:

"Und wenn die Zeit erfüllt ist, kommt der Messias, um die Menschenkinder vom Fall zu erlösen. Und weil sie vom Fall erlöst sind, so sind sie für immer frei geworden, denn sie können Gut von Böse unterscheiden; sie bestimmen ihr Handeln selbst, und es wird nicht über sie bestimmt--außer durch die Strafe des Gesetzes am großen und letzten Tag, gemäß dem Gebot, das Gott gegeben hat.

Darum sind die Menschen gemäß dem Fleische frei; und ihnen ist alles gegeben, was für den Menschen ratsam ist. Und es ist ihnen gewährt, sich durch den großen Vermittler aller Menschen Freiheit und ewiges Leben zu wählen--oder aber Gefangenschaft und Tod gemäß der Gefangenschaft und Macht des Teufels; denn er trachtet danach, dass alle Menschen so elend seien wie er selbst.

Und nun, meine Söhne, möchte ich, dass ihr zu dem hohen Mittler aufblickt und auf seine großen Gebote hört und dass ihr seinen Worten treu seid und das ewige Leben wählt gemäß dem Willen seines Heiligen Geistes." (2 Nephi 2:26­28.)

Brüder und Schwestern, widmen wir uns doch voll Eifer einer guten Sache. Lieben wir den Vater und seinen Sohn Jesus Christus. Unterstützen wir die Offenbarungen des wiederherstellten Evangeliums und leben wir danach. Lieben wir unsere Mitmenschen und erfüllen wir unser Herz und unsere Seele mit dem Licht des Evangeliums Jesu Christi. Dann singen wir mit Jesaja:

"Ja, Gott ist meine Rettung; ihm will ich vertrauen und niemals verzagen. Denn meine Stärke und mein Lied ist der Herr. Er ist für mich zum Retter geworden. [Ich werde] Wasser schöpfen voll Freude aus den Quellen des Heils." (Jesaja 12:2,3.)

Und den inspirierten Worten des Paulus an die Galater entnehmen wir folgendes: "Die Frucht des Geistes aber ist Liebe, Freude, Friede, Langmut, Freundlichkeit, Güte, Treue, Sanftmut und Selbstbeherrschung; dem allem widerspricht das Gesetz nicht… . Wenn wir aus dem Geist leben, dann wollen wir dem Geist auch folgen." (Galater 5:22,23,25.)

Als Mitglieder der Kirche müssen wir alle beispielhaft vorleben, was es heißt, ein gläubiger Heiliger der Letzten Tage zu sein, der nach seinem Glauben lebt. Unser Beispiel hat große Wirkung auf andere; es lässt ihnen das wiederhergestellte Evangelium relevanter, sinnvoller, überzeugender und wünschenswerter erscheinen. Strahlen wir doch alle die Freude und Zuversicht, die Liebe und Wärme aus, die wir als Teil der wahren Kirche Christi erfahren. Unser Jüngersein ist nicht etwas, das man mit langem Gesicht und schweren Herzens ertragen muss. Wir dürfen auch nicht eifersüchtig daran festhalten, ohne anderen etwas abzugeben. In dem Maß, wie wir die Liebe des Vaters und des Sohns zu uns verstehen, schwingt unser Geist sich auf und kommen wir nach Zion und singen die Lieder immerwährender Freude (siehe LuB 45:71).

Gehen wir doch in Freundschaft und Liebe auf unsere Nachbarn zu, auch auf diejenigen, die einem anderen Glauben angehören, und helfen wir mit, in unserer Nachbarschaft eine bessere Beziehung der Familien untereinander und größere Harmonie aufzubauen. Vergessen wir nicht: allzu häufig hält unser Verhalten die Menschen mehr von der Kirche ab als die Lehre. Lieben wir alle Menschen, alle Kinder und helfen wir ihnen, zu verstehen, und vermitteln wir ihnen, dass wir sie akzeptieren und dankbar für sie sind.

Denken wir daran, dass es unsere Pflicht ist, den wiederhergestellten Wahrheiten des Evangeliums Jesu Christi treu zu sein. Wir brauchen Glauben, wirklichen Glauben, völligen, vorbehaltlosen Glauben, um den Rat des Propheten anzunehmen und uns zu bemühen, danach zu leben. Luzifer, der Widersacher der Wahrheit, will nicht, dass wir solchen Glauben haben oder bekunden. Er tritt für den Ungehorsam ein und pflanzt den Ahnungslosen den Trotz ins Herz. Wenn es ihm gelingt, wenden sie sich vom Licht ab und der Finsternis der Welt zu. Unsere Sicherheit, unser Friede beruhen darauf, das wir uns, so gut wir können, anstrengen, so zu leben, wie der Vater und der Sohn es von uns erwarten, dass wir vor falschen Propheten und falschen Lehrern fliehen und uns eifrig einer guten Sache widmen.

Ich weiß, dass Gott lebt. Jesusist der Messias. Das wiederhergestellte Evangelium ist wahr, und es ist große Freude darin zu finden, wenn man in diesem wahren und heiligen Werk eifrig tätig ist. Das bezeuge ich im Namen Jesu Christi, amen.