Einer nach dem anderen

Ronald A. Rasband

Of the First Quorum of the Seventy


Ronald A. Rasband
„Nehmen wir ... die herzliche Einladung des Erretters an, zu ihm zu kommen, einer nach dem anderen, und in ihm vollkommen zu werden.“

Liebe Brüder und Schwestern, ich bin sehr dankbar und fühle mich geehrt, dass ich heute hier auf dem Podium stehen darf. Ich erbitte den Segen des Heiligen Geistes, damit das, was ich sage, die geistigen Empfindungen, die wir während der Konferenz haben, vermehrt.

Ich wäre sehr undankbar, wenn ich diese Gelegenheit nicht wahrnehmen würde, dem Herrn in aller Ernsthaftigkeit für meine Berufung als Siebziger zu danken. Ich möchte auch unserem lieben Propheten, Präsident Hinckley und den übrigen Führern für ihr Vertrauen danken. Ich gelobe ihnen und auch Ihnen allen, in den vor mir liegenden Jahren des Dienstes mein Bestes zu geben.

In vielen Stunden des Nachdenkens verweilten meine Gedanken voll großer Wertschätzung bei meinen Pionier-Vorfahren. Alle acht Urgroßeltern kamen in der Anfangszeit zur Kirche. Sechs der acht wanderten aus Europa – wo ich jetzt diene – in die Vereinigten Staaten ein. Ich verspüre eine große Liebe und Verbundenheit gegenüber den Heiligen in Europa und gelobe, dass ich alles tun werde, was mir möglich ist, um dort, oder wo auch immer ich hingerufen werde, die Kirche zu stärken und das Reich Gottes aufzubauen.

Ich möchte meine Liebe und Dankbarkeit für meine Frau und unsere großartigen Kinder ausdrücken, die mich hingebungsvoll unterstützen und lieben. Ich möchte meine Liebe gegenüber unseren Freunden und den Missionaren übermitteln, denen wir bis vor kurzem in New York in der New York New York North Mission gedient haben. Eine der größten Segnungen in meinem Leben sind die guten Freunde und engen Mitarbeiter, die ich kennenlernen durfte und von denen ich lernen konnte.

Ich bin durch eigene Erfahrung zu der Erkenntnis gelangt, dass der himmlische Vater unsere Gebete hört und beantwortet. Ich weiß, dass Jesus der lebendige Christus ist und dass er einen jeden von uns persönlich kennt, oder wie die heiligen Schriften es beschreiben – einen nach dem anderen.

Diese heilige Zusicherung ist vom Erretter selbst voll Mitgefühl gelehrt worden, als er dem Volk Nephi erschien. Wir lesen es in 3 Nephi, Kapitel 11, Vers 15:

„Und es begab sich: Die Menge ging hin und legte die Hände in seine Seite und fühlte die Nägelmale in seinen Händen und seinen Füßen; und dies taten sie, indem einer nach dem anderen hinging, bis sie alle hingegangen waren.“ (Hervorhebung hinzugefügt.)

Um die Art dieses „einer nach dem anderen“ im Wirken unseres Erretters zu verdeutlichen, lesen wir in 3 Nephi, Kapitel 17, Vers 9:

„Und es begab sich: Als er so geredet hatte, kam die ganze Menge einträchtig heran, mit ihren Kranken und ihren Bedrängten und ihren Lahmen und ihren Blinden und ihren Stummen und denen, die auf irgendeine Weise bedrängt waren; und er heilte einen jeden, wie sie zu ihm hingebracht wurden.“ (Hervorhebung hinzugefügt.)

Dann lesen wir in Vers 21 von dem besonderen Segen, der den kostbaren Kindern gegeben wurde:

„Und als er diese Worte gesagt hatte, weinte er, und die Menge gab davon Zeugnis, und er nahm ihre kleinen Kinder, eines nach dem anderen, und segnete sie und betete für sie zum Vater.“ (Hervorhebung hinzugefügt.)

Dies war keine kleine Versammlung. In Vers 25 lesen wir:

„Und sie waren an Zahl an die zweitausendfünfhundert Seelen; und es waren da Männer, Frauen und Kinder.“

Mit Sicherheit findet sich hier eine sehr tiefgreifende und liebevolle Botschaft. Jesus Christus dient uns und liebt uns alle, einen nach dem anderen.

Wir denken darüber nach, wie der Erretter liebt, und wir stehen hinter Ihnen, den engagierten Führungskräften in den Pfählen und Gemeinden, den Männern und Frauen mit großem Glauben. Wir anerkennen voll Dankbarkeit all die Bemühungen derer, die für die Jugendlichen zuständig sind. Wir bringen auch gegenüber den Führungs- und Lehrkräften in der PV unsere große Wertschätzung zum Ausdruck. Wir sind uns des Wirkens eines jeden von Ihnen für einen nach dem anderen' bewusst und danken Ihnen und bitten Sie inständig, weiterzumachen. Es mag sein, dass es in der Geschichte der Menschheit keinen anderen Zeitpunkt gegeben hat, an dem wir es mehr nötig gehagt hätten, dass auf der Basis dieses einer nach dem anderen' gedient wird.

Während der letzten Monate unserer Mission im letzten Jahr haben wir etwas erlebt, das uns wieder einmal diesen tiefgreifenden Grundsatz gelehrt hat, dass Gott einen jeden von uns kennt und liebt.

Elder Neal A. Maxwell kam wegen kirchlicher Belange nach New York City und uns wurde mitgeteilt, dass er es gern hätte, wenn eine Missionskonferenz stattfinden würde. Wir waren erfreut, dass wir die Gelegenheit haben würden, einen von Gottes auserwählten Dienern zu hören. Ich wurde gebeten, einen unserer Missionare auszuwählen, der das Anfangsgebet in der Versammlung sprechen sollte. Ich hätte einen beliebigen Missionaren zum Beten auswählen können, aber ich hatte das Gefühl, ich sollte durch Nachdenken und Beten denjenigen auswählen, von dem der Herr wollte, dass ich ihn bitten sollte. Als ich die Missionarsliste durchging, stach ein Name hervor. Elder Joseph Appiah aus Accra, Ghana. Er war derjenige, das fühlte ich, der nach dem Willen des Herrn in der Versammlung beten sollte.

Vor der Missionskonferenz hatte ich ein ganz normal geplantes Interview mit Elder Appiah, und ich erzählte ihm von der Eingebung, die ich vorher erhalten hatte, nämlich dass er beten sollte. Mit Erstaunen und Demut in den Augen begann er heftig zu weinen. Ich war von seiner Reaktion etwas überrascht und begann ihm zu erklären, dass es in Ordnung sei und dass er nicht beten müsse, doch da erklärte er mir, dass er gern das Gebet sprechen würde; sein Gefühlsausbruch rührte nur von der Liebe her, die er für Elder Maxwell empfand. Er erzählte mir, dass dieser Apostel für die Heiligen in Ghana und für seine Familie etwas Besonderes ist. Elder Maxwell hatte seinen Vater als Distriktspräsident in Accra berufen und seinen Vater und seine Mutter im Salt-Lake-Tempel gesiegelt.

Ich hatte nichts von dem gewusst, was ich eben gerade über diesen Missionar und seine Familie erzählt habe, aber der Herr wusste es und er hat einen Missionspräsidenten wegen eines Missionars inspiriert, um so eine Erinnerung fürs Leben und ein zeugnisstärkendes Erlebnis zu schaffen.

In der Versammlung sprach Elder Appiah ein wunderbares Gebet und trug demütig zu der Versammlung bei, in der Elder Maxwell dann über die Eigenschaften Jesu Christi sprach. Alle Anwesenden werden niemals dies Gefühl der Liebe vergessen, dass sie für ihren Erretter empfanden.

Brüder und Schwestern, ich habe ein Zeugnis im Herzen, dass Gott, unser himmlischer Vater, und Jesus Christus einen jeden von uns kennen und lieben. Ich bin mir nicht sicher, ob ich wirklich verstehe, wie dies geschieht, aber ich weiß ganz einfach und habe erlebt, dass sie es tun. Ich fordere einen jeden von uns auf, nehmen wir – in unserem geistlichen Wirken, unserer Familie und unseren Mitmenschen gegenüber – die herzliche Einladung des Erretters an, zu ihm zu kommen, einer nach dem anderen, und in ihm vollkommen zu werden.

Ich gebe dies Zeugnis und bekunde meine Hoffnung im Namen Jesu Christi, amen.