Einige grundsätzliche Lehren aus der Lebensgeschichte von Joseph Smith

Carlos H. Amado

Of the First Quorum of the Seventy


Carlos H. Amado
Die Bekehrung ist ein geistiger Vorgang, den jeder selbst durchlaufen muss. Jeder muss sich selbst mit diesen Grundsätzen befassen.

Die Lebensgeschichte von Joseph Smith wurde verfasst, um die Wiederherstellung der Kirche in diesen Letzten Tagen zu schildern. Die Hauptaussage dieser Geschichte ist, dass jemand auf die Verheißungen des Herrn vertraute, und sie ist eine Quelle der Freude und Sicherheit für alle, die daran glauben.

Ich habe sie schon oft und in den verschiedensten Situationen gelesen. Als Kind war ich davon beeindruckt. Sie gab mir Führung und Kraft, als ich ein Teenager war. Als junger Missionar sprach ich darüber mit Mut und Begeisterung, und sogar jetzt noch erfüllt sie mich mit Erstaunen und einer tiefen Dankbarkeit. Seit Joseph Smith sie niedergeschrieben hat, ist sie ein Segen und eine Glaubensgabe, ein Vermächtnis für den, der aufrichtig daran glaubt. Sie ist eine Einladung an alle, die nach der Wahrheit suchen, und eine ständige Herausforderung für den, der nicht glaubt.

Denjenigen, die noch nicht Mitglied der Kirche sind, schlage ich vor, das Zeugnis von Joseph Smith mit offenem Herzen und wirklichem Vorsatz zu lesen. Sie werden seine Aufrichtigkeit spüren und entdecken, wie die Kirche gegründet, nämlich auf wundersame Weise wiederhergestellt wurde.

Diese faszinierende Schilderung enthält viele geistige Aspekte, doch ich will mich nur auf fünf Grundsätze beschränken, die Ihnen, so wie dem Propheten Joseph Smith, helfen, Gott kennen zu lernen.

1. Grundsatz: Den aufrichtigen wunsch haben, die wahrheit zu erkennen

Joseph Smith hatte den innigen Wunsch, Gott kennen zu lernen und seinen Willen zu tun. Sie können den gleichen Wunsch entwickeln, und Gott kann Sie zur Wahrheit führen. Wenn Sie diese Wahrheit erkennen, tun Sie alles in Ihrer Macht Stehende, um dementsprechend zu leben.

2. Grundsatz: Lernen, dass es wichtig ist, in den heiligen schriften zu lesen

Joseph Smith kannte sie, weil er darin studierte. Er sagte: „Eines Tages [las ich] im Jakobusbrief den 5. Vers im 1. Kapitel. Dort hieß es: Fehlt es aber einem von euch an Weisheit, so erbitte er sie von Gott, der allen gerne gibt und keine Vorwürfe macht; dann wird sie ihm gegeben werden.“ (Joseph Smith – Lebensgeschichte 1:11.)

Während seines kurzen geistlichen Wirkens empfing Joseph Smith noch weitere wichtige Offenbarungen – nachdem er in den heiligen Schriften gelesen hatte. Sie müssen in den heiligen Schriften studieren, um Gott, nämlich die Quelle aller Wahrheit, kennen zu lernen.

3. Grundsatz: Den wert des gebets erkennen

Der junge Joseph Smith sagte:

„Endlich kam ich zu dem Schluss, dass ich entweder in Finsternis und Verwirrung bleiben oder das tun müsse, was Jakobus sagt, nämlich Gott bitten. …

Zum ersten Mal in meinem Leben unternahm ich so einen Versuch, denn bei all meiner Unruhe hatte ich doch noch nie versucht, laut zu beten. …

Ich kniete nieder und fing an, Gott meinen Herzenswunsch vorzutragen. …

Ich hatte herausgefunden, dass das Zeugnis des Jakobus stimmt: Fehlt es jemandem an Weisheit, so kann er Gott darum bitten, und er wird sie erlangen, ohne dass ihm Vorwürfe gemacht werden.“ (Joseph Smith – Lebensgeschichte 1:13–15,26.)

Unser himmlischer Vater ist ein vollkommener Vater und kennt alle Ihre geistigen und materiellen Bedürfnisse. Er möchte Sie segnen und deshalb hat er Ihnen das Gebot gegeben, ihn zu suchen und ihn zu bitten.

Joseph erfuhr die Wahrheit, weil er gebetet hatte. In unserer Zeit haben Millionen Mitglieder dieser Kirche auch Zeugnis über die Wiederherstellung abgelegt, denn sie folgten diesem Rat und fragten glaubensvoll den Herrn. Sie haben das gleiche Recht darauf, eine Antwort auf Ihre Gebete zu erhalten, denn ein Zeugnis ist eine Gabe, die Gott nur jenen gibt, die mit wirklichem Vorsatz fragen. Versuchen Sie es – die Verheißung wird erfüllt werden.

4. Grundsatz: Erkennen, welchen segen das nachsinnen bringt

Joseph Smith sann oft nach, überlegte, analysierte, verglich und versuchte, Antworten auf das zu finden, was er in den heiligen Schriften las. Er sagte:

„In dieser Zeit großer Erregung hatte ich viel Grund, ernstlich nachzudenken, und ich fühlte mich sehr unbehaglich. …

[Ich] sagte mir oft: … Welche von allen diesen Parteien hat Recht oder haben sie allesamt Unrecht? Und falls irgendeine Recht hat – welche ist es und woran soll ich sie erkennen? …

Nie ist einem Menschen eine Schriftstelle mit mehr Gewalt ins Herz gedrungen als diese damals mir. Es war so, als ergieße sie sich mit großer Macht in mein ganzes Gemüt. Immer wieder dachte ich darüber nach.“ (Joseph Smith – Lebensgeschichte 1:8,10,12.)

Über ewige Wahrheiten nachsinnen bedeutet, dass wir immer wieder überlegen und uns fragen: „Wie kann ich es erfahren?“, „Wie haben es andere erfahren?“

Wie können Sie dieses Wissen erlangen? Bitte denken Sie ernsthaft darüber nach.

5. Grundsatz: Erleben sie, welche freude es bringt, in die kirche zu gehen

In seinem Bestreben, die Wahrheit zu finden, besuchte Joseph Smith in seinem Gemeinwesen verschiedene Glaubensgemeinschaften. Bei seiner Schilderung über sein Erlebnis mit Gott Vater und dem Sohn, Jesus Christus, beschreibt er genau, welche Anweisungen er bezüglich anderer Kirchen bekam:

„[Ich] fragte …die über mir im Licht stehenden Wesen, welche von allen Gemeinschaften die richtige sei und welcher ich mich anschließen solle. …

Ich war nicht verpflichtet, mich irgendeiner von ihnen anzuschließen, sondern sollte so verbleiben, wie ich war, bis mir weitere Weisung zuteil werden würde.“ (Joseph Smith – Lebensgeschichte 1:18,26.)

Wir alle müssen das Reich Gottes auf Erden kennen lernen und ein Zeugnis von seiner Wahrheit erlangen. Wir gehen zur Kirche, um den Heiligen Geist zu verspüren, von den Lehren des Herrn zu lernen, unsere Bündnisse zu erneuern und um die Verordnungen für die Erlösung und Erhöhung zu erhalten, damit wir mit unserer Familie in die Gegenwart Gottes zurückkehren können. Sie sind herzlich eingeladen, zur Kirche zu kommen und all das selbst zu erleben.

Die Bekehrung ist ein geistiger Vorgang, den jeder selbst durchlaufen muss. Jeder muss sich selbst mit diesen Grundsätzen befassen. Es reicht nicht aus, einen halbherzigen Versuch zu unternehmen, der von Zweifeln, Angst oder mangelndem Vertrauen begleitet ist. Gott verheißt uns, dass er, aufgrund seiner Barmherzigkeit, unsere Bitten gemäß unserer Aufrichtigkeit beantwortet. Nur jene, die mit wirklichem Vorsatz danach suchen, werden, als eine Gabe Gottes, durch den Heiligen Geist eine Antwort bekommen.

Der Heilige Geist wird auch Tröster oder Zeuge genannt. Ihm verdanken wir unser Wissen und unser Zeugnis, dass Christus der Sohn Gottes ist.

Nach Ihrer Taufe führt Sie der Heilige Geist, sofern Sie würdig sind und Ihren Bündnissen treu bleiben, stets durch die leise Stimme, durch Eingebungen, Gefühle, Träume und Warnungen.

Die Geschichte und die heiligen Schriften berichten uns von Menschen, die Gottes Stimme hörten, mit ihm sprachen oder einen anderen Beweis für die Existenz Gottes und seines Planes für unsere Errettung hatten. Doch viele von ihnen blieben ihrer Überzeugung nicht treu.

Daraus lernen wir, dass wir nicht aufgrund dessen, was wir mit unseren körperlichen Sinnen wahrnehmen, sondern aufgrund dessen, was wir durch den Heiligen Geist empfangen, Gottes Absichten verstehen und ihm folgen.

Wenn jemand diese grundlegenden Prinzipien verstanden hat und sie nicht mehr anwendet, verliert er das Licht und die Führung, die ihm helfen, Gott und dessen Propheten zu verstehen. Äußerliche Zeichen, die wir erkennen, sind, dass sich jemand absondert, weniger aktiv wird oder sich sogar gegen die Kirche stellt. Innerliche Zeichen sind, dass derjenige einen oder mehrere der fünf Punkte nicht mehr erfüllt, d.h.:

  1. 1.

    Er hat nicht mehr den aufrichtigen Wunsch, die ganze Wahrheit zu erkennen.

  2. 2.

    Er liest nicht mehr in den heiligen Schriften.

  3. 3.

    Er betet nicht mehr.

  4. 4.

    Er sinnt nicht mehr über ewige Wahrheiten nach.

  5. 5.

    Er geht nicht mehr in die Kirche.

Es ist herrlich, dass Joseph Smith in einer Zeit großer religiöser Verwirrung, als er noch nicht einmal 15 Jahre alt war, inmitten von Widerstand und sogar Verfolgung geduldig und eindrucksvoll Gehorsam bewiesen und uns den einfachen, aber sicheren Weg gezeigt hat, wie wir Gott näher kommen können.

Dieser Vorgang erfordert, dass wir lernen: Weisung auf Weisung, hier ein wenig und da ein wenig, bis wir Glauben entwickeln und unser göttliches Potenzial gänzlich verstehen (siehe 2 Nephi 28:30).

Es ist unsere Aufgabe, Tag für Tag die Eingebungen, die wir durch den Geist spüren, zu festigen, indem wir diese fünf Grundsätze anwenden.

Ich bete darum, dass wir dies beständig tun. Im Namen Jesu Christi. Amen.