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Frühjahr 2003 | Sucht, dann werdet ihr finden

Sucht, dann werdet ihr finden

Frühjahr 2003 Generalkonferenz

Wenn wir Glauben ausüben und uns bemühen, uns Jesus Christus zu nahen, dann beginnen wir besser zu verstehen, wer er wirklich ist.

Meine lieben Brüder und Schwestern, ich bete um Führung durch den Geist des Herrn, wenn ich jetzt meine Gefühle und mein Zeugnis zum Ausdruck bringe.

Eine äußerst eindringliche Aufforderung und tiefgehende Verheißung, die der Erretter gegeben hat, ist der einfache Satz: „Sucht, dann werdet ihr finden.“1

Obwohl der Vorgang des Suchens beten und flehen einschließt, umfasst er doch viel mehr. Das Suchen gleicht mehr einer Reise als einem einzelnen Ereignis. Ich vergleiche es mit einer langen Überlandreise. Wir kennen zwar das Ziel, das wir letztlich erreichen wollen, aber die vielfältigen Erfahrungen und das wahre Lernen kommen nach und nach, während wir uns unserem Ziel nähern.

Wenn wir das, was von Gott ist, suchen, müssen wir uns vor ihm demütigen und daran denken, dass wir es durch seine Gnade empfangen, und wir müssen unsere Gedanken und Gebete, unseren Glauben und unsere Wünsche, ja, die ganze Kraft unseres Herzens darauf richten, Licht und Verständnis direkt von unserem liebevollen himmlischen Vater zu empfangen.

Das Prinzip, gemäß dem man Antworten von Gott erstrebt, lässt sich leicht erklären und ist doch auf jeden Einzelnen zugeschnitten, wenn es um die Anwendung geht. Zunächst werden wir aufgefordert, das, was wir uns von ihm am meisten wünschen, mit dem Verstand durchzuarbeiten und im Herzen darüber nachzudenken.2 Dieser Vorgang des Nachdenkens schenkt unserer Seele Klarheit und Inspiration. Dann, so wird uns gesagt, sollen wir in demütigem Gebet unsere Gedanken und Wünsche direkt dem himmlischen Vater vortragen. Es ist uns verheißen, dass er uns durch die Macht des Heiligen Geistes die Wahrheit kundtun werde, wenn das, worum wir im Namen Christi bitten, richtig ist und wir es mit aufrichtigem Herzen, festem Vorsatz und Glauben an Christus tun, denn durch die Macht des Heiligen Geistes können wir von allem wissen, ob es wahr ist.3

Und wonach sollen wir suchen oder trachten?

In den heiligen Schriften steht, dass wir „ernstlich nach den besten Gaben trachten“4 sollen, nach Weisheit und Verständnis, und alles vorbereiten sollen, was nötig ist.5 Wir werden ermahnt, uns im Dienst am Nächsten zu verlieren6 und nach Tugendhaftem, Liebenswertem, allem, was guten Klang hat oder lobenswert ist, zu trachten.7

Gleichzeitig werden wir davor gewarnt, das Unreine der Welt anzurühren.8 Präsident Gordon B. Hinckley hat gesagt: „Es gibt so viel Schlechtes, verlockendes Schlechtes in der Welt. Meiden Sie es, meine Brüder und Schwestern. Gehen Sie ihm aus dem Weg. Es ist wie eine gefährliche Krankheit. Es ist ein Gift, das Sie vernichten wird. Halten Sie sich davon fern.“9 Im Buch Amos lesen wir: „Sucht das Gute, nicht das Böse; dann werdet ihr leben und dann wird … der Herr, der Gott der Heere, bei euch sein.“10

Wir trachten zuerst und vor allem nach dem Reich Gottes und seiner Gerechtigkeit.11 Wir trachten danach, den einzigen wahren Gott und Jesus Christus, den er gesandt hat, zu erkennen.12

Der Erretter hat uns auf eine sehr persönliche Art aufgefordert, zu suchen und zu finden: „Naht euch mir, und ich werde mich euch nahen; sucht mich eifrig, dann werdet ihr mich finden.“13

Was bedeutet es, ihn zu finden?

Wenn wir Glauben ausüben und uns bemühen, uns Jesus Christus zu nahen, dann beginnen wir besser zu verstehen, wer er wirklich ist. Wenn wir ihn eifrig suchen, erlangen wir ein tiefes und bleibendes Zeugnis von seiner unvergleichlichen Liebe, seinem vollkommenen Leben und Beispiel und von den Segnungen seines großen Sühnopfers. Wenn wir uns ihm nahen, beginnen wir wahrhaftig, ihn zu finden und als den Schöpfer der Erde, den Erlöser der Menschheit, den Einziggezeugten des Vaters, den König der Könige, den Fürst des Friedens zu erkennen.

Je intensiver wir suchen, desto mehr beginnen wir seine Rolle als großer Jahwe des Alten Testaments und heiliger Messias des Neuen Testaments zu verstehen. Wir beginnen, seine ewige Botschaft der Errettung und Erhöhung besser zu verstehen. Wir erkennen, dass er uns ständig zuruft, zu ihm zu kommen und ihm nachzufolgen, dass seine Lehren sicher und heute genauso anwendbar sind wie in allen früheren Generationen der Zeit. Wir beginnen mit größerer Wertschätzung zu verstehen, was in Getsemani und auf Golgota passiert ist. Obwohl er fälschlicherweise angeklagt und verurteilt worden war, gab er sein Leben freiwillig hin, und er stand am dritten Tag von den Toten auf. So erfüllten sich seine eigenen prophetischen Worte. Diese unschätzbare Gabe ermöglicht allen Menschen Unsterblichkeit und den Gehorsamen und Glaubenstreuen ewiges Leben.

Wenn wir zu erkennen beginnen, dass seine Botschaft an alle Menschen überall gerichtet war und ist, dann nehmen wir voller Begeisterung den Bericht in der Schrift von seinem Besuch bei den Ureinwohnern des amerikanischen Kontinents an. Wir freuen uns über das Hervorkommen des Buches Mormon als weiterer Zeuge – und es ist in der Tat ein weiterer Zeuge – seiner Mission als Messias, Erretter und Erlöser der Welt. Wir erklären, dass man, wenn man das Buch Mormon eifrig studiert und darüber betet, näher zu Gott kommen kann als durch jedes andere Buch.14

Wenn wir danach trachten, ihn zu finden, empfangen wir ein Zeugnis davon, dass er und sein Vater dem jungen Propheten Joseph Smith erschienen sind, und dadurch die lange erwartete „Fülle der Zeiten“15 eingeleitet wurde.

Wenn wir ihn suchen, erkennen wir, dass er seine Kirche auf Erden wiederhergestellt hat, nämlich die Kirche Jesu Christi der Heiligen der Letzten Tage. Wir erkennen, dass er seiner Kirche Macht und Vollmacht gewährt hat, die wesentlichen heiligen Handlungen zu vollziehen, die es uns ermöglichen, zu ihm zurückzukehren und einst wieder bei ihm zu wohnen.

Wenn wir ihn suchen, erkennen wir, dass er seine Kirche auch weiterhin durch einen lebenden Propheten führt, nämlich Präsident Gordon B. Hinckley, und dass die Organisation seiner Kirche auf dem Fundament von Aposteln und Propheten aufgebaut ist, wobei Christus selbst der Schlussstein ist.16

Wenn wir ihn eifrig suchen, spüren wir die Liebe, die er für uns hat, und wir verstehen die Antworten auf unsere Gebete besser. Wir wissen, dass wir durch seinen Geist „Weisheit und große Schätze der Erkenntnis …, ja, verborgene Schätze [finden werden]“17 und wir wünschen uns noch mehr, im Einklang mit seinen Geboten und Richtlinien zu leben.

Wenn wir ihn suchen, erkennen wir, dass er „das Licht und das Leben der Welt“ ist.18 Wenn wir ihn suchen, Brüder und Schwestern, werden wir ihn tatsächlich finden und den inneren Frieden verspüren, den er uns verheißen hat. Das bezeuge ich, im Namen Jesu Christi. Amen.

Quellenangaben anzeigenQuellenangaben ausblenden
    1. Matthäus 7:7; siehe auch 3 Nephi 14:7.

    2. Siehe LuB 9:7-8; siehe auch Moroni 10:3.

    3. Siehe Moroni 10:4,5.

    4. LuB 46:8.

    5. Siehe LuB 109:7,8.

    6. Siehe Lukas 17:33.

    7. Siehe 13. Glaubensartikel.

    8. Siehe 3 Nephi 20:41; Joseph-Smith- Übertragung, Matthäus 6:38.

    9. Teachings of Gordon B. Hinckley, 1997, Seite 709.

    10. Amos 5:14.

    11. Siehe Matthäus 6:33.

    12. Siehe Johannes 17:3.

    13. LuB 88:63.

    14. Siehe Lehren des Propheten Joseph Smith, Seite 198.

    15. Epheser 1:10.

    16. Siehe Epheser 2:20.

    17. LuB 89:19.

    18. Mosia 16:9.