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Frühjahr 2003 | Zeigt, was ihr wisst

Zeigt, was ihr wisst

Frühjahr 2003 Generalkonferenz

Tag für Tag bekommen wir Gelegenheiten zu beweisen, dass wir wissen, wie man wie Jesus ist, und dass wir ihm im Glauben folgen.

Liebe PV-Kinder, in diesem Jahr feiern wir die Gründung der Primarvereinigung vor 125 Jahren. Ein Prophet Gottes gründete sie, damit die Kinder voller Freude das Evangelium Jesu Christi lernen und danach leben können. Die PV ist wichtig, und dieses Jahr, in dem wir feiern, wird wunderbar. Vor allem wollen wir – eure Eltern, Leiter und Lehrkräfte – euch, den Kindern, Ehre erweisen. Wir lieben euch. Wir freuen uns darüber, wer ihr seid und wer ihr einmal werden könnt.

Ihr seid ein Kind Gottes. Ihr habt einen liebevollen Vater im Himmel, der euch hört und eure Gebete beantwortet. Er möchte, dass ihr würdig seid, eines Tages zu ihm zurückzukehren und mit ihm zu leben. Wenn ihr das wisst, könnt ihr eure Zukunft auf der Erde und in der Ewigkeit vom Glanz der Hoffnung erfüllt planen. Wenn ihr in die Zukunft schaut, müsst ihr weit über den morgigen Tag hinaussehen. Aus den heiligen Schriften, den Lehren der Propheten der Letzten Tage, ja sogar aus den PV-Liedern könnt ihr erkennen, welches Wachstum euch in der Ewigkeit möglich ist, und euch vorbereiten, es zu vollenden. Jesus Christus gab uns ein Beispiel, wie man würdig lebt, um in die Gegenwart des Vaters im Himmel zurückkehren zu können. Ein jeder von euch wird Gelegenheit haben, etwas über Jesus Christus zu erfahren und ihm dann glaubensvoll zu folgen.

Wir zeigen, dass wir wissen, wie man ihm folgt, wenn wir den Taufbund eingehen und halten und wenn wir den Heiligen Geist empfangen und ihm zuhören. Wir zeigen, dass wir wissen, wie man ihm folgt, wenn wir jedes Mal würdig vom Abendmahl nehmen und an Jesus denken. Ich möchte noch eine weitere Möglichkeit ansprechen, wie wir zeigen, dass wir das wissen – indem wir nämlich die Gebote befolgen.

Der Herr hat verkündet: „Wahrlich, wahrlich, ich sage euch: Dies ist mein Evangelium; und ihr wisst, was ihr in meiner Kirche tun müsst; denn die Werke, die ihr mich habt tun sehen, die sollt ihr auch tun.“1 Ich habe das PV-Lied „Ich möchte so sein wie Jesus“2 sehr gern und mag auch das Gefühl, das sich beim Singen einstellt. Tag für Tag bekommen wir Gelegenheiten zu beweisen, dass wir wissen, wie man wie Jesus ist, und dass wir ihm im Glauben folgen.

Als der zehnjährige John sich der Schwimmmannschaft anschloss, sagte er seinem Trainer, dass er samstags am Training teilnehmen konnte, sonntags aber nicht. Beim letzten Training der Saison wurde John für die Schwimmstaffel am Sonntag eingeteilt. Da fiel ihm eine Lektion von einem Familienabend ein, bei der es darum ging, dass man sich im Voraus entscheiden soll, damit es leichter wird, das Richtige zu tun, wenn es so weit ist. John sagte: „Ich hatte schon beschlossen, sonntags nicht zu schwimmen, bevor ich mich der Mannschaft anschloss. Dadurch fiel es mir leichter, dem Trainer zu sagen, dass ich an der Staffel nicht teilnehmen konnte. Ich dachte, der Trainer wäre sauer auf mich. Aber bei der Feier am Ende des Jahres … erzählte er der Mannschaft, wie stolz er auf mich ist, weil ich Grundsätze habe und an ihnen festhalte.“3 John zeigt, was er weiß, indem er den Sabbat heilig hält und sich für jemanden, der die Lehren Jesu befolgt, beispielhaft verhält. Jedes Mal, wenn ihr den Sabbat heilig haltet, zeigt ihr, was ihr wisst.

Vielleicht habt ihr auch schon einmal so etwas erlebt wie ich, als ich elf Jahre alt war. Ich hatte eine Freundin, die ich bewunderte, weil sie so viel zu wissen schien. Eines Tages bot sie mir eine Zigarette an. Sie meinte, sie würde mir zeigen, wie man raucht, und bedrängte mich mit Worten wie „das tut doch nicht weh – ist ja nur einmal“. Ich wollte sie nicht beleidigen, aber ich hatte schon als ganz kleines Mädchen beschlossen, niemals zu rauchen. Diese Entscheidung machte es mir leichter, nein zu sagen. Zeigt, was ihr wisst, indem ihr das Wort der Weisheit befolgt.

Als Caitlin sechs Jahre alt war, fragte sie ihre Tanzlehrerin, ob sie für die Tanzvorstellung ein anständigeres Kleid anziehen könnte. Als die Lehrerin ablehnte, wusste Caitlin, was zu tun war. Sie teilte ihrer Lehrerin mit, sie müsse dann absagen, weil sie dem folgen müsse, was Jesus von ihr erwartet. Caitlin sagte: „Das war eine sehr schwere Entscheidung, aber danach fühlte ich mich gut.“4 Indem wir uns anständig kleiden, zeigen wir Respekt für unseren Körper. Wir beweisen, dass wir wissen, wie man die Gebote hält und dem Erretter folgt.

Wir zeigen, was wir wissen, wenn wir nach dem Gebot leben, einander zu lieben. Unser Prophet, Präsident Gordon B. Hinckley, sagte: „Das Wissen, dass wir alle Söhne und Töchter Gottes sind, macht uns stark. … Wer das weiß und sich davon lenken lässt, der erniedrigt sich nicht zu schäbigen oder gemeinen Taten.“5 Jesus gebot uns, unseren Nächsten wie uns selbst zu lieben. Er erläuterte diese großartige Lehre am Beispiel des barmherzigen Samariters, der Güte und Barmherzigkeit walten ließ, wo niemand sonst helfen wollte. Danach sagte der Erretter: „Dann geh und handle genauso!“6 Der Erretter lehrte uns, einander zu lieben und Gutes zu tun – und zwar selbst jenen, die andere Grundsätze haben. Solche Unterschiede sind kein Grund, andere zu meiden oder unfreundlich zu sein.

Eine Freundin der achtjährigen Chelsea fand, dass sie einen bestimmten Jungen nicht mag, weil er nicht unserer Kirche angehört. Was glaubt ihr, was Chelsea tat? Was würdet ihr tun? Chelsea sagte ihrer Freundin, es sei in Ordnung, dass er nicht der Kirche angehört; er sei trotzdem ein guter Mensch.7 Wir zeigen, dass wir wissen, wie man dem Erretter folgt, wenn wir nett zu anderen sind und sie respektieren.

Wie nett sind wir eigentlich zu den Mitgliedern unserer Familie? Am wichtigsten und manchmal auch am schwierigsten ist es, gegenüber unserer eigenen Familie nett zu sein, gegenüber Eltern, Brüdern und Schwestern. Als unser Sohn Mitch zehn Jahre alt war, wollte er unserer Familie gerne helfen – vor allem, wenn er dabei seinen Spaß haben konnte. Wenn niemand zuschaute, legte er sich eine Schnur mit einem Glöckchen um den Hals und spielte den Botenjungen, der der Familie bei der Arbeit hilft. Wenn einem aus der Familie auffiel, dass etwas erledigt war, brauchte er nur noch zu sagen: „Das war wohl der Botenjunge!“ Mitch war uns eine große Hilfe und sorgte auch für manchen Spaß in der Familie.

Die Jungen und Mädchen, von denen ich gesprochen habe, zeigen, was sie wissen, indem sie den Sabbat heilig halten, das Wort der Weisheit befolgen, sich anständig kleiden und zu Freunden und der Familie nett sind. Auch ihr könnt zeigen, was ihr wisst, indem ihr diese und die übrigen Gebote befolgt.

Der Kirche Jesu Christi der Heiligen der Letzten Tage anzugehören bedeutet, dass uns die Gelegenheit gegeben wurde, sämtliche Segnungen des Evangeliums zu empfangen. Ihr könnt jeden Tag voller Zuversicht sagen:

„Ich bin ein Kind Gottes.

Ich weiß, dass der himmlische Vater mich liebt, und ich liebe ihn.

Ich kann immer und überall zum himmlischen Vater beten.

Ich bemühe mich, Jesus Christus nachzufolgen.“

Entscheidet euch heute dafür zu zeigen, was ihr wisst, indem ihr Jesus Christus gläubig folgt. Der Weg zurück zum Vater im Himmel wird nicht leicht sein. Ihr werdet Mut brauchen, wenn ihr dem Erretter weiterhin Tag für Tag folgen wollt. Ich gebe Zeugnis, dass euch jetzt und in alle Ewigkeit Frieden und Glück zuteil werden, wenn ihr euch dafür entscheidet zu zeigen, was ihr wisst, indem ihr Jesus Christus gläubig folgt. Im Namen Jesu Christi. Amen.

Quellenangaben anzeigenQuellenangaben ausblenden
    1. 3 Nephi 27:21.

    2. Liederbuch für Kinder, Seite 40.

    3. John S. Netherton, „Sticking to Standards“, Friend, Mai 2000, Seite 47.

    4. Caitlin McGrath, „A Modest Choice“, Friend, Mai 2000, Innenumschlagseite hinten.

    5. „‚Denn Gott hat uns nicht einen Geist der Verzagtheit gegeben‘“, Der Stern, Februar 1985, Seite 21.

    6. Lukas 10:37.

    7. Siehe Chelsea M. Bryant, „Creating Kindness“, Friend, März 2000, Seite 35.