Die Bündnisse des Evangeliums bringen die verheißenen Segnungen

Paul E. Koelliker

Of the First Quorum of the Seventy


Paul E. Koelliker
Wenn wir die Evangeliumsbündnisse halten, können wir all die momentanen Prüfungen des Lebens hinter uns lassen.

Ich möchte heute die tiefe Ehrfurcht und Liebe zum Ausdruck bringen, die ich für unseren Vater im Himmel, seinen Sohn, den Herrn Jesus Christus, und den Heiligen Geist empfinde. Außerdem gebe ich Zeugnis von der heiligen Berufung, die Präsident Gordon B. Hinckley als Prophet, Seher und Offenbarer des Herrn hat. Ich unterstütze ihn von ganzem Herzen und mit aller Kraft.

Ich bin dankbar, dass ich im Tempel mit einer gütigen Gefährtin, die ich liebe und verehre, den Ehebund für die Ewigkeit schließen durfte. Sie ist immer wieder vorbildlich darin, wie sie sich um Menschen in Not kümmert. Wir sind in unserer Ehe mit glaubenstreuen, lebhaften Kindern und Enkelkindern beschenkt worden, von denen wir viel gelernt haben und noch immer lernen.

Besonders froh bin ich, dass mein Bruder, meine Schwestern und ich von rechtschaffenen Eltern abstammen, die ihren Tempelbündnissen treu geblieben sind und bereitwillig alles geopfert haben, um unseren Platz im Plan des himmlischen Vaters zu sichern. Meiner Mutter, die wirklich ein Engel ist, kann ich nur sagen: Danke, dass du das Band der Liebe und der heiligen Handlungen des Evangeliums für uns so stark gemacht hast!

Ich erwähne diese heiligen Beziehungen, weil es mich so glücklich macht zu wissen, dass ich durch ein festes Bündnis in einem heiligen Tempel an jeden Einzelnen von ihnen gesiegelt bin. Ich bin auch zutiefst dankbar für die Erkenntnis, dass es trotz aller Schwierigkeiten, die noch vor uns liegen, Hoffnung und Zuversicht gibt, weil wir wissen, dass wir all die vorübergehenden Prüfungen im Leben überwinden können, wenn wir nur die Bündnisse des Evangeliums halten. Aus den heiligen Schriften wissen wir, dass letzten Endes alles wohl sein wird, wenn wir nur unseren Bündnissen treu bleiben. König Benjamin hat gesagt:

„Wegen des Bundes, den ihr gemacht habt, werdet ihr die Kinder Christi genannt werden. … Darum möchte ich, dass ihr den Namen Christi auf euch nehmt, ihr alle, die ihr mit Gott den Bund eingegangen seid, dass ihr bis zum Ende eures Lebens gehorsam sein wollt.

Und es wird sich begeben: Wer auch immer dies tut, wird zur rechten Hand Gottes gefunden werden.“ (Mosia 5:7-9.)

Wie sorgsam wir darauf achten, Bündnisse einzugehen, ist entscheidend für unsere Errettung in der Ewigkeit. Ein Bündnis ist eine Vereinbarung, die wir mit dem himmlischen Vater treffen. Dabei verpflichten wir uns, im Herzen, in Gedanken und im Verhalten die vom Herrn vorgegebenen Gebote zu halten. Wenn wir treu unsere Vereinbarung einhalten, verpflichtet er sich bzw. verspricht er, uns letzten Endes mit allem zu segnen, was er hat.

Im Alten Testament erfahren wir im Zusammenhang mit Noachs Erlebnis mit der Schlechtigkeit der Welt und dem Plan des Herrn, die Erde zu säubern, auf welche Weise der Herr Bündnisse eingeht. Da Noach treu und standhaft seine Pflicht tat, sagte ihm der Herr:

„Mit dir aber schließe ich meinen Bund. Geh in die Arche, du, deine Söhne, deine Frau und die Frauen deiner Söhne! …

Noach tat alles, was der Herr ihm aufgetragen hatte.“ (Genesis 6:18; 7:5.)

Nachdem die Flut zurückgegangen war, verließen sie die Arche.

„Dann baute Noach dem Herrn einen Altar. … Dann sprach Gott zu Noach und seinen Söhnen, die bei ihm waren:

Hiermit schließe ich meinen Bund mit euch und meinen Nachkommen.“ (Genesis 8:20; 9:8,9.)

Auch wir sind heilige Bündnisse mit dem Herrn eingegangen, um vor dem Widersacher bewahrt zu werden. Wie Noach leben wir in Zeiten, da prophetische Verheißungen ausgesprochen werden und in Erfüllung gehen. In den vergangenen acht Jahren sind 71 neue Tempel geweiht worden – eine unter der Leitung des Propheten des Herrn vollbrachte Leistung, die in mancherlei Hinsicht dem Bau der Arche zu Noachs Zeiten vergleichbar sein mag.

Unser lebender Prophet, Präsident Gordon B. Hinckley, hat uns eingeladen, in den Tempel zu kommen, wo wir Bündnisse mit dem Herrn eingehen können.

Wie zu Noachs Zeiten geht unser Bestreben, nach diesen Bündnissen zu leben, oft mit gewissen Opfern einher. An diesen Opfern, sie mögen groß oder klein sein, bemisst sich oft, wie sehr wir uns in Herz und Sinn verpflichtet haben, uns dem Willen unseres himmlischen Vaters zu fügen. Zum Opfern gehören oft Phasen, in denen wir mit uns ringen, in denen wir abwägen und gut überlegen müssen, welche Folgen unsere Entscheidungen haben. Nicht immer ist die Wahl eindeutig oder einfach, und so mühen wir uns ab. Wenn wir dann endlich beschlossen haben, den Konflikt beiseite zu legen und unseren Willen dem des Herrn unterzuordnen, werden wir auf eine neue Stufe der Erkenntnis emporgehoben. Dieser Vorgang ist oft deutlicher zu sehen, wenn wir einen schlimmen Schicksalsschlag oder eine Herausforderung zu bewältigen haben.

Erst vor ein paar Wochen ist ein junger Mann bei einem Pfadfinderlager im Gebirge östlich von Salt Lake City vom Blitz erschlagen worden. Die Eltern, voller Kummer und verzweifelt, dass sie so überraschend ihren Sohn verloren hatten, quälten sich in aller Stille damit herum und fragten sich, warum das geschehen war. Da sie aber im Herzen fügsam waren und starken Glauben hatten, umhüllte der Herr sie mit seiner Liebe. Mitten in ihrem Kummer reifte in ihnen still und sanft der Entschluss, mit den Folgen dieses Vorfalls nicht hadern zu wollen. Als sie ihr Los angenommen hatten, erweiterte sich ihr Verständnis vom Sinn des Lebens, und die bestehenden Bündnisse kamen ihnen wieder in den Sinn. Auch wenn der plötzliche Verlust sie noch schmerzte, fanden sie sich doch auf einer höheren Ebene wieder und waren entschlossen, sich noch fester an die Gebote zu halten und so zu leben, dass sie sich des freudigen Wiedersehens mit ihrem Sohn sicher sein konnten.

In dieser Evangeliumszeit schließen wir Bündnisse, die über das hinausgehen, was zur Zeit Noachs getan wurde. Wir haben nicht nur die Aufgabe, Bündnisse für uns selbst zu schließen, sondern wir sind außerdem verpflichtet, unsere verstorbenen Vorfahren ausfindig zu machen und jedem die Tür zu öffnen, der Bündnisse schließen und die heiligen Handlungen des Evangeliums würdig empfangen möchte.

Das Werk schreitet unter denen, die vor uns waren, mit Riesenschritten voran, denn der Herr hat den Himmelsmächten ihren Auftrag gegeben. Präsident Joseph F. Smith schreibt in seiner Vision von den Toten:

„Siehe, aus den Rechtschaffenen stellte er seine Kräfte zusammen und bestimmte Boten, angetan mit Macht und Vollmacht, und gab ihnen den Auftrag, hinzugehen. …

Ich sah, dass die getreuen Ältesten dieser Evangeliumszeit nach ihrem Hinscheiden aus dem irdischen Leben mit ihrer Arbeit fortfahren, indem sie das Evangelium der Umkehr und der Erlösung … verkündigen.“ (LuB 138:30,57.)

Den heiligen Schriften zufolge gehörten zu den Boten auch die „Propheten, die im Fleische [vom Erlöser] Zeugnis gegeben hatten“. (LuB 138:36.) Zu diesen Boten gehörten bestimmt auch Petrus, Paulus, Alma, Johannes, Joseph und Nephi.

Wenn man diese Vision von Präsident Smith gelesen hat und die Missionare kennt, die mit dieser Aufgabe betraut sind, sollte man meinen, es müsste für uns alle doch sehr motivierend sein, unser Bündnis zu halten, nämlich die Namen unserer verstorbenen Angehörigen ausfindig zu machen und alle verfügbaren Tempelzeiten voll auszunutzen. Ich kann mit ziemlicher Sicherheit behaupten, dass viele Tempel noch Zeit zur Verfügung haben, sodass wir den Rat der Ersten Präsidentschaft durchaus befolgen können, nämlich auf ein wenig Freizeit zu verzichten und dafür mehr Zeit auf die heiligen Handlungen des Tempels zu verwenden. Ich bete darum, dass wir dieser Einladung in den Tempel nachkommen.

Es stimmt mich demütig, dass mir so eine Berufung anvertraut worden ist, und ich bete dafür, dass ich gemäß meinen Bündnissen mit dem Herrn handele und mich den Weisungen des Geistes füge. Ich gebe feierlich Zeugnis vom Herrn Jesus Christus und von der Wiederherstellung seines Evangeliums durch den Propheten Joseph Smith. Die Bündnisse und die heiligen Handlungen des Tempels bedeuten mir sehr viel, und ich bin fest entschlossen, mit doppelter Kraft in den heiligen Häusern Gottes tätig zu sein. Ich weiß: Wenn wir heilige Bündnisse schließen und halten, bringt uns der Herr in seine heilige Gegenwart. Davon gebe ich Zeugnis im Namen Jesu Christi. Amen.