Die Segnungen der Generalkonferenz

Paul V. Johnson

Of the First Quorum of the Seventy


Paul V. Johnson
Nehmt euch jetzt vor, der Generalkonferenz eine hohe Priorität einzuräumen. Nehmt euch vor, aufmerksam zuzuhören und das, was gelehrt wird, zu befolgen.

Zu Ihnen in dieser Allgemeinen Priestertumsversammlung zu sprechen ist eine heilige Aufgabe. Ich freue mich immer darauf, mit meinen Söhnen an dieser Priestertumsversammlung teilzunehmen. Ich habe wunderbare Erinnerungen daran, wie ich mit ihnen in unserem Pfahlhaus gesessen und den Unterweisungen durch die Generalautoritäten zugehört habe. Diese Versammlungen haben mein Leben verändert, als ich jung war, und sie verändern auch heute noch mein Leben. Ich weiß, dass sie sich auf meine Söhne und Millionen andere in aller Welt, die das Aaronische Priestertum tragen, ausgewirkt haben.

Ich wende mich heute Abend an die Träger des Aaronischen Priestertums. Wir leben in aufregenden und wunderbaren Zeiten. Die Fülle des Evangeliums ist wiederhergestellt, und es verbreitet sich über die Erde. Die Schlüssel des Priestertums befinden sich auf der Erde, und die errettenden heiligen Handlungen stehen allen offen, die ihrer würdig sind. Es gibt Millionen guter Menschen auf der Erde, die bemüht sind, in ihrem Leben, in ihrer Familie und in ihrem gesellschaftlichen Umfeld das zu tun, was recht ist.

Diese wunderbare Zeit, in der wir leben, steckt aber auch voller Gefahren. Ihr lebt in schwierigen Zeiten, wo viele Versuchungen und Gefahren auf euch lauern. Ihr seid bereits einigen dieser Versuchungen und Gefahren ausgesetzt gewesen. Ihr habt vielleicht sogar Menschen gesehen, die Schaden genommen haben, weil sie einem der Übel erlegen sind, die in dieser Welt so weit verbreitet sind.

Wie könnt ihr, als Träger des Aaronischen Priestertums, in diesen schwierigen Zeiten sicher sein, um euren Teil in diesem großartigen Werk leisten und wahres Glück in diesem und im nächsten Leben finden zu können?

Es überrascht nicht, dass der Herr uns angesichts der entsetzlichen Schlechtigkeit und Versuchungen nicht uns selbst überlässt. Wir müssen unseren Weg nicht alleine finden. Tatsächlich gibt es mehr als genug Führung für uns alle, wenn wir zuhören. Ihr habt die Gabe des Heiligen Geistes empfangen, der euch führen und inspirieren soll. Ihr habt die heiligen Schriften, Eltern, Führer und Lehrer in der Kirche. Ihr habt auch die Worte der Propheten, Seher und Offenbarer, die heute leben. Es ist so viel Führung und Weisung verfügbar, dass ihr keine größeren Fehler in eurem Leben begehen könnt, solange ihr nicht die Führung, die ihr erhaltet, bewusst missachtet.

Ich möchte mich heute auf eine Quelle konzentrieren, die uns Führung gibt – die lebenden Propheten, Seher und Offenbarer, die wir heute bestätigt haben. Genau gesagt möchte ich mich auf eine der wichtigsten Methoden konzentrieren, wie wir von ihnen Weisung erlangen können, nämlich die Generalkonferenz.

Seit Beginn dieser Evangeliumszeit gibt es in der Kirche Generalkonferenzen. Die erste Generalkonferenz wurde schon zwei Monate nach Gründung der Kirche abgehalten. Wir versammeln uns zweimal im Jahr, um uns von den Generalautoritäten und Beamten der Kirche unterweisen zu lassen. Die Berichte über diese Konferenzen stehen auf unterschiedliche Weise, in gedruckter und in elektronischer Form, zur Verfügung.

Meine Mutter liebte die Generalkonferenz. Sie schaltete immer Radio und Fernseher an und stellte den Ton so laut, dass man im ganzen Haus kaum einen Ort fand, wo die Konferenz nicht zu hören war. Sie wollte, dass ihre Kinder den Ansprachen zuhörten, und fragte uns zwischendurch, woran wir uns erinnerten. Manchmal ging ich während einer Konferenzversammlung am Samstag mit einem meiner Brüder hinaus, um Ball zu spielen. Wir nahmen ein Radio mit, weil wir wussten, dass unsere Mutter uns später befragen würde. Wir spielten Ball und machten hin und wieder eine Pause, um aufmerksam zuzuhören, damit wir Mutter später etwas sagen konnten. Ich bezweifle, dass meine Mutter sich narren ließ, wenn wir uns zufälligerweise alle an dasselbe aus einer ganzen Versammlung erinnerten.

So kann man sich die Konferenz nicht anhören. Ich bin seitdem umgekehrt. Mittlerweile bedeutet mir die Generalkonferenz sehr viel, was ich sicher auch meiner Mutter zu verdanken habe, der die Worte der lebenden Propheten so viel bedeuteten. Ich weiß noch, dass ich einmal die Versammlungen einer bestimmten Konferenz ganz allein in meiner Wohnung anhörte, als ich auf dem College war. Der Heilige Geist bezeugte meinem Herzen, dass Harold B. Lee, der damalige Präsident der Kirche, ein wahrer Prophet Gottes war. Das war vor meiner Mission, und ich freute mich darauf, Zeugnis von einem lebenden Propheten zu geben, weil ich diese Erkenntnis nun selbst erlangt hatte. Seit damals habe ich von jedem Propheten dasselbe Zeugnis erhalten.

Als ich auf Mission war, besaß die Kirche noch kein Satellitensystem, und in das Land, in dem ich diente, wurden die Generalkonferenzen auch nicht übertragen. Meine Mutter schickte mir die Audiokassetten der Versammlungen, die ich mir immer wieder anhörte. Die Stimmen und die Worte der Propheten und Apostel wuchsen mir immer mehr ans Herz.

Vor kurzem habe ich das Tagebuch meines Urgroßvaters, Nathaniel Hodges, gelesen, der 1883 auf Mission nach England berufen worden war. Er berichtete, wie er nach Salt Lake City kam, um als Missionar eingesetzt zu werden, und dort die Generalkonferenz besuchte. Hört, wie er diese Konferenz beschrieb: „War den ganzen Tag im Tabernakel in den Versammlungen. Wir erhielten herrliche Unterweisungen. Die Ansprachen von Joseph F. Smith, George Q. Cannon und Präsident John Taylor waren besonders machtvoll. Ich habe einige der ältesten Einwohner sagen hören, dass sie noch nie eine machtvollere und geistigere Konferenz besucht hätten.“ 1

Ich glaube, dass die Mitglieder der Kirche bei jeder Generalkonferenz ähnlich empfinden. Es scheint, dass jede machtvoller und geistiger ist als die vorangehende.

Wenn die Botschaften der Generalkonferenz unser Leben verändern sollen, müssen wir bereit sein, dem Rat, den wir hören, zu folgen. Der Herr erklärte dem Propheten Joseph Smith in einer Offenbarung: „Wenn ihr versammelt seid, so unterweist und erbaut einander, damit ihr wisst, … wie ihr nach den Punkten meines Gesetzes und meiner Gebote … handeln sollt.“ 2 Aber es reicht nicht, zu wissen, wie man handeln soll. Im nächsten Vers sagt der Herr: „Ihr sollt euch selbst binden, in aller Heiligkeit vor mir zu handeln.“ 3 Diese Bereitschaft, nach dem zu handeln, was wir gehört haben, öffnet wunderbaren Segnungen die Tür.

Vor einem Jahr sprach Präsident Hinckley in der Priestertumsversammlung über die Gefahren der Pornografie. Ich glaube nicht, dass ich jemals eine direktere prophetische Warnung gehört habe, die an die Priestertumsträger gerichtet war. Ihr jungen Brüder, die ihr seine Worte gehört und befolgt habt, seid bereits gesegnet worden und werdet weit mehr gesegnet, als ihr jetzt begreifen könnt. Eure zukünftige Familie wird durch euren Gehorsam große Segnungen erlangen. Stellt euch vor, was es für die Welt bedeuten würde, wenn jeder Priestertumsträger als Reaktion auf den Rat des Propheten jegliche Pornografie aus seinem Leben verbannen würde.

Jedes Mal, wenn wir den Worten der Propheten und Apostel gehorchen, erlangen wir große Segnungen. Wir erlangen mehr Segnungen, als wir zu dem Zeitpunkt begreifen, und wir werden noch lange nach unserem ursprünglichen Entschluss, gehorsam zu sein, Segnungen erlangen.

An dem Tag, an dem die Kirche gegründet wurde, erhielt Joseph Smith eine Offenbarung, die einen wichtigen Grundsatz für alle Mitglieder der Kirche enthält. In Bezug auf Joseph Smith sagte der Herr zur Kirche: „[Du sollst] all seinen Worten und Geboten Beachtung schenken, die er dir geben wird, … denn sein Wort sollt ihr empfangen, als sei es aus meinem eigenen Mund.“ 4

Hört euch jetzt die Segnungen an, die denen verheißen sind, die die Worte beachten: „Denn wenn ihr dies alles tut, werden die Pforten der Hölle euch nicht überwältigen; ja, und der Herr, Gott, wird die Mächte der Finsternis vor euch zerstreuen und die Himmel zu eurem Guten … erbeben lassen.“ 5

Dies sind machtvolle Verheißungen, die uns in diesen trügerischen Zeiten Sicherheit geben können. Wir brauchen sie, und der Herr wird sie jedem von uns geben, wenn wir bereit sind, den Propheten, Sehern und Offenbarern zu folgen.

Nehmt euch jetzt vor, der Generalkonferenz eine hohe Priorität einzuräumen. Nehmt euch vor, aufmerksam zuzuhören und das, was gelehrt wird, zu befolgen. Hört euch die Ansprachen mehr als einmal an oder lest sie öfter, damit ihr die Ratschläge besser verstehen und befolgen könnt. Wenn ihr dies alles tut, werden die Pforten der Hölle euch nicht überwältigen, die Mächte der Finsternis werden vor euch zerstreut und die Himmel werden zu eurem Guten erbeben.

Ich weiß, dass der himmlische Vater uns liebt und einen vollkommenen Plan für seine Kinder hat. Ich weiß, dass Jesus der Messias ist und dass er lebt. Ich bezeuge, dass das Evangelium Jesu Christi auf der Erde wiederhergestellt ist. Wir haben heute wahre Propheten, Seher und Offenbarer auf der Erde, die „Worte des ewigen Lebens“ 6 haben. Dies bezeuge ich im Namen Jesu Christi. Amen.

Quellenangaben anzeigen

  1.  

    1. Tagebuch von Nathaniel Morris Hodges, Bd. 1, 8.April 1883, Archiv der Geschichtsabteilung der Kirche Jesu Christi der Heiligen der Letzten Tage, Schreibmaschinenmanuskript, Seite 1f.

  2.  

    2. LuB 43:8

  3.  

    3. LuB 43:9

  4.  

    4. LuB 21:4,5

  5.  

    5. LuB 21:6

  6.  

    6. Johannes 6:68