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Frühjahr 2006 | Jetzt ist die Zeit, auf Mission zu gehen!

Jetzt ist die Zeit, auf Mission zu gehen!

Frühjahr 2006 Generalkonferenz

Interessante Missionsfelder in aller Welt ermöglichen es, dass durch die Inspiration des Herrn junge Männer und Frauen und aufopferungswillige Ehepaare zu anspruchsvollen Aufgaben berufen werden.

Es ist nur schwer vorstellbar, dass es in der heutigen Welt etwas Aufregenderes für einen jungen Mann, eine junge Frau oder ein Ehepaar gibt, als eine Vollzeitmission für die Kirche Jesu Christi der Heiligen der Letzten Tage zu erfüllen. Die Botschaft des wiederhergestellten Evangeliums, die wir verkünden, ist lebenswichtig. Sie ist von Gott, unserem ewigen Vater, an jedes seiner Kinder gerichtet, und in ihrem Mittelpunkt steht sein geliebter Sohn, Jesus Christus. Wird die Botschaft richtig verstanden und gelebt, kann sie Unruhe durch Frieden und Kummer durch Glück ersetzen und Lösungen für die ständigen Herausforderungen des Lebens bieten.

Wir haben sehr klare Anweisungen, wie man in der Missionsarbeit Erfolg haben kann. Sie stehen in der Anleitung Verkündet mein Evangelium! und den dazugehörigen Hilfsmitteln. Die neuen, höchst effektiven Missionarslektionen basieren darauf, mit Hilfe des Geistes zu lehren, anstatt nur auswendig zu lernen. Sie haben die Missionsarbeit weltweit wesentlich verbessert. Jeder Missionspräsident wurde gründlich darin unterwiesen, wie dieses neue Material zu verwenden ist. Das Ergebnis ist eine Gruppe von fachlich kompetenten, engagierten und begeisterten Missionspräsidenten, die fähig sind, ihre Missionare zu inspirieren und machtvoll zu motivieren.

Dass die Missionare weltweit die Anregungen in der Anleitung Verkündet mein Evangelium! studieren und umsetzen, hat unsere Fähigkeit, die Botschaft der Wiederherstellung zu verkünden und den Erlösungsplan und weitere Evangeliumslehren zu vermitteln, verbessert. Die erhöhten Anforderungen hinsichtlich der Würdigkeit zeigen weitreichende Auswirkungen: Das Ergebnis ist ein größerer Einsatzwille auf Mission, ein besserer Zusammenhalt unter den Missionaren, viel mehr Erfolg beim Belehren und mehr Neubekehrte, die aktiv bleiben.

Insgesamt sind die Vorgaben, wie Missionsarbeit zu erfolgen hat, besser denn je. Sie fördern die missionarische Tätigkeit in aller Welt und gehen von den Gebietspräsidentschaften, den sieben Präsidenten der Siebziger, dem Kollegium der Zwölf Apostel und der Ersten Präsidentschaft, die der Missionsarbeit persönlich große Aufmerksamkeit schenkt, aus.

Interessante Missionsfelder in aller Welt ermöglichen es, dass durch die Inspiration des Herrn junge Männer und Frauen und aufopferungswillige Ehepaare je nach ihren Fähigkeiten und Bedürfnissen zu anspruchsvollen Aufgaben berufen werden. Ich freue mich, dass ich an dieser fesselnden Arbeit, die so vielen auf der Welt zu großem Segen gereicht, mitwirken darf.

Elder M. Russell Ballard hat darüber gesprochen, dass man sich ein Zuhause schaffen soll, in dem das Evangelium weitergegeben wird. Ich möchte darüber sprechen, wie man sich als Ältester, Schwester oder Ehepaar auf eine Vollzeitmission vorbereitet.

Diese Vorbereitung beginnt lange vor dem Missionsalter in der Familie, wenn die Eltern bei jedem Jungen in Herz und Sinn den Gedanken verankern: „Wenn ich auf Mission gehe“, und nicht: „Falls ich auf Mission gehe“. Kindern kann man Evangeliumswahrheiten am besten zu Hause vermitteln, denn hier kann die Belehrung individuell dem Alter und den Fähigkeiten eines jeden Kindes angepasst werden. Zu Hause kann die ganze Rüstung der Wahrheit auf die individuellen Eigenschaften eines jeden Kindes zugeschnitten werden. Die Unterweisung durch die Eltern bereitet Kinder aufs Leben und würdige junge Männer auf die Freuden einer Mission vor. Zu Hause kann ein Mädchen erkennen, dass seine wichtigste Aufgabe die ist, Ehefrau und Mutter zu sein. Aber im Laufe dieser Vorbereitung kann sich die Gelegenheit auftun, eine Vollzeitmission zu erfüllen, sofern der jüngst von der Ersten Präsidentschaft erteilte Rat befolgt wird: „Würdige, alleinstehende Frauen, die einundzwanzig oder älter sind, … können für eine Vollzeitmission vorgeschlagenwerden. … Diese Schwestern können einen wertvollen Beitrag leisten, … aber sie sollten keinesfalls gedrängt werden, auf Mission zu gehen. Der Bischof schlägt sie nicht für eine Mission vor, wenn sich dies auf bevorstehende Heiratsabsichten auswirkt.“1

Viele Eltern verwenden Teile der Anleitung Verkündet mein Evangelium!, um Gedanken hervorzuheben, die Früchte tragen, je weiter das Zeugnis der Kinder, die zu Hause umsorgt werden, heranreift. Als kleiner Junge kann man lernen, seine Pflichten als zukünftiger Priestertumsträger zu erfüllen. Man bekommt Hilfe, wie wichtige Lehren des Herrn aufzufassen und anzuwenden sind. Man wird bestärkt, würdig zu leben, damit man die heiligen Handlungen des Tempels empfangen und auf Mission gehen kann. Solche Erfahrungen schaffen eine Grundlage dafür, dass man später ein guter Ehemann und Vater wird.

Bestimmte Abschnitte aus der Anleitungwerden einer Jungen Dame helfen, die Lehre, was ihre Rolle als Ehefrau und Mutter betrifft, zu verstehen und anzuwenden. Sollte sie beschließen, auf Mission zu gehen, hat sie schon eine Grundlage dafür gelegt. Das Seminar hilft den Jungen Männern und den Jungen Damen, eine Grundlage für Glück und Erfolg im Leben zu schaffen. Es gibt einen besonderen Kurs im Institut und an den drei Brigham-Young-Universitäten, der Sie auf Ihre Mission vorbereiten kann. Er basiert auf den Grundsätzen aus der großartigen Anleitung Verkündet mein Evangelium! und geht mit ihr Hand in Hand. Er verschafft Ihnen einen Vorsprung, wenn Sie auf Mission berufen werden.

Wie machtvoll und effizient die Anleitung Verkündet mein Evangelium! für Missionare, Führungskräfte, Mitglieder und Eltern ist, zeigt sich in der Tatsache, dass bis heute fast eine Million Exemplare ausgegeben worden sind. Nutzen auch Sie ein eigenes Exemplar?

Als Bischof oder Zweigpräsident können Sie mit Hilfe motivierender Unterredungen für jeden jungen Mann in Ihrer Gemeinde und auch für geeignete Ehepaare zum Segen werden, wenn Sie sie auffordern, sich auf eine Vollzeitmission vorzubereiten. Dies wird nicht nur diesen potenziellen Missionaren helfen, sondern wahrscheinlich auch die Gebete von Eltern beantworten, deren heranwachsender Sohn sich trotz ihrer Bemühungen, in ihm den Wunsch nach einer Mission zu wecken, noch nicht dazu entschlossen hat. Beispielsweise hat unsere Tochter, Mary Lee, von klein auf bis ins Erwachsenenalter gehört, wie ihre Eltern über die für sie so wertvollen Missionserfahrungen sprachen. Wir haben ihr erklärt, wie sehr wir von schwierigen Aufgaben auf Mission profitiert haben und wie dies die Grundlage all dessen, was uns kostbar ist, geschaffen hat. Wir haben ihr aber auch gesagt, dass die Entscheidung bei ihr liegt, ob sie auf Mission geht oder nicht. Als Heranwachsende hatte sie die feste Absicht, auf Mission zu gehen. Als sie sichaber dem Missionarsalter näherte, hatte sie Freude an ihrem Studium gefunden, und es eröffneten sich ihr interessante Alternativen. Als sie einmal erwähnte, dass sie unentschlossen sei und mit sich ringe, empfahlen wir ihr ein Gespräch mit dem Bischof. Ein Termin wurde vereinbart. Sie nahm bei diesem großartigen Bischof Platz und fragte ihn: „Was halten Sie von dem Gedanken, dass ich auf Mission gehe?“ Der Bischof sprang von seinem Stuhl auf, schlug mit den Händen auf den Tisch und sagte: „Etwas Besseres könnte ich mir für Sie gar nicht vorstellen.“ Das gab für sie den Ausschlag.

Mary Lee absolvierte sehr erfolgreich eine Mission in Spanien, bei der sie schlummernde Talente in sich entdeckte, geistig reifte und Fähigkeiten entwickelte, die für sie als Ehefrau und Mutter ein Segen waren. Der Bischof, der diesen tief greifenden Einfluss auf meine Tochter hatte, hieß J. Willard Marriott Jr. Er ist derzeit Gebiets-Siebziger. Wir werden ihm nie vergessen, was er für unsere Tochter Mary Lee getan hat. Mit dem starken Vorbild eines Vaters und einer Mutter vor Augen, die auf Mission waren, haben inzwischen ein Sohn und eine Tochter aus ihrer eigenen Familie eine beispielhafte Mission erfüllt. Der andere Sohn wird zweifellos auch ein Missionar werden, und die andere Tochter wird zu gegebener Zeit die richtige Entscheidung treffen. Ein weiteres Enkelkind ist in die Fußstapfen seines Vaters getreten und wurde vor kurzem in die Mexiko-Mission Cuernavaca berufen.

Bischöfe und Zweigpräsidenten, auch Sie können großen Einfluss auf die Missionare nehmen, die Sie ermutigen und vorbereiten, und ebenso auf deren Nachkommen. Bitten Sie die Kollegiumsführer des Aaronischen Priestertums und die AP-Berater sowie die Führungskräfte der Hohen Priester, der Ältesten und der Schwestern um Unterstützung, damit Sie möglichst viele würdige Missionare auf ihre Berufung vorbereiten können. Auf Grund des neuen Materials für Missionare treffen viel mehr der von Ihnen vorgeschlagenen Missionare besser vorbereitet und höchst motiviert im Missionsfeld ein. Während die meisten Kandidaten ohne große Mühe bereitgemacht werden können, müssen einige andere erhebliche Korrekturen vornehmen, um würdig zu sein. Helfen Sie ihnen mit der Unterstützung der Eltern, die Maßstäbe zu erfüllen.

Beten Sie darüber, welche Ehepaare Sie auffordern können, die Papiere einzureichen, die man für eine Berufung auf Mission braucht. Solche Paare werden dringend benötigt.

Ich bin stets sehr erstaunt, wie trefflich der Heilige Geist die Eigenschaften und Bedürfnisse eines jeden Missionars und Missionarsehepaares und die unterschiedlichen Verhältnisse in den Missionen in aller Welt zusammenfügt. Mir ist aufgefallen, dass einige der stärksten und fähigsten Brüder und Schwestern in die Vereinigten Staaten und nach Kanada berufen werden, damit dort die Wurzeln der Kirche stark bleiben. Ich habe erlebt, wie Missionare, die von ungewöhnlichen Aufträgen zurückkehrten, die sich beispielsweise an die Sitten und Gebräuche einer Insel im Pazifik, der Mongolei oder des Hochlandes von Guatemala anpassen oder mit kaum einem persönlichen Kontakt zum Missionspräsidenten auskommen mussten, in herausragender Weise ungeahnte persönliche Fähigkeiten entwickelten.

Ich möchte einmal von ganzem Herzen darüber sprechen, was mir eine ehrenhaft erfüllte Vollzeitmission bedeutet. Ich bin in einer Familie mit sehr guten Eltern aufgewachsen, obwohl mein Vater kein Mitglied und meine Mutter weniger aktiv war. Das änderte sich nach meiner Mission. Sie entwickelten sich zu gefestigten Mitgliedern und arbeiteten eifrig im Tempel mit, er als Siegler und sie als Verordnungsarbeiterin. Als junger Mann konnte ich jedoch, wie viele von Ihnen heute, nicht selbst beurteilen, wie wichtig eine Mission ist. Ich verliebte mich in eine außergewöhnliche junge Frau. An einem entscheidenden Punkt in unserer Beziehung machte sie ganz deutlich, dass sie die Ehe nur im Tempel und nur mit einem zurückgekehrten Missionar schließen würde. Dergestalt motiviert, erfüllte ich eine Mission in Uruguay.

Es war nicht einfach. Der Herr gab mir viele Herausforderungen, die ein Trittstein für meinen Fortschritt wurden. Dort erlangte ich ein Zeugnis davon, dass Gott, der Vater, und sein geliebter Sohn, Jesus Christus, tatsächlich Joseph Smith erschienen waren und so die Wiederherstellung der Wahrheit, der Priestertumsvollmacht und der wahren Kirche auf Erden eingeleitet haben. Ich erlangte ein Zeugnis davon, dass Joseph Smith ein einzigartiger Prophet ist. Ich verinnerlichte grundlegende Lehren. Ich fand heraus, was es bedeutet, vom Geist geführt zu werden. Oft stand ich nachts, als mein Mitarbeiter schlief, auf, um mein Herz vor dem Herrn auszuschütten und Führung und Leitung zu finden. Ich bat um die Fähigkeit, mich verständlich auf Spanisch ausdrücken zu können, damit ich den Menschen, die ich so lieb gewonnen hatte, Zeugnis geben und ihnen von der Wahrheit erzählen konnte, die ich erkannt hatte. Diese Gebete wurden im Überfluss beantwortet. Zur selben Zeit wurde auch meine zukünftige ewige Partnerin, Jeanene,durch ihre eigene Mission zu einer außergewöhnlichen Ehefrau und Mutter geformt.

Vor allem aber begann all das, was für mich von größtem Wert ist, auf Mission heranzureifen. Wäre ich nicht ermutigt worden, ein Missionar zu sein, dann hätte ich heute auch nicht meine Partnerin für die Ewigkeit und meine kostbare Familie, die ich so liebe. Sicherlich hätte ich auch beruflich nicht so außergewöhnliche Gelegenheiten gehabt, alle meine Fähigkeiten zu erweitern. Ich hätte bestimmt auch keine heiligen Berufungen und damit die Gelegenheiten zum Dienen bekommen, für die ich ewig dankbar sein werde. Ich bin reichlich gesegnet worden, weil ich eine Mission erfüllt habe.

Können Sie jetzt verstehen, warum mir so viel daran liegt, jeden jungen Mann dazu zu bewegen, ein würdiger Missionar zu sein? Können Sie begreifen, warum ich Sie als reifes Ehepaar auffordere, Pläne zu machen und, sofern es Ihnen gesundheitlich möglich ist, dem Herrn als Missionar zu dienen? Können Sie erkennen, warum ich einigen jungen Frauen empfehle, sofern der Wunsch vorhanden ist und keine Heirat bevorsteht, ernsthaft zu erwägen, ob sie dem Herrn als Missionarin dienen wollen? Unsere Familie wurde dadurch sehr gesegnet, dass die Ehefrau und Mutter sich entschlossen hatte, zur selben Zeit wie ich eine Vollzeitmission zu erfüllen.

Wenn Sie als junger Mann sich fragen, ob Sie auf Mission gehen sollten, dann treffen Sie diese richtungsweisende Entscheidung nicht nur mit Ihrer eigenen Weisheit. Beraten Sie sich mit Ihren Eltern und Ihrem Bischof oder dem Pfahlpräsidenten. Bitten Sie den Herrn im Gebet, Ihnen seinen Willen kundzutun. Ich weiß, dass Ihnen jetzt und auf Ihrem weiteren Lebensweg eine Mission ein außerordentlicher Segen sein wird. Ich bitte Sie eindringlich, nicht zu beten, ob Sie gehen sollten, sondern den Herrn zu bitten, Sie in allem zu leiten, was notwendig ist, um ein würdiger, fähiger Vollzeitmissionar zu werden. Sie werden niemals bereuen, dass Sie eine Mission erfüllt haben, aber Sie werden höchstwahrscheinlich bereuen, das nicht getan zu haben, wenn das Ihre Wahl sein sollte.

Ich weiß, dass Jesus der Christus ist und dass seine Kirche und die Fülle des Evangeliums auf dieser Erde durch einen einzigartig wichtigen Propheten, nämlich Joseph Smith, wiederhergestellt worden sind. Ich bezeuge, dass eine mit Hingabe erfüllte Vollzeitmission eine Quelle großen Glücks und reicher Segnungen ist; nicht nur für den, der die Botschaft vernimmt, sondern auch für den, der – geführt vom Geist – die Botschaft überbringt. Im Namen Jesu Christi. Amen.

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    1. Mitteilung der Ersten Präsidentschaft, nicht veröffentlicht