Herbst 2007 | Mütter, die Bescheid wissen

    Mütter, die Bescheid wissen

    Herbst 2007 Generalkonferenz

    Mutterschaft birgt ewigen Einfluss und ewige Macht in sich.

    Im Buch Mormon lesen wir von 2000 beispielhaften jungen Männern, die überaus tapfer, mutig und stark waren. „Ja, es waren Männer der Wahrheit und Ernsthaftigkeit, denn man hatte sie gelehrt, die Gebote Gottes zu halten und untadelig vor ihm zu wandeln.“ (Alma 53:21.) Diese glaubenstreuen jungen Männer machten ihren Müttern Ehre. Sie sagten: „Unsere Mütter haben es gewusst.“ (Alma 56:48.) Ich möchte annehmen, dass die Mütter von Hauptmann Moroni, Mosia, Mormon und anderen großen Anführern ebenfalls Bescheid gewusst haben.

    Nie hat die Verantwortung, die die Mütter tragen, größerer Wachsamkeit bedurft als heute. Mehr als je zuvor in der Geschichte der Welt brauchen wir Mütter, die Bescheid wissen. Die Kinder werden in eine Welt geboren, in der sie „nicht gegen Menschen aus Fleisch und Blut …, sondern gegen die Fürsten und Gewalten, gegen die Beherrscher dieser finsteren Welt, gegen die bösen Geister des himmlischen Bereichs“ zu kämpfen haben (Epheser 6:12).1 Dennoch muss den Müttern nicht bange sein. Wenn die Mütter wissen, wer sie sind und wer Gott ist und wenn sie Bündnisse mit ihm geschlossen haben, werden sie große Macht und einen positiven Einfluss auf ihre Kinder haben.

    Mütter, die Bescheid wissen, bekommen Kinder

    Mütter, die Bescheid wissen, wünschen sich Kinder. Während in vielen Kulturen der Welt „immer weniger Wert auf Kinder gelegt wird“2, glauben wir in der Kultur des Evangeliums nach wie vor daran, dass es gut ist, Kinder zu bekommen. Propheten, Seher und Offenbarer, die bei dieser Konferenz bestätigt wurden, haben erklärt, dass „Gottes Gebot für seine Kinder, sich zu vermehren und die Erde zu füllen, noch immer in Kraft ist“3. Präsident Ezra Taft Benson hat gesagt, dass junge Paare ihren Kinderwunsch nicht aufschieben sollen, denn „aus ewiger Sicht sind Kinder – nicht der Besitz, nicht die Stellung, nicht das Ansehen – unser größter Schatz“.4

    Glaubenstreue Töchter Gottes wünschen sich Kinder. In der Schrift lesen wir von Eva (siehe Mose 4:26), Sara (siehe Genesis 17:16), Rebekka (siehe Genesis 24:60) und Maria (siehe 1 Nephi 11:13-20), die als Mütter vorherordiniert wurden, bevor sie Kinder zur Welt brachten. Einige Frauen erhalten während des Erdenlebens nicht die Aufgabe, Kinder auf die Welt zu bringen. Doch so wie Hanna im Alten Testament inbrünstig für ihr Kind betete (siehe 1 Samuel 1:11), werden der Wert, den eine Frau der Mutterschaft in diesem Leben zumisst, und die mütterlichen Qualitäten, die sie sich erarbeitet, mit ihr bei der Auferstehung hervorkommen (siehe LuB 130:18). Frauen, die sich diese Segnung ersehnen und darauf hinarbeiten, wird verheißen, dass sie sie in Ewigkeit besitzen werden – und die Ewigkeit ist viel, viel länger als das Erdenleben. Mutterschaft birgt ewigen Einfluss und ewige Macht in sich.

    Mütter, die Bescheid wissen, halten heilige Handlungen und Bündnisse in Ehren

    Mütter, die Bescheid wissen, halten heilige Handlungen und Bündnisse in Ehren. Ich habe Abendmahlsversammlungen an einigen der ärmsten Orte dieser Erde besucht und sah dort Mütter, die sich – ungeachtet dessen, dass sie viele Kilometer auf staubigen Straßen laufen und heruntergekommene Verkehrsmittel benutzen mussten – mit Sorgfalt ihre besten Sonntagskleider angezogen hatten. Sie hatten ihre Töchter dabei, in sauberen und gebügelten Kleidern, die Haare perfekt gebürstet, ihre Söhne im weißen Hemd mit Krawatte und Missionarshaarschnitt. Diese Mütter wissen, dass sie zur Abendmahlsversammlung gehen, wo Bündnisse erneuert werden. Diese Mütter haben Bündnisse im Tempel geschlossen und halten sie heilig. Sie wissen, dass sie ihren Kindern nur dann den Weg zu den ersehnten ewigen Zielen weisen, wenn sie ihnen den Weg zum Tempel weisen. Diese Mütter haben Einfluss und Macht.

    Mütter, die Bescheid wissen, umsorgen andere

    Mütter, die Bescheid wissen, umsorgen andere. Das ist ihre besondere Aufgabe und Rolle im Plan des Glücklichseins.5 Umsorgen bedeutet fördern, sich kümmern und etwas gedeihen lassen. Daher schaffen Mütter, die Bescheid wissen, in ihrem Zuhause ein Klima, das geistiges und weltliches Wachstum ermöglicht. Ein anderer Begriff für umsorgen ist Haushaltsführung. Haushaltsführung bedeutet kochen, Wäsche waschen, Geschirr spülen und das Zuhause in Ordnung halten. Zuhause hat eine Frau die meiste Macht und den größten Einfluss; daher sollten die Frauen der Kirche zu den besten Hausfrauen der Welt zählen. Das gemeinsame Arbeiten mit den Kindern im Haushalt schafft Gelegenheiten, ihnen etwas beizubringen, und dient als Vorbild für Eigenschaften, die sich die Kinder aneignen sollen. Eine umsorgende Mutter ist belesen; alle Bildung, die eine Frau erreicht, wird ihr jedoch nichts nützen, wenn sie nicht die Fähigkeit besitzt, ein Zuhause zu schaffen, das den Boden für geistiges Wachstum bereitet. Gedeihen kann man am besten in einem „Haus der Ordnung“, und eine Frau sollte ihr Zuhause nach dem Muster des Hauses des Herrn gestalten (siehe LuB 109). Umsorgen erfordert Organisation, Geduld, Liebe und Arbeit. Dazu beitragen, dass durch Umsorgen Wachstum entsteht, ist wirklich eine machtvolle und einflussreiche Aufgabe, die den Frauen übertragen wurde.

    Mütter, die Bescheid wissen, sind Führungspersönlichkeiten

    Mütter, die Bescheid wissen, sind Führungspersönlichkeiten. In gleichberechtigter Partnerschaft mit ihrem Ehemann leiten sie ein großes und ewiges Unternehmen. Diese Mütter planen die Zukunft ihres Unternehmens. Sie machen Pläne für Missionen, Tempelehen und Ausbildungsgänge. Sie machen Pläne fürs Beten, für das Schriftenstudium und den Familienabend. Mütter, die Bescheid wissen, ziehen ihre Kinder zu zukünftigen Führungspersönlichkeiten heran und sind das Leitbild dafür, wie man führen soll. Sie geben ihren Plan nicht auf, indem sie sozialem Druck oder weltlichen Erziehungsmethoden erliegen. Diese weisen Mütter, die Bescheid wissen, sind wählerisch in dem, was sie tun und wofür sie sich einsetzen, um ihre begrenzten Kräfte zu bewahren, um ihren größtmöglichen Einfluss dort wirken zu lassen, wo er am wichtigsten ist.

    Mütter, die Bescheid wissen, sind Lehrerinnen

    Mütter, die Bescheid wissen, sind stets Lehrerinnen. Da sie keine Babysitter sind, haben sie auch nie dienstfrei. Ein Bekannter, der sich recht gut auskennt, sagte mir einmal, er habe nichts in der Kirche gelernt, was er nicht schon zu Hause gelernt habe. Seine Eltern nutzten das Schriftenstudium der Familie, das Gebet, den Familienabend, die Mahlzeiten und andere Gelegenheiten zur Unterweisung. Überlegen Sie einmal, wie machtvoll unsere zukünftige Missionarsschar wäre, wenn die Mütter das Zuhause als Missionars-vor-schule betrachteten. Dann wären die in der Missionarsschule gelehrten Evangeliumslehren mehr Rückblick als Offenbarung. Hierin liegen Einfluss und Macht.

    Mütter, die Bescheid wissen, halten sich zurück

    Mütter, die Bescheid wissen, halten sich zurück. Sie beschränken das, was in alle Ewigkeit keine gute Frucht bringt. Sie begrenzen den Einfluss der Medien zu Hause, lassen weniger Ablenkung und weniger Unternehmungen zu, die die Kinder von zu Hause fernhalten. Mütter, die Bescheid wissen, sind bereit, mit weniger auszukommen und auf weltliche Güter zu verzichten, um mehr Zeit mit den Kindern verbringen zu können – mehr Zeit für gemeinsame Mahlzeiten, für gemeinsames Arbeiten, für gemeinsames Lesen, für Gespräche, Lachen, Singen und ein gelebtes Beispiel. Diese Mütter wählen sorgfältig aus und versuchen nicht, alles zu wählen. Ihr Ziel ist es, die heranwachsende Generation von Kindern darauf vorzubereiten, das Evangelium Jesu Christi in die ganze Welt zu tragen. Ihr Ziel ist es, zukünftige Väter und Mütter heranzuziehen, die das Reich des Herrn in den nächsten fünfzig Jahren weiter aufbauen. Hierin liegen Einfluss und Macht.

    Mütter, die Bescheid wissen, stehen fest und unerschütterlich

    Wer bereitet diese rechtschaffene Generation von Söhnen und Töchtern vor? Das tun die Frauen der Kirche – Frauen, die den Herrn kennen und lieben und Zeugnis von ihm geben, Frauen, die stark und unverrückbar sind und trotz Schwierigkeiten und Entmutigung nicht aufgeben. Wir werden von einem inspirierten Propheten Gottes geführt, der die Frauen der Kirche aufgefordert hat, „fest und unerschütterlich für das [einzutreten], was nach dem Plan des Herrn richtig und angemessen ist“.6 Er hat uns aufgefordert, „bei [unserer] eigenen Familie“7 anzufangen, den Kindern die Wege der Wahrheit zu zeigen. Die Frauen der Kirche sollten in der Welt an der Spitze stehen, wenn es darum geht, die Familie zu erhalten, zu umsorgen und zu beschützen. Ich bin voll Zuversicht, dass unsere Frauen dies beherzigen und man von ihnen wissen wird, dass sie Mütter sind, die „es gewusst“ haben (Alma 56:48). Im Namen Jesu Christi. Amen.

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      Anmerkungen

      1. Siehe Gordon B. Hinckley, „Ein fester und unerschütterlicher Stand“, Weltweite Führerschaftsschulung, 10. Januar 2004, Seite 21

      2. James E. Faust, „Herausforderungen, vor denen die Familie steht“, Weltweite Führerschaftsschulung, 10. Januar 2004, Seite 2

      3. „Die Familie – eine Proklamation an die Welt“, Liahona, Oktober 2004, Seite 49

      4. An die Mütter Zions, Broschüre, 1987, Seite 3

      5. Siehe „Die Familie – eine Proklamation an die Welt“

      6. Gordon B. Hinckley, Weltweite Führerschaftsversammlung, 10. Januar 2004, Seite 20

      7. Gordon B. Hinckley, Weltweite Führerschaftsversammlung, 10. Januar 2004, Seite 20