Wählen Sie ewiges Leben!

von den Siebzigern


Ihre ewige Bestimmung ist nicht das Ergebnis von Zufällen, sondern von Entscheidungen. Es ist niemals zu spät, ewiges Leben zu wählen!

Als ich vor Jahren einmal mit meiner Familie am Strand war, fielen mir Fahnen und Warnhinweise auf eine starke Strömung auf, die vom Ufer fort ins tiefe, unruhige Wasser führte. Für mein ungeübtes Auge war die gewaltige Strömung unsichtbar, doch für die Rettungsschwimmer auf einem Wachturm in der Nähe war sie leicht zu erkennen. Sie stellte eine Gefahr für jeden dar, der das sichere Ufer verließ und sich ins Wasser begab. Ich weiß noch, wie ich mir einredete: „Ich bin doch ein guter Schwimmer. Das Schwimmen wird eine gute Übung sein, und im flachen Wasser bin ich ja sicher.“

Ich ignorierte die Warnungen, denn ich traute meinem Urteil, und ging ins Wasser, um mich beim Schwimmen zu „erfrischen“. Nach einigen Minuten schaute ich auf, um meine Familie am nahen Strand auszumachen, doch der Strand war gar nicht mehr nah! Die trügerische Strömung, vor der ich gewarnt worden war, hatte mich erfasst und zog mich schnell von meiner Familie fort.

Zunächst zuversichtlich, dann verzweifelt, versuchte ich uferwärts zu schwimmen, doch die gnadenlose Strömung riss mich immer weiter in tieferes, raueres Wasser hinaus. Allmählich war ich erschöpft und musste würgen, weil ich Wasser verschluckt hatte. Es sah wirklich so aus, als könnte ich ertrinken. Völlig entkräftet rief ich schließlich verzweifelt um Hilfe.

Wie durch ein Wunder war sofort ein Rettungsschwimmer neben mir. Von mir unbemerkt hatte er beobachtet, wie ich ins Wasser gegangen war. Er wusste, dass die Strömung mich erfassen würde und auch, wohin sie mich tragen würde. Er war in sicherem Abstand um die Strömung herumgeschwommen, ein wenig weiter als bis dahin, wo ich mich abkämpfte. Dort hatte er geduldig gewartet, bis ich um Hilfe rief. Ich war zu schwach, um allein ans Ufer zu schwimmen, und war und bin noch immer dankbar, dass er mich rettete. Ohne seine Hilfe hätte ich es nie zurück zu meiner Familie geschafft.

An diesem Tag traf ich eine falsche Entscheidung, die für mich und meine Familie schwerwiegende Folgen hätte haben können. Wir wollen nun gemeinsam das Geschenk der Entscheidungsfreiheit betrachten, und ich bete, dass jeder von uns dabei mithilfe des Heiligen Geistes die Entscheidungen, die er trifft, bewerten kann.

Unser lieber Prophet, Präsident Thomas S. Monson, hat gesagt: „Ich kann gar nicht genug betonen, dass unsere Entscheidungen unser Schicksal bestimmen. Jede Entscheidung für die Ewigkeit zieht auch ewige Folgen nach sich.“1

Jeder von Ihnen ist – wie wir auf dieser Konferenz schon gehört haben – ein geliebter Geistsohn oder eine geliebte Geisttochter himmlischer Eltern. Ja, Sie haben ein göttliches Wesen und eine göttliche Bestimmung.2 Im vorirdischen Dasein haben Sie gelernt, die Wahrheit zu lieben. Sie haben richtige Entscheidungen für die Ewigkeit getroffen. Sie wussten, dass es hier auf Erden Not und Bedrängnis, Kummer und Leid, Versuchungen und Prüfungen geben würde, damit Sie wachsen und Fortschritt machen konnten. Sie wussten auch, dass Sie weiterhin richtige Entscheidungen treffen, von falschen Entscheidungen umkehren und durch das Sühnopfer Jesu Christi ewiges Leben ererben konnten.

Was hat der Prophet Lehi über Entscheidungen gesagt? Er erklärte, dass wir frei seien, „um Freiheit und ewiges Leben zu wählen durch den großen Mittler für alle Menschen oder um Gefangenschaft und Tod zu wählen gemäß der Gefangenschaft und Macht des Teufels“. Er hielt dazu an, „auf den großen Mittler [zu blicken], und auf seine großen Gebote [zu hören] und seinen Worten treu [zu sein]“, und ewiges Leben zu wählen.3

Brüder und Schwestern, wählen wir ewiges Leben durch die Gedanken, die Gefühle und die Taten, für die wir uns entscheiden?

Unsere Enkelkinder lernen gerade, dass sie mit einer Entscheidung, die sie treffen, auch deren Folgen wählen. Vor kurzem verweigerte eine unserer dreijährigen Enkeltöchter das Abendessen. Ihre Mutter erklärte ihr: „Еs ist schon fast Schlafenszeit. Wenn du dich entscheidest, jetzt zu essen, entscheidest du dich für Eis zum Nachtisch. Wenn du dich entscheidest, nicht zu essen, entscheidest du dich dafür, gleich ins Bett zu gehen, ohne Eis.“ Unsere Enkelin dachte über diese beiden Möglichkeiten nach und erklärte dann mit Nachdruck: „Ich will aber spielen und nur Eis essen und nicht ins Bett gehen.“

Brüder und Schwestern, wünschen wir uns wohl, wir könnten spielen, nur Eis essen und nie ins Bett gehen und irgendwie die Folgen, wie Mangelernährung und Erschöpfung, umgehen?

In Wirklichkeit haben wir nur zwei Alternativen, die beide ewige Folgen haben: die Entscheidung, dem Erlöser der Welt zu folgen und somit ewiges Leben beim Vater im Himmel zu wählen, oder die Entscheidung, der Welt zu folgen und uns damit auf ewig vom Vater im Himmel zu trennen.

Man kann einfach nicht sowohl die Sicherheit der Rechtschaffenheit als auch die Gefahren der Weltlichkeit wählen. Sich mit Weltlichkeit sozusagen nur die Füße nass zu machen mag harmlos erscheinen, aber so war es auch bei meiner „erfrischenden“ Schwimmtour!

Wie die Strömung, die den Lebensweg meiner Familie hätte ändern können, versuchen die heutigen weltlichen Strömungen, trügerischen Philosophien, falschen Lehren und die zügellose Unmoral, uns fortzuziehen und uns auf ewig von unserer Familie und dem Vater im Himmel zu trennen.

Unsere lebenden Propheten, Seher und Offenbarer sehen die oft verborgenen, doch gefährlichen weltlichen Strömungen, die uns bedrohen, und wollen uns davor warnen. Liebevoll bitten sie uns, fordern sie uns auf, lehren, erinnern und warnen sie uns. Sie wissen, dass unsere Sicherheit davon abhängt, dass wir uns entscheiden, zu folgen: erstens dem, was wir durch das tägliche Schriftstudium, Nachsinnen und Gebet erkennen, zweitens der Führung durch den Heiligen Geist und drittens ihrem prophetischen Rat. Sie wissen, dass es Sicherheit und letztendlich Freude nur in unserem Erlöser Jesus Christus gibt und dadurch, dass man nach seinem Evangelium lebt. Elder Dallin H. Oaks hat eben zitiert, was der Erlöser verkündet hat, nämlich: „Ich bin der Weg und die Wahrheit und das Leben; niemand kommt zum Vater außer durch mich.“4

In Not und Drangsal im Russland nach der Sowjet-Ära wählten Anatoli und Swetlana Reschetnikow Rechtschaffenheit anstelle von Weltlichkeit. Nachdem sie sich der Kirche angeschlossen hatten, wurden sie verfolgt. Anatoli wurde in seiner dienstlichen Position zurückgestuft. Tapfer dachten sie daraufhin: „Nun haben wir mehr Zeit, Gott zu dienen.“ Wiederholt bedrohte man sie, aber sie entschieden sich dennoch, das Evangelium zum Mittelpunkt ihres Lebens zu machen. Elder Anatoli Reschetnikow war der erste Russe, der als Gebietssiebziger berufen wurde. Durch ihre Entscheidungen wählen die Reschetnikows weiterhin ewiges Leben.

Wir alle stoßen auf Widrigkeiten. Wir alle erleiden Versuchungen. Wir alle haben Fehler gemacht. Es ist niemals zu schwer oder zu spät, richtige Entscheidungen zu treffen. Umzukehren ist eine der richtigen Entscheidungen, die von großer Bedeutung sind.

Präsident Dieter F. Uchtdorf sagte dazu:

„Еin kleiner Fehler, eine winzige Abweichung von der Lehre des Evangeliums Jesu Christi kann traurige Folgen für unser Leben haben. Es ist daher von entscheidender Bedeutung, dass wir selbstdiszipliniert genug sind, frühzeitig und entschlossen gegenzusteuern, um auf den richtigen Weg zurückzufinden, und nicht abzuwarten oder zu hoffen, dass Fehler sich schon irgendwie selbst ausgleichen werden.

Je länger wir mit einer Korrektur warten, desto tiefgreifender fällt die benötigte Änderung aus und desto länger dauert es, wieder auf den richtigen Kurs zu kommen – unter Umständen gerät man gar an den Rand einer Katastrophe.“5

Die Arme der Barmherzigkeit des Heilands sind uns immer entgegengestreckt.6 Wenn wir aufrichtig und vollständig umkehren, können unsere Fehler vollständig vergeben werden und der Herr denkt nicht mehr an unsere Sünden.7

Wenn Sie Ihre Entscheidungen und deren Folgen bewerten, könnten Sie sich fragen:

  • Suche ich göttliche Führung durch tägliches Schriftstudium, Nachsinnen und Gebet oder habe ich mich entschieden, so beschäftigt oder gleichgültig zu sein, dass ich mir keine Zeit nehme, die Wort Christi zu studieren, darüber nachzusinnen und mit dem Vater im Himmel zu sprechen?

  • Entscheide ich mich, dem Rat der lebenden Propheten Gottes zu folgen, oder folge ich den Wegen der Welt und den entgegengesetzten Meinungen anderer Menschen?

  • Strebe ich täglich nach Führung durch den Heiligen Geist, wenn ich entscheide, was ich denke, fühle und tue?

  • Gehe ich immer wieder auf andere zu, um ihnen beizustehen, ihnen Gutes zu tun oder zu ihrer Errettung beizutragen?

Meine lieben Brüder und Schwestern, Ihre ewige Bestimmung ist nicht das Ergebnis von Zufällen, sondern von Entscheidungen. Es ist niemals zu spät, ewiges Leben zu wählen!

Ich bezeuge, dass dank Gottes großem Plan des Glücklichseins jeder von uns durch das Sühnopfer Jesu Christi vollkommen gemacht werden kann. Mit unserer Familie können wir ewig beim Vater im Himmel leben und eine Fülle der Freude empfangen. Dies bezeuge ich im Namen Jesu Christi. Amen.

Quellenangaben anzeigen

  1.  

    1. Thomas S. Monson, „Entscheidungen bestimmen unser Schicksal“ (CES-Fireside für junge Erwachsene, 6. November 2005), institute.lds.org

  2.  

    2. Siehe „Die Familie – eine Proklamation an die Welt“, Liahona, November 2010, Rückumschlag

  3.  

    3.  2 Nephi 2:27,28; Hervorhebung hinzugefügt

  4.  

    4.  Johannes 14:6

  5.  

    5. Dieter F. Uchtdorf, „Nur ein paar Grad“, Liahona, Mai 2008, Seite 59

  6.  

    6. Siehe Alma 5:33

  7.  

    7. Siehe Lehre und Bündnisse 58:42