Fragen Sie die Missionare! Sie können Ihnen helfen!

Elder Russell M. Nelson

vom Kollegium der Zwölf Apostel


Alle Missionare, junge und ältere, sind einzig und allein in der Hoffnung unterwegs, das Leben anderer zum Besseren zu wenden.

Meine lieben Brüder, Schwestern und Freunde, ich grüße Sie alle von ganzem Herzen. Wir sind begeistert über Präsident Monsons Ankündigung am heutigen Morgen, dass das Mindestalter für den Missionsdienst bei jungen Männern auf 18 und bei jungen Frauen auf 19 gesenkt wird. Dadurch können noch mehr junge Menschen die Segnungen einer Mission erfahren.

Vor zwei Jahren hat Präsident Monson bereits gesagt, was er heute früh nochmals so kraftvoll bestätigt hat, dass nämlich „jeder würdige und fähige junge Mann … sich auf eine Mission vorbereiten [soll]! Als Missionar zu dienen ist eine Priestertumspflicht. Und der Herr erwartet, dass wir, denen so viel gegeben wurde, diese Pflicht erfüllen.“1 Er hat auch erklärt, dass eine Mission eine willkommene Möglichkeit für junge Schwestern ist, aber keine Pflicht. Und er hat abermals viele weitere reife Ehepaare aufgerufen, eine Mission zu erfüllen.

Es ist wichtig, sich auf eine Mission vorzubereiten. Eine Mission ist ein freiwilliger Dienst für Gott und die Menschheit. Die Missionare opfern ihr Erspartes, um diesen besonderen Dienst leisten zu können. Eltern, Angehörige, Freunde und Mitglieder, die in den allgemeinen Missionsfonds spenden, können ebenfalls behilflich sein. Alle Missionare, junge und ältere, sind einzig und allein in der Hoffnung unterwegs, das Leben anderer zum Besseren zu wenden.

Die Entscheidung, auf Mission zu gehen, beeinflusst die geistige Bestimmung des Missionars, seines Ehepartners und ihrer gemeinsamen Nachkommen in künftigen Generationen. Der Wunsch, auf Mission zu gehen, ergibt sich ganz natürlich, wenn man sich bekehrt, würdig ist und sich vorbereitet.

Von Ihnen, den unzähligen Menschen, die heute in aller Welt zuhören, gehören viele nicht der Kirche Jesu Christi der Heiligen der Letzten Tage an. Sie wissen sehr wenig über uns und unsere Missionare. Sie sind hier oder hören oder sehen uns zu, weil Sie mehr über die Mormonen erfahren möchten und über das, was unsere Missionare lehren. Wenn Sie mehr über uns herausfinden, werden Sie feststellen, dass wir viele Wertvorstellungen gemeinsam haben. Wir legen Ihnen ans Herz, an allem festzuhalten, was gut und wahr ist, und zu sehen, ob wir dem noch etwas hinzufügen können. In dieser Welt voller Schwierigkeiten brauchen wir hin und wieder Hilfe. Religion, ewige Wahrheit und unsere Missionare tragen wesentlich zu dieser Hilfe bei.

Unsere jungen Missionare verzichten vorübergehend auf ihre Ausbildung, ihren Beruf, die Partnersuche und alles, was junge Erwachsene normalerweise in diesem Lebensabschnitt tun. Für 18 oder 24 Monate stellen sie alles zurück, weil sie so sehr wünschen, dem Herrn zu dienen.2 Einige unserer Missionare sind in einem etwas fortgeschritteneren Alter tätig. Ich weiß, dass ihre Familie dafür gesegnet wird. Aus meiner Familie sind derzeit acht als Vollzeitmissionar tätig – drei Töchter mit ihrem Mann, eine Enkeltochter und ein Enkelsohn.

Einige von Ihnen fragen sich vielleicht, was es mit dem Begriff Mormonen auf sich hat. Das ist ein Spitzname. Es ist nicht unser richtiger Name, auch wenn wir weithin als Mormonen bekannt sind. Der Begriff leitet sich von einer heiligen Schrift ab, die man als das Buch Mormon bezeichnet.

Der richtige Name der Kirche lautet Kirche Jesu Christi der Heiligen der Letzten Tage. Sie ist die wiederhergestellte ursprüngliche Kirche Jesu Christi. Als Christus auf Erden lebte, gründete er seine Kirche. Er berief Apostel, Siebziger und weitere Führer der Kirche, denen er die Vollmacht des Priestertums übertrug, damit sie in seinem Namen handeln konnten.3 Nachdem Jesus und seine Apostel gestorben waren, änderten die Menschen die heiligen Handlungen und die Lehre. Die ursprüngliche Kirche und das Priestertum gingen verloren. Nach dem finsteren Mittelalter und unter der Führung des himmlischen Vaters brachte Jesus Christus seine Kirche zurück. Jetzt ist sie wiederhergestellt und geht unter seiner göttlichen Führung ans Werk.4

Wir folgen dem Herrn Jesus Christus und verkündigen ihn. Wir wissen, dass der auferstandene Herr nach seinem herrlichen Sieg über den Tod zu zahlreichen Anlässen seinen Jüngern erschien. Er aß mit ihnen. Er war mit ihnen unterwegs. Bevor er endgültig in den Himmel auffuhr, gab er ihnen den Auftrag: „Geht zu allen Völkern und … tauft sie auf den Namen des Vaters und des Sohnes und des Heiligen Geistes.“5 Die Apostel folgten dieser Weisung. Sie beriefen auch andere, ihnen dabei zu helfen, den Auftrag des Herrn zu erfüllen.

Heute ist unter der Führung neuzeitlicher Apostel und Propheten der gleiche Auftrag an die Missionare der Kirche Jesu Christi der Heiligen der Letzten Tage ergangen. Diese Missionare sind in über 150 Ländern tätig. Als Stellvertreter des Herrn Jesus Christus sind sie bemüht, diesen göttlichen Auftrag zu erfüllen, der in unserer Zeit vom Herrn selbst erneut ausgesprochen wurde, nämlich die Fülle des Evangeliums in alle Welt zu tragen und allen Menschen überall ein Segen zu sein.6

Missionare um die zwanzig haben in der Welt noch nicht viele Erfahrungen gesammelt. Doch sind sie mit Gaben gesegnet – zum Beispiel mit dem Heiligen Geist, der Liebe Gottes und einem Zeugnis von der Wahrheit –, die sie zu mächtigen Botschaftern des Herrn machen. Sie verkünden die gute Nachricht vom Evangelium, die all denen wahre Freude und immerwährendes Glück bringt, die auf ihre Botschaft hören. Und in vielen Fällen tun sie dies in einem Land und einer Sprache, die ihnen fremd sind.

Die Missionare bemühen sich, Jesus Christus in Wort und in Tat nachzufolgen. Sie predigen von Christus und seinem Sühnopfer.7 Sie berichten von der buchstäblichen Wiederherstellung der Urkirche Christi durch den ersten Propheten Gottes in der Neuzeit, Joseph Smith.

Vielleicht sind Ihnen unsere Missionare schon einmal begegnet oder Sie haben sie nicht beachtet. Ich hoffe, dass Sie keine Angst vor ihnen haben, sondern von ihnen lernen. Sie können für Sie eine Hilfe sein, die vom Himmel gesandt wurde.

So ist es Jerry ergangen, einem Protestanten Mitte sechzig, der in Mesa in Arizona wohnt. Jerrys Vater war ein Geistlicher bei den Baptisten, seine Mutter eine Geistliche bei den Methodisten. Eines Tages berichtete ihm Pricilla, eine gute Freundin, von ihrem tiefen Kummer. Ein Kind war bei der Geburt gestorben, und bald darauf hatte sie eine bittere Scheidung durchlitten. Nun musste Pricilla ihr Leben als alleinerziehende Mutter von vier Kindern bestreiten, drei Töchtern und einem Sohn. Als sie Jerry ihr Herz ausschüttete, gestand sie, dass sie daran dachte, sich das Leben zu nehmen. Mit aller Kraft und Liebe, die Jerry aufbringen konnte, versuchte er ihr nahezubringen, dass ihr Leben kostbar sei. Er lud sie ein, den Gottesdienst zu besuchen, doch Pricilla erklärte, dass sie Gott aufgegeben hatte.

Jerry wusste nicht, was er machen sollte. Als er später die Bäume in seinem Garten wässerte, betete dieser gläubige Mann zu Gott um Führung. Während er betete, vernahm er eine innere Stimme, die sprach: „Halte die Jungs auf den Fahrrädern an.“ Etwas verwirrt fragte sich Jerry, was dies wohl zu bedeuten habe. Als er über diese Eingebung nachdachte, sah er die Straße hinauf und erblickte zwei junge Männer mit weißem Hemd und Krawatte, die auf ihren Fahrrädern auf ihn zukamen. Verblüfft über diesen „Zufall“ sah er sie vorbeifahren. Als ihm dann klar wurde, dass er etwas unternehmen müsse, rief er: „He, ihr zwei, haltet bitte an! Ich muss mit euch sprechen!“

Verwundert, aber erfreut hielten die jungen Männer an. Als sie näherkamen, bemerkte Jerry, dass jeder ein Namensschild trug, das ihn als Missionar der Kirche Jesu Christi der Heiligen der Letzten Tage auswies. Jerry schaute sie an und meinte: „Das hört sich jetzt vielleicht komisch an, aber ich habe gebetet, und mir wurde eingegeben, ich solle ‚die Jungs auf den Fahrrädern anhalten‘. Ich habe die Straße hinaufgeschaut, und da wart ihr. Könnt ihr mir helfen?“

Die Missionare lächelten, und einer erwiderte: „Ja, sicher können wir das!“

Jerry berichtete von Pricillas besorgniserregender Notlage. Schon bald trafen sich die Missionare mit Pricilla, ihren Kindern und Jerry. Sie sprachen über den Sinn des Lebens und den ewigen Plan, den Gott für sie hat. Jerry, Pricilla und ihre Kinder wuchsen im Glauben, indem sie aufrichtig beteten, das Buch Mormon studierten und von den Mitgliedern der Kirche liebevoll aufgenommen wurden. Jerrys Glaube an Jesus Christus, der ohnehin schon groß war, wurde noch stärker. Pricillas Zweifel und ihre Selbstmordgedanken wandelten sich zu Hoffnung und Freude. Sie ließen sich taufen und schlossen sich der wiederhergestellten Kirche Christi an.8

Ja, Missionare können in vielerlei Hinsicht helfen. Zum Beispiel möchten einige von Ihnen vielleicht mehr über ihre Vorfahren wissen. Sie wissen, wie Ihre Eltern und Ihre vier Großeltern heißen, aber wie steht es mit Ihren acht Urgroßeltern? Kennen Sie deren Namen? Würden Sie gern mehr über sie erfahren? Fragen Sie die Missionare! Sie können Ihnen helfen!9 Sie haben direkten Zugang zu der immensen Sammlung genealogischer Aufzeichnungen der Kirche Jesu Christi der Heiligen der Letzten Tage.

Einige von Ihnen gehören der Kirche an, gehen aber derzeit nicht hin. Sie lieben den Herrn und denken oft daran, in seine Herde zurückzukehren. Aber Sie wissen nicht, wie Sie anfangen sollen. Ich schlage vor: Fragen Sie die Missionare!10 Sie können Ihnen helfen! Sie können auch helfen, indem sie Ihre Lieben unterweisen. Sie liegen uns und den Missionaren am Herzen, und wir möchten Freude und das Licht des Evangeliums in Ihr Leben zurückbringen.

Einige von Ihnen möchten vielleicht wissen, wie Sie eine Abhängigkeit überwinden oder länger leben und sich besserer Gesundheit erfreuen können. Fragen Sie die Missionare! Sie können Ihnen helfen! Unabhängige Studien haben gezeigt, dass die Mitglieder der Kirche Jesu Christi der Heiligen der Letzten Tage eine gesunde Truppe sind. Ihre Sterberate gehört zu den niedrigsten, und ihre Lebenserwartung ist höher als bei jeder anderen gut abzugrenzenden Gruppe in den Vereinigten Staaten, die über einen längeren Zeitraum beobachtet wurde.11

Einige von Ihnen haben vielleicht das Gefühl, das Leben sei hektisch und stressig, doch tief im Innern verspüren Sie eine nagende Leere, ohne Sinn und Ziel. Fragen Sie die Missionare! Sie können Ihnen helfen! Sie können Ihnen helfen, mehr über den wahren Sinn des Lebens zu erfahren – warum Sie hier auf Erden sind und was nach dem Tod mit Ihnen geschieht. Sie können herausfinden, wie das wiederhergestellte Evangelium Jesu Christi für Sie ein größerer Segen sein kann als alles, was Sie sich derzeit vorstellen können.

Wenn Sie sich Sorgen um Ihre Familie machen, fragen Sie die Missionare! Sie können Ihnen helfen! Den Mitgliedern der Kirche liegt sehr viel daran, die Ehe und die Familie zu stärken. Die Familie kann für immer zusammen sein. Bitten Sie die Missionare, Ihnen zu erklären, wie dies für Ihre Familie Wirklichkeit werden kann.

Die Missionare können Ihnen auch bei Ihrem Wunsch helfen, mehr Erkenntnis zu erlangen. Der menschliche Geist sehnt sich nach Erleuchtung. Ob Wahrheit nun von einem wissenschaftlichen Labor oder durch Offenbarung von Gott kommt – wir suchen danach! Die Herrlichkeit Gottes ist wahrhaft Intelligenz.12

Zur Bildung gehören sowohl geistiges als auch weltliches Wissen. Wir heben hervor, dass es wichtig ist, die heiligen Schriften zu verstehen. In einer unabhängigen Studie wurde vor kurzem festgestellt, dass die Heiligen der Letzten Tage sich am besten im Christentum und in der Bibel auskennen.13 Wenn Sie die Bibel besser verstehen wollen und auch das Buch Mormon und warum alle Menschen Brüder und Schwestern sind und Gott unser Vater, fragen Sie die Missionare! Sie können Ihnen helfen!

Viele von Ihnen wünschen sich von Herzen, Menschen zu helfen, die in Not sind. Weil wir Jesus Christus nachfolgen, sind auch wir Mitglieder der Kirche von diesem unstillbaren Verlangen erfüllt.14 Jeder kann sich uns anschließen, den Bedürftigen zu helfen und sich derer anzunehmen, die irgendwo auf der Welt Opfer einer Katastrophe geworden sind. Wenn Sie mitmachen möchten, fragen Sie die Missionare! Sie können Ihnen helfen!

Und wenn Sie mehr über das Leben nach dem Tod wissen möchten, über den Himmel, über den Plan, den Gott für Sie hat, wenn Sie mehr über den Herrn Jesus Christus wissen möchten, über sein Sühnopfer und die Wiederherstellung seiner Kirche, wie sie ursprünglich bestanden hat, fragen Sie die Missionare! Sie können Ihnen helfen!

Ich weiß, dass Gott lebt. Jesus ist der Messias. Seine Kirche wurde wiederhergestellt. Ich bete inniglich, dass Gott einen jeden von Ihnen und unsere lieben Missionare segnen möge. Im Namen Jesu Christi. Amen.

Quellenangaben anzeigen

  1.  

    1. Thomas S. Monson, „Da wir uns nun wiedersehen“, Liahona, November 2010, Seite 5f.

  2.  

    2. Siehe Lehre und Bündnisse 4:3

  3.  

    3. Siehe Matthäus 10:1; Lukas 6:13; 10:1; Epheser 4:11,12

  4.  

    4. Siehe Lehre und Bündnisse 1:30

  5.  

    5.  Matthäus 28:19

  6.  

    6. Siehe Lehre und Bündnisse 68:8; 84:62; 112:28

  7.  

    7. Siehe 1 Korinther 2:2; 2 Nephi 25:26

  8.  

    8. Persönliche Mitteilung von W. Tracy Watson, ehemaliger Präsident der Arizona-Mission Mesa

  9.  

    9. Wo ich die Aufforderung so formuliert habe, dass Sie „die Missionare fragen“ können, können Sie auch einen Freund um Hilfe bitten, der der Kirche angehört.

  10.  

    10. Angehörige und Freunde, die in der Kirche aktiv sind, und die Führer der Kirche werden Ihnen ebenfalls gern behilflich sein.

  11.  

    11. Siehe James E. Enstrom und Lester Breslow, „Lifestyle and Reduced Mortality among Active California Mormons, 1980–2004“, Preventative Medicine, Band 46, 2008, Seite 135

  12.  

    12. Siehe Lehre und Bündnisse 93:36

  13.  

    13. Siehe U.S. Religious Knowledge Survey, Pew Forum on Religion and Public Life, 28. September 2010, Seite 7

  14.  

    14. Siehe Ram Cnaan, Van Evans und Daniel W. Curtis, Called to Serve: The Prosocial Behavior of Active Latter-day Saints, University of Pennsylvania School of Social Policy and Practice, 2012; „Mormon Volunteerism Highlighted in New Study“, 16. März 2012, http://www.mormonnewsroom.org/article/mormon-volunteerism-report; Mormons in America: Certain in Their Beliefs, Uncertain of Their Place in Society, Pew Forum on Religion and Public Life, 12. Januar 2012, Seite 43; Robert D. Putnam und David E. Campbell, American Grace: How Religion Divides and Unites Us, 2010, Seite 444–454