Brüder, wir haben ein Werk zu verrichten!

Elder D. Todd Christofferson

vom Kollegium der Zwölf Apostel


Als Männer, die das Priestertum tragen, müssen wir in der Gesellschaft, zu Hause und in der Kirche eine ganz wesentliche Rolle spielen.

Brüder, über die Herausforderungen, denen Männer und Jungen gegenüberstehen, wurde in den letzten Jahren viel gesagt und geschrieben. Hier einige Buchtitel: Why There Are No Good Men Left [Warum es keine guten Männer mehr gibt], The Demise of Guys [Der Niedergang des Mannes], The End of Men [Das Ende des Mannes], Why Boys Fail [Warum Jungen versagen] und Manning Up [Sei ein Mann!]. Interessanterweise sind die meisten dieser Bücher von Frauen geschrieben worden. Auf jeden Fall zieht sich ein roter Faden durch diese Analysen, nämlich dass Männern und Jungen heutzutage in vielen Gesellschaftssystemen widersprüchliche und erniedrigende Botschaften vermittelt werden, was ihre Rolle und ihren Wert in der Gesellschaft angeht.

Die Verfasserin von Manning Up beschrieb das Phänomen wie folgt: „Früher herrschte in fast allen Kulturen die Ansicht, dass ein Mädchen schon mit Erreichen der körperlichen Reife zur Frau wurde, während ein Junge erst eine Prüfung zu bestehen hatte. Er musste mutig und körperlich geschickt sein oder wichtige Fertigkeiten beherrschen. Ziel war der Beweis, dass er fähig war, Frau und Kinder zu beschützen, was ja seine vorrangige Aufgabe in der Gesellschaft war. Im modernen Wirtschaftsleben sind Frauen jedoch heute nicht mehr auf einen Ehemann und Vater als Ernährer angewiesen, und die typischen Eigenschaften, die ein Mann haben musste, um seiner Aufgabe nachkommen zu können ‒ Kraft, Tapferkeit, Mut und Treue ‒ sind überholt und sogar ein bisschen peinlich.“1

Es gibt einige, die in ihrem Eifer, sich für die Chancen der Frau einzusetzen ‒ was wir durchaus gutheißen ‒, die Männer und deren Beitrag herabsetzen. Sie meinen offenbar, das Leben sei ein Wettkampf zwischen Mann und Frau ‒ eine Gruppe müsse die Oberhand haben, und jetzt seien die Frauen an der Reihe. Einige vertreten die Auffassung, Karriere sei das Wichtigste im Leben, und Ehe und Kinder seien bloß eine Option – weshalb brauche man da die Männer?2 In allzu vielen Hollywoodfilmen, Fernsehshows und sogar in der Werbung werden Männer als unfähig, unreif oder völlig selbstbezogen hingestellt. Diese kulturelle Entmannung des Mannes hat eine zerstörerische Wirkung.

Dieser Bericht beispielsweise stammt aus den Vereinigten Staaten: „Die Mädchen überflügeln die Jungen bereits in allen Altersklassen – von der Grundschule bis zur Hochschule. In der achten Klasse können beispielsweise nur 20 Prozent der Jungen wirklich gut schreiben und 24 Prozent wirklich gut lesen. Die jungen Männer haben 2011 in der Aufnahmeprüfung für die Oberschule so schlecht abgeschnitten wie seit 40 Jahren nicht. Laut der US-Behörde für statistische Erhebungen im Bildungswesen liegt die Wahrscheinlichkeit, dass sie Schule oder Studium abbrechen, bei Jungen um 30 Prozent höher als bei Mädchen. … Für 2016 erwartet man, dass von den Akademikern mit Bachelor-Abschluss 60 Prozent, von denen mit Master-Abschluss 63 Prozent und von denen mit Doktortitel 54 Prozent Frauen sind. Zwei Drittel der Schüler in sonderpädagogischen Einrichtungen sind männlich.“3

Einige Männer und Jungen bedienen sich dieser Alarmsignale als Ausrede, übernehmen keine Verantwortung und werden tatsächlich nie erwachsen. Ein Universitätsprofessor schildert eine leider oftmals zutreffende Beobachtung: „Die Männer kommen zur Vorlesung mit der Baseballkappe verkehrt herum auf dem Kopf und mit der [lahmen] Ausrede, mein Textverarbeitungsprogramm hat meine Hausarbeit vernichtet‘. Währenddessen gehen die Frauen ihren Terminkalender durch und holen sich Empfehlungsschreiben für die Jurafakultät.“4 Eine Filmkritikerin findet eher zynische Worte: „Worauf man bei einem Mann zählen kann, falls man Glück hat und überhaupt einen Partner haben will, ist, dass sie gerade einmal das sind: ein Partner. Jemand, der seine eigenen Wege geht und respektiert, dass wir den unseren gehen.“5

Brüder, so darf es bei uns nicht sein. Als Männer, die das Priestertum tragen, müssen wir in der Gesellschaft, zu Hause und in der Kirche eine ganz wesentliche Rolle spielen. Wir müssen nämlich Männer sein, denen eine Frau vertrauen kann, denen ein Kind vertrauen kann und denen Gott vertrauen kann. Wir können es uns in der Kirche und im Reich Gottes in diesen Letzten Tagen nicht leisten, dass ein Junge oder ein Mann sich treiben lässt. Wir können uns keine Jungen leisten, denen es an Selbstdisziplin fehlt und die nur um der Unterhaltung willen leben. Wir können uns keine jungen erwachsenen Männer leisten, die keine Richtung im Leben haben und die sich nicht ernsthaft darum bemühen, eine Familie zu gründen und einen echten Beitrag in der Welt zu leisten. Wir können uns keine Ehemänner und Väter leisten, die ihrer Familie geistig keinerlei Führung geben. Wir können es uns nicht leisten, dass diejenigen, die das heilige Priestertum nach der Ordnung des Sohnes Gottes ausüben, ihre Kraft mit Pornografie vergeuden oder ihr Leben im Cyberspace verbringen (ironischerweise sind sie dann zwar von der Welt, aber nicht in der Welt).

Brüder, wir haben ein Werk zu verrichten!

Junge Männer, ihr müsst in der Schule gute Leistungen bringen und eure Ausbildung nach dem Schulabschluss fortsetzen. Einige von euch werden an der Universität studieren wollen und eine Karriere im Wirtschaftsleben, in der Landwirtschaft, in der Politik oder sonst einem Beruf anstreben. Einige werden sich in der Kunst, in der Musik oder als Lehrer hervortun. Wieder andere werden eine Laufbahn beim Militär einschlagen oder ein Handwerk erlernen. Im Laufe der Jahre hatte ich etliche Handwerker bei mir zu Hause, die allerhand anfertigten oder reparierten. Ich habe den Fleiß und das Geschick dieser Männer immer bewundert. Welchen Beruf ihr auch wählt – es kommt darauf an, dass ihr darin tüchtig seid, damit ihr eine Familie versorgen und der Gesellschaft oder eurem Land mit guten Leistungen dienen könnt.

Vor kurzem sah ich ein Video, in dem ein Tag im Leben des 14-jährigen Amar in Indien gezeigt wurde. Er steht früh auf und geht vor und nach der Schule zwei Jobs nach, und das sechseinhalb Tage die Woche. Mit seinem Einkommen leistet er einen wesentlichen Beitrag zum Unterhalt seiner Familie. Nach Einbruch der Dunkelheit radelt er auf seinem zerbeulten Fahrrad von seinem zweiten Job rasch nach Hause und bringt in den verbleibenden Stunden irgendwie seine Hausaufgaben unter, bevor er gegen 23 Uhr zwischen seinen schlafenden Geschwistern auf seine Schlafstatt auf dem Boden sinkt. Ich kenne ihn nicht persönlich, aber ich bewundere seinen Fleiß und seinen Mut. Er macht das Allerbeste aus seinen beschränkten Mitteln und Möglichkeiten, und er unterstützt seine Familie.

Sie, die Sie erwachsen sind ‒ Väter, Alleinstehende, Führungsbeamte, Heimlehrer ‒ seien Sie ein Vorbild an Würdigkeit, und helfen Sie der heranwachsenden Generation von Jungen, ein Mann zu werden. Bringen Sie ihnen soziale und andere Kompetenzen bei: wie man sich an einem Gespräch beteiligt, wie man Menschen kennenlernt und den rechten Umgang pflegt, wie man sich Frauen und Mädchen gegenüber verhält, wie man dient, wie man seine Freizeit aktiv verbringt, einem Hobby nachgeht, ohne davon abhängig zu werden, wie man Fehler wiedergutmacht und bessere Entscheidungen trifft.

Und deswegen sage ich – wie Jehova zu Josua – allen, wo immer sie auch gerade sind, wenn sie diese Botschaft hören: „Sei[d] mutig und stark!“ (Josua 1:6.) Fasst euch ein Herz und bereitet euch ungeachtet eurer Lebensumstände bestmöglich vor. Bereitet euch darauf vor, ein guter Ehemann und Vater zu werden und ein anständiger, leistungsfähiger Bürger. Bereitet euch darauf vor, dem Herrn zu dienen, dessen Priestertum ihr tragt. Wo ihr auch sein mögt: Der Vater im Himmel achtet auf euch. Ihr seid nicht allein, und ihr habt das Priestertum und die Gabe des Heiligen Geistes.

Ihr werdet vielerorts gebraucht, und hauptsächlich auch in eurem Priestertumskollegium. Wir brauchen Kollegien, die die Mitglieder am Sonntag geistig aufbauen und die außerdem dienen. Wir brauchen Kollegiumsführer, die sich darauf konzentrieren, das Werk des Herrn zu tun und die Kollegiumsmitglieder und deren Familien zu unterstützen.

Denkt auch an die Missionsarbeit. Junge Männer, ihr habt keine Zeit zu vergeuden. Ihr könnt nicht erst mit 17 oder 18 Jahren damit beginnen, euch ernsthaft vorzubereiten. Die Kollegien des Aaronischen Priestertums können ihren Mitgliedern helfen, den Eid und Bund des Priestertums zu verstehen und sich auf die Ordinierung zum Ältesten vorzubereiten, sie können ihnen helfen, die heiligen Handlungen des Tempels zu verstehen und sich darauf vorzubereiten, und sie können ihnen helfen, sich für eine erfolgreiche Mission bereit zu machen. Die Kollegien des Melchisedekischen Priestertums und die Frauenhilfsvereinigung können den Eltern dabei helfen, Missionare auszusenden, die das Buch Mormon kennen und die mit ganzem Herzen bei der Sache sind. Und in jeder Gemeinde und jedem Zweig können die Kollegien zielgerichtet mit den dort dienenden Vollzeitmissionaren zusammenarbeiten.

Eine ähnliche Arbeit ruht ebenfalls hauptsächlich auf den Schultern der Priestertumsträger, nämlich der Aufruf des Heilands, den Präsident Thomas S. Monson so oft wiederholt hat: diejenigen zu retten, die sich vom Evangelium entfernt haben oder aus irgendeinem Grund abgeneigt sind. Bei diesen Bemühungen sind wir sehr erfolgreich, unter anderem durch die hervorragende Arbeit junger Männer. Ein AP-Kollegium der spanischen Gemeinde Rio Grande in Albuquerque, New Mexico, beriet darüber, wen es zurückbringen könne. Dann besuchte die Gruppe gemeinsam jeden Einzelnen. Ein Junge sagte: „Als sie vor meiner Tür standen, spürte ich, dass ich wichtig war“, und ein anderer meinte: „Ich habe mich sehr gefreut, dass jemandem so viel daran liegt, dass ich in die Kirche gehe. Jetzt habe auch ich den Wunsch, in die Kirche zu gehen.“ Als die Kollegiumsmitglieder einen dieser Jungen zur Kirche einluden, fragten sie ihn, ob er nicht mit ihnen einen weiteren Jungen besuchen wolle, und er begleitete sie. Sie luden ihn nicht nur ein, in die Kirche zu kommen; sie bezogen ihn an Ort und Stelle ins Kollegium ein.

Eine weitere fordernde, doch auch belebende Priestertumsaufgabe ist Genealogie und Tempelarbeit. Beachten Sie das Schreiben der Ersten Präsidentschaft, das in Kürze eintreffen wird. Es enthält einen erneuten Aufruf und vermittelt eine höhere Vision von diesem unerlässlichen Teil des Werkes, das wir zu verrichten haben.

Unsere Kollegien sind einander brüderlich verbunden und unterstützen einander. Präsident Gordon B. Hinckley hat einmal gesagt: „Wie herrlich wird der Tag sein, liebe Brüder, da sich die Absichten des Herrn erfüllen, wenn nämlich unsere Priestertumskollegien für alle Männer, die ihnen angehören, ein starker Anker sind und jeder Mann sagen kann: ‚Ich gehöre einem Priestertumskollegium der Kirche Jesu Christi der Heiligen der Letzten Tage an. Ich bin jederzeit bereit, meinen Brüdern zu helfen, wenn sie mich brauchen, und ich weiß mit Sicherheit, dass sie bereit sind, auch mir zu helfen. … Wenn wir zusammenarbeiten, können wir unerschrocken und selbstsicher jedem Sturm standhalten, der uns entgegenbraust, sei er wirtschaftlicher, gesellschaftspolitischer oder geistiger Natur.‘“6

Trotz unserer besten Bemühungen läuft nicht immer alles wie geplant, und einer der Stürme, die einem Mann entgegenbrausen können, ist die Arbeitslosigkeit. In einer früheren Broschüre der Kirche zum Thema Wohlfahrt steht: „Wenn ein Mann keine Arbeit hat, ist das für die Kirche von besonderem Belang. Er ist seines Erbteils beraubt und wird geprüft wie einst Ijob – seine Redlichkeit steht in Frage. Wenn aus Wochen voller Widrigkeiten zunächst Monate und schließlich Jahre werden, gräbt sich die Schmach immer tiefer ein. … Die Kirche kann nicht hoffen, sie könne einen Mann am Sonntag erretten, wenn sie unter der Woche gleichgültig Zeuge wird, wie seine Seele gekreuzigt wird.“7

Im April 2009 hat Richard C. Edgley, ehemals Ratgeber in der Präsidierenden Bischofschaft, von einem vorbildlichen Kollegium erzählt, das sich zusammengetan hat, um einem Kollegiumsmitglied zu helfen, das arbeitslos geworden war:

„Die Werkstatt ‚Phil’s Auto‘ in Centerville/Utah ist ein Beweis dafür, was Priestertumsführer und ein Kollegium erreichen können. Phil war Mitglied eines Ältestenkollegiums und arbeitete als Mechaniker in einer Autowerkstatt am Ort. Unglücklicherweise geriet die Werkstatt in wirtschaftliche Schwierigkeiten und musste Phil entlassen. Diese Wendung der Dinge war für ihn niederschmetternd.

Als sein Bischof, Leon Olson, und sein Ältestenkollegiumspräsident erfuhren, dass Phil seine Arbeit verloren hatte, überlegten sie im Gebet, wie sie Phil wieder auf die Beine helfen könnten. Schließlich war er ihr Bruder im Kollegium und benötigte Hilfe. Sie fanden, Phil habe das Zeug, eine eigene Werkstatt zu führen. Ein Bruder im Kollegium meinte, er habe noch eine alte Scheune, die man vielleicht als Werkstatt einrichten könnte. Andere Kollegiumsmitglieder konnten das notwendige Werkzeug und Ersatzteile für die Grundausstattung der Werkstatt beschaffen. Und fast jeder im Kollegium konnte wenigstens helfen, die Scheune herzurichten.

Sie trugen Phil ihre Ideen vor, dann berichteten sie den Kollegiumsmitgliedern von ihrem Plan. Die Scheune wurde gesäubert und instand gesetzt, die Werkzeuge zusammengetragen und alles Notwendige veranlasst. ‚Phil’s Auto‘ war ein Erfolg, und schließlich zog Phil in bessere, weniger provisorische Räume – all das, weil seine Brüder im Kollegium in der Krise ihre Hilfe angeboten hatten.“8

Natürlich ist es so, wie die Propheten in all den Jahren immer wieder gesagt haben: „Die wichtigste Arbeit, die Sie jemals für den Herrn tun können, ist das, was Sie in Ihren vier Wänden tun.“9 Wir haben viel zu tun, um die Ehe zu stärken in einem gesellschaftlichen Umfeld, das ihre Bedeutung und ihren Zweck zunehmend bagatellisiert. Wir haben viel zu tun, um unsere Kinder zu lehren, „zu beten und untadelig vor dem Herrn zu wandeln“ (LuB 68:28). Unsere Aufgabe ist keine geringere, als unseren Kindern zu helfen, dass sie die mächtige Wandlung im Herzen – die Bekehrung zum Herrn – erleben, die so beredt im Buch Mormon beschrieben wird (siehe Mosia 5:1–12;Alma 26). Gemeinsam mit der Frauenhilfsvereinigung können die Priestertumskollegien Eltern und Ehen aufbauen, und die Kollegien können Alleinerziehenden und deren Kindern die Segnungen des Priestertums zukommen lassen.

Ja, Brüder, wir haben ein Werk zu verrichten. Danke für die Opfer, die Sie bringen, und all das Gute, was Sie tun. Gehen Sie weiter voran, und der Herr wird Ihnen zur Seite stehen. Vielleicht wissen Sie manchmal nicht genau, was Sie tun oder sagen sollen, aber gehen Sie es einfach an. Schreiten Sie zur Tat, und der Herr sichert Ihnen zu, dass sich Ihnen „eine wirksame Tür … öffnen“ wird (LuB 118:3). Öffnen Sie den Mund, und der Herr verheißt: „Ihr [werdet] vor den Menschen nicht zuschanden werden; denn es wird euch zur selben Stunde, ja, im selben Augenblick eingegeben werden, was ihr sagen sollt.“ (LuB 100:5,6.) Es ist wahr, dass wir in vielerlei Hinsicht ganz normale, unvollkommene Menschen sind, aber wir haben einen vollkommenen Meister, der ein vollkommenes Sühnopfer vollbracht hat, und wir können seine Gnade und sein Priestertum in Anspruch nehmen. Wenn wir umkehren und unsere Seele reinigen, ist uns verheißen, dass wir aus der Höhe belehrt und mit Macht ausgerüstet werden (siehe LuB 43:16).

Die Kirche, die Welt und die Frauen sehnen sich nach Männern – Männer, die ihre Fähigkeiten und Talente ausbauen, die bereit sind, zu arbeiten und Opfer zu bringen, und die anderen helfen, glücklich zu werden und die Errettung zu erlangen. Sie rufen: „Erhebt euch, o Männer Gottes!“10 Möge Gott uns hierin beistehen. Im Namen Jesu Christi. Amen.

Quellenangaben anzeigen

  1.  

    1. Kay S. Hymowitz, Manning Up: How the Rise of Women Has Turned Men into Boys, 2011, Seite 16

  2.  

    2. „Wenn man die jungen Leute von heute fragt, was einen Erwachsenen ausmacht, wird fast nie die Ehe erwähnt. Viel eher betrachten sie alles, was mit dem Beruf zu tun hat ‒ eine abgeschlossene Ausbildung, finanzielle Unabhängigkeit, eine Vollzeittätigkeit ‒ als Zeichen dafür, dass sie erwachsen geworden sind. Arbeit, Karriere, Unabhängigkeit – vor allem damit identifiziert man sich heutzutage.“ (Hymowitz, Manning Up, Seite 45.) Besonders stark ist der Druck auf Frauen, diese ehefeindliche Haltung zu übernehmen. Eine Mitarbeiterin der Londoner Times schrieb: „Niemand, niemand aus meiner Familie und keiner meiner Lehrer hat jemals gesagt: ‚Sie werden ja wohl auch Frau und Mutter sein wollen.‘ Sie waren so darauf versessen, dass wir dem neuen, gleichmacherischen, modernen Weg folgen, dass sie die althergebrachten Zielvorstellungen von Generationen von Frauen ‒ zu heiraten und Kinder zu bekommen ‒ in ihrer Vorstellung von unserer Zukunft absichtlich ausradierten.“ (Eleanor Mills, „Learning to Be Left on the Shelf“, Sunday Times, 18. April 2010, www.thetimes.co.uk; zitiert in: Hymowitz, Manning Up, Seite 72.) Eine andere Journalistin, Mitte 40, veröffentlichte einige Leserbriefe zu einem Artikel, in dem sie bedauert hatte, nicht geheiratet zu haben: „Ich bin ganz entsetzt darüber, dass Sie einen Mann brauchen.“ „Entwickeln Sie mehr Selbstwertgefühl!“ „Sie haben das Abhängigkeitsverhältnis zu einem ganz neuen Tiefpunkt geführt“, und „Wenn sich meine Tochter später einen Mann nur halb so sehnlich wünschen sollte wie Sie, dann weiß ich, dass ich bei der Kindererziehung etwas falsch gemacht habe.“ (Lori Gottlieb, Marry Him: The Case for Settling for Mr. Good Enough, 2010, Seite 55.)Die gute Nachricht ist, dass die meisten Menschen, und dazu zählen auch gebildete junge Erwachsene, Aussagen gegen Ehe und Familie nicht für bare Münze nehmen. „Laut der Studie eines Wirtschaftswissenschaftlers der University of Pennsylvania aus dem Jahr 2008 sind 86 Prozent aller weißen Akademikerinnen im Alter von 40 Jahren verheiratet sowie 88 Prozent der Frauen, die weniger als vier Jahre lang studiert hatten. Die Zahlen für männliche weiße Akademiker sind ähnlich: 2008 waren 84 Prozent der 40-Jährigen verheiratet. Die gängige Meinung, die sich aber auf keine Untersuchung stützt, ist die, dass Frauen in der Ehe zu kurz kommen. Aber weiße Akademikerinnen scheinen nicht dieser Meinung zu sein. Sie sind von allen Gruppen am ehesten der Ansicht, ‚Verheiratete seien im Allgemeinen glücklicher als Unverheiratete‘. … Die große Mehrzahl ‒ 70 Prozent ‒ der Collegebesucher im ersten Jahr meinen, Ehe und Kinder seien ‚wichtig‘ oder ‚sehr wichtig‘ für ihre Zukunft.“ (Hymowitz, Manning Up, Seite 173f.)

  3.  

    3. Philip G. Zimbardo und Nikita Duncan, The Demise of Guys: Why Boys Are Struggling and What We Can Do about It, E-Book, 2012; siehe das Kapitel „Behind the Headlines“

  4.  

    4. Barbara Dafoe Whitehead, Why There Are No Good Men Left: The Romantic Plight of the New Single Woman, 2003, Seite 67

  5.  

    5. Amanda Dickson, ‚„Hunger Gamesʼ Main Character a Heroine for Our Day“, Deseret News, 2. April 2012, www.deseretnews.com

  6.  

    6. Gordon B. Hinckley, „Welfare Responsibilities of the Priesthood Quorums“, Ensign, November 1977, Seite 86

  7.  

    7.  Helping Others to Help Themselves: The Story of the Mormon Church Welfare Program, 1945, Seite 4

  8.  

    8. Richard C. Edgley, „Jetzt sind auch Sie gefragt“, Liahona, Mai 2009, Seite 54

  9.  

    9.  Lehren der Präsidenten der Kirche: Harold B. Lee, Seite 134

  10.  

    10. „Rise Up, O Men of God“, Hymns, Nr. 323