Der Sorgende

Präsident Henry B. Eyring

Erster Ratgeber in der Ersten Präsidentschaft


Sie werden gestärkt, aber auch inspiriert werden, sodass Sie wissen, in welchen Grenzen und in welchem Umfang Sie helfen können.

Ich bin dankbar, heute Abend in Ihrer Gesellschaft zu sein. Die Frauen der Kirche Jesu Christi sind auf dem Wege, zu einer Gemeinschaft von Schwestern zu werden, wie sie die Mutter des Propheten Joseph Smith, Lucy Mack Smith, beschrieben hat: „Wir müssen füreinander sorgen, übereinander wachen, einander trösten und Weisung erhalten, damit wir alle im Himmel beisammensitzen können.“1

Diese beeindruckende Beschreibung der Voraussetzungen dafür, in einem Zustand des Glücklichseins bei Gott zu weilen, besteht aus drei Teilen. Ein Teil besteht darin, dass man füreinander sorgt. Außerdem gehört dazu, dass man einander belehrt und sich belehren lässt. Der dritte Teil besteht darin, dass man bei Gott beisammensitzt.

Ich möchte Ihnen heute Abend helfen, Gottes Lob und Anerkennung zu verspüren für das, was Sie bereits getan haben, um einander auf dem Weg zu diesem erhabenen Ziel zu unterstützen. Außerdem möchte ich einiges von dem beschreiben, was in Ihrer vereinten Arbeit noch vor Ihnen liegt.

Wie die Schwestern einer früheren Zeit sind Sie dem Ruf des Herrn gefolgt, anderen zur Seite zu stehen. 1856 forderte der Prophet Brigham Young die Heiligen auf, den Handkarrenpionieren, die in den verschneiten Bergen festsaßen, zu Hilfe zu eilen. In dieser Zeit der Not sagte er den Mitgliedern auf der Generalkonferenz: „Euer Glaube, eure Religion und euer Glaubensbekenntnis [werden] nicht einen Einzigen von euch im celestialen Reich unseres Gottes erretten, … wenn ihr nicht genau die Grundsätze verwirklicht, die ich euch jetzt lehre. Geht und bringt die Leute her, die jetzt noch da draußen auf der Prärie sind, und haltet euch strikt an das, was wir zeitlich … nennen, andernfalls wird euer Glaube vergebens sein.“2

Hunderte von Frauen in Utah schritten zur Tat. Trotz ihrer Armut füllten sie Wagen mit allem, was sie erübrigen und von anderen zusammentragen konnten, um die Not der Bedrängten zu lindern. Eine dieser tapferen Schwestern berichtete: „Nie hat mir eine Arbeit mehr Zufriedenheit, ja, Freude geschenkt, denn es herrschte eine solche Einmütigkeit.“3

Nachdem die Rettung erfolgt und der Schnee geschmolzen war, schrieb die gleiche Schwester eine Frage auf, die ihr gläubiges Herz bewegte: „Was gibt es für willige Hände als Nächstes zu tun?“4

In unserer Zeit haben Scharen von tapferen Schwestern überall auf der Welt ihren Glauben vielerorts in die Tat umgesetzt. Auch sie stellen im Herzen und in ihren Gebeten die Frage, wie sie in Zukunft ihrem Nächsten noch weiter dienen sollen.

Sie alle befinden sich auf dem Weg zum ewigen Leben an einem ganz bestimmten Punkt. Manche haben bereits jahrelang Erfahrung, andere machen die ersten Schritte auf dem Weg eines Jüngers. Jede von Ihnen hat ihre eigene Lebensgeschichte, ihre Herausforderungen. Doch sind Sie alle Schwestern und geliebte Töchter des himmlischen Vaters, der eine jede von Ihnen kennt und über Sie wacht.

Gemeinsam ist es Ihnen außerordentlich gut gelungen, füreinander zu sorgen, übereinander zu wachen und einander zu trösten. Erst vor einem Monat bin ich Zeuge dieses dreifachen Wunders geworden ‒ durch den Dienst, den Sie einer Schwester erwiesen haben. Als ihr Vater danke ich Ihnen und ich möchte auch Gott danken, der eine Besuchslehrerin geführt hat.

Unsere Tochter Elizabeth, die in einem anderen Staat und einer anderen Zeitzone lebt, war mit ihrer dreijährigen Tochter zu Hause. Ihr anderes Kind war die erste Woche im Kindergarten. Elizabeth war im sechsten Monat schwanger und freute sich auf die Geburt ihres dritten Kindes, laut Aussage der Ärzte wieder ein Mädchen. Ihr Mann Joshua war bei der Arbeit.

Als sie merkte, dass sie Blut verlor und die Blutung stärker wurde, rief sie ihren Mann an. Er sagte ihr, sie solle den Rettungswagen rufen, und er selbst wolle sie dann im Krankenhaus treffen, das 20 Minuten von ihrem Wohnort entfernt lag. Aber noch ehe sie den Anruf tätigen konnte, hörte sie es an der Haustür klopfen.

Zu ihrer Überraschung stand ihre Besuchslehrpartnerin vor der Tür. Sie hatten an diesem Morgen keinen Termin vereinbart. Ihre Besuchslehrpartnerin hatte einfach das Gefühl gehabt, sie solle bei Elizabeth vorbeischauen.

Sie half ihr ins Auto, und die beiden trafen nur wenige Minuten vor Joshua, der von der Arbeit kam, im Krankenhaus ein. In weniger als 20 Minuten hatten die Ärzte beschlossen, zu operieren und das Baby zu holen, um Elizabeth und das Kind zu retten. So kam ein winziges Mädchen zur Welt, laut schreiend und 15 Wochen zu früh. Es wog nur 765 Gramm. Aber es lebte und Elizabeth auch.

An diesem Tag erfüllten sich zu einem Teil die Worte von Lucy Mack Smith. Eine treue FHV-Schwester wachte, gedrängt vom Heiligen Geist, über ihre Schwester im Reich Gottes, kümmerte sich um sie und tröstete sie. Ihr und den vielen anderen, die im Laufe der Generationen solch inspirierten Dienst geleistet haben, gilt nicht nur der Dank der Betroffenen und ihrer Angehörigen, sondern auch der Dank des Herrn.

Sie erinnern sich sicher, wie er denen, die für ihre Güte nur wenig Anerkennung bekommen, seine Dankbarkeit ausdrückte: „Darauf wird der König ihnen antworten: Amen, ich sage euch: Was ihr für einen meiner geringsten Brüder getan habt, das habt ihr mir getan.“5

Das Wunder, dass eine FHV-Schwester genau zur rechten Zeit auftaucht, um zu helfen, wird durch die Kraft einer vereinten Schwesternschaft noch um vieles größer. Ich lese Ihnen jetzt nur einen Teil der Nachricht vor, die Elizabeths Bischof nur wenige Stunden nach der Geburt des Kindes an sie und Joshua ins Krankenhaus schickte: „Die FHV-Leiterin hat alles im Griff. Wir arbeiten bereits einen Plan aus, wie wir Ihnen in nächster Zeit mit den Mädchen zu Hause helfen können, damit Elizabeth regelmäßig zum Krankenhaus fahren kann, solange das namenlose kleine Herzchen noch dableiben muss. Wir machen das nicht zum ersten Mal und haben auch schon längerfristig geholfen. Die Leute stehen bereits in den Startlöchern.“

Weiter schrieb der Bischof von sich selbst und von der Gemeinde: „Wir sind sogar ins Krankenhaus gekommen und haben mit den Kindern im Spielzimmer gesessen, wenn die Mütter sie nirgendwo anders lassen wollten.“

Und weiter: „Natürlich stimmen wir alles mit Ihnen ab und unternehmen nichts ohne Ihre Zustimmung. Sie sollen nur wissen, dass Sie sich keine Gedanken darüber machen müssen, was wir tun können [und werden].“

Was dann für meine Tochter getan wurde, machte es ihr möglich, den ersten kostbaren Augenblick mit ihrer winzigen Tochter auf dem Arm zu genießen.

Und dann schloss der Bischof seine Nachricht an Joshua und Elizabeth mit der Botschaft, durch die alle Schwestern überall auf der Welt, die um des Meisters willen anderen dienen, ihre Entschlossenheit ausdrücken: „Halten Sie an Ihrem Glauben fest.“

Trotz Ihrer unterschiedlichen Lebensumstände und Erfahrungen kann ich Ihnen etwas zu dem sagen, was vor Ihnen liegt. Wenn Sie an Ihrem Glauben festhalten, werden Sie feststellen, dass der Herr Sie oftmals bittet, einem Bedrängten beizustehen, wenn es gerade nicht so recht passt. Vielleicht finden Sie diese Aufgabe unangenehm oder gar unmöglich. Wenn dieser Ruf kommt, mag es so aussehen, als würden Sie selbst nicht unbedingt gebraucht oder jemand anderes könne mit Leichtigkeit den nötigen Beistand leisten.

Doch wenn der Herr uns jemandem begegnen lässt, der in Not ist, dann denken Sie daran, dass wir den barmherzigen Samariter genauso für das ehren, was er nicht tat, wie für das, was er tat. Er ging nicht auf der anderen Straßenseite vorbei, obwohl der misshandelte Reisende ein Fremder und möglicherweise ein Feind war. Er tat für den Verwundeten, was ihm möglich war, und plante konkrete Schritte, damit andere weiterhelfen konnten. Er handelte so, weil er wusste, dass womöglich mehr Hilfe nötig war, als einer allein leisten konnte.

Von den Lehren aus dieser Geschichte können Sie sich bei allem leiten lassen, was die Zukunft bereithält. Sie haben bereits als Kind und auch in jüngerer Zeit Erfahrung damit gemacht.

Mindestens einmal, aber wahrscheinlich öfter, geschah es unerwartet, dass jemand in Ihrer Umgebung Fürsorge brauchte. Vielleicht waren es Vater oder Mutter, Oma oder Opa, eine Schwester oder ein Kind, das plötzlich mit einer Krankheit oder Behinderung zurechtkommen musste. Ihr Mitgefühl siegte über Ihre menschlichen Wünsche. Also boten Sie Ihre Hilfe an.

Wie bei dem Reisenden in der Geschichte vom barmherzigen Samariter war wahrscheinlich eine längerfristige Fürsorge erforderlich, die Sie allein nicht leisten konnten. Der Samariter musste den Reisenden der Obhut des Wirts überlassen. Der Herr hat vorgesehen, dass wir im Team arbeiten, um anderen zu helfen.

Bischof und FHV-Leiterin bitten immer die Angehörigen, einander zu helfen, wenn eine Notlage eintritt. Für diesen Grundsatz spricht vieles. Der Hauptgrund ist, dass dadurch mehr Menschen die tiefere Liebe verspüren können, die entsteht, wenn man einander dient.

Sie haben diesen Segen gesehen und verspürt. Wann immer Sie sich um jemanden gekümmert haben, und sei es nur für kurze Zeit, haben Sie Liebe für diesen Menschen empfunden. Wird die Zeitspanne länger, in der Hilfe benötigt und gegeben wird, nimmt die Liebe meist noch zu.

Da wir sterbliche Menschen sind, kann es aber sein, dass Frustration und Erschöpfung verhindern, dass die Liebe weiter zunimmt. Dies ist ein weiterer Grund dafür, warum der Herr uns weitere Helfer zur Seite stellt, wenn wir uns um jemanden kümmern. Deshalb hat der Herr sozusagen Fürsorgegemeinschaften eingerichtet.

Vor einigen Wochen war ich zugegen, als eine junge Frau aufstand, um in der Abendmahlsversammlung als Assistentin der Besuchslehrbeauftragten bestätigt zu werden – ein Amt, von dem ich gar nichts wusste. Ich fragte mich, ob ihr wohl klar war, welche Anerkennung der Herr ihr damit bewies. Weil sie ein unruhiges Kind bei sich hatte, musste die Frau die Versammlung verlassen, bevor ich ihr sagen konnte, wie sehr der Herr sie dafür lieben und schätzen würde, dass sie mithalf, die Bemühungen seiner Jünger zu koordinieren.

Die Sorge um die Bedrängten erfordert ein Team, eine liebevolle und einige Gemeinschaft. Und genau das baut der Herr unter Ihnen auf. Er liebt Sie, welche Aufgabe Sie auch erfüllen mögen.

Ein Beweis seiner Dankbarkeit ist, dass Gott Sie spüren lässt, wie Ihre Zuneigung zu denen, um die Sie sich bemühen, wächst. Das ist ein Grund, weshalb man beim Tod eines Menschen, für den man lange Zeit gesorgt hat, weint. Der Gelegenheit beraubt zu sein, sich um diesen Menschen zu kümmern, kann einem als noch größerer Verlust erscheinen als die vorübergehende Trennung. Vor kurzem habe ich eine Frau, die ich schon lange kenne, Zeugnis geben hören, deren Mann wenige Tage zuvor verstorben war. Sie war dankbar, dass sie bis ans Ende seines Lebens für ihn hatte da sein können. Sie weinte nicht, sondern war glücklich und lächelte.

Auch wenn es reich belohnt wird, wenn man sich lange Zeit liebevoll um jemanden kümmert, weiß man doch, dass dem Machbaren körperlich, emotional und finanziell Grenzen gesetzt sind. Wer schon sehr lange für einen anderen sorgt, braucht schließlich vielleicht selber Hilfe.

Der Herr, der es am besten versteht, Menschen in Not aufzurichten, gab denjenigen, die Fürsorge leisten und ermattet sind, mit diesen Worten von König Benjamin, die im Buch Mormon stehen, inspirierten Rat: „Um deswillen, dass ihr euch … Vergebung für eure Sünden bewahrt, … möchte ich, dass ihr von eurer Habe mit den Armen teilt, ein jeder gemäß dem, was er hat, wie die Hungrigen zu speisen, die Nackten zu kleiden, die Kranken zu besuchen und ihnen Hilfe zuteilwerden zu lassen, geistig ebenso wie zeitlich, gemäß ihren Bedürfnissen.“6

Doch dann warnt er diejenigen von Ihnen, die vielleicht nicht auf die Anzeichen dafür achten, dass sie in ihrem liebevollen Dienst zu weit gehen: „Und seht zu, dass dies alles in Weisheit und Ordnung geschieht; denn es ist nicht erforderlich, dass der Mensch [oder jeder, der für einen anderen sorgt] schneller laufe, als er Kraft hat. Und weiter, es ist ratsam, dass er eifrig sei, auf dass er dadurch den Preis gewinne, darum muss alles in Ordnung getan werden.“7

Es kann schwer sein, diesen Rat zu befolgen, wenn man dafür offenbar seinen Wunsch, sich nach besten Kräften um jemanden zu kümmern, mit der sorgsamen Berücksichtigung der eigenen Bedürfnisse abwägen muss, damit man die Kraft zum Helfen nicht verliert. Sie haben vermutlich schon erlebt, dass jemand mit solchen schwierigen Überlegungen gerungen hat. Ein Beispiel dafür wäre die Frage, ob man einen Menschen, dessen Leben zu Ende geht, zu Hause pflegt oder in einem Pflegeheim unterbringt, wenn man vielleicht selbst am Rande der Erschöpfung steht.

Ihr Wissen um den Erlösungsplan kann Sie bei solch quälenden Entscheidungen führen. Das ist einer der Gründe für Lucy Mack Smiths kluge Bemerkung, dass die Schwestern „Weisung erhalten“ müssten.

Hilfreich dabei ist die feste Überzeugung, dass der Herr für jedes Kind Gottes im Schmelztiegel des Erdenlebens einen Plan hat. Er machte dem Propheten Joseph Smith den Kern des Erlösungsplans folgendermaßen klar, als dieser Mühe hatte, seine scheinbar endlosen Prüfungen zu verstehen und zu meistern: „Und dann, wenn du gut darin ausharrst, wird Gott dich in der Höhe erhöhen.“8

Die Frage, wie man jemandem durch schwere Prüfungen am besten hindurchhelfen kann, stellt sich also so: „Wie kann ich demjenigen, den ich liebe, am besten helfen, ,gut auszuharren‘?“ Wir müssen dafür sorgen, dass es dem Betreffenden leichter fällt, bis ans Ende seines Lebens Glauben an Christus auszuüben, sich die strahlende Hoffnung auf das ewige Leben zu bewahren und Nächstenliebe, die reine Christusliebe, zu üben.

Ich habe gesehen, wie Schwestern im Reich Gottes den Blick in dieser Weise auf den Erretter und seine Absichten gerichtet haben. Denken Sie einmal an die Momente, als sie einen Raum betreten haben, wo gerade ein FHV-, PV- oder JD-Unterricht stattfand.

Auch wenn kein Bild des Erlösers zu sehen war und seine Worte nicht an der Tafel standen, wussten Sie doch, dass in dieser Stunde genau wie heute Abend das Zeugnis zu spüren war, dass sein Sühnopfer etwas Reales und Wertvolles ist. Selbst wenn kein Tempelbild zu sehen war und niemand „Die Familie kann für immer bestehen“ angeschrieben hatte, erkannten Sie doch Hoffnung in jedem Lächeln.

Und Sie haben wie ich erlebt, wie eine kluge Besuchslehrerin eine Schwester darin bestärkt, dass die Hilfe, die sie anderen zukommen lässt, gebraucht wird und wertvoll ist, selbst wenn sie zu kämpfen hat und schwach wird. Wunderbare FHV-Leiterinnen finden Möglichkeiten, diejenigen, die selbst Hilfe brauchen, anderen helfen zu lassen. Sie ermöglichen es den Schwestern, Prüfungen gut zu bestehen, indem sie sich in reiner Christusliebe umeinander kümmern. Dazu kann gehören, dass man den müden Menschen, der einen anderen pflegt, sanft dazu bewegt, sich auszuruhen und Hilfe anzunehmen.

Die Schwestern machen dies möglich, indem sie nicht leichtfertig jemanden verurteilen, der eine Prüfung durchlebt. Die meisten Menschen, die eine schwere Last tragen, fangen an, an sich selbst und ihrem Wert zu zweifeln. Wir machen ihnen die Last leichter, wenn wir angesichts ihrer Schwächen geduldig sind, all das Gute loben, was wir in ihnen sehen können, und ihnen Hilfe anbieten. Genau so macht es der Herr. Und wir können seinem Beispiel folgen – ihm, der es am besten versteht, Menschen in Not aufzurichten.

Wir sprechen oft davon, welche Kraft vom Kreis der Schwestern in der Kirche Jesu Christi ausgeht. Wir müssen uns dessen bewusst werden, dass der Heiland immer mit in diesem Kreis ist, wenn wir ihn hereinbitten.

Wir werden zunehmend erleben, wie Töchter Gottes andere Schwestern in diesen Kreis aufnehmen. Wenn Schwestern zu Beginn einer Versammlung einen Platz suchen, werden sie leise die Worte hören: „Setzen Sie sich doch zu mir!“

Wir werden diese Worte an jenem Tag in der Zukunft hören, den Lucy Mack Smith vorhersah und an dem die Schwestern „im Himmel beisammensitzen“ werden. Wir bereiten uns auf diesen Tag nicht in einem Augenblick vor. Diese Vorbereitung erfolgt, indem wir uns Tag für Tag und Jahr für Jahr umeinander kümmern und die Worte ewigen Lebens tief in uns aufnehmen.

Ich bete darum, dass viele von uns in der herrlichen Zukunft, die vor uns liegt, zusammen sein werden. Ich gebe Ihnen Zeugnis, dass Ihre Hoffnung auf diese Tage berechtigt ist. Der Herr Jesus Christus hat dies für jede von Ihnen durch sein unbegrenztes Sühnopfer möglich gemacht. Der Vater im Himmel hört und erhört Ihre glaubensvollen Gebete um Führung und Hilfe, damit Sie in Ihrem Dienst ausharren können.

Der Heilige Geist wird Ihnen und denen gesandt, für die Sie von ganzem Herzen sorgen. Sie werden gestärkt, aber auch inspiriert werden, sodass Sie wissen, in welchen Grenzen und in welchem Umfang Sie helfen können. Der Geist wird Sie trösten, wenn Sie sich fragen: „Habe ich genug getan?“

Ich bezeuge Ihnen, dass der Herr mit Ihnen sein wird. Er wird Ihnen den Weg bereiten und diesen aufzeigen, wenn Sie sich Menschen, die er liebt, in ihren Bedürfnissen und Prüfungen annehmen. Im heiligen Namen Jesu Christi. Amen.

Quellenangaben anzeigen

  1.  

    1. Lucy Mack Smith, in: Die Töchter in meinem Reich: Die Geschichte und das Werk der Frauenhilfsvereinigung, Seite 29

  2.  

    2. Brigham Young, in Die Töchter in meinem Reich, Seite 41

  3.  

    3. Lucy Meserve Smith, in Die Töchter in meinem Reich, Seite 42

  4.  

    4. Lucy Meserve Smith, in Die Töchter in meinem Reich, Seite 42

  5.  

    5.  Matthäus 25:40

  6.  

    6.  Mosia 4:26

  7.  

    7.  Mosia 4:27

  8.  

    8.  Lehre und Bündnisse 121:8