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Frühjahr 2015 | Seid fruchtbar, mehret euch und machet euch die Erde untertan

Seid fruchtbar, mehret euch und machet euch die Erde untertan

Frühjahr 2015 Generalkonferenz

Der Vater im Himmel hat uns den Auftrag und Segen gegeben, fruchtbar zu sein, uns zu mehren und uns die Erde untertan zu machen, damit wir so werden können wie er.

Vielen Dank an den Tabernakelchor, der soeben dem Erretter der Welt in so schöner Weise gehuldigt hat.

Als Gottvater seinen einziggezeugten Sohn anwies, den Menschen in ihrem Abbild, ihnen selbst ähnlich, zu erschaffen, sprach er einen Segen über seine Kinder aus: „Seid fruchtbar und mehret euch, und füllet die Erde und machet sie euch untertan, und herrschet … über alles Lebendige, das sich auf der Erde regt.“1 Unsere irdische Reise begann also mit einem göttlichen Auftrag und mit einem Segen. Ein liebevoller Vater gab uns den Auftrag und Segen, fruchtbar zu sein, uns zu mehren und zu herrschen, damit wir uns entwickeln und so werden können, wie er ist.

Brüder und Schwestern, heute Nachmittag bitte ich Sie um Ihren Glauben und um Ihre Gebete, wenn ich nun einige Gedanken über drei grundlegende Merkmale unseres göttlichen Wesens äußere. Ich bete darum, dass wir unsere heilige Aufgabe, nämlich den Auftrag unseres Vaters, unser göttliches Wesen zu entwickeln, besser verstehen und erfüllen mögen, damit wir unsere Reise erfolgreicher bestreiten und unsere göttliche Bestimmung erlangen können.

Erstens: Gott hat uns den Auftrag gegeben, Frucht hervorzubringen

Ein wichtiger, zuweilen übersehener Bestandteil dessen, dass wir Frucht hervorbringen sollen, ist, dass wir das Reich Gottes auf der Erde aufrichten sollen. Der Heiland hat gelehrt:

„Ich bin der Weinstock, ihr seid die Reben. Wer in mir bleibt und in wem ich bleibe, der bringt reiche Frucht; denn getrennt von mir könnt ihr nichts vollbringen. …

Wenn ihr in mir bleibt und wenn meine Worte in euch bleiben, dann bittet um alles, was ihr wollt: Ihr werdet es erhalten.

Mein Vater wird dadurch verherrlicht, dass ihr reiche Frucht bringt und meine Jünger werdet.“2

Wir bringen Frucht hervor, wenn wir in Christus bleiben, seinen „Namen … auf [uns nehmen und] ihm bis ans Ende … dienen“3, indem wir anderen helfen, zu ihm zu kommen.

In der heutigen Zeit fordern lebende Propheten und Apostel einen jeden von uns nach wie vor auf, uns dem Erlösungswerk, soweit unsere Fähigkeiten und Möglichkeiten es zulassen, voll und ganz zu widmen.

Wollen wir dem Aufruf in einer Weise nachkommen, die reiche Frucht bringt, sollten wir zunächst „sanftmütig und von Herzen demütig“4 sein. Wir können umfassend zu Christus kommen, wenn wir den Einflüsterungen des Heiligen Geistes nachgeben und alle Bündnisse, die wir geschlossen haben, halten.5 Wir können uns um die Gabe der Nächstenliebe bemühen und sie erlangen. Dann haben wir die Kraft, unsere Familie, unsere Vorfahren und unsere Nachbarn und Freunde – seien sie Mitglieder der Kirche oder nicht – dazu einzuladen, das Evangelium Jesu Christi anzunehmen.

Im Geist der Nächstenliebe tätig zu sein ist keine Pflicht, sondern eine Freude. Herausforderungen werden so zu Gelegenheiten, den Glauben zu festigen. Wir werden „allzeit und in allem, wo auch immer [wir uns] befinden [mögen], selbst bis in den Tod, [zu] Zeugen [der Güte] Gottes“6.

Jeder von uns kann und sollte sich voll und ganz dem Erlösungswerk widmen. Der Erretter hat uns folgende Aufgabe übertragen, die mit einer Verheißung verknüpft ist: „Ich habe euch erwählt und dazu bestimmt, dass ihr euch aufmacht und Frucht bringt und dass eure Frucht bleibt. Dann wird euch der Vater alles geben, um was ihr ihn in meinem Namen bittet.“7

Zweitens: Gott hat uns den Auftrag gegeben, uns zu mehren

Unser physischer Körper ist ein Segen, den uns Gott geschenkt hat. Wir haben ihn bekommen, damit wir das Werk des himmlischen Vaters erfüllen, nämlich „die Unsterblichkeit und das ewige Leben des Menschen zustande zu bringen“8. Der Körper ist das Mittel, mit dem wir unser göttliches Potenzial erreichen können.

Er befähigt die gehorsamen Geistkinder des himmlischen Vaters dazu, auf der Erde zu leben.9 Kinder in die Welt zu setzen, ermöglicht es anderen Geistkindern Gottes, auch in den Genuss des irdischen Lebens zu kommen. Alle, die einen sterblichen Körper erhalten haben, können Fortschritt machen und erhöht werden, sofern sie die Gebote Gottes befolgen.

Die Ehe zwischen Mann und Frau ist die Institution, die Gott bestimmt hat, um seinen Auftrag, uns zu mehren, zu erfüllen. Aus einer gleichgeschlechtlichen Beziehung können keine Kinder hervorgehen.

Eine gesetzliche und rechtmäßige Ehe, die im Tempel gesiegelt wurde und in der die dabei geschlossenen Bündnisse in Ehren gehalten werden, versetzt Eltern und Kinder in die Lage, Liebe auf schönstmögliche Weise zu erleben und sich auf ein Leben vorzubereiten, das Frucht bringt. Solch eine Ehe schafft eine ideale Umgebung, in der die Familienmitglieder die Bündnisse leben können, die sie mit Gott geschlossen haben.

Weil der Vater im Himmel uns liebt, hat er vorgesehen, dass alle seine treuen Kinder diese Segnungen zu der vom Herrn bestimmten Zeit erlangen werden – auch wenn sie sich aus Gründen, die sie nicht zu vertreten haben, der mit einer Tempelehe und Kindern einhergehenden Segnungen (oder einer Fülle davon) nicht erfreuen können.10

Die lebenden Propheten und Apostel haben allen, die in den Bund der ewigen Ehe eintreten können, geraten, dabei Weisheit und Glauben walten zu lassen. Wir sollten diesen heiligen Tag nicht aufgrund von weltlichen Zielen aufschieben oder so hohe Erwartungen an einen geeigneten Partner stellen, dass jeder mögliche Kandidat von vornherein ausscheidet.

Alle, die im Bund der ewigen Ehe gesiegelt sind und durch das Halten ihrer Bündnisse Frucht hervorbringen, haben die Verheißung, dass der Widersacher niemals die Macht haben wird, das Fundament ihrer ewigen Partnerschaft zu untergraben.

Drittens: Gott hat uns den Auftrag gegeben, uns die Erde untertan zu machen

Sich die Erde untertan zu machen und über alles Lebendige zu herrschen, bedeutet, alles so zu lenken, dass es den Willen Gottes erfüllt11 und seinen Kindern zum Nutzen ist. Sich die Erde untertan zu machen, bedeutet auch, Herrscher über unseren eigenen Körper zu werden.12 Es bedeutet aber nicht, all diesem hilflos ausgeliefert zu sein oder es entgegen dem Willen Gottes zu gebrauchen.13

Um die Fähigkeit zu entwickeln, uns alles Irdische untertan zu machen, müssen wir zunächst demütig unsere menschliche Schwäche anerkennen – aber auch die Macht, die uns durch Christus und sein Sühnopfer zugänglich ist. Denn „Christus hat gesagt: Wenn ihr Glauben an mich habt, werdet ihr Macht haben, alles zu tun, was mir ratsam ist.“14 Diese Macht können wir erlangen, wenn wir uns entscheiden, seinen Geboten gehorsam zu sein. Wir bauen unsere Fähigkeit aus, indem wir uns um die Gaben des Geistes bemühen und unsere Talente entfalten.

Ich bin in bescheidenen Verhältnissen geboren worden und aufgewachsen, wie sie für viele Familien in Afrika typisch sind. Ich erlangte die Fähigkeit, mich aus diesen Verhältnissen zu befreien, indem ich eine gute Ausbildung anstrebte und sie, dank der fürsorglichen Unterstützung meiner Eltern, auch erhielt. Eine Vision davon zu entwickeln, was aus mir werden konnte, war für meinen Fortschritt entscheidend. Später lernten meine Frau Gladys und ich als junges Paar das wiederhergestellte Evangelium kennen. Es schenkt uns im Leben damals wie heute geistige Führung. Wie jede Familie haben wir unsere Prüfungen und Herausforderungen. Doch wenn wir hilfesuchend zum Herrn blicken, finden wir Antworten, die uns Frieden und Trost schenken, und wir fühlen uns von all dem nicht erdrückt.

In unser heutigen Welt steht die Menschheit vor Herausforderungen, zu denen Unsittlichkeit, Pornografie, bewaffnete Konflikte, Umweltverschmutzung, Drogenmissbrauch und Armut zählen. Sie nehmen zu, weil sich viele in der Welt lieber freiwillig „dem Willen des Teufels und des Fleisches“15 unterwerfen als dem Willen Gottes. „Sie suchen nicht den Herrn, um seine Rechtschaffenheit aufzurichten, sondern jedermann wandelt auf seinem eigenen Weg und nach dem Abbild seines eigenen Gottes, dessen Abbild dem der Welt gleicht.“16

Gott lädt jedoch alle seine Kinder dazu ein, seine Hilfe in Anspruch zu nehmen, um die Herausforderungen dieses Lebens durchzustehen und zu überwinden, wenn er sagt:

„Ich bin Gott; ich habe die Welt gemacht und die Menschen, ehe sie im Fleische waren. …

Wenn du dich mir zuwenden und auf meine Stimme hören willst und glauben und von all deinen Übertretungen umkehren und dich taufen lassen willst, nämlich im Wasser, im Namen meines Einziggezeugten Sohnes …, dann wirst du die Gabe des Heiligen Geistes empfangen und sollst alles in seinem Namen erbitten, und was auch immer du erbitten wirst, das wird dir gegeben werden.“17

Treue Heilige der Letzten Tage, die sich ihres göttlichen Potenzials bewusst sind und von ganzem Herzen auf die Macht vertrauen, die durch das Sühnopfer des Herrn Jesus Christus zugänglich ist, werden in ihrer menschlichen Schwäche gestärkt und können „alles tun“18. Sie werden dazu befähigt, die Verlockungen des Bösen zu überwinden, die viele in die Knechtschaft des Widersachers gebracht haben. Paulus hat erklärt:

„Gott ist treu; er wird nicht zulassen, dass ihr über eure Kraft hinaus versucht werdet. Er wird euch in der Versuchung einen Ausweg schaffen, sodass ihr sie bestehen könnt.“19

„Denn da er selbst in Versuchung geführt wurde und gelitten hat, kann er denen helfen, die in Versuchung geführt werden.“20

Der Vater im Himmel hat uns den Auftrag und Segen gegeben, fruchtbar zu sein, uns zu mehren und uns die Erde untertan zu machen, damit wir so werden können wie er. Er hat uns Hilfe bereitgestellt, damit wir alle, abhängig davon, wie wir uns entscheiden, nach und nach so werden können wie er. Ich bete darum, dass wir alle so leben mögen, dass wir von dem Gedanken an unser göttliches Wesen geleitet werden, all unsere göttlichen Rechte in Anspruch nehmen und unsere göttliche Bestimmung erfüllen können.

Ich gebe Zeugnis davon, dass Gottvater und sein geliebter Sohn, unser Erretter Jesus Christus, wirklich leben. Ich gebe auch Zeugnis von seinem herrlichen Plan des Glücklichseins und von den Schlüsseln, die er einem Propheten, der heute auf der Erde lebt, übertragen hat, nämlich Thomas S. Monson, den wir alle lieben und unterstützen. Ich bete darum, dass wir imstande sein mögen, uns an der Fülle der Segnungen Gottes zu erfreuen. Im Namen Jesu Christi. Amen.

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