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Herbst 2015 | Erstaunt und bewundernd

Erstaunt und bewundernd

Herbst 2015 Generalkonferenz

Mein Zeugnis von Jesus Christus hat sich durch viele besondere Erlebnisse herausgebildet, bei denen ich erkannt habe, wie sehr er einen jeden von uns liebt.

Meine lieben Brüder und Schwestern in aller Welt, ich bin der Ersten Präsidentschaft sehr dankbar dafür, dass ich an diesem Sabbat demütig Zeugnis geben darf. Der Text eines beliebten Kirchenliedes der Heiligen der Letzten Tage beschreibt, wie ich mich jetzt fühle:

Erstaunt und bewundernd erkenne ich Jesu Lieb;

die Huld meines Heilands, die Gnade verwirret mich. …

Wie groß sein Erbarmen, dass er kam vom Himmelsthron,

zu retten mich störrischen, sündigen Erdensohn.

Er will durch sein Leiden ein Sühnopfer sein für mich,

die Schuld von mir nehmen, ja, heilgen und reingen mich. …

Oh, es ist wunderbar, wunderbar für mich.1

Vor einigen Tagen wurde mir die große Ehre zuteil, mit der Ersten Präsidentschaft zusammenzukommen und von unserem Propheten, Präsident Thomas S. Monson, diese Berufung zu erhalten. Ich möchte Ihnen allen bezeugen, welche Kraft und welche Liebe von Präsident Monson ausgingen, als er zu mir sagte: „Diese Berufung kommt vom Herrn Jesus Christus.“

Ich bin überwältigt und tief aufgewühlt, wenn ich mir die Bedeutung und Tragweite dieser Worte, die unser Prophet so einfühlsam ausgesprochen hat, vor Augen halte. Präsident Monson, Präsident Eyring, Präsident Uchtdorf, ich habe Sie lieb und werde dem Herrn und Ihnen mit ganzem Herzen, aller Macht, ganzem Sinn und aller Kraft dienen.

Präsident Boyd K. Packer, Elder L. Tom Perry und Elder Richard G. Scott habe ich von Herzen gern gehabt. Ich vermisse sie sehr. Ich habe sehr davon profitiert, dass ich von diesen drei lieben Brüdern geschult und unterwiesen wurde. Ich bin nicht im Geringsten dazu in der Lage, in ihre Fußstapfen zu treten, und doch ist es ist mir eine Ehre, dass ich im Dienst für den Herrn aufrecht auf ihren Schultern stehe.

Wenn ich an die Menschen denke, die dazu beigetragen haben, dass ich der wurde, der ich bin, denke ich zuerst an meine teure und selbstlose Partnerin für die Ewigkeit, Melanie. Über die Jahre hat sie geholfen, mich wie den Ton des Töpfers zu einem feiner geschliffenen Jünger Jesu Christi zu formen. Ihre Liebe und Unterstützung sowie die unserer fünf Kinder mit ihren Ehepartnern und die unserer 24 Enkel tragen mich. Meinen Angehörigen möchte ich sagen, dass ich sie liebe.

Wie Nephi vor alters stamme ich von guten Eltern im Evangelium und sie stammen wiederum von guten Eltern und dies über sechs Generationen. Die ersten meiner Vorfahren, die sich der Kirche anschlossen, stammten aus England und Dänemark. Diese Pioniere der Anfangszeit gaben alles, was sie hatten, für das Evangelium Jesu Christi. Sie haben ihren Nachkommen ein Vermächtnis hinterlassen, dem sie folgen können. Ich bin überaus dankbar für eine Familie, in der mehrere Generationen der Kirche angehören. Dies ist gewiss ein lohnendes Ziel, nach dem wir alle streben sollten.

Viele andere haben dazu beigetragen, mich auf diese neue Berufung vorzubereiten. Dazu zählen Freunde und Angehörige aus meiner Kindheit, Führungsbeamte aus meiner Jugend, Lehrer und Berater, die mich ein Leben lang begleitet haben. Ich muss auch diejenigen, mit denen ich als junger Vollzeitmissionar in der Oststaaten-Mission zu tun hatte, sowie unsere lieben Missionare aus der New-York-Mission New York Nord erwähnen. Für die vielen Menschen, die mein Leben beeinflusst und geprägt haben, bin ich äußerst dankbar.

Ich habe es sehr geschätzt, mit meinen Brüdern von den Siebzigern zusammenzuarbeiten. 15 Jahre lang habe ich einem der besten Kollegien, einer der liebevollsten Bruderschaften in der Kirche angehört. Vielen Dank, meine lieben Mitknechte. Nun freue ich mich darauf, einem neuen Kollegium anzugehören. Präsident Russell M. Nelson, ich habe Sie und jedes Mitglied des Kollegiums der Zwölf Apostel sehr lieb.

Meine Frau und ich durften im Rahmen vieler Aufträge die Mitglieder in Gemeinden und Missionen überall auf der Welt besuchen. Wir haben die Heiligen der Letzten Tage überall sehr lieb! Ihr Glaube hat den unseren gemehrt, Ihr Zeugnis hat das unsere ergänzt.

Dürfte ich Ihnen heute nur eine kurze Botschaft überbringen, wäre es diese: Der Herr hat gesagt: „Wie ich euch geliebt habe, so sollt auch ihr einander lieben.“2 Ganz gewiss können weder Sie noch sonst irgendjemand eine Entscheidung treffen oder eine Sünde oder einen Fehler begehen, der etwas an seiner Liebe zu Ihnen oder zu ihm ändern würde. Das bedeutet nicht, dass er sündhaftes Verhalten entschuldigt oder gutheißt – ich bin mir sicher, das tut er nicht –, aber es bedeutet, dass es unsere Aufgabe ist, unseren Mitmenschen liebevoll die Hand entgegenzustrecken und sie einzuladen, ihnen gut zuzureden, ihnen zu dienen und sie zu retten. Jesus Christus blickte über die Volkszugehörigkeit, den Rang und die Lebensumstände der Menschen hinaus, um ihnen diese tiefgründige Wahrheit aufzuzeigen.

Man hat mich schon oft gefragt, wann ich mein Zeugnis empfangen habe.

Ich kann mich nicht entsinnen, dass ich jemals nicht an den Vater im Himmel und an Jesus Christus geglaubt habe. Ich liebe sie, seit ich zu Füßen meiner herzensguten Mutter, die mir Geschichten aus den heiligen Schriften und über das Evangelium vorlas, von ihnen erfahren habe. Dieser frühe Glaube hat sich seither zu einer Erkenntnis und einem Zeugnis von einem liebevollen Vater im Himmel, der unsere Gebete hört und erhört, weiterentwickelt. Mein Zeugnis von Jesus Christus hat sich durch viele besondere Erlebnisse herausgebildet, bei denen ich erkannt habe, wie sehr er einen jeden von uns liebt.

Ich bin dankbar für das Sühnopfer des Erretters, und wie Alma möchte ich es mit der Posaune Gottes hinausrufen.3 Ich weiß, dass Joseph Smith Gottes Prophet der Wiederherstellung ist und dass das Buch Mormon das Wort Gottes ist. Ich weiß auch, dass Präsident Thomas S. Monson heute Gottes wahrer Diener und Prophet auf der Erde ist.

Mögen wir unserem Propheten folgen und dabei im Herzen Nächstenliebe hegen, das ist mein Gebet. Und mögen wir ein lebendiger Zeuge werden und fürwahr „erstaunt und bewundernd … Jesu Lieb“ erkennen. Oh, möge es „wunderbar“ sein, „wunderbar für [Sie und] mich“. Im Namen Jesu Christi. Amen.

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