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Herbst 2015 | Haltet die Gebote!

Haltet die Gebote!

Herbst 2015 Generalkonferenz

Er, der uns erschaffen hat und uns vollkommen liebt, weiß ganz genau, wie wir leben müssen, damit wir in höchstem Maße glücklich werden.

Meine lieben Brüder, es tut wirklich gut, wieder unter Ihnen zu sein. Die Worte, die wir heute Abend gehört haben, haben uns inspiriert. Ich bete darum, dass auch ich bei dem, was ich sage, geführt werde.

Meine Botschaft heute Abend ist direkt. Sie lautet: Haltet die Gebote!

Gottes Gebote sollen uns weder einengen noch unserem Glück im Weg stehen. Ganz im Gegenteil: Er, der uns erschaffen hat und uns vollkommen liebt, weiß ganz genau, wie wir leben müssen, damit wir in höchstem Maße glücklich werden. Er hat uns Richtlinien gegeben, die uns – sofern wir uns an sie halten – auf der häufig so trügerischen Reise durchs Erdenleben Schutz und Sicherheit bieten. Denken wir an den Text eines bekannten Kirchenliedes: „Gottes Gebote will ich befolgen, dann wandle ich sicher, dann finde ich Ruh.“1

Der Vater im Himmel liebt uns so sehr, dass er uns sagt: Du sollst nicht falsch aussagen; du sollst nicht stehlen; du sollst nicht die Ehe brechen; du sollst deinen Nächsten lieben wie dich selbst und so weiter.2 Wir kennen die Gebote. Er weiß: Wenn wir die Gebote halten, ist unser Leben glücklicher, erfüllter und weniger kompliziert. Herausforderungen und Probleme lassen sich leichter ertragen, und wir empfangen die verheißenen Segnungen. Doch obwohl er uns Gesetze und Gebote gibt, lässt er zu, dass wir selbst entscheiden, ob wir sie annehmen wollen oder nicht. Von unseren Entscheidungen in dieser Hinsicht hängt unser Schicksal ab.

Ich gehe davon aus, dass jeder von uns das Ziel hat, letzten Endes auf ewig in der Gegenwart des himmlischen Vaters und seines Sohnes Jesus Christus zu leben. Daher müssen wir unser Leben lang Entscheidungen treffen, die uns zu diesem großen Ziel führen. Wir wissen jedoch, dass der Widersacher fest entschlossen ist, uns zum Scheitern zu bringen. Er und seine Scharen sind unermüdlich bestrebt, unsere gerechten Wünsche zu vereiteln. Sie stellen eine ständige, massive Bedrohung unserer ewigen Errettung dar – es sei denn, unsere entschlossenen Bemühungen, dieses Ziel zu erreichen, sind genauso unermüdlich. Der Apostel Petrus warnt uns: „Seid nüchtern und wachsam! Euer Widersacher, der Teufel, geht wie ein brüllender Löwe umher und sucht, wen er verschlingen kann.“3

Vor Versuchungen ist man zwar in keinem Lebensabschnitt gefeit, doch ihr Jungen Männer seid in einem Alter, wo man besonders anfällig ist. Das Teenageralter bringt oft Unsicherheit mit sich – man hat das Gefühl, nicht gut genug zu sein, man versucht, sich seinen Platz in einer Gruppe zu erobern, man will dazugehören. Möglicherweise seid ihr versucht, eure Maßstäbe zu senken und mit der Masse zu gehen, damit euch diejenigen akzeptieren, mit denen ihr befreundet sein wollt. Seid bitte stark und hütet euch vor allem, was euch die Segnungen der Ewigkeit kosten könnte. Die Entscheidungen, die ihr hier und jetzt trefft, sind von ewiger Bedeutung.

Im ersten Korintherbrief lesen wir: „Es gibt … viele Stimmen in der Welt.“4 Wir sind von Stimmen umgeben, die weltgewandt klingen und die überreden, betören, herabsetzen oder verunsichern wollen. Ich muss hinzufügen, dass es sich hierbei um laute Stimmen handelt. Ich fordere euch auf, den Ton leiser zu stellen und euch lieber von der sanften, leisen Stimme beeinflussen zu lassen, die euch an einen sicheren Ort bringt. Denkt daran, dass euch nach der Taufe jemand, der Vollmacht hatte, die Hände aufgelegt, euch als Mitglied der Kirche bestätigt und zu euch gesagt hat: „Empfange den Heiligen Geist.“5 Öffnet dem Klang dieser besonderen Stimme, die für die Wahrheit Zeugnis ablegt, euer Herz, ja, euer tiefstes Inneres. Der Prophet Jesaja hat verheißen: „Deine Ohren werden es hören[:] Hier ist der Weg, auf ihm müsst ihr gehen.“6 Mögen wir immer für den Geist empfänglich sein, damit wir jene Stimme vernehmen können, die tröstet, führt und behütet.

Das Missachten der Gebote hat den Weg frei gemacht für die (wie ich es nenne) Plagen unserer Zeit. Dazu gehören die Plage Freizügigkeit, die Plage Pornografie, die Plage Drogen, die Plage Unsittlichkeit und die Plage Abtreibung, um nur einige wenige zu nennen. Aus den heiligen Schriften erfahren wir, dass der Widersacher „der Gründer von dem allen“7 ist. Wir wissen: Er ist „der Vater aller Lügen, die Menschen zu täuschen und zu verblenden“8.

Ich flehe euch an, alles zu meiden, was euch eures Glücks hier auf Erden und des ewigen Lebens in der künftigen Welt berauben könnte. Wenn ihr es zulasst, führt euch der Widersacher durch Lug und Trug hinab auf einen schlüpfrigen Weg, der mit eurer Vernichtung endet. Und wahrscheinlich seid ihr auf diesem steilen Abhang bereits ins Rutschen geraten, bevor ihr überhaupt merkt, dass es kein Abbremsen mehr gibt. Ihr kennt die Botschaften des Widersachers ja. Listig ruft er: Einmal ist keinmal; jeder macht das; sei nicht so altmodisch; die Zeiten haben sich geändert; das tut niemandem weh; es ist doch dein Leben. Der Widersacher kennt uns und weiß, welchen Versuchungen wir nur schwer widerstehen können. Wie wichtig es doch ist, dass wir ständig wachsam sind, damit wir solchen Lügen und Versuchungen nicht nachgeben.

Es erfordert großen Mut, bei dem ständig wachsenden Druck und den heimtückischen Einflüssen, die uns umgeben, dem Glauben treu zu bleiben. Da wird die Wahrheit verzerrt, alles Gute und Anständige wird niedergerissen und der Versuch unternommen, es durch die von Menschen erdachten Philosophien der Welt zu ersetzen. Wären die Gebote von Menschen erlassen worden, so hätte der Mensch das Recht, sie nach Belieben oder per Gesetz oder sonst wie zu ändern. Doch die Gebote stammen von Gott. Wir dürfen unsere Entscheidungsfreiheit gebrauchen und sie beiseiteschieben. Allerdings können wir sie nicht abändern – genauso wenig, wie wir die Folgen abändern können, die eintreten, wenn ein Gebot missachtet und gebrochen wird.

Mögen wir erkennen, dass wir in diesem Leben dann am glücklichsten werden, wenn wir Gottes Gebote befolgen und seinen Gesetzen gehorsam sind. Mir gefallen die Worte in Jesaja, Kapitel 32, Vers 17: „Das Werk der Gerechtigkeit wird der Friede sein, der Ertrag der Gerechtigkeit sind Ruhe und Sicherheit für immer.“ Diesen Frieden und diese Zuversicht erlangt man nur auf Grundlage der Rechtschaffenheit.

Wir dürfen uns, was Sünde betrifft, nicht den geringsten Spielraum einräumen. Wir können es uns nicht leisten, zu denken, wir könnten die Gebote Gottes „ein klein wenig“ missachten, denn dann kann uns die Sünde mit einem eisernen Griff packen, aus dem wir uns nur unter großen Schmerzen befreien können. Von Drogen, Alkohol, Pornografie und Unsittlichkeit kann man tatsächlich abhängig werden, und es ist fast nicht möglich, ohne große Mühe und viel Hilfe wieder davon loszukommen.

Wenn einer von euch unterwegs ins Stolpern geraten ist, verspreche ich euch: Es gibt einen Weg zurück. Dieser Weg ist die Umkehr. Er ist zwar schwierig, doch eure ewige Errettung hängt davon ab. Gibt es etwas, wofür es sich mehr zu kämpfen lohnt? Ich flehe euch an, euch hier und jetzt fest vorzunehmen, dass ihr die notwendigen Schritte unternehmt, um vollständig umzukehren. Je früher ihr euch dazu entschließt, desto früher könnt ihr den Frieden, die Ruhe und die Zuversicht verspüren, von denen Jesaja spricht.

Vor kurzem hörte ich das Zeugnis einer Frau, die mit ihrem Mann vom sicheren Weg abgekommen war. Sie hatten die Gebote gebrochen und dabei beinahe ihre Familie zerstört. Als sich bei beiden schließlich der dichte Nebel der Sucht lichtete und sie erkannten, wie unglücklich sie geworden waren und wie sehr sie ihren Lieben wehtaten, begannen sie sich zu ändern. Der Umkehrprozess war schleppend und bisweilen schmerzhaft, doch mit der Hilfe der Priestertumsführer, ihrer Familie und treuer Freunde fanden sie den Weg zurück.

Ich lese einen Teil aus dem Zeugnis dieser Schwester über die heilende Macht der Umkehr vor: „Wie schafft man es als verlorenes Schaf, das im Griff der [Sünde] steckt, zu dem Frieden und dem Glück zu gelangen, die wir heute verspüren? Wie geschieht das? Die Antwort … lautet: dank eines vollkommenen Evangeliums, eines vollkommenen Sohnes und dessen Opfer für mich. … Wo früher Finsternis war, ist nun Licht. Verzweiflung und Schmerz sind nun Freude und Hoffnung gewichen. Diese Veränderung, zu der es nur durch die Umkehr kommen kann, die durch das Sühnopfer Jesu Christi möglich ist, ist ein unendlicher Segen für uns.“

Unser Heiland ist gestorben, um uns dieses kostbare Geschenk zu machen. Auch wenn der Weg nicht leicht ist, gilt die Verheißung doch wirklich. Zu den Umkehrwilligen sagt der Herr:

„Wären eure Sünden auch rot wie Scharlach, sie sollen weiß werden wie Schnee.“9

„An ihre Sünde denke ich nicht mehr.“10

Im Laufe des Lebens müssen wir ein starkes Zeugnis entwickeln und pflegen, indem wir uns mit den heiligen Schriften befassen, beten und über die Wahrheiten des Evangeliums Jesu Christi nachdenken. Ist unser Zeugnis vom Evangelium, vom Heiland und vom Vater im Himmel fest verwurzelt, so wirkt sich dies auf alles aus, was wir tun.

Ich bezeuge, dass wir alle geliebte Söhne unseres Vaters im Himmel sind und zu dieser Zeit zu einem bestimmten Zweck auf die Erde gesandt wurden. Das Priestertum Gottes wurde uns übertragen, damit wir anderen dienen und auf Erden Gottes Werk verrichten können. Uns ist geboten, so zu leben, dass wir würdig bleiben, dieses Priestertum zu besitzen.

Meine Brüder, halten wir die Gebote! Wunderbar und herrlich ist der Lohn, den er dann für uns bereithält. Für diesen Segen bete ich im Namen Jesu Christi, unseres Erretters und Erlösers. Amen.

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    Anmerkungen

    1. „Gottes Gebote will ich befolgen“, Gesangbuch, Nr. 204

    2. Siehe Exodus 20:1-17; Matthäus 22:39

    3. 1 Petrus 5:8

    4. King-James-Bibel, 1 Korinther 14:10

    5. Siehe Handbuch 2: Die Kirche führen und verwalten, 2010, 20.3.10

    6. Jesaja 30:21

    7. 2 Nephi 26:22

    8. Mose 4:4

    9. Jesaja 1:18

    10. Jeremia 31:34