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Herbst 2015 | Geprüft und versucht – aber nicht ohne Hilfe

Geprüft und versucht – aber nicht ohne Hilfe

Herbst 2015 Generalkonferenz

Als Kinder des himmlischen Vaters können wir einander in unseren Prüfungen und Versuchungen beistehen.

Im Laufe unseres Lebens werden wir geprüft und versucht. Doch wir können uns auch frei entscheiden und einander helfen. Diese Wahrheiten gehören zum wunderbaren, vollkommenen Plan des himmlischen Vaters.

Präsident John Taylor sagt dazu: „Ich hörte einmal den Propheten Joseph Folgendes zu den Zwölf sagen:, Ihr werdet allerlei Prüfungen durchstehen müssen. Und geprüft zu werden ist für euch ebenso notwendig, wie es für Abraham und andere Männer Gottes war, und ‒ so sagte er ‒ Gott werde euch erproben, euch ergreifen und euer Herz bis ins Innerste ausloten.‘“1

Sobald wir das Alter der Verantwortlichkeit erreichen, sind Prüfungen und Versuchungen unsere ständigen Begleiter. Mitunter bilden sie eine schwere Last, doch wenn wir sie meistern, tragen sie auch dazu bei, dass wir stärker werden und wachsen.

Glücklicherweise müssen wir diese Last nicht alleine tragen. Alma hat gesagt: „Ihr [habt] den Wunsch, in die Herde Gottes zu kommen und sein Volk genannt zu werden, und [seid willens,] des anderen Last zu tragen, damit sie leicht sei.“2 Daraus wird ersichtlich, dass wir verpflichtet sind, einander zu helfen. Diese Verpflichtung kann sich aus einer Berufung in der Kirche ergeben, einem Auftrag, einer Freundschaft, unserer göttlichen Pflicht als Vater oder Mutter, Ehepartner oder Familienmitglied oder schlichtweg daraus, dass wir zur Familie Gottes gehören.

Ich möchte vier Wege aufzeigen, wie unsere Lasten leichter gemacht werden, wenn wir einander helfen.

1. Der Erretter sagt: „Wenn dich einer zwingen will, eine Meile mit ihm zu gehen, dann geh zwei mit ihm.“3 Beispielsweise werden wir ja dazu angehalten, regelmäßig in den Tempel zu gehen, wenn es die Umstände erlauben. Der Besuch im Tempel erfordert Opfer an Zeit und Mitteln, besonders für diejenigen, die eine weite Reise auf sich nehmen müssen. Dennoch gehört dieses Opfer eher zur ersten Meile.

Die zweite Meile gehen wir, wenn wir verstehen, was es bedeutet, die Namen von Vorfahren zu finden, in den Tempel mitzunehmen und die heiligen Handlungen für sie zu erledigen und unser Wissen weiterzugeben.4 Wir können auch indexieren, als Tempelarbeiter tätig sein und anderen helfen, im Tempel schöne Erfahrungen zu machen.

Ich war als Gebietssiebziger tätig, als ein Pfahl aus meinem Koordinierungsrat an einer großen Tempelfahrt teilnahm. Der Tempel, den die Mitglieder besuchten, ist klein. Obwohl sie eine zwölfstündige Fahrt auf sich genommen hatten, konnten einige Mitglieder leider nicht in den Tempel gehen, da er an diesem Tag bereits überbelegt war.

Ein paar Tage nach der Reise besuchte ich diesen Pfahl und bat den Pfahlpräsidenten darum, mit einigen Mitglieder sprechen zu dürfen, die an jenem Tag nicht in den Tempel gehen konnten. Einer der Brüder teilte mir mit: „Elder, machen Sie sich keine Sorgen. Ich war am Haus des Herrn. Ich saß dort im Garten auf einer Bank und dachte über die heiligen Handlungen nach. Dann bot man mir zwar an, hineinzugehen, aber ich gab meinen Platz einem anderen, der zum ersten Mal zum Tempel gekommen war, um an seine Frau gesiegelt zu werden. Sie konnten an diesem Tag zwei Sessionen besuchen. Der Herr kennt mich und hat mich gesegnet. Es ist alles in Ordnung.“

2. Lächeln Sie! Diese Kleinigkeit kann helfen, wenn man überfordert und niedergedrückt ist. Bei der Priestertumsversammlung der diesjährigen Frühjahrs-Generalkonferenz nahm ich als eine der fünf neu berufenen Generalautoritäten auf dem Podium Platz. Wir saßen dort, wo heute die Schwestern aus den Präsidentschaften der Hilfsorganisationen sitzen. Ich war sehr nervös und die neue Berufung lastete noch schwer auf mir.

Als wir das Zwischenlied sangen, hatte ich das starke Gefühl, dass mich jemand ansah. Ich sagte mir: „In diesem Gebäude sitzen über 20.000 Leute und fast alle schauen in diese Richtung. Natürlich sieht dich jemand an.“

Als ich weitersang, hatte ich wiederum das starke Gefühl, dass jemand mich ansieht. Ich blickte hinüber zu der Reihe, wo die Zwölf Apostel saßen, und bemerkte, dass Präsident Russell M. Nelson sich herumgedreht hatte und in unsere Richtung blickte. Unsere Blicke trafen sich, und er schenkte mir ein strahlendes Lächeln. Dieses Lächeln brachte meinem aufgewühlten Herzen Frieden.

Nach seiner Auferstehung besuchte Jesus Christus seine anderen Schafe. Er berief und ordinierte zwölf Jünger, die mit dieser Vollmacht dem Volk dienten. Der Herr Jesus Christus selbst stand in ihrer Mitte. Der Herr bat sie, sich hinzuknien und zu beten. Ich weiß nicht, ob die zwölf neu berufenen und ordinierten Jünger von ihrer Berufung auch so ergriffen waren, aber in der Schrift heißt es: „Und es begab sich: Jesus segnete sie, während sie zu ihm beteten; und sein Angesicht lächelte ihnen, und das Licht seines Angesichts leuchtete ihnen.“5 Bei der letzten Generalkonferenz hat ein Lächeln meine Last auf direkte und außergewöhnliche Weise leichter gemacht.

3. Zeigen Sie anderen Ihr Mitgefühl! Wenn Sie Priestertumsträger sind, nutzen Sie bitte diese Macht zugunsten der Kinder Gottes und spenden Sie ihnen Segen. Stehen Sie jemandem, der leidet und Bedrängnisse durchmacht, mit tröstenden Worten bei.

4. Den Grundpfeiler im Plan Gottes bildet das Sühnopfer des Herrn Jesus Christus. Mindestens einmal in der Woche sollten wir, so wie Präsident Joseph F. Smith es tat, über „die große und wunderbare Liebe [nachdenken], die der Vater und der Sohn dadurch bekundet [haben], dass der Erlöser in die Welt gekommen [ist]“6. Wenn wir andere dazu einladen, die Kirche zu besuchen und würdig vom Abendmahl zu nehmen, können mehr Kinder des himmlischen Vaters über das Sühnopfer nachdenken. Und sollten wir nicht würdig sein, können wir umkehren. Denken Sie daran: Der Sohn des Höchsten ist hinabgefahren unter alles und hat unsere Vergehen, Sünden, Übertretungen, Krankheiten, Schmerzen, Bedrängnisse und Einsamkeit auf sich genommen. In den heiligen Schriften steht, dass Christus „in die Höhe aufgefahren ist, wie er auch hinabgefahren ist unter alles, sodass er alles erfasst hat“7.

Es kommt nicht darauf an, welche Schwierigkeiten wir haben – ob Krankheit, anhaltende Einsamkeit oder die Versuchungen und Prüfungen des Widersachers, denn der gute Hirte ist für uns da. Er ruft uns beim Namen und sagt: „Kommt alle zu mir, die ihr euch plagt und schwere Lasten zu tragen habt. Ich werde euch Ruhe verschaffen.“8

Lassen Sie mich die vier Punkte zusammenfassen:

Erstens: Gehen Sie die zweite Meile!

Zweitens: Bitte lächeln Sie! Ihr Lächeln wird anderen helfen.

Drittens: Zeigen Sie Mitgefühl!

Viertens: Laden Sie andere in die Kirche ein!

Ich lege mein Zeugnis für den Erretter ab. Jesus ist der Messias, der Sohn des lebendigen Gottes, und er lebt. Ich weiß, dass er mit all seiner Kraft und Macht den Plan des Vaters unterstützt. Ich weiß, dass Präsident Thomas S. Monson ein lebender Prophet ist. Er hat alle Schlüssel inne, die erforderlich sind, um Gottes Werk auf der Erde erfolgreich auszuführen. Ich weiß, dass wir als Kinder des himmlischen Vaters einander in unseren Prüfungen und Versuchungen beistehen können. Im Namen Jesu Christi. Amen.

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