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Herbst 2015 | Ihr nächster Schritt

Ihr nächster Schritt

Herbst 2015 Generalkonferenz

Unser liebevoller Vater im Himmel und sein Sohn, Jesus Christus, fordern Sie auf, den nächsten Schritt in ihre Richtung zu machen. Warten Sie nicht. Machen Sie ihn jetzt.

Vor kurzem wurde mir bei einer Versammlung mit wunderbaren Mitgliedern der Kirche das Herz schwer. Es wurde die Frage gestellt: „Wer möchte wieder beim Vater im Himmel leben?“ Jede Hand ging nach oben. Die nächste Frage lautete: „Und wer glaubt, dass er es auch schafft?“ Leider und überraschenderweise gingen die meisten Hände wieder nach unten.

Wenn wir eine Kluft zwischen dem feststellen, was wir jetzt sind, und dem, was wir werden wollen, verlassen so manch einen von uns der Glaube und die Hoffnung.1

Da „nichts Unreines … bei Gott wohnen [kann]“2, müssen wir, um wieder bei ihm zu leben, von Sünde gereinigt3 und geheiligt4 werden. Müssten wir dies allein vollbringen, würde es keiner von uns schaffen. Aber wir sind nicht allein. Wir sind sogar niemals allein.

Wir bekommen Hilfe vom Himmel, und das liegt an Jesus Christus und seinem Sühnopfer.5 Der Erretter hat gesagt: „Wenn ihr Glauben an mich habt, werdet ihr Macht haben, alles zu tun, was mir ratsam ist.“6 Wenn man Glauben ausübt, nimmt er zu.

Betrachten wir einmal gemeinsam drei Grundsätze, die uns auf unserer Reise zurück zu unserem Vater im Himmel helfen.

Wie ein Kind werden

Unser jüngster Enkel veranschaulicht den ersten Grundsatz. Nachdem er erst krabbeln und dann stehen konnte, war er bereit für die ersten Gehversuche. Bei den ersten Anläufen fiel er hin, weinte und machte ein Gesicht, als wollte er sagen: „Das probiere ich nie, nie wieder! Ich krabble einfach weiter.“

Wenn er stolperte und hinfiel, hatten seine liebevollen Eltern nicht das Gefühl, er sei ein hoffnungsloser Fall und würde niemals gehen können. Stattdessen breiteten sie die Arme aus und riefen ihn zu sich. Die Augen fest auf sie gerichtet, unternahm er dann einen weiteren Versuch, ihnen in die Arme zu laufen.

Liebevolle Eltern sind stets bereit, auch den kleinsten Schritt in die richtige Richtung mit ausgestreckten Armen zu begrüßen. Sie wissen, dass unsere Bereitschaft, es immer wieder zu versuchen, zu Fortschritt und Erfolg führt.

Der Erretter sagt, wenn wir das Reich Gottes ererben wollen, müssen wir wie ein kleines Kind werden.7 Geistig gesehen ist der erste Grundsatz also, dass wir uns wieder so wie ein Kind verhalten müssen.8

Mit kindlicher Demut und der Bereitschaft, uns auf unseren Vater im Himmel und unseren Erretter zu konzentrieren, gehen wir Schritt für Schritt auf sie zu und verlieren niemals die Hoffnung, auch wenn wir hinfallen. Unser liebevoller Vater im Himmel freut sich über jeden einzelnen Schritt, den wir im Glauben machen, und wenn wir fallen, freut er sich über jede Anstrengung, wieder aufzustehen und es noch einmal zu versuchen.

Im Glauben handeln

Den zweiten Grundsatz veranschaulichen zwei treue Mitglieder, deren größter Wunsch es war, einen Partner für die Ewigkeit zu finden. Beide unternahmen voller Glauben entsprechende Schritte.

Juri, ein Mitglied aus Russland, sparte Geld und nahm unter Opfern eine lange Fahrt zum Tempel auf sich. Im Zug fiel ihm eine hübsche Frau mit strahlendem Gesicht auf, und er hatte den Eindruck, er solle ihr vom Evangelium erzählen. Da ihm nichts anderes einfiel, begann er, im Buch Mormon zu lesen, in der Hoffnung, dass es ihr auffallen möge.

Was Juri nicht wusste, war, dass die Frau, Marija, schon Mitglied der Kirche war. Auch sie wusste nicht, dass Juri ein Mitglied war. Marija hatte die Eingebung, sie solle ihm vom Evangelium erzählen, und begann ihrerseits in ihrem Buch Mormon zu lesen, in der Hoffnung, dass es ihm auffallen möge.

Als sie gleichzeitig aufblickten, waren Juri und Marija überrascht, dass beide das Buch Mormon in Händen hielten, und – ja, sie verliebten sich ineinander und wurden im Tempel gesiegelt. Heute leisten Juri und Marija Kutepow aus Woronesch als Partner für die Ewigkeit einen wichtigen Beitrag für die Kirche in Russland.

Hier liegt der Schwerpunkt nicht nur darauf, dass das Paar bereit war, im Glauben zu handeln. Es geht auch um einen zweiten Grundsatz: Der Herr erwidert unsere Bereitschaft, im Glauben zu handeln, nicht nur. Unsere Bereitschaft, einen Schritt zu machen, wird nicht nur angenommen, sie wird durch die vom Herrn verheißenen Segnungen noch übertroffen.

Der Vater im Himmel und unser Erretter möchten uns unbedingt segnen. Immerhin verlangen sie ja auch nur ein Zehntel von dem, womit sie uns gesegnet haben, und verheißen dafür, die Schleusen des Himmels zu öffnen!9

Immer wenn wir bereitwillig mit Glauben an Jesus Christus handeln und einen weiteren Schritt machen, vor allem, wenn es ein unbequemer ist, der Veränderung oder Umkehr voraussetzt, werden wir mit Kraft gesegnet.10

Ich bezeuge, dass der Herr uns zu unseren nächsten Schritten und durch sie hindurch führt. Er geht mit seiner Macht weit darüber hinaus, unsere Bemühungen nur zu erwidern, solange wir nur bereit sind, es immer wieder zu versuchen, umzukehren und uns voller Glauben auf unseren Vater im Himmel und seinen Sohn Jesus Christus zuzubewegen.

Geistige Gaben sind nicht nur demjenigen verheißen, der Gott liebt und alle seine Gebote hält, sondern zum Glück auch dem, der „dies zu tun trachtet“11. Kraft wird dem gegeben, der immer weiter danach trachtet und sich weiterhin anstrengt.

Zwei wichtige Wegweiser, die jede Woche unsere Route zurück zum Vater im Himmel markieren, sind der immerwährende Bund, den wir mit der heiligen Handlung des Abendmahls eingehen, und unsere Sabbatheiligung. Präsident Russell M. Nelson sagte bei der letzten Generalkonferenz, der Sabbat sei ein Geschenk des Herrn an uns. Wenn wir eifrig jede Woche den Sabbat heilighalten, geben wir dem Herrn ein Zeichen, dass wir ihn lieben.12

Jeden Sabbat bezeugen wir, dass wir „willens sind, seinen Namen auf uns zu nehmen, immer an ihn zu denken und seine Gebote zu halten.“13 Im Gegenzug für unsere Umkehrbereitschaft und unsere Entschlossenheit erneuert der Herr die verheißene Vergebung der Sünden und versetzt uns in die Lage, seinen Geist immer mit uns zu haben.14 Der Einfluss des Heiligen Geistes macht uns besser, er stärkt, lehrt und leitet uns.

Wenn wir jeden Sonntag an den Erretter denken und ihm durch diese wichtigen Wegweiser unser Herz zuwenden, werden unsere Bemühungen vom Herrn durch die von ihm verheißenen Segnungen abermals mehr als nur erwidert. Uns ist verheißen, dass uns die Fülle der Erde gehört, wenn wir eifrig den Sabbat heilighalten.15

Der Weg zurück zu unserem Vater im Himmel führt uns ins Haus des Herrn, wo wir für uns selbst und für unsere verstorbenen Angehörigen errettende heilige Handlungen empfangen dürfen. Präsident Boyd K. Packer hat gesagt, dass die heiligen Handlungen und Bündnisse unsere Referenzen werden, wenn wir in Gottes Gegenwart eingelassen werden wollen.16 Ich bete, dass wir alle jederzeit eines Tempelscheins würdig sein mögen und ihn auch regelmäßig benutzen.

Den natürlichen Menschen überwinden

Der dritte Grundsatz lautet: Wir müssen der Neigung des natürlichen Menschen, alles aufzuschieben, hinauszuzögern oder aufzugeben, entgegentreten.17

Solange wir uns auf dem von Bündnissen vorgezeichneten Weg befinden, machen wir auch Fehler, manche mehrfach. Manche von uns quälen sich mit Verhaltensweisen oder Abhängigkeiten ab, für deren Überwindung sie sich zu schwach halten. Doch der Glaube an den Vater im Himmel und an Jesus Christus ist ein Grundsatz, der zum Handeln anregt und Kraft gibt.18 Wenn wir bereit sind, zu handeln, werden wir mit der Kraft gesegnet, umzukehren und uns zu ändern.

Wir scheitern nur, wenn es uns nicht gelingt, im Glauben einen weiteren Schritt nach vorn zu machen. Wir scheitern nicht, wir können gar nicht scheitern, wenn wir getreulich mit dem Erretter das gleiche Joch tragen – mit ihm, der nie gescheitert ist und uns nie enttäuschen wird.

Verheißene Segnungen

Ich verheiße Ihnen, dass jeder Schritt im Glauben mit Hilfe vom Himmel erwidert wird. Wir empfangen Führung, wenn wir zum Vater im Himmel beten, uns auf unseren Erlöser verlassen und ihm folgen und auf den Heiligen Geist hören. Die Kraft ergibt sich aus dem Sühnopfer Jesu Christi.19 Heilung und Vergebung verdanken wir der Gnade Gottes.20 Weisheit und Geduld stellen sich ein, wenn wir auf den Zeitplan des Herrn für uns vertrauen. Schutz wird uns gewährt, wenn wir dem lebenden Propheten Gottes folgen, Präsident Thomas S. Monson.

Sie wurden erschaffen, um Freude haben zu können;21 eine Freude, die Sie verspüren werden, wenn Sie würdig zu unserem Vater im Himmel und zum Erretter zurückkehren, um von ihnen herzlich umarmt zu werden.

Ich lege für diese unumstößlichen Wahrheiten Zeugnis ab. Unser liebevoller Vater im Himmel und sein Sohn, Jesus Christus, leben. Sie kennen und sie lieben Sie. Sie fordern Sie liebevoll auf, den nächsten Schritt in ihre Richtung zu machen. Warten Sie nicht. Machen Sie ihn jetzt. Im heiligen Namen Jesu Christi. Amen.

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