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Frühjahr 2016 | Eine heilige Verantwortung

Eine heilige Verantwortung

Frühjahr 2016 Generalkonferenz

Die kostbare Gabe Priestertumsmacht bringt nicht nur heilige Aufgaben mit sich, sondern auch besondere Segnungen für uns und für andere.

Meine lieben Brüder, ich bete darum, dass mich der Heilige Geist heute Abend leitet. Uns verbindet eine Gemeinsamkeit: Uns wurde das Priestertum Gottes anvertraut, mittels dessen wir in Gottes Namen handeln dürfen. Uns wurde eine heilige Verantwortung auferlegt. Viel wird von uns erwartet.

Wir lesen im Buch Lehre und Bündnisse, Abschnitt 121, Vers 36, „dass die Rechte des Priestertums untrennbar mit den Mächten des Himmels verbunden sind“. Was für eine wunderbare Gabe haben wir da empfangen! Wir haben die Pflicht, dieses Priestertum zu bewahren und zu schützen und uns all der herrlichen Segnungen würdig zu erweisen, die der Vater im Himmel für uns bereithält – und durch uns für andere.

Wohin Sie auch gehen, Ihr Priestertum begleitet Sie. Stehen Sie an heiligen Stätten? Ehe Sie sich oder Ihr Priestertum dadurch in Gefahr bringen, dass Sie sich an Orte wagen oder sich einer Beschäftigung hingeben, die Ihrer oder dieses Priestertums nicht würdig sind, halten Sie doch bitte inne und denken Sie an die Folgen! Denken Sie daran, wer Sie sind und wie Gott Sie haben möchte. Sie sind ein Kind der Verheißung. Sie sind ein Mann voller Macht. Sie sind ein Sohn Gottes.

Die kostbare Gabe Priestertumsmacht bringt nicht nur heilige Aufgaben mit sich, sondern auch besondere Segnungen für uns und für andere. Mögen wir, wo immer wir uns auch befinden, stets würdig sein, diese Macht herabzurufen, denn man weiß ja nie, wann es nötig ist oder wann sich uns eine solche Gelegenheit bietet.

Einer meiner Freunde war im Zweiten Weltkrieg im Südpazifik stationiert. Sein Flugzeug wurde mitten über dem Meer abgeschossen. Er und die anderen Besatzungsmitglieder schafften es, sich mit dem Fallschirm aus dem brennenden Flugzeug zu retten. Sie pumpten ihre Rettungsfloße auf und klammerten sich drei Tage lang daran fest.

Am dritten Tag entdeckten sie in der Ferne ein Rettungsschiff. Es fuhr jedoch weiter, ohne dass sie bemerkt worden wären. Am nächsten Morgen geschah das Gleiche. Verzweiflung kam auf, denn ihnen wurde bewusst, dass dies der letzte Tag war, an dem das Rettungsschiff noch diese Meeresgegend durchsuchte.

Da sprach der Heilige Geist zu meinem Freund: „Du hast doch das Priestertum. Gebiete den Rettungskräften, euch aufzunehmen.“

Er folgte der Eingebung: „Im Namen Jesu Christi und kraft der Vollmacht des Priestertums – dreht um und nehmt uns auf!“

Nur wenige Minuten später war das Schiff längsseits neben ihnen und sie wurden an Deck geholt. Ein glaubenstreuer, würdiger Priestertumsträger hatte in allergrößter Not das Priestertum ausgeübt und war damit sich selbst und anderen ein Segen gewesen.

Mögen wir hier und jetzt beschließen, dass wir stets bereit sein wollen, wenn wir selbst in einer Notlage sind oder wenn wir dienen und anderen zum Segen gereichen können.

Am Ende dieser Allgemeinen Priestertumsversammlung sage ich Ihnen: Sie sind „ein auserwähltes Geschlecht, eine königliche Priesterschaft“ (1 Petrus 2:9). Mögen wir dieser wertschätzenden Anerkennung Gottes stets würdig sein! Darum bete ich im Namen Jesu Christi, unseres Erretters. Amen.

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