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Frühjahr 2016 | Bewahren wir uns immer Vergebung für unsere Sünden

Bewahren wir uns immer Vergebung für unsere Sünden

Frühjahr 2016 Generalkonferenz

Dadurch, dass die heiligende Macht des Heiligen Geistes immer bei uns ist, können wir uns stets Vergebung für unsere Sünden bewahren.

Als König Benjamin über den Erretter und dessen Sühnopfer sprach, machte er eine tiefgründige Aussage, mit der ich mich über viele Jahre hinweg immer wieder beschäftigt habe.

In seiner geistig aufwühlenden Abschiedsrede vor seinem Volk, dem er gedient und das er geliebt hatte, erklärte König Benjamin, warum es wichtig ist, dass man die Herrlichkeit Gottes erkennt und von seiner Liebe kostet, Vergebung für die eigenen Sünden empfängt, immer an die Größe Gottes denkt, täglich betet und standhaft im Glauben dasteht.1 All denen, die dies tun, verhieß er: „[Ihr werdet] euch immer freuen und von Gottesliebe erfüllt sein und euch immer Vergebung für eure Sünden bewahren.2

Meine Botschaft dreht sich um den Grundsatz, dass wir uns immer Vergebung für unsere Sünden bewahren sollen. Die in dieser Aussage enthaltene Wahrheit kann unseren Glauben an den Herrn Jesus Christus stärken und uns zu besseren Jüngern machen. Ich bete darum, dass der Heilige Geist uns inspirieren und erbauen möge, während wir gemeinsam über einige wichtige geistige Wahrheiten nachdenken.

Geistige Wiedergeburt

In unserem Erdenleben erfahren wir die physische Geburt und erhalten die Gelegenheit zur geistigen Wiedergeburt.3 Von Propheten und Aposteln werden wir ermahnt, für Gott zu erwachen,4 „von neuem geboren“ zu werden5 und in Christus eine neue Schöpfung zu werden,6 indem wir die Segnungen empfangen, die durch das Sühnopfer Jesu Christi ermöglicht werden. Durch „die Verdienste[,] Barmherzigkeit und Gnade des heiligen Messias“7 können wir die egoistischen und selbstsüchtigen Neigungen des natürlichen Menschen besiegen und selbstloser, gütiger und heiliger werden. Wir werden ermahnt, so zu leben, dass wir „am letzten Tag makellos vor [dem Herrn] stehen [können]“8.

Der Heilige Geist und heilige Handlungen des Priestertums

Der Prophet Joseph Smith hat prägnant zusammengefasst, welch entscheidende Rolle die heiligen Handlungen des Priestertums im Evangelium Jesu Christi spielen: „Von neuem geboren wird man durch den Geist Gottes mittels heiliger Handlungen.“9 In dieser eindringlichen Aussage wird hervorgehoben, welche Rolle der Heilige Geist und auch heilige Handlungen bei der geistigen Neugeburt spielen.

Der Heilige Geist ist das dritte Mitglied der Gottheit. Er ist eine Person aus Geist und gibt Zeugnis für alle Wahrheit. In den heiligen Schriften wird der Heilige Geist als Beistand und Tröster,10 Lehrer11 und Offenbarer12 bezeichnet. Darüber hinaus hat der Heilige Geist eine heiligende Wirkung.13 Wie mit Feuer reinigt und brennt er dem Menschen Unreinheiten und Böses aus der Seele.

Verordnungen spielen eine zentrale Rolle im Evangelium des Erretters und in unserem Bemühen, zu ihm zu kommen und geistig von neuem geboren zu werden. Verordnungen sind heilige Handlungen, die eine geistige Bedeutung haben, von ewiger Tragweite sind und mit Gottes Gesetzen und Richtlinien in Zusammenhang stehen.14 Alle errettenden heiligen Handlungen und auch das Abendmahl müssen von jemandem genehmigt werden, der die erforderlichen Priestertumsschlüssel innehat.

Die errettenden und erhöhenden Verordnungen, die in der wiederhergestellten Kirche des Herrn durchgeführt werden, sind weit mehr als Rituale oder symbolische Verrichtungen. Vielmehr bilden sie die autorisierten Kanäle, durch die die Segnungen und Mächte des Himmels in unser Leben einfließen können.

„Und dieses größere Priestertum vollzieht das Evangelium und hat den Schlüssel der Geheimnisse des Reiches inne, nämlich den Schlüssel der Gotteserkenntnis.

Darum wird in seinen Verordnungen die Macht des Göttlichen kundgetan.

Und ohne seine Verordnungen und die Vollmacht des Priestertums wird die Macht des Göttlichen den Menschen im Fleische nicht kundgetan.“15

Heilige Handlungen, die man mit Lauterkeit empfängt und ehrt, sind entscheidend dafür, dass man die Macht des Göttlichen und alle Segnungen erlangt, die einem dank dem Sühnopfer des Erretters offenstehen.

Durch heilige Handlungen Vergebung für unsere Sünden erlangen und bewahren

Um besser zu begreifen, auf welche Weise wir Vergebung für unsere Sünden erlangen und uns diese stets bewahren können, müssen wir zunächst die untrennbare Beziehung zwischen drei Verordnungen verstehen, die uns die Mächte des Himmels zugänglich machen: die Taufe durch Untertauchen, das Händeauflegen zur Gabe des Heiligen Geistes und das Abendmahl.

Die Taufe durch Untertauchen zur Sündenvergebung ist die „einführende heilige Handlung des Evangeliums“16 Jesu Christi. Ihr vorausgehen müssen Glaube an den Erretter und aufrichtige Umkehr. Diese heilige Handlung ist „ein Zeichen und ein Gebot, das Gott [seinen Kindern] auferlegt hat, wenn [diese] in sein Reich kommen [wollen]“17. Die Taufe wird mit der Vollmacht des Aaronischen Priestertums durchgeführt. Während wir Schritt für Schritt zum Erretter kommen und geistig von neuem geboren werden, bewirkt die Taufe eine unumgängliche anfängliche Reinigung unserer Seele von Sünde.

Zum Taufbund gehören drei grundlegende Verpflichtungen: 1. willens sein, den Namen Jesu Christi auf sich zu nehmen, 2. immer an ihn denken und 3. seine Gebote halten. Dafür, dass wir diesen Bund halten, ist uns der Segen verheißen, dass „sein Geist immer mit [uns sein wird]“18. Die Taufe ist also die unerlässliche Vorbereitung darauf, dass wir das Recht empfangen, stets vom dritten Mitglied der Gottheit begleitet zu werden.

„Auf die Taufe [durch] Wasser … muss die Taufe durch den Geist folgen, sonst ist sie unvollständig.“19 So sagte der Erretter zu Nikodemus: „Wenn jemand nicht aus Wasser und Geist geboren wird, kann er nicht in das Reich Gottes kommen.“20

Aus drei Aussagen des Propheten Joseph Smith geht hervor, welch wichtige Verbindung zwischen diesen beiden heiligen Handlungen, nämlich der Taufe durch Untertauchen zur Sündenvergebung und dem Händeauflegen zur Gabe des Heiligen Geistes, besteht.

1. Aussage: „Die Taufe ist eine heilige Verordnung in Vorbereitung auf das Empfangen des Heiligen Geistes; sie stellt den Kanal und den Schlüssel dar, durch den der Heilige Geist gespendet wird.“21

2. Aussage: „Man kann ebenso gut einen Sandsack taufen wie einen Menschen, wenn es nicht im Hinblick auf die Sündenvergebung und zur Erlangung des Heiligen Geistes geschieht. Die Taufe mit Wasser ist nur die halbe Taufe; sie ist zu nichts nutze ohne die andere Hälfte, und das ist die Taufe mit dem Heiligen Geist.“22

3. Aussage: „Die Taufe mit Wasser hat ohne die darauffolgende Taufe mit Feuer und dem Heiligen Geist keinen Zweck. Das eine ist mit dem anderen notwendigerweise untrennbar verbunden.“23

Der durchgängige Zusammenhang zwischen dem Grundsatz Umkehr, den heiligen Handlungen Taufe und Empfangen der Gabe des Heiligen Geistes sowie der herrlichen Segnung Sündenvergebung wird in den heiligen Schriften immer wieder betont.

Nephi erklärte: „Das Tor, durch das ihr eintreten sollt, ist Umkehr und Taufe im Wasser; und dann kommt die Vergebung eurer Sünden durch Feuer und durch den Heiligen Geist.“24

Der Erretter selbst hat verkündet: „Dies nun ist das Gebot: Kehrt um, all ihr Enden der Erde, und kommt zu mir, und lasst euch in meinem Namen taufen, damit ihr durch den Empfang des Heiligen Geistes geheiligt werdet, damit ihr am letzten Tag makellos vor mir stehen könnt.“25

Das Händeauflegen zur Gabe des Heiligen Geistes ist eine heilige Handlung, die mit der Vollmacht des Melchisedekischen Priestertums vollzogen wird. Während wir Schritt für Schritt zum Erretter kommen und geistig von neuem geboren werden, eröffnet uns der Empfang der heiligenden Macht des Heiligen Geistes die Aussicht, dass unsere Seele anhaltend von Sünde gereinigt wird. Diese erfreuliche Segnung ist von entscheidender Bedeutung, denn „nichts Unreines kann bei Gott wohnen“26.

Als Mitglieder der wiederhergestellten Kirche des Herrn erfreuen wir uns der anfänglichen Reinigung von Sünde, die mit der Taufe einhergeht, darüber hinaus aber auch der Aussicht auf eine anhaltende Reinigung von Sünde, die durch die Macht des Heiligen Geistes bewirkt wird, der als drittes Mitglied der Gottheit immer bei uns ist.

Denken Sie daran, wie ein Landwirt auf den gleichbleibenden Wechsel von Aussaat und Ernte angewiesen ist. Seine Kenntnis des Zusammenhangs zwischen Aussaat und Ernte treibt den Landwirt bei der Arbeit an und beeinflusst alle Entscheidungen und Maßnahmen, die er in jeder Zeit des Jahres treffen muss. Ebenso muss sich die untrennbare Verbindung zwischen den heiligen Handlungen Taufe durch Untertauchen zur Sündenvergebung und Händeauflegen zur Gabe des Heiligen Geistes auch in jeder Lebensphase auf jeden Aspekt unseres Lebens als Jünger auswirken.

Das Abendmahl ist die dritte heilige Handlung, die unerlässlich dafür ist, dass wir auf die Macht des Göttlichen zugreifen können. Damit wir uns noch mehr von der Welt unbefleckt halten mögen, ist uns geboten, dass wir am heiligen Tag des Herrn ins Haus des Betens gehen und unsere heiligen Handlungen darbringen.27 Bitte bedenken Sie, dass die Symbole für den Leib und das Blut des Herrn, nämlich Brot und Wasser, beide gesegnet und geheiligt werden. „O Gott, Ewiger Vater, wir bitten dich im Namen deines Sohnes, Jesus Christus, segne und heilige dieses Brot [oder dieses Wasser] für die Seele all derer, die davon nehmen [oder trinken].“28 Wenn etwas geheiligt wird, wird es rein gemacht und geweiht. Die Heiligung der Abendmahlssymbole soll uns an die Reinheit Christi, an unsere völlige Abhängigkeit von seinem Sühnopfer sowie an unsere Verantwortung erinnern, unsere Verordnungen und Bündnisse so in Ehren zu halten, dass wir „am letzten Tag makellos vor [ihm] stehen [können]“29.

Das Abendmahl ist eine heilige und immer wiederkehrende Einladung, aufrichtig umzukehren und geistig erneuert zu werden. Allein dadurch, dass man vom Abendmahl nimmt, werden keine Sünden vergeben. Doch wenn wir uns gewissenhaft vorbereiten und an dieser heiligen Handlung mit reuigem Herzen und zerknirschtem Geist teilnehmen, ist uns verheißen, dass der Geist des Herrn immer mit uns sein wird. Und dadurch, dass die heiligende Macht des Heiligen Geistes immer bei uns ist, können wir uns stets Vergebung für unsere Sünden bewahren.

Wir sind wahrhaftig gesegnet, dass wir jede Woche die Gelegenheit haben, unser Leben anlässlich des Abendmahls zu überprüfen, unsere Bündnisse zu erneuern und diese Verheißung, so wie sie in dem Bund gemacht wird, zu empfangen.30

Erneute Taufe

Mitunter äußern Heilige der Letzten Tage den Wunsch, sich noch einmal taufen zu lassen, um dadurch wieder so rein und würdig zu werden, wie sie es an dem Tag waren, als sie ihre erste errettende heilige Handlung des Evangeliums empfingen. Ich möchte mit Verlaub bemerken, dass unser Vater im Himmel und sein geliebter Sohn nicht möchten, dass wir diese geistige Erneuerung, Erfrischung und Wiederherstellung nur ein einziges Mal im Leben erfahren. Da wir durch heilige Handlungen des Evangeliums Vergebung für unsere Sünden erlangen und uns diese stets bewahren können, ist es ganz klar, dass die Taufe der Ausgangspunkt unserer geistigen Reise auf Erden ist und kein Bestimmungsort, an den wir uns immer wieder zurücksehnen sollen.

Die heiligen Handlungen Taufe durch Untertauchen, Händeauflegen zur Gabe des Heiligen Geistes und Abendmahl sind keine losgelösten oder getrennten Ereignisse. Vielmehr sind sie einander ergänzende Bestandteile eines zusammenhängenden Musters für erlösenden Fortschritt. Jede dieser aufeinanderfolgenden heiligen Handlungen erhöht und vergrößert unser geistiges Streben, Sehnen und Tun. Der Plan des Vaters, das Sühnopfer des Erretters und die heiligen Handlungen des Evangeliums bieten uns die Gnade, die wir brauchen, um vorwärtszustreben und Zeile um Zeile, Weisung um Weisung unserer ewigen Bestimmung näherzukommen.

Verheißung und Zeugnis

Wir sind unvollkommene Menschen, die sich darum bemühen, solange sie auf Erden sind nach Gottes vollkommenem Plan für den ewigen Fortschritt zu leben. Die Bedingungen seines Plans sind herrlich, barmherzig und streng. Mal sind wir vielleicht voller Entschlossenheit, mal fühlen wir uns jedoch völlig unzulänglich. Vielleicht fragen wir uns, ob wir in geistiger Hinsicht jemals das Gebot erfüllen können, am letzten Tag makellos vor ihm zu stehen.

Mit der Hilfe des Herrn und durch die Macht seines Geistes, uns alles zu lehren,31 können wir es tatsächlich schaffen, unser geistiges Potenzial auszuschöpfen. Verordnungen bringen geistiges Streben und geistige Macht in unser Leben, wenn wir uns darum bemühen, von neuem geboren und Männer und Frauen Christi zu werden.32 Unsere Schwächen können stark gemacht und unsere Einschränkungen überwunden werden.

Auch wenn keiner von uns in diesem Leben die Vollkommenheit erreichen kann, können wir immer würdiger und makelloser werden, indem wir „durch das Blut des Lammes gesäubert [werden]“33. Ich verheiße und bezeuge, dass wir mit größerem Glauben an den Erretter und größerer geistiger Gewissheit gesegnet werden, wenn wir uns darum bemühen, uns stets Vergebung für unsere Sünden zu bewahren und schließlich am letzten Tag makellos vor dem Herrn zu stehen. Das bezeuge ich im heiligen Namen Jesu Christi. Amen.

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